Bike & Swim

Quer durchs Meer 2018

11.08.2018 

Schwimmen ist für mich nach meinem Unfalltrauma immer noch die größte Heraus-forderung. Keine 500m sollte ich noch können, eine 70.3 Distanz habe ich bereits geschafft, 2,5 km dann im Juni bei der Blue Challenge und immer wieder stellte sich die Frage, wie weit kann ich meine Grenze weiter verschieben? Unter Labor-bedingungen (Schwimmbad) sowie auch im „Open Water“.

 

Ich hatte von der großen „Meerdurchquerung“ in Bad Zwischenahn gehört. Einmal quer durchs Bad Zwischenahner Meer, dem 3. größten Binnensee Niedersachsens. Distanz: 3,2 km. Bei der Anmeldung muss man schnell sein. 400 Startplätze sind in ein paar Stunden vergeben. Maren stand zunächst nur auf der Nachrückerliste, rutschte aber zum Glück noch rein und so stachen wir am Samstagmorgen zu zweit in See:

Vor dem Start traf ich außerdem auch auf Gerard….“Ironman“, wie ich ihn seit dem IM 70.3 Rügen nenne und der meine schrägen Blogbeiträge immer so gerne liest. Hat sich für die 70.3 WM in Afrika qualifiziert. Geerarrd, ich wünsch Dir viel Erfolg beim Löwen jagen - Du schaffst das ;-):

Ob das Schwimmen, das übrigens kein Wettkampf ist, überhaupt stattfindet, war in diesem Jahr wegen Wetter und Algenblüte bis zum letzten Tag ungewiss. Hier mal ein Blick auf die grüne Soße und die Klamotten unter dem Neo danach:

Um 09:00 Uhr ging es auf das Schiff nach Dreibergen. Fahrzeit knapp 30 Minuten. Mitten auf dem See hatte ich dann das erste Mal die Hose voll: Windstärke 5-6 mit mächtig Seegang. Wie mächtig das sollten wir später noch live erleben… irgendwie hatten wir alle kein gutes Gefühl mehr und meine letzten Worte: „Wir werden alle sterben“, als ich das Schiff in Dreibergen verließ, stießen auf ein Raunen in der erfürchtigen Menge. Die Klamotten noch kurz abgegeben, ging es auch schon ins Wasser und ich war echt froh den Neo zu tragen, denn die angekündigte Wassertemperatur von 25 C lag jetzt nur noch bei 22 und mitten auf dem Meer später noch tiefer. Respekt vor allen Badehosenschwimmern. Maren gab später sogar an im Neo gefroren zu haben. Der Grund des Sees in Dreibergen war genauso morastig und glibbrig wie das Wasser, weshalb ich gleich zu schwimmen anfing…..wäääh…echt fies.

 

Es folgte der Startschuß…..bääm zu weit vorne einsortiert, wurden Maren und ich gleich überschwommen. Keine 300m und Maren hatte sogar Panik. Ich blieb einen kurzen Moment bei ihr bis es wieder ging, da ich meine „New Wave Rettungsboje“ dabei hatte. Bin halt ein Schisser, man weiß ja nie ;-)…

Gesehen hat man nichts. Das Wasser war so brackig, dass man die eigene Hand vor Augen nicht sah, geschweige denn den Schwimmer vor einem. Einfach finster. Nach knapp 800m dann starke Wellen von rechts. Ich atme nur nach rechts, weil ich den linken Arm nicht hoch genug bekomme (Schulterschaden links). Die Wellen kamen jetzt so unregelmäßig, irrational, dass ich bei jedem zweiten Atemzug einen kräftigen Schluck Wasser nahm und völlig aus dem Schwimmrhythmus kam. Gleichzeitig gestaltete sich die Orientierung immer schwieriger. Man trudelte unkontrolliert in hohen Wellen, konnte oft nichts mehr sehen und kam völlig vom Kurs ab.

