Rennberichte Mountainbike

Frankfurt/Main-St. Tropez-München 09. & 10.07.2016

...das alles mit dem Rad in nur 3 Wochen! 24-h-Race München ist immer eine üble Reiserei und doch immer wieder geil im Olympiapark zu fahren und so kam es, dass ich mit dem Team Sauerland Sport und Pirate im Vierer Mixed antrat.

 

Vorher hatte ich noch ein Date bei Daniel auf Schloss Berlepsch zum Biken und Dinner. Gaaanz lockere Runde, so der Schlossherr…o.k….nur hatte ich morgens vor der Anreise schon den Magen auf halb acht und war noch völlig platt von der Tour nach St. Tropez und Daniel ließ erstmal keinen 10 Prozenter im Landkreis aus….jooaah…nochmal zum Ende hin wieder hoch aufs Schloß, war nach fast 3 h „Einrollen“ das Ende in Sicht und ich hatte mir das Essen echt verdient.

 

Hier mal ein Blick auf das „Häuschen“ in dem Daniel wohnt:

Das Dinner: Mangosalat und Pesto Gnocchi - das Schloßrestaurant echt zu empfehlen. Danach folgte eine persönliche Führung bis hinauf auf den Turm - Klasse Ausblick! Es folgte die Gruselgeschichte, die wohl jedes Schloss hat, ein bisschen Schloßgeschichte sowie der Familienstammbaum. Das Schloß wirklich sehenswert, die Umgebung super für einen Urlaub. Gibt auch genug andere Burgen und Schlösser in der Nähe. Den "Ritter Isenbart"  persönlich kennenzulernen war auch echt entspannend - danke für die außergewöhnliche Einladung!

 

Am nächsten Morgen ging es ab Kassel mit Bernd weiter nach München. Dort angekommen, hatten Michi, Ines und Alex schon alles hergerichtet, Fabian und Daniel steckten noch im Stau. 

 

Samstag Morgen - ick freu mir - Magen und Darminfekt - neeeee, nicht wahr. Da fährt man durch die halbe Republik freut sich auf das Rennen und dann das. Erst 2 Runden, danach fett Kreislauf bei der Hitze, dann ging nur noch eine - natürlich nicht in der Zeit wie gewohnt - zum Heulen! Einmal musste ich aussetzen wegen starker Magenkrämpfe, dann wollte ich die Jungs nicht im Stich lassen und bin insgesamt noch die ganze Nacht 10 Runden mit 9 Wechseln gefahren. Schön ist was anderes! Eine Runde auch bewusst, um nicht zu viel auszuschwitzen, denn Trinken ging kaum, dann hätt ich garantiert auf dem Clo gesessen. Ich glaub, das war eine meiner größten Leistungen bisher, so überhaupt noch zu fahren! DAS brauch ich nicht nochmal!

 

Die Strecke war in diesem Jahr auch nicht meins. Sie ging exakt anders herum und durch Wegfall der Schwimmhallen Auf- und Abfahrt war sie extrem flach, asphaltlastig und für Ausdauer-Bergziegen wie mich nicht förderlich. Der Olympiaberg trennte die Spreu vom Weizen in dieser Hinsicht auch nicht wirklich, weil er flacher angefahren wurde als sonst über die steile Rampe zuvor. Obwohl als MTB-Rennen ausgeschrieben, starteten diverse Fahrer mit Cyclocrossern und fuhren krasse Rundenzeiten wie beim EZF auf dem Asphalt. Meiner Meinung nach völlige Wettbewerbsverzerrung und so wurde vom ersten Moment an krass gebrettert und auch an gefährlichen Stellen oft rücksichtslos überholt und geschnitten, der Vorgang auch von hinten nicht angekündigt. War noch nie so schlimm wie in diesem Jahr! Ob Crossräder überhaupt erlaubt waren, ist die nächste Frage.

 

Am Sonntagmorgen hatten die 4 führenden Teams unserer Kat. Runden-gleichstand und so folgte die Attacke auf unseren 3. Platz - zeitweise sogar 2. Platz. Daniel war auch gestürzt und konnte teilweise auch nur noch eine Runde reißen, weil er Probleme beim Luftholen hatte und so hatten wir am Ende trotz krasser Fahrleistung das Nachsehen - schade.

 

Die Rückfahrt war wieder das Schlimmste…..irgendwo im bayrischen Nirvana schlugen wir nochmal Matratzen und Klappstühle auf einem Parkplatz auf, zwecks 45 Min Powernapping - was waren wir im Arsch! Noch einen Red Bull bei Hannover und ich war um 23 Uhr endlich daheim.

Jetzt noch die Schnauze voll - nie wieder - weiß ich, dass ich irgendwann doch wieder so bescheuert sein werde in München zu starten.

 

Trotz allem tolles Wochenende mit ganz tollen Freunden für die sich das alles gelohnt hat. Danke Sophia, Ines, Alex, Michi, Bernd, Daniel, Fabian und auch an unseren Einzelfahrer Michael. Gern wieder :-)

 

Besonders gefreut hat mich auch Mane Seebauer mal wieder getroffen zu haben - ich sag nur Runterra - 1. Runde ;-)

 

Die nächsten 2 Wochen mach ich jetzt garantiert erstmal nix, dann geht es mit Triathlon weiter....auf Reisen hab ich gerade auch keinen Bock mehr!

Iceman 2016

23.01.2016

Exakt ein Jahr her, wieder mit Stefan am Start. Mit Stefan und mir ist das ja immer so eine Sache: Entweder fahr ich mir in Chemnitz den Arsch ab, verletze mich und falle aus, Stefan werden alle Räder aus dem Schuppen geklaut oder es gibt wetterbedingte Rennabbrüche nach stundenlangem Kampf durch den Schlamm. Trotzdem können wir als Team nicht voneinander lassen - es passt halt.

Mit dem Wetter war es dieses Jahr gleich wieder extrem: Eisregen angekündigt, reisten viele Rennteilehmer erst gar nicht an. Ich hatte auch meine Bedenken, aber bin dann doch noch rechtzeitig vorher in Rotenburg/ Fulda angekommen. Was ich überhaupt nicht auf der Pfanne hatte, waren 8 Stunden Renndauer statt 6 - der Veranstalter hatte einfach die Renndauer verlängert. Na bravo, das unter den Bedingungen mit Schnee, Eis und Eisregen....

Am nächsten Morgen kaum aus der Tür lag ich das erste Mal auf der Nase. Hatte es doch tatsächlich Eisregen gegeben und der Schnee war oberflächlich mit einer Eisschicht überzogen. Scheiß Gefühl kam hoch: "Bloß nicht gleich zu Saisonbeginn auf die Schnauze legen und wieder ewig an einer Verletzung herumlaborieren - die letzte reicht!"

