Darf ich vorstellen, der Wanderkeks!

 

Begleitet mich auf jeder längeren Wanderung und Euch Leser ab sofort hier in dieser Rubrik. Ich kam auf den Keks bei meiner ersten Tour als ich ihn für 5 Euro für einen guten Zweck in einer kleinen Bäckerei erwarb. Da wusste ich noch nicht, dass mich die Wanderlust so packt. Jetzt haben wir schon einige schöne Touren gemeinsam erlebt und möchten Euch etwas daran teilhaben.

 

Ich liebe die Naturfotografie und stelle meine schönsten Bilder sowie Tourentipps hier gern für Euch ein.

 

Vielleicht bekommt Ihr ja auch etwas Appetit auf Kekse ;-)!

Der Federloh

Hört sich ganz leicht an, ist er aber gar nicht, dafür suggeriert der Name irgendwie eine Leichtigkeit, Verwunschenheit oder eine Feenlandschaft. Ich bin diese Route nie zuvor gelaufen, hatte davon noch nie gehört, obwohl sie nur 20 km entfernt liegt. Der Federloh ist ein Rundwanderweg über 15 km Länge und gehört zu den Nordpfaden. Dementsprechend gut ist er auch ausgeschildert, obwohl selten ein Rundwanderweg so stark auf kleinen Pfaden verläuft, wie dieser. Der Weg selbst kam mir nach nur wenigen Kilometern schon wie ein Märchen vor. Allerdings zeigte der Herbst sich auch in den schönsten Farben.

 

Gestartet bin ich in Riekenbostel auf dem Wanderparkplatz mit schöner Rasthütte. Der kleine Ort bietet bereits auf dem ersten Kilometer schöne Einblicke. Ob buntes Laub oder ein bunter Briefkasten, hier scheint die Welt noch schwer in Ordnung zu sein.

 

Bereits nach 1,5 km fand ich den ersten „Albstein“ unter einem Baum am Wegesrand und er zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht und unterstrich das Gefühl auf einem verwunschenen Pfad unterwegs zu sein. Selten sieht man so schöne Steine:

Es ging weiter durch Moorlandschaft mit Birken. Hier dominierten ganz klar gelbe Farben, Reif an den Gräsern und der schwarz-weiße Kontrast der Birkenstämme bis hin zu einem knallgelb blühenden Rapsfeld an dessen Ende eine Steinsteele mit Rastbank zu finden ist. 

 

Noch verzaubert von Moorlandschaft folgt tiefster Wald. Über einen Ackerrand verläuft der Federloh jetzt, dabei existiert kein echter Weg mehr, es geht ca. 400m am Rande eines gepflügten Ackers entlang, um dann scharf direkt in den Wald zu führen (90 C Winkel). Achtung, hier läuft man ganz schnell geradeaus weiter. Das kleine Nordpfad Schildchen hängt an einem Baum. Man biegt in einen sich schlängelnden Waldtrail mit Farnen, alten Bäumen, magischen Lichteinfällen und kleinen Tannenbäumen ab. Krasser kann ein Landschaftkontrast kaum sein. 

Wieder staune ich, wieder bin ich verzaubert und fühle mich in einer anderen Welt, aber das Beste sollte ja noch kommen. Es geht weiter über breitere Waldwege in unberührter Natur bis zu einem kleinen Rastplatz. Die kleine Hütte wirkt wie ein Wichtelhaus. Leider wird die Bank bald abbrechen, wenn sie keiner repariert. Auf dem Foto sieht es aber fast so aus als würde ein Ufo über mir schweben.

 

Ich laufe weiter und komme plötzlich und unerwartet an der Federlohmühle an. Ich kannte diesen Ort absolut nicht und er plötzlich lag er völlig verwunschen vor mir. Eine alte Wassermühle, heute Standesamt, mit intaktem Wasserrad und Mühlenteich. Das letzte Mal 1975 in Betrieb. Vor der Mühle finde ich ein Schild, das vor dem Mühlenhund warnt. Keine Angst, der liebt Wanderer und Radfahrer und reist gerne mit und genau das ist sein Problem. Oft findet er dann nicht mehr heim. Also lasst ihn da, wenn er Euch folgt.

Wow, das muss man erstmal auf sich wirken lassen, obwohl es auf einem Märchenpfad am Wasserlauf der Mühle direkt weitergeht. Dabei läuft man an mehreren kleine Wehren auf einem Trail direkt an diversen Fischteichen vorbei. 

 

Am Ende geht es wieder in den Wald, aber weiter auf schmalen verschlungenen Pfaden bis zu einer kleinen Holzbrücke unter der Federlohmühlenbach munter plätschert. Hier gibt es noch Eisvögel und hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. 

Und weiter geht es durch den Wald auf kleinem Pfad bis zum Parkplatz am Bullensee Von hier aus lange tief durch den Wald weiter bis ich in Riekenbostel zurück bin. Campingkocher raus, lasse ich diese schöne Tour mit einem frischen Kaffee und einem Stück Kuchen noch einmal auf mich nachwirken. Ich weiß, ich werde wiederkommen, vielleicht zu Weihnachten mit Glühwein und Keksen im Rucksack.

 

Hier alle Infos:

https://www.nordpfade.info/nordpfade/nordpfade-detailseite/poi/nordpfad-federlohmuehlen-137-km.html

 

Die Tour eignet sich im Herbst/Winter besonders gut, wenn es früher dunkel wird, da man bis 16 Uhr wieder zurück ist.