 

Maren hatte gesagt: “Zum hohen Baukran schwimmen“, ich glaube wenn der nicht gestanden hätte, wäre ich im Ziel nie angekommen. Teilweise kamen plötzlich orientierungslose Schwimmer von links oder rechts, die in mich hineinschwammen und dann selber merkten, dass es die völlig falsche Richtung war. Ich eierte wie eine Zick-Zack-Boje auf den immer höher werdenden Wellen, zugleich zog mich eine Art Strömung stets gefühlt nach rechts? Mehr als 2 Zyklen Kraulzug waren ohne Orientierungsstopp nicht möglich. Hier mal ein Eindruck von der stürmischen See:

Mein linker Arm überlastete vom Kraulen, da ich mich so extrem hoch zum Atmen aus dem Wasser drücken musste. Zur Mitte des Sees nahm der Wellengang noch-mals zu, andere Teilnehmer waren jetzt extrem weit weg, ich war quasi allein in dieser unendlichen Weite. Einzig mein Neo und die Schwimmboje gaben mir noch Sicherheit nicht zu ertrinken, denn auch die DLRG Boote waren weit weg. Einen kurzen Moment dachte ich: “Genau so musst du dich fühlen, wenn du im Ozean mit deinem Boot untergegangen bist und jetzt irgendwie an Land schwimmen musst, weil du sonst ersäufst. Kraulschwimmen ging hier irgendwie überhaupt nicht mehr. Man verlor eher die Orientierung und das kostete nur zusätzliche Körner. Ich begann Brust zu schwimmen. Die beste Möglichkeit auf Kurs zu bleiben und die Wellen zu queren. Von den anderen Teilnehmern schwammen auch nur noch wenige Freistil. Einen kurzen Moment hatte ich sogar das Gefühl seekrank zu werden. Erst auf dem letzten Kilometer beruhigte sich das Wasser und ich wechselte wieder auf Freistil.

 

Nach 1:17h und einer gefühlten Ewigkeit stieg ich stolz aus dem Wasser. Maren war kurz vor mir im Ziel angekommen, hatte ähnliche Erfahrungen hinter sich. Selbst Gerard hatte 1:10 h gebraucht und war etwas entäuscht, weil er 1h angepeilt hatte. Aber Freiwasser unter solchen Bedingungen ist dann doch etwas völlig anderes. Ich bin in Nord-, Ostsee und im Mittelmeer geschwommen, aber “Quer durchs Meer“ ist definitiv das härteste Schwimmen, das ich bisher bestritten habe. Natürlich waren die Bedingungen an diesem Tag so hart wie noch nie - siehe Pressebericht  HIER KLICKEN !!!

 

Wir waren gerade deshalb stolz wie „OSKAR“:

Kurz nach dem Zieleinlauf kam ein krasses Gewitter mit Starkregen runter. Maren und ich haben den Tag dann mit Kuchenessen verbracht und waren trotz aller Strapazen mächtig stolz das Ding gerockt zu haben, denn es war unser längstes und weitestes Open Water Schwimmen ever.

 

Das Besondere an diesem Schwimmen ist die unendliche Weite. Die Nerven zu behalten, wenn man so weit draußen schwimmt. Im Kopf bringt einen diese Erfahrung einfach enorm weiter. Wenn Du ein Handicap hast wie ich und nicht weißt, ob du damit so weit schwimmen kannst, dann ist es nochmal eine ganz andere Nummer. Ich wollte genau das. Ich habe genau diesen „Thrill“ gesucht. Eine Art „Phobiebekämpfung“ – Mindset: 3,4 km statt 500m ist für mich ein echter Meilenstein im Kopf sowie auch sportlich. Die unerwarteten harten Bedingungen waren dafür sogar ein Geschenk.

 

Nach meinen Garmin Aufzeichnungen bin ich eigentlich gut geschwommen, denn auf einer gemessenen Distanz von 3385m war ich 1:03h in Bewegung. Der restliche Zeitverlust entstand durch Orientieren, Wasserschlucken und wieder –ausspucken.