Stefan ging zur Rennbesprechung und ich drehte eine Streckenkunderunde: Neue Schleife bergauf empfand ich besser zu fahren als zuvor den ewig langen Kaugummianstieg ohne Abwechslung, die Abfahrten waren arschglatt und es setzte leichtes Tauwetter ein...paar Stunden weiter und die Strecke würde richtig übel. 

Zurück hab ich Stefan gleich gesagt, ich fahr die Eisabfahrten nur mit angezogener Bremse - null Sturzrisiko! Stefan fuhr anfangs 2 Runden, ich eine und es lief für mich unerwartet gut. Weder meine Achillessehne machte sich bemerkbar, noch verhärtete sich der abgerissene Muskel. Ich war ziemlich erstaunt ohne großes Krafttraining zuvor soviel Druck in den Beinen zu haben.

Wir lieferten uns ein direktes Duell mit Moni & Frank vom MTB Eulenexpress und das ist schon eine echte Hausnummer! Ich selber wollte eigentlich nur einen ersten Test meiner Verletzung und ein gutes Trainingsrennen zur Standortbestimmung und hab mir überhaupt keinen Kopf gemacht, wer von uns gerade führt. Stefan konnte vorher auch nicht optimal trainieren: Räder geklaut und Stress auf Arbeit. Insgesamt also nicht die besten Voraussetzungen bei uns beiden.

 

Nach 6 Stunden lagen beide Teams immer nur so 1-2 Minuten auseinander. Dazu muss man sagen, dass weder Stefan noch ich in den Abfahrten so aufdrehten wie Moni & Frank und wir beide öfter wechselten, wodurch Zeit verloren ging, denn die Wechselzone war mit Tischen, Stühlen, Zelt und Teilnehmern oft völlig verstellt. Schneller Wechsel Fehlanzeige.

 

Die Strecke wurde immer matschiger. An einigen Stellen stand man wie ein Eimer und jede Runde kostete ab jetzt echte Körner. Aber Moni & Frank waren auch nicht mehr ganz frisch. Kurz vor Rennende hatte ich dann noch das Pech durch einen Fahrer im Anstieg aus der Spur gedrängt zu werden, so dass ich vom Rad musste und auf Eis und Matsch nicht mehr auf das Rad kam - das Hinterrad drehte durch - ich musste 500m laufen. Dadurch verursachte ich eine 20 Minuten Runde und Moni & Frank hatten Zeit gewonnen.

 

Am Ende belegten wir den 2. Platz knapp hinter Frank & Moni und sind doch erstaunt, was unter den Bedingungen tatsächlich möglich war. Es hätte auch ein Sieg sein können unter optimalen Bedingungen. Viel fehlte nicht. Ich würde sagen, ich bin wieder zurück auf dem Rad - Verletzung hat gehalten - ich freu mich auf die Saison 2016. Noch ein bisschen Krafttraining und da geht wieder was.

 

Abschließend sei erwähnt, dass ich immer noch Piratin bin, aber auch "Besi & Friends" und in diesem Rennen die top Winterbekleidung von KALAS getragen hab. Die war einfah nur super, denn noch nie hab ich das Rennen mit nur einem Satz Trikot bestritten - in der Regel musste ich nasse Sachen wechseln und hab nur gefroren. Dieses Mal überhaupt nicht! Top Bike Bekleidung!

 

Ich hab jetzt genug von Schnee und Eis und werde im Februar lieber in der Sonne radeln. Ich bin dann mal weg nach Lanzarote :-) ....

 

Danke Stefan für das super Rennen - beim nächsten gehts ab..... 

Danke Frank & Moni für das Foto!

Iceman 2015

24.01.2015   

Ziemlich bescheuert im tiefsten Winter ein 6 Stunden Rennen zu fahren - mir reichen schon 40 Minuten Crossrennen….KALT sollte es werden, KALT wurde es. Die Nacht davor -7 C und leichter Schneefall war angesagt. 

 

16 Uhr Ankunft in Rotenburg, kurz Startnummern abgeholt - äh?…Nummern irgendwie bekannt? Ja, fast - statt 2211 und 2212, dieses Mal 2311 und 2312. Man erinnere sich an das 24 h Rennen in Rieden letztes Jahr, das im Regen versoff und nach 16 Stunden abgebrochen wurde - nach Regen sah es jetzt nicht aus, aber nach Schnee. Stefan wollte noch eine Runde fahren……joaah…..so ohne Licht im dämmernden Wald - ich hatte krass die Hose voll. Mit dem Gedanken an mein Schlüsselbein fuhr ich wie eine Schnecke einmal rum - hatte 160 hm auf dem Tacho auf schlappe 2,8 km - *aua* !!! Das Morgen diverse Runden auf Tempo…..huuiiii...

 

Kalt und laut war es auch nachts in der Jugendherberge und während Stefan recht matschig sein Matschmüsli zum Frühstück futterte, kriegte ich auch irgendwie nix weiter runter. Dann Klamotten gepackt und zaack - Antje & Carsten getroffen (y) - immer so nett mit den beiden, richteten wir unser Lager gemeinsam an der Heizung ein. Während die Männer lieber in die Sauna gegangen wären, haben wir dann entschlossen, dass sie lieber unsere luschigen Rundenzeiten aufpimpen sollen und so durften die Jungs gleich hübsch zum Start.

 

Jo, Stefan meinte es mit 4:3 mal wieder gut - ich erst Recht und lieferte 4:4 und so verschossen wir zu Anfang etwas Pulver. Wenn man das Rennen nicht kennt - nächstes Mal is man schlauer. Es ging hart an der K-Grenze 0,5 km hoch, dann einen schnellen Trail runter und dann zwei fiese Kniebrecher in den Schlammtrail rein. Wo man anfangs noch hochfahren konnte, war später nur noch laufen angesagt und wer in die Treckerfurchen fuhr, blieb stumpf drin stecken. Aber die Maxxis Reifen von Stefan liefen auch in dem Dreck super - Grip ohne Ende! Der letzte Anstieg über Teer auf der letzten Rille sorgte dann jede Runde nochmal für akuten Sauerstoffmangel im Hirn und brennende Beine. Erholen war überhaupt nicht drin - einfach nur *AUA*!!!

 

Mit dem Gewechsel war das bei uns auch wieder so eine Sache…einmal rauscht die Rakete in die 5. Runde - so schnell konnte ich gar nicht gucken und dann stand ich 20 Minuten in der scheiss Kälte und er war noch nicht fertig…..am Ende vom Rennen hatten wir es dann endlich drauf :P….sonst fahren wir ja eher 24 Stunden - aber ich hab auch nicht mehr geschnallt wer führt. War mir irgendwann auch egal bei dem Drehwurm von 10 Minuten Runden, so dass wir am Ende auch nicht mehr damit rechneten überhaupt noch einen Blumentopf zu gewinnen und BÄM: 3. Platz zweier Mixed (y) !!! So kann man sich irren! Und weil wir schon auf dem Sprung zur Heimreise waren, war auch nix mit Teamtrikot auf der Siegerehrung. Der arme Stefan musste ja noch zur Nachtschicht….oooooh !!!

 

Super Wochenende, super gefahren, tolle Rundenzeiten für gerade mal Trainingspause & Januar und mit Stefan sowieso! Danke Dir für dieses tolle Rennen (y) !!! 

 

Bis zum nächsten Mal PIRATE/ PROWELL :-) 

"Besi & Friends" & "STORCK & Friends"

21-23.08.2014
Ich hatte die Ehre als Gastfahrerin im Storck & Friends Team beim 24 Stunden Rennen in Idstein starten zu dürfen. Ich hatte von dem Rennen gehört, aber da man dort nur im 4èr, 6èr und 8`ter Team starten kann, war mir der Start bisher nie möglich gewesen. Zugleich ergab sich für mich die super Gelegenheit einen Teil der Team-mitglieder von Besi & Friends endlich einmal wieder zu treffen und so verband ich das Rennen mit einem Besuch in Rodgau. Kati hatte mich eingeladen bei ihren Eltern in Heusenstamm am Freitag zu übernachten und organisiert, dass wir uns alle am Abend im "Mexico" in Rodgau trafen. Besi hatte leider keine Zeit, aber trotzdem waren sehr viele liebe Freunde gekommen - ich hab mich sehr gefreut und stelle fest: Ihr fehlt mir alle so sehr!!! Das ist und bleibt nach dem gemeinsam Erlebten auf der Tour eine ganz besondere Freundschaft - ist wie "nach hause" kommen. Wir haben den ganzen Abend alte Tour-Anekdoten aufgewärmt und soviel gelacht - war viel zu kurz, aber ein sehr schöner Abend. Danke Euch - wir sehen uns am 4. Oktober!

 

Nach dem Frühstück am Samstagmorgen bin ich dann direkt zum Storck Store nach Idstein gefahren. Waren schon alle da, kurze Begrüßung, Einstellung der Räder - Storck stellte für das Team die Mountainbikes komplett zur Verfügung, Klamotten packen und zum Veranstaltungsgelände. Wir haben es sogar noch geschafft vor dem Start eine Runde Streckenkunde zu fahren und der Parcours hatte es in sich. Neben schnellen Abfahrten in Waldtrails ging es mit 11 % auf Wiesenwegen auch zweimal fies bergauf - das Ganze mit Tempo - tut auf 24 Stunden schon etwas weh. Die Rundenzeit so zwischen 15-20 Minuten - also häufiger Wechsel - selbst im 6èr Team für jedes einzelne Teammitglied mind. 10 Runden zu fahren. Matschig war es schon vor dem Start, Regen war vorhergesagt und der Boden lehmhaltig - das ist bei Regen Fahren wie auf Schmierseife.

 

Auf Risiko wollte ich gar nicht fahren und zu schnell zu Beginn auch nicht - lieber konstant nicht maximal sonst geht der Schuss auf Dauer nach hinten los - die Rechnung ging auch gut auf. Hab mich nicht kaputt gefahren in keiner Hinsicht und war am Ende trotzdem noch zweitschnellste Fahrerin des Rennens mit 13 Runden - die Erstplatzierte fuhr nur 7 Runden bei Tageslicht. Jetzt weiß ich auch warum ich sie so selten sah.

 

Das TEAM - ein bunt zusammengewürfelter Haufen Fahrer - 5 Männer eine Frau, die sich vorher nicht so richtig kannten. Funktionierte auf Anhieb erstaunlich gut. Egal ob im Rennen oder beim Grillen der Wurst - es war eine geile Stimmung. Der Spass kam auf keinen Fall zu kurz, auch nicht als der Regen und die Kälte kam. Alle 15-20 Minuten flog der "Storch -Storch" am Fahrerlager vorbei, Philipp schaffte es fast die Theorie: "meine Hose steht vor Dreck" in die Praxis umzusetzen, der Gasheizlüfter Modell "A 300 Triebwerk" eignete sich auch hervorragend zum Abfackeln der Beinbehaarung - fast wie beim türkischen Frisör und der Grill war ein Klasse Wäschetrockner. Bei all den Ideen fragt man sich:" Wer hats erfunden? Richtig, die Schweizer !" - die waren auch dabei und rundeten den Spass komplett ab. Schuldig bin ich Philipp noch eine Runde nach verpasstem Wechsel - hab "den Storck" nicht fliegen hören und zu schnell warst Du sowieso, um gesehen zu werden. Sascha schulde ich noch ein Schnitzel und zwei Würste - sollten wir nochmal zusammen starten, hol ich meine Runde und Wurst nach!

 

Vom Start weg platzierten wir uns gleich auf Rang 3 der 6èr Teams Männer und konnten den Platz bis zum Ende erfolgreich verteidigen, wer hätte das gedacht? Wir haben zusammen Schlamm im Wald gepflügt, uns eingesaut, gemeinsam gefroren, uns fast alle einmal "um den Baum gewickelt" - in meinem Fall war es die glatte Holzbrücke ;-) - und am Ende den "Siegerbempel" für die Firma Storck in Empfang genommen. So geht Rennen - so macht das richtig Spass !!!

 

Und dann kamen mich noch Alex und Rainer vom Besi & Friends Team extra zum Rennen besuchen. Leider konnten beide nicht am Freitag Abend, aber zum Rennen passte es - Alex war extra ganz aus dem Saarland gekommen, um mich zu besuchen, Rainer hat mich total überrascht. Ihr seid ECHTE Freunde - möchte Euch nie mehr missen. Danke, dass Ihr da wart.