 

Eine perfekt organisierte Veranstaltung der DLRG Bad Zwischenahn. Der Erlös dieses Jedermannschwimmens geht zu Gunsten eines Kinderhospitzes. Ich war sicher nicht zum letzten Mal dabei, hoffe aber beim nächsten Mal auf bessere Bedingungen. Vielen Dank für dieses einmalige Abenteuer !!!

 

Und hier noch ein paar Bilder:

Miriquidi Stoneman 2018

01.08.2018

Es gibt Freunde, die sind auch dann für einen da, wenn man ganz am Boden liegt. Dazu gehören Stefan und Christian. Als ich 2013 beim „Heavy24“ schwer stürzte, waren sie da. Stefan ganz besonders. Inzwischen bin ich vom Mountainbikesport zum Triathlon gewechselt. Trotzdem blieb unsere Freundschaft über all die Jahre erhalten. Jeder von uns machte seine privaten wie auch beruflichen Höhen und Tiefen durch und trotzdem blieben wir in Kontakt.

 

Seit 3 Jahren sprachen wir vom Stoneman im Erzgebirge, aber immer kam uns etwas dazwischen. Jetzt endlich trafen wir uns bei Christian daheim, der alles organisiert hatte. Gold Trophy heißt 162 km MTB über 9 Berge mit 4400 hm im Gelände und das alles an einem Tag. 

Ich hatte echten Respekt. Mountainbike trainiere ich überhaupt nicht mehr und das Radtraining für Mitteldistanztriathlon sieht auch völlig anders aus. Weniger Grundlage, weniger Watt und das sollte ich auch noch richtig zu spüren bekommen. Mein Fazit: Ein MTB Marathon ist um Längen härter als ein Ironman!

 

Im April war Mario, Malario, „Muschi“ Peters gestorben. Als ich im Jahr 1995 mein erstes MTB kaufte, waren wir Mountainbiker noch die Exoten, trugen neon-farbene Bikeklamotten und schraubten an unsere Stahlrösser erste Hydraulikbremsen (Johnny T. Magura) und Federgabeln (Marzocchi). Wir waren eine Art Bike-revolution - immer von den disziplinierten Rennradspießern als Spinner belächelt. Es gab nur 26 Zoll Räder und Rennen gewann einfach der bessere Fahrer. Eine schöne Zeit, die Mario irgendwie in seiner Muschi am Mittwoch am Leben hielt. Die Farbe pink machte er wieder salonfähig. Sein Credo „think pink“ überlebte jede Spießigkeit und er scheute sich auch nicht eine andere Meinung zu vertreten. Es lag also nahe „Muschi“ unseren Stoneman zu widmen. Hier zu seinem Nachruf KLICKEN !

 

Das Blöde war nur, dass wir die Hitzewelle nicht geplant hatten. Als ich nach 7h Autofahrt bei „Laube“ aus dem Auto stieg, dachte ich, ich stehe bei 37 C im Back-ofen. Da half nur „Kiezmische“ als wir am Abend das Starterpaket buchten:

Wir haben im Hotel „Wilder Mann“ in Annaberg gebucht. Beim Stoneman muss man online auf der Hauptseite das Starterpaket buchen. Wir buchten das Grundpaket, weil wir zuvor noch nicht gestartet waren. Dazu muss man sich den passenden Logispartner auf der Seite heraussuchen. Entscheidend ist, wo will ich starten und wie lange werde ich brauchen. Um bei der Gold Trophy (1 Tag) nicht in Zeitnot zu geraten, macht es Sinn einen Logispartner auszuwählen, der 24 h geöffnet hat, schließlich will man am Ende ja auch seinen Stein haben.

 

Starten wollten wir um 05:00 Uhr auf dem Pöhlberg, weil „Laube“ meinte, wir hätten dann bis 10:00 Uhr das härteste Stück hinter uns und am längsten Tageslicht. Im Dunkeln darf man den Stoneman eigentlich nicht mehr fahren…Wild- und Forstruhe. Deshalb mussten wir auch schon um 4:00 Uhr los. Startunterlagen im „Wilden Mann“ abholen: „Bei der Hitze haben alle anderen Buchungen heute abgesagt, Respekt“…. joah, wir hatten schon ganz schön einen am Helm, aber wenn man das so lange vorplant, Urlaub nimmt und anreist, muss man das auch durchziehen!