 

Der Support und Service vom Storck Store Idstein war grossartig, wenn man bedenkt, dass zugleich auch noch der Techniksupport für alle anderen Rennteilnehmer gestellt wurde. Man kam jedem Wunsch nach, stellte ein Zelt, einen Grill, Tische und Bänke…..Ich bekam ein Rebel 7 für das Rennen und hatte Probleme mit dem viel zu großen Lenker. Ich kam im Trail kaum um die Kurve und bei meiner Schulterverletzung wäre das auf Dauer nicht förderlich gewesen. Wurde mir sofort umgebaut - super, hatte ich gar nicht erwartet! Das Rad lief wirklich toll, super steif im Fahrverhalten - bergauf eine echte Bergziege - absolut laufruhig. Ich bin zum ersten Mal 650B gefahren. Das Rad war nicht ganz so optimal eingestellt wie mein eigenes, aber ein echt tolles Bike. Wär da nicht der Preis, wär es glatt eine Option für mich und wie man an unserem Rennergebnis sieht, kann man damit auch tatsächlich richtig schnell fahren.

 

Keine Minute richtig geschlafen, war ich überhaupt nicht müde und bin die 4 Stunden über die Autobahn fast geflogen und blicke auf ein echtes Wochenend-Highlight mit vielen netten Menschen zurück. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei meinen 5 Mitstreitern des STORCK & Friends Teams sowie beim STORCK Store Idstein, die das Wochenende erst zu dem gemacht haben - Wiederholung jederzeit gerne wieder !

 

….Besi hat während dessen den Rodgauer Triathlon in der Staffel gewonnen - Glückwunsch !

Stüken-Wesergold MTB Cup 2014

27.07.2014
Eigentlich sind CC-Rennen nicht mein Ding, so als Marathoni bin ich da immer erst warm, wenn`s vorbei ist und nach der ersten Runde platzen mir immer die Beine. Aber um mit Andre, meinem Lieblingspiraten, nach so langer Zeit mal wieder ein Eis zu essen, mach ich auch sowas - zudem war das ein super Test, ob meine Schulter jetzt auch endlich harte Rennen im Gelände aushält, ohne dass ich mir den Nerv einklemme oder vor Schmerzen nicht mehr von der Stelle komme. Rinteln war kurze Anreise und Start erst 13 Uhr - sogar Ausschlafen am Sonntag möglich - optimal!


In Rinteln angekommen, hab ich noch nicht einmal meine Startunterlagen abgeholt, da rollte Andre schon mit seinem Piratenbus an (y) - hab mich RIESIG gefreut. Macht so Spass mit Dir Rennen zu fahren. Einkullern mussten wir uns leider auf der Uferstraße, weil der Parcours gesperrt war. Super, nicht eine Testrunde und es sollte ziemlich fahrtechnisch und verwinkelt durch den Park gehen. Am Rande der Strecke war Schotterweg zu erkennen und bei der Trockenheit und hohen Geschwindigkeit ist das der Sturzklassiker - und ich hatte mir erst letztes Jahr  das Schlüsselbein gebrochen - VORSICHT!


Am Start traf ich Katrin (y), die ist immer so nett und das letzte Mal haben wir uns 2013 im verschlammten Bad Harzburg bei mieserem Wetter getroffen. Beide waren wir die Runde noch nicht abgefahren, alles sehr eng und die schnelleren Männer starteten auch noch hinter uns - ick freu mir!!! Die Zeit bis zum Start haben wir uns dann mit netten Gesprächen vertrieben und dann ging das mitten durch die Altstadt in den Park und zurück. Super Event, geiles Publikum und ganz tolle Orga, kann ich nur sagen. Endlich mal kein Rennen am Arsch der Welt und keinen interessiert`s.


Kurz hinter dem Start ging es so einen fiesen Kamelbuckel aus Holz hoch - *aua*, jede Runde. Das Ding schlug so durch die Schulter, da half nur Beißholz. Die männlichen Senioren nach uns ballerten da nach dem Start zu schnell hoch und überschlugen sich alle - sah spektakulär aus - tat sicher weh!   Im Park war der Parcours sehr kurvig und eng, optimal für mein kleines wendiges 26èr - einmal mehr war ich froh kein 29èr zu fahren. So schlängelte ich mich durch den Technikparcours - geil, genau mein Ding!!! Die ersten zwei Runden knallte ich voll durch, dann nahm ich etwas raus. Die Muskulatur war das schnelle-harte Antreten an den kleinen Anstiegen mit Wechsel rauf und runter nicht gewohnt. Kein Wunder - nie trainiert - ging ja nicht. Trotzdem lief das Rennen für ein CC-Rennen erstaunlich gut. Ich hatte krass Druck auf den Beinen - war kaum am Limit - das hatte ich schon mal anders.


In der zweiten Runde musste ich vom Rad bei der kleinen Brückenüberfahrt mit steilem Anstieg. Ein Fahrer vor mir fuhr hoch und schaffte den Anstieg nicht. Super, mitten auf der steilen Schotterrampe Stillstand - fast Sturz. Konnte mich seitlich abfangen und musste hochlaufen. Ein weiterer Sturz wär mir fast im Park vor dem Denkmal passiert - zu schnell in die enge Kurve geblasen, Schotter…..ay-ay- gerade noch austaxiert, Fuß ausgestellt und weiter. Trotz der hohen Anzahl an Startern, der schnelleren Männer im Rücken nach dem Start, hatte man im Parcours wenig Gedränge und dort wo es mal eng wurde, wurde sehr umsichtig gefahren. Wer fahrtechnisch nicht so gut bestellt war, ließ auf Anfrage die anderen an schwierigen Stellen auch mal kurz durch. Nicht einmal erlebte ich gefährliches und rücksichtsloses Überholen. So macht Rennen Spaß - denn mal ehrlich: Keine Platzierung der Welt ist es wert, dass sich jemand verletzt!


6 schöne Runden, die nur Spaß machten - Andre überholte mich in der 6 Runde und wir kamen nur kurz zeitversetzt im Ziel an. Haben dann noch ein schönes Radler getrunken und ein Eis gegessen - kurz zur Siegerehrung, denn für den 1. Platz overall in der Hobbyklasse hatte es gereicht. Hab mich riesig gefreut, dass meine Schulter jetzt auch so harte und fahrtechnische Cross Country Rennen aushält. Ich merk sie zwar noch, aber meine Fahrleistung beeinträchtigt das nur wenig. Und wer nun denkt, die Hobbyklasse ist nicht so leistungsstark - da steht man schon mal mit Triathlon WM-Teilnehmern der Herren gemeinsam auf dem Podest. Hat mich auch sehr gefreut, dass bei so einem Rennen deutlich mehr als 3 Frauen am Start waren. Mädels fahrt Mountainbike, ist ein so schöner Sport!


Hab eine Menge netter Freunde endlich einmal wieder getroffen - Heimrennen vor der Haustür! Glückwunsch auch an Katrin - 2. Platz - hat gerockt das Ding! ;-)
Ich versuch mich jetzt noch einmal an einem kompletten Triathlon und einem Ultra-MTB-Marathon und wenn das alles gut läuft, dann bin ich definitiv über den Berg mit der Osteitis, sofern ich nicht wieder aufplatze !

Night on Bike - mein "Hammer"-comeback !!!

19.-20.07.14

Eigentlich wollte ich da letztes Jahr schon starten, aber daraus wurde ja leider nichts wegen meinem Sturz beim Heavy24 Chemnitz. Seitdem hab ich gekämpft wie eine Sau, um wieder irgendwie Mountainbike fahren zu können - endlich wieder das machen zu können, was mir RICHTIG Spass macht - Long Distance - Stundenrennen im Gelände, Schlamm und Dreck.

 

Monatelang hab ich mich Stück für Stück dahin gequält. Bin mit brutalen Schmerzen geradelt, hatte taube Arme, bin Schwimmen gegangen und hab lauter ätzende und langweilige Rehaübungen gemacht. Nichts wollte so richtig funktionieren. Hab versucht Grundlage mit Alternativsportarten aufzubauen und täglich Schmerztherapie gemacht - es war sooo mühselig. Bin mit dem Rennrad von Frankfurt nach Barcelona gefahren - es war schmerzmäßig zum Teil die Hölle, aber es half den Punkt zu überwinden, den linken Arm endlich stärker belasten zu können.

 

Dann bin ich erst in Braunschweig Strassenrennen gefahren - erster Test: WOW, knapp an Platz 2 vorbei/ AK Erste - bergauf ging ALLES und die Kraftausdauer je länger, je besser. Die Woche darauf Tour de Wendland: beim Berg-EZF am ersten Tag völlig die Schulter verrissen, Nerv eingeklemmt - nur Schmerzen. Wollte erst abbrechen - am Ende durchgefahren und mittels Long Distance Etappe AK Sieg gesichert. Lange fahren - da geht wieder was, das war klar - aber im Gelände ???


Weil ich mir nicht sicher war, wollte ich lieber im Team starten, aber irgendwie fand ich keinen Partner. Im Team hatte den Vorteil mal Pause machen zu können und Dehnen zu können. Die Schulter zu entlasten, nur so hatte es bisher in Rieden und Weilheim funktioniert. Ron war`s zu anstrengend, Stefan hatte keine Zeit. Das erste solo Mountainbikerennen gleich 14 Stunden als Einzelstarterin in einem Nachtrennen - ziemlich bescheuert - Ron meinte: "Machst Du schon!" Mein Arsch lag auf Grundeis, sag ich Euch!!!


Am Morgen vor dem Rennen Magenprobleme. Mehr als 32 C im Schatten und schwül-warm bis zum Umfallen. Also ganz harte Bedingungen für die Nummer - hinzukommt, dass bei dem Wetter die Schwellung in der Schulter zunimmt und mir oft Taubheit in den Arm treibt. Trotzdem angereist….aber auch nur, weil mein "Bauchgefühl" mir immer sagte:"Moni, Du rockst das Ding!" Kaum angekommen und die restliche Piratenbande begrüßt, hatte ich auch gleich die Ehre dem WDR ein Fernsehinterview zu geben und mit Go Pro eine Runde zu fahren. Sven, der Veranstalter und Urpirat hatte ein echtes "Hammerevent" organisiert - Radevormwald stand Kopf - geil!!!


Wegen dem ganzen PR-Klim-Bim, war mit in Ruhe mal was vorbereiten nicht mehr viel möglich, denn um 16:30 Uhr ging das schon los mit dem Bergsprint zum Ausfahren der Startposition. Ich hatte da ehrlich nicht viel Bock drauf. Erstens nützt mir als Solofahrerin ein Startplatz ganz vorne gar nichts, da stehen die super schnellen 4èr und 6`er Teams, die einen dann im engen Trail nur plattfahren; dann hatte ich Schiss mir wie bei der TdW bei Vollgas wieder den Nerv einzuklemmen, ohne überhaupt schon gestartet zu sein, und mir zudem gleich die Beine mit Laktat vollzupumpen - wär auch eher kontraproduktiv gewesen. Kneifen ging nicht, also "schlau" mitmachen ….sieht dann so aus: Max. 80 % Vollgas und die Konkurrenz im Auge behalten, daß man bei Startaufstellung in deren Sektor landet. Also bin ich mal etwas lockerer da hochgefahren - hat auch der ein oder andere Pirat neben mir bemerkt: "Moni, das sah aber noch entspannt aus!" Jo, und war optimal!!! Startplatz 79, Erste der Einzelstarterinnen, super im Start weggekommen, weder vorne Stau noch von hinten plattgefahren, hab ich gleich mal 4 Runden richtig Stoff gegeben - unter 30 Minuten. Gut geblufft beim Bergsprint, hab ich den gleich zu Beginn im echten Rennen länger ausgefahren - ich weiß ja, dass ich das trotz langer Renndauer lange machen kann, bevor ich in den regulären Verlauf wechsel. In Chemnitz hab ich das 8 Stunden lang gemacht und die Konkurrenz richtig geärgert, hier reichten 4 Runden, dann brach die Zweite ein. Kreislaufprobleme - der Klassiker bei Trainingsdefizit, zu schnellem Rennbeginn bei extrem heißen Temperaturen - wahrscheinlich im Rennstress noch das Trinken vergessen -zack Parkschein. Mir sollte es Recht sein, war meine Taktik von Anfang an.


In fast jeder Runde traf ich Sven auf seinem Quad: "Moni, Du fährst zu schnell, das hältst Du solo nicht durch!" Ich dachte nur - Sven, ich weiß, was ich hier tue - warte mal ab! ;-) Bei Dunkelheit hab dann in einen moderateren Rhythmus gewechselt - Rundenzeit so zwischen 30-34 Minuten dafür einfach nur versucht ständig zu fahren. Den Rest regelte jetzt die Kontinuität.