 

Vorteil war wirklich unser früher Start, weil die Luft noch angenehm war und der Sonnenaufgang im Erzgebirge einfach wunderschön. 

Gegen 09:00 Uhr kamen wir in Rittersgrün an. 3 l Camelbak leer. Erster Boxenstopp bei Familie Bleil, die extra für den Stoneman ihren Garten zur Verfügung stellt:

Kühlschrank mit Getränken, Schokolade, Sonnenschirm mit Stühlen und Telefon, um mal bei Mutti anzurufen. Es fehlte nichts. Am Holzstapel konnte man sich mit einem Gruß verewigen. „You saved my life“ stand auf einem und wir hatten auch gerade ein echt zähes Stück hinter uns. Leichter würde es nicht werden.

 

Ganz besonders geil war aber das Stempeln oder Lochen der Karte:

9 Löcher mussten es ja am Ende sein. Die Belohnung für die ganze Schinderei!

Auf dem Rabenberg wollten wir frühstücken. Nicht zu empfehlen: unfreundlich und außer zur festen Kantinenzeit gibt es da nichts wirklich Dolles….außer ein Würstchen…

 

Es folgte der „*Aua*sberg“ – Auerberg. Stefan hatte wieder einen Motor im Arsch sowie das Navi. Zack war er weg und Laube und ich verpassten die Aus-schilderung. Als wir es feststellten, mussten wir den eigentlichen Rückweg hoch-fahren. Sparte zwar eine Menge Anlauf, dafür war die Steigung aber richtig *aua*, wie Auersberg halt. Oben angekommen waren wir so platt, dass es erstmal Wassereis und Kartoffelsuppe gab. Einen tubeless Platten hatten wir auch noch zu beheben.

 

Und Stefan kannte keine Gnade….die Tschechei rief…die Berge hatten alle unausprechbare Namen. Ich erinnere mich nur an den Plesnic auf dem wir uns für 8 Euro einen super Teller Nudeln und Gnocci mit einem großen Radler bestellten. Sehr zu empfehlen – alles frisch zubereitet.

 

Dem Stoneman hatte man kürzlich auf tschechischer Seite etwas mehr Trailanteil verpasst, allerdings rumpeliger als auf deutscher Seite. Die Trailabfahrt an der Seilbahn vom Plesnic war mit Hardtail absolut unfahrbar. Runtertragen der Hass. Ich hatte danach schon schwer mit meiner Schulter zu kämpfen, die langsam anschwoll, so dass der linke Arm immer tauber wurde. Letzteres ließ mich später auch andere Trails nur noch schieben. Ich weiß, warum ich mit dem MTB-Marathon aufgehört habe!

 

Kleiner Hinweis noch: der Keilberganstieg ist die Hölle. Den hat selbst Stefan verflucht. Vorher lieber Körner sparen!

 

Platt waren wir jetzt alle. Mehr als 10 Liter hatte allein ich getrunken und ange-kommen sind wir in der Dunkelheit. Stefan verfranste sich auch noch mit Navi…..Obacht, der Track startet und endet in Oberwiesenthal. Startet Ihr woanders, wird die Route dort automatisch beendet, also genau schauen und nicht durchballern! Um 01:00 Uhr standen wir völlig fertig vor dem Portier vom „Wilden Mann“: „Ich hatte mir schon Sorgen gemacht.“ Gestunken und ausgesehen haben wir wie Säue. Stefan fragte nach einem Kaffee to go und der Portier lud uns spontan auf den besten Kaffee der Welt ein. Danke, das war grossartig! YOU SAVED OUR LIFE!

 

Auf der Rückfahrt nach Limbach-Oberfrohna musste wir noch einmal kurz halten und einen Powernapp einlegen – nichts ging mehr - Schlafanfall!