Zweimal musste ich einen Technikstopp machen: Schaltung nachstellen - kleine Gänge wollten nicht mehr - Kette verklemmte sich mehrfach hinter dem Kranz und ich musste absteigen - Bremse schliff. Im Dunkeln fahren, war hingegen wieder genau mein Ding. Da kann man super rein nach Körpergefühl fahren, da krieg ich nie einen Hänger (weiß nicht warum?) und man sieht nix - is manchmal besser so - gerade bergauf :P … da kriegt man mental keine Krise, weil man das Ende nicht am Horizont sieht! Schön rhythmisch fahren - geht nachts am Besten - super schnell geht sowieso nicht, weil man weniger sieht. Schnell hatten wir vor Dunkelheit ja schon produziert !!! Ich hatte Bock und um 2 Uhr nachts ging eine Runde nach der anderen wie von selbst. Die Party an der Strecke, war so unglaublich. Die ganze Nacht tobten die Anwohner und feuerten uns an:" Da kommt sie schon wieder - das ist heldenhaft - die fährt und fährt - Wahnsinn!" Mit Abklatschen bei Durchfahrt, La Ola-wellen und Rasseln - Kinder mit Wasserpistolen - bei der Hitze auf dem Rad eine willkommene Abkühlung. Alle hatten ihren Spass.


Sven besorgte mir dann in der Nacht noch einen Physiotherapeuten aus einem anderen Team, der mich so dreckig wie ich war super wieder herstellte. Schulterbehandlung *aua* - war schon richtig fies und eine Beinmassage mitten in der Wechselzone auf einem Biertisch - egal, war ein Traum und ich wie NEU - DANKE !!!


Es dämmerte, ich hatte Magenkneifen vom vielen Trinken, trotzdem blieb mir jeder Keks im Hals stecken - nichts ging mehr runter. Ich hatte Schiss zu wenig zu Essen, mehr Trinken, wär aber auch nicht gut gewesen. Dieser Moment der "richtigen Mischung" war gekommen - ich habs schlau, aber wie immer mit Qual, geregelt bekommen. Nach dem Rennen blieb mir sogar die Bratwurst im Hals stecken, so ausgetrocknet war ich!


Der absolute Totpunkt kam um 7 Uhr! Irgendwann musste er ja kommen. Gut, wenn man dann vorgearbeitet hatte. Regen und Gewitter zog auf. Jetzt einfach nur noch Fahren, Beine nicht zu hart belasten und kurze Pausen. Es war hell, ging ohne Licht und fast jeder Starter klopfte mir beim Vorbeifahren auf die Schulter oder zollte mir Respekt: "Hammer, was Du hier abziehst" - Ja, war ja auch Hammerevents :P !!! …im Fahrerlager guckten viele ungläubig….fährt die immer noch ?…um 8 Uhr überholte mich der Freund meiner direkten Konkurrentin: "Respekt, die Jana schläft, kannst ruhiger machen!" Kurzer Blick auf die Ergebnisse in der Wechselzone: 5 Runden Vorsprung - 2,5 Stunden, in 2 Stunden ist das Rennen beendet. Also erstmal stop, essen, etwas erholen und ein Piratenauto überbrücken. So ein Handy kann schon mal die Autobatterie kosten :D!!!

 

Und dann bin ich noch eine Panorama-Abschlußrunde gefahren - dachte: "Wow, Du bist über den Berg - hast "Berge versetzt auf dem Weg nach Barcelona" - jetzt hast Du sie bezwungen - immer an Dich geglaubt und Dein Ziel bis zuletzt nie aus den Augen verloren. Radevormwald war als Saisonhighlight und Comeback fiktiv geplant, der Erfolg stand vor Wochen und Monaten völlig in den Sternen und jetzt hatte ich das Ding gewonnen. Mit 21 Runden, 241,5 km Mountainbike, 2 Runden wären sogar noch drin gewesen - damit sogar 5. Platz bei den Einzelstartern der Männer von 25 insgesamt - HAGAKURE - Was für ein Comeback - einmal mehr selbst übertroffen! Einfach nur an sich glauben, dann kann man alles schaffen.


Ich hatte 6 Runden Vorsprung, wobei ich der Jana Respekt zollen muss, denn trotz Kreislauf hat sie noch 15 Runden auf der Strecke gepackt - das ist schon eine echte Leistung.


Duschen war ein Traum nach 14 Stunden Schweiß und Dreck - es juckte schon und dann folgte eine schöne Siegerehrung - war das echt so eine unglaubliche Leistung ?…soviel Zuspruch und Geklatsche wegen meiner Runden - Leadertrikot - letztes Jahr hatte ich ein tolles Krankenhaushemd an und war dort Leader der postoperativen Komplikationen. Krasser Vergleich!


Wer 14 Stunden Racen und Siegen kann, der kann wieder Mountainbiken - egal welchen Wettkampf. Ich bin zurück - endlich wieder … war eine lange Zeit, ich hatte nur ein Ziel und bin tatsächlich ein zweites Mal zurück - wenn auch mit Schäden an der Karrosserie - aber wenn ich jetzt nicht noch einmal aufplatze, wird 2015 eine ganz tolle Radsportsaison - vielleicht fahr ich ja auch 2014 noch einen Marathon - ist alles wieder möglich!


Danke an Sven Schreiber von Hammerevents - war ein Hammer - geiles Event, alle Piraten, die mich supportet haben - und natürlich an den geilsten Bikeklamottenausstatter der Welt PIRATE !!!

Night on Bike - Leader (y) !!!

 

Artikel Kreiszeitung Verden 22.07.14:

http://www.kreiszeitung.de/sport/lokalsport/kreis-verden/39-jaehrige-verdenerin-gewinnt-stunden-mountainbike-nachtrennen-3720995.html

 

Artikel RP-Online:

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/remscheid/sport/night-on-bike-kaum-abkuehlung-bei-der-hitzeschlacht-aid-1.4399712

12 Stunden Weltmeisterschaft in Weilheim

30.05.2014

Ich hatte den Renntermin völlig verwechselt. Stefan:"Na freust Du Dich schon auf die 12-h-WM?" Ich: "Ja, isja noch ein bisschen hin"….."Nö, wieso, ist Samstag!" - ACH DU SCHEISSE!!! Genau so! Das Problem war nicht der vergessene Termin, sondern die Anreise von über 5 Stunden in die Region Ammersee/ Bayern. Am Freitag hatte ich noch bis 16 Uhr mit den Dreharbeiten zur Besi&Friends Tour zu tun, konnte das Filmteam nicht mehr ausladen- wollte ich auch nicht- denn die Besi& Friends Tour liegt mir doch sehr am Herzen. Also um 16 Uhr direkt danach auf nach Weilheim.

 

Wenigstens kein Stau, kamen wir gegen 00:30 Uhr endlich an, räumten kurz das Material im Bus um und versuchten bis 6 Uhr noch etwas zu schlafen. Morgens dann *brrrr*, was kalt!

Das Beste: Keine warme Dusche vor Ort nur 20 Waschbecken für Zwerge mit kaltem Wasser - erinnerte irgendwie an Schneewittchen!  Komische Waschräume für einen Sportverein! Um 8 Uhr ging das Rennen auch schon los. Stefan legte zwei Runden vor, dann war ich dran…..hmm…erstmal richtig Scheiße über das Fahrerlager-Wiese- im Slalom bergauf *aua* gleich fette Beine. Dann weiter bergauf  Teerstraße die sich zooooog und oben angekommen Wurzeltrail. Kaum da raus, ging das in den nächsten vermatschten, mit Schlaglöchern und Wurzeln preparierten Trail, um dann eine krasse Schotterpiste nochmal Steil bergauf zu müssen. Anschließend wieder Wurzeltrail und dann so richtige Matsche- Reifen zu und Segeln lernen auf dem Bike. Ich dachte nur: "Hoffentlich geht das mit der Schulter gut!" Bergauf konnte ich nicht richtig am Lenker ziehen und fuhr einarmig hoch und musste alles aus den Beinen treten (sieht man schön auf den Bildern unten in der Galerie - der linke Arm hängt). Unterstützung durch Zug am Lenker unmöglich. Im Trail konnte ich nicht schnell über die Flut der Wurzeln fahren, aber auch mit verminderter Geschwindigkeit schlug es mir in die Schulter. Ich hatte echte Zweifel 12 Stunden durchzuhalten. Es half nur "Beißholz" und am besten immer nur eine Runde fahren. Stefan fuhr meist zwei und war auch super unterwegs - ganz fit ist er ja auch noch nicht nach seiner Auszeit vom letzten Jahr. Unser Zusammenspiel als Team lief super. Ohne viel Palaver im Wechsel waren wir uns schnell einig - Verständigung fast ohne Worte.

 

Gegen Nachmittag verkürzten wir auf jeder eine Runde. Anfangs kam ich schwer rein ins Rennen, aber jetzt kam ich langsam in Fahrt. Wenn andere langsam müde werden, wird Moni stets warm - das kennen wir ja schon. Zack, guckte Stefan blöd….1,5 Minuten schneller in der Runde, war er gar nicht so schnell in der Wechselzone und ich zog noch einmal durch. In den Pausen wälzte ich mich auf dem Boden, um ein Blockieren meiner überlasteten Schultermuskulatur zu vermeiden - sah Scheisse aus - half aber die nächste Runde durchzustehen. Schön ist was anderes, waren schon 12 Stunden Sado Maso, aber DURCHGEHALTEN! - das allein zählt.

 

Im zweier Mixed Bereich hatten wir sehr harte Konkurrenz, teilweise professionelle Teams am Start. Wir wurden mit 38 Runden Sechste und hatten damit in der Kategorie zwar die "rote Laterne" gewonnen, aber ein echt respektables Ergebnis gezaubert. Die Sieger hatten auch nur 41 Runden, einige 4èr Teams schafften keine 38. Hinzu kam mein Handycap und unser beider Trainingsrückstand. Das Rennen war für uns eine super Standortbestimmung, zugleich eine gute Möglichkeit uns weiter auf eine perfekte Teamarbeit einzuspielen. Die funktionierte  fast ohne Worte erstmals optimal und meine Rundenzeiten haben mich doch positiv überrascht. Ich konnte die Rundenzeiten stets konstant halten. Anfangs konnte ich wegen Schulterschmerzen den Schlammtrail nicht austaxieren und entschied mich ihn zu laufen, später als ich ihn fuhr schaffte ich 19èr Runden und lag damit ganz dicht an den Mädels der anderen 2èr Teams vor uns, die ohne Handycap fuhren. Stefan fuhr ähnlich konstant und resümierte anschließend, es wär auch noch etwas mehr drin gewesen, wenn er sich mehr getraut hätte.

 

Insgesamt ist das für uns eine herausragende Leistung und da ist ohne Trainingsrückstand und Handycap zukünftig noch viel mehr drin. Wir werden daran intensiv arbeiten und das Team PROWELL/ PIRATE noch erfolgreicher an den Start bringen. Über das Ergebnis freuen wir uns riesig - wir haben alles gegeben, uns zum Teil gequält und mit Handycap mehr geschafft als manch andere Teams. Und zum Schluss sei gesagt: "Wir hatten Spass dabei und ein schönes Wochenende auf dem Bike!" Was will man mehr - danke Weilheim!

Danke Frank Eggert für die schönen Fotos - Glückwunsch an Moni !!!

2. Platz 24-Stunden WM Bike on Fire - oder 16 Stunden support yourself!!!

11./12.05.2014

 

Die 24-Stunden WM Bike on Fire 2013, ursprünglicher Austragungsort in der stillgelegten Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg, nun Ersatzveranstaltung in Gut Matheshof in Rieden 2015. Alle 2013 gemeldeten Teams erhielten automatisch einen Startplatz - Startgebühr wurde nicht rückerstattet, also versuchten Stefan Bzdok - Prowell Germany - und ich unser Glück in der Kategorie zweier Mixed.

 

Was sich erst einmal einfach anhört, war für mich alles andere als das, denn es war überhaupt mein erstes Mountainbikerennen nach meinem Sturz beim Heavy24 in Chemnitz 2013. Vor 6 Wochen konnte ich den Arm vor Schmerzen immer noch nicht aufstützen. Mountainbike fahren ging überhaupt nicht. Mittels LNB Therapie finishte ich vor zwei Wochen den Weyher Duathlon auf dem 2. Platz, aber Rennradfahren und Laufen ist dann doch noch etwas anderes und 24 Stunden Rennbelastung in schwerstem Gelände ist dann noch eine Nummer härter. Würde die Schulter das aushalten? Stefan freute sich so sehr endlich mit mir starten zu können und meinte nur, egal, mal schauen was geht und Spass haben.

 

Wir wollten auf jedes Mistwetter vorbereitet sein und liehen uns einen Ford Transit beim Autohaus Bolluck in Goslar, packten Wechselklamotten ein soviel es ging, mehrere Regenjacken, mobilen Hochdruckreiniger, Gummistiefel und das war auch gut so. Nichts ist schlimmer bei so einem Rennen als abzusaufen und zu frieren! Und die Erfahrungen der letzten Jahre sollten einmal mehr zutreffen - es folgte die Sintflut in Rieden, aber dazu später mehr!