 

„Es beginnt mit einem Traum und endet in einer tiefgreifenden Erfahrung“, so Roland Stauder/ Mountainbikeprofi über den Stoneman. Die Gold Trophy ist eine echte Grenzerfahrung und extrem hart. Nochmal brauch ich sie nicht und trotzdem war es ein unbeschreiblich toller Tag unter echten Freunden und so steht unser goldener Stein auch für unsere besondere Freundschaft. Danke Stefan und „Laube“ für dieses unvergessliche Erlebnis.

 

Das nächste Mal möchte ich mir mehr Zeit für die Landschaft nehmen und werde wohl den Road in Silber fahren. 

Rolandmarathon 2017

13.05.2017 

217-2017-60 oder 54-72-117-174-217. Der RSC Rot Gold Bremen feiert in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag und lud wieder traditionell zum Roland Radmarathon ein. 

 

Jedes Jahr im Mai stellt der RSC diesen pottflachen Radmarathon inkl. RTF Strecken auf 4 verschiedenen Distanzen auf die Beine und immer ist es eine absolut gelungene Veranstaltung unter netten Leuten. Wo sonst kann man für 20 Euro so viel Spass auf bis zu 217 km haben, inkl. Verpflegung bis hin zur heißen Suppe? Radsportler aus ganz Deutschland treffen sich hier zum Radmarathoncup des BDR und im Norden gehört er mit zu den größten Radsportveranstaltungen dieser Art. Urgestein Günther vom RSC bot auch in diesem Jahr wieder die geführte Marathongruppe an - hat den Vorteil nicht allein fahren zu müssen - macht einfach mehr Spass! Auch ein super Einstieg für Rookies!

 

Wir Mädels von der Nordstaffel „Besi & Friends“ wollten natürlich nicht fehlen und sogar Kathi kam extra aus Mannheim. Leider war Aurelia beruflich verhindert, Maren mal wieder krank, so dass Kathi und ich allein starteten. Schon die Tage vorher haderten wir mit der Wettervorhersage. Gruselige Voraussagen für das Wochenende mit Regen und Gewitter, aber selbst der Freitag war dann doch besser als angekündigt, so dass wir Samstag starteten!

 

Und Samstag schien auch erstmal die Sonne. Günther hatte wieder mal an alle Details gedacht und gleich nach Ankunft war mir klar, warum er mich nach meiner Lieblingszahl vor 2 Wochen gefragt hatte:

Weltklasse Startnummer! Ich sag nur:“ Der Norden dreht auf“! 

 

Ein paar alte Gesichter vom letzten Jahr waren in unserer 20 Personen starken Marathongruppe vertreten, aber auch ein paar ganz Neue aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands. Punkt 8 Uhr radelten wir an der Uni Bremen los. Super nette Gruppe, wie auch im letzten Jahr, in der wir am Ende geschlossen einen 27`er Schnitt fuhren und mächtig Spass hatten.

 

Nach km 120, kurz vor der Mittagspause, gerieten wir dann doch in ein starkes Gewitter und wurden komplett nass. 6 km waren es noch bis zur Mittagsverpflegung im Feuerwehrgerätehaus und so kämpften wir uns durch Sturm, Regen, Donner und Blitz. Da Kathi ziemlich Schiss hat bei Gewitter, machte ich mir echte Sorgen, weil sie plötzlich hinter mir weg war, aber sie hat das ganz gut gemeistert. Da wir vorher Regenwechselbekleidung im Versorgungsfahrzeug hinterlegt hatten, konnten wir uns auch in der Mittagsverpflegung umziehen, so dass wir nicht frieren mussten.

 

Ein weiteres Gewitter blieb uns bis zur Ankunft erspart, dafür kam es aber leider zu einem bösen Sturz in unserer Gruppe. In der Asphaltstrasse befanden sich drei extrem tiefe Bruchlöcher, die die Gemeinde eigentlich als Gefahrenstelle hätte kennzeichnen müssen. Schlecht angezeigt, radelte Harald direkt in ein Loch hinein und stürzte schwer. Ich hatte noch Glück und konnte direkt hinter ihm ausweichen. Nichts desto trotz hat Harald sich schwer verletzt und konnte die Fahrt nicht mehr fortsetzen. Wir wünschen Dir alles Gute und komm schnell wieder auf die Beine!

 

Kurz vor dem Ziel verloren wir dann auch noch eine Tretkurbel - 217 km hinterlassen schließlich Spuren :P - so dass wir mit einem einbeinigen Fahrer nach 8 Stunden Fahrzeit im Ziel ankamen.

 

Spass hatten wir dann noch mit der Selfiekiste und den Faschingsklamotten. Hier mal ein Foto von uns 4 Marathonmädels, die mit den Perücken und Hüten ersparen wir Euch lieber! ;-)

Bei Bratwurst, Kaffee und Kuchen ließen wir die Veranstaltung gegen 19 Uhr ausklingen und bedanken uns ganz herzlich beim RSC für diesen tollen Tag. 

 

Einen ganz besonderern Dank auch für die Spende unseres Startgelds an Rad-statt-Rollstuhl/ Natalie Todenhöferstiftung. Der RSC hatte sich bereit erklärt von allen Startern im Besi & Friends Trikot das Startgeld zu stiften. Schade, dass am Ende nur Kathi und ich dabei waren. Vielleicht klappt es im nächsten Jahr mit mehr Startern von uns? Wir sind auf jeden Fall wieder dabei, wenn „der Norden aufdreht“…..vielleicht auf 218 km? Kathi sagt: "Das schreit nach Wiederholung"!

 

Hier zum Bericht vom Weser Kurier klicken!

 

Und hier ein paar Fotos:

MSR 2016 

01.06.2016  Kilometersammeln Teil III

 

                                       224 km + 155 km + 307 km = 686 km

 

so sieht die Bilanz nach der MSR 2016 aus. Letztes Jahr passte es nicht, dieses Jahr passte es super in die Vorbereitungen zur Besi & Friends Tour, insbesondere weil mir Trainingskilometer durch krank oder verkorkstes Trainingslager fehlten.

 

Freitag noch gearbeitet und deshalb viel zu spät auf den Weg gemacht, kamen wir erst gegen 17 Uhr in Neubrandenburg an. Ein großer Teil vom Besi & Friends Team war schon angereist. Erst hieß es 19:30 Uhr am Start treffen, dann 17:00 Uhr - für uns nicht zu schaffen. Wir haben erstmal unser Hostal bezogen und waren absolut positiv über-rascht: nagelneu, super zentral, arschbillig und klasse Restaurant mit Bar direkt dran. Zu viert auf einem 6èr Zimmer stellte sich im Nachhinein mit den richtigen Leuten auch völlig unproblematisch dar. Für 57 Euro pro Person 2 Nächte völlig o.k. - Frühstück sollte man sich woanders organisieren, das ist etwas spartanisch! Da wir Samstag morgen aber generell früh hoch mussten, fiel es sowieso aus. 

 

Während Basti und Carsten längst dabei waren sich einen Smoothie zu mixen:

Besi und der Rest das PR-Programm abspulte: 

Sind Aurelia und ich zum Startnummern holen geradelt und haben dort den Rest vom Team getroffen. Kurz ein Foto gemacht, meinen Arbeitskollegen Uwe und einen ersten Teil vom Besi & Friends Team an den Start durch die Nacht gebracht, zurück und noch lecker Nudeln mit frischem Pesto im Hostalrestaurant gegessen.

 

Nachts fahren wollten wir nicht. Im Nachhinein auch besser. Man sieht nichts von der Landschaft, das wär echt schade gewesen und die Schlaglöcher in Mecklenburgs Straßen möchte ich im Dunkeln auch nicht treffen....