 

Die Location, ein großes Gestüt, war eigentlich optimal für so eine Veranstaltung. Riesen Gelände mit Wiese und Wald umher, top Sanitäranlagen und Logistikbedingungen. Wir waren schon Freitag früh angereist. Kurzes Geburtstagsfrühstück in Goslar mit Stefans Frau Lisa und ihrer netten Freundin - danke, dass Du auf Stefan an Deinem großen Tag verzichtet hast; er hat Dir ein schönes Ergebnis geschenkt! Anschließend 4,5 h Stunden nach Rieden weiter gefahren, dort als erste eingecheckt und in Ruhe das Lager aufgebaut - direkt an der Wechselzone - besser geht nicht. Bis dahin war das Wetter erstaunlich trocken und warm.

 

Am Abend fuhren wir dann eine Runde der Rennstrecke ab. Es ging über Wiese mit zum Teil hübschen Schlaglöchern in schnellen Abfahrten (super für meine Schulter….*aua*..) in enge Techniktrails mit zum Teil krassen Wurzelpassagen. Eine Runde 90 hm, aber auch wenig Passagen zum Erholen. An einer Stelle war es bereits so matschig, dass unsere Reifen völlig im Schlamm durchdrehten. Die Räder sahen nach einer Runde wie Sau aus - Bikewash erforderlich und Reifenwechsel auf stärkeres Profil. So bastelten wir den Abend noch am Material und grillten uns noch hungrig eine Wurst, bevor wir ein letztes Mal schlafen gingen.

 

Am nächsten Morgen immer noch trocken und warm, gings zum Frühstück ins Restaurant Gut Matheshof. Mein lieber Veranstalter: 7,50 Euro für ein echt lieblos hingeschissenes Kantinenfrühstück - da hätte man sicherlich mehr draus machen können. Absolut nicht zu empfehlen! Dann ging alles recht schnell. Rein in die Bikeklamotten, letzte Vorbereitungen, Stefan rollte sich schon warm, ich ging zur Teamleiterbesprechung. Und dort stellte man fest: Es gibt keinen Bike-Service ….ahaaaa…ein 24 Stunden-Rennen am Arsch der Welt und nirgends Bike-Service, na das kann ja interessant werden…wurde es auch ;-( !!!


Stefan überließ ich um 12 Uhr den Start. Erstens fährt er schneller und zweitens hatte ich keine Lust auf Sturzrisiko im nervösen Starterfeld. Wir fuhren zu Anfang mit erhöhtem Druck, um einen anständigen Vorsprung mit in die Nacht nehmen zu können, was uns auch gelang. Nach ein paar Wechseln kam ich in mein altbewährtes "Uhrwerkfahren" rein - Stefan war ganz erstaunt, dass ich in einer Stunde 4 statt 3 Runden fuhr - ich ehrlich gesagt auch, aber es lief trotz Trainingsdefizit und Verletzung außerordenlich gut.Wir übernahmen sofort die Führung und bauten sie immer weiter aus.

Zwischendurch meldete sich meine Schulter zu Wort und ich suchte die Rennmassage auf. Hier hatte ich echt Glück. Die beiden waren vollwertige Physiotherapeuten aus verschiedenen Praxen in München, die sich ein Taschengeld dazu verdienten. Meinen überlasteten Schlüsselbeinmuskel lockerten sie mit ein paar Handgriffen und mittels Kinesiotape hielt die Schulter dann auch das gesamte Rennen durch. Danke!

 

Um ca. 18 Uhr stellte ich im Wechsel fest, dass mein Schaltzug am Umwerfer abgerissen war und auf der letzten Klemmung hing. Ich suchte verzweifelt einen Mechaniker im gesamten Fahrerlager - Fehlanzeige. Werkzeug und Zug hatten wir ja dabei, Stefan hätte ihn auch wechseln können, nur dann wär keiner mehr von uns gefahren. Also suchte ich die Moderation auf und bat um Ausruf. Sehr nett, der Knallkopp diskutierte mit mir drüber, dass ich doch im Fahrerlager selber suchen sollte. Hat mich nochmal 10 Minuten Pallaver gekostet, bis er es endlich tat. Es stellte sich ein Mechaniker vom Nachbarteam zur Verfügung, nur fanden wir den Schaltzug nicht in Stefans Werkzeugkiste. Zum Glück konnten wir den Zug noch so fixieren, dass er bis zum vorzeitigen Ende des Rennens tatsächlich hielt.

 

Stefan hatte wegen der Scheisse ein paar Runden mehr drehen müssen, ich hatte nicht einmal etwas gegessen…..super…ich musste dann im Rennen kurz an der Verpflegung stoppen und Flasche auffüllen und essen. Optimal ist was anderes. Uuuund es kam noch besser, es trat heftiger Dauerregen ein…..na bravo…ich hab schon viel erlebt…ich hatte schon einige 24-h-Rennabbrüche wegen Wetter, aber sowas erlebte ich nun auch zum ersten Mal.

Alles unter Wasser. Wechselklamotten brauchte man nicht mehr viel. Nur Hose, Aktivunterhemd und Regenjacke. 500m und man war durch. Der Schlamm spritze von oben bis unten, einige Trails nicht mehr befahrbar, Abfahrten auf Wiese hochgefährlich, Schaltungen versagten, die Fahrer waren in der Wechselzone kaum zu erkennen. Oft wurde gerufen, ob der korrekte Wechselpartner nun da sei. Das Rennen entwickelte sich ohne Betreuer zum Kraftakt. Nach jedem Wechsel Bikewash am anderen Ende des Geländes, Duschen, Umziehen - oft war keine Erholungspause drin - Essen fand bei mir oft nur noch statt beim Warten im Wechsel auf Stefan oder im Rundendurchlauf, was Zeit kostete. Die Duschen waren nach kurzer Zeit ausser Funktion oder vom Schlamm völlig verstopft. Logo stellten sich die Teilnehmer mit verschlammten Sachen drunter bis alles verstopfte. Niemand kümmerte sich um das Problem. Oft stand man in einer Dusche und stellte nass mit Schlamm am Leib fest, dass sie nicht funktionierte. Also halbnackt durch die kalte Reithalle zur nächsten. Dass ich mir dabei keine Erkältung zugezogen habe, grenzt an ein Wunder.

 

Dennoch fuhren wir ohne jegliche Unterstützung und Betreuung noch so starke Rundenzeiten. Unser Konkurrenzteam hatte gleich 3 Betreuer dabei und brauchte sich um rein gar nichts kümmern - alles war bereit. Um 00:00 Uhr wurde der Parcours immer unbefahrbarer. Es ging im Dunkeln über schlammverwüstete Wurzeltrails, bergauf rutschten die Räder im Schlamm durch, die Schaltung versagte bei vielen, man sah kaum noch etwas trotz Beleuchtung am Rad