 

3:30 Uhr bimmelte der Wecker *aua*…

Kurz Müsli reingedrückt und ab zum Start. Punkt 5 Uhr rollte unsere Startgruppe aus Neubrandenburg raus. Basti und Carsten möllerten gleich Besi hinterher, ich versuchte eher eine für uns passende Gruppe zu finden, denn Aurelia hatte kaum Training in den Beinen und kaum Erfahrung in Bezug auf Rennradtaktik und Marathoneinteilung. Wenn ich sie nicht ständig ausgebremst hätte, wär sie vor lauter Motivation gleich viel zu schnell gefahren und nie angekommen. Burkhard versuchte auch noch den ersten Block zu halten, fiel dann aber zurück und gliederte sich später auch auf unserem Niveau ein. Er hatte auch noch etwas mit einem Infekt zu kämpfen, insofern Respekt, dass er das durchgezogen hat. Für beide war es der erste Radmarathon dieser Art!

 

Und heute ging es auch nicht "Rund um die Banane", heute gab es "All Inklusive", was man bei 139 Euro Startgebühr auch erwarten sollte. Erstes Depot flott erreicht, super gefrühstückt. Gab sogar Brötchen! Bis km 130 sind wir dann schön in der Gruppe mit einem Schnitt von 32 km/h geflogen und waren nur kurz  hinter Besi, Basti und Co im Depot. Basti ist dann vorzeitig aus der Besi-Gruppe ausgestiegen, weil ihm das Tempo am Berg auch zu hoch war. Leider hat es mit einem Zusammenschluß mit uns dann nicht mehr geklappt, weil unsere Gruppe zerriss. Ich hatte noch versucht den Abriss zu zufahren, aber vorne wollte man das partout nicht und hinten war dann auch keiner mehr außer Aurelia, die auch voll am Anschlag war. Zack, waren wir zwei allein und ich hab erstmal das Tempo rausgenommen. Von hinten kam nix mehr, ich fuhr etliche Kilometer im Wind bis wir auf einen Einzelfahrer auffuhren und zu dritt das nächste Depot ansteuerten. Auf dem Teilstück überholten wir noch einige Einzelhelden, die auch abgerissen waren. Wir verloren krass Zeit. Burkhard kam wenig später auch solo im Depot an und wir beschlossen gemeinsam durchzufahren und Gruppenanschluß zu suchen.

 

Da einige Starter einen Hals auf das "Gruppenzerfahren" hatten und auch schon allein im Wind fahren mussten, fanden wir wenig später eine funktionierende Gruppe von knapp 20 Fahrern, die beschloss gemeinsam ins Ziel zu fahren. 

 

Nach 168 km streikte meine Schulter und ich nahm die kostenlose Physio in einem Depot in Anspruch. Ich sag nur: "WOW- die konnte was!" Ohne wär irgendwann Feierabend gewesen und ich hätte die MSR nicht mehr beendet.

 

Und wen trifft man sonst noch so? Maik Würfel Kollege der GdP war auch unterwegs - die Welt ist klein :-)!

 

Nach 10:09 h Nettofahrzeit sind wir drei dann im Ziel angekommen und haben ein Bierchen zusammen getrunken, sind Eisessen gegangen, Duschen und haben nochmal lecker am Hostal gegessen (Burger & Pommes - Weltklasse!).

 

Eigentlich waren wir alle noch ins VIP Zelt eingeladen, aber nach 5 x um 5 Uhr aufstehen, einmal um 3:30 Uhr, 307 km sowie Montag wieder um 5 Uhr aufstehen, bin ich lieber schlafen gegangen - generell wären wir auch viel zu spät dort aufgeschlagen.

 

Super Wochenende, bestes Wetter - St. Tropez kann kommen!

Mein größter Respekt gilt Aurelia & Burkhard das Ding fast ohne Training so beendet zu haben - alle Besi & Friends haben super das Ziel erreicht - auch unsere "Fledermäuse" (Andreas, Johanna & Ulli) - war schön Euch alle mal wieder gesehen zu haben!

Nächsten Samstag schlaf ich erstmal aus ;-) !!!

 

Und hier noch unser Zieleinlauffoto:

Übrigens was Basti mit einer Muskatreibe wollte, bleibt wohl für immer sein Geheimnis ;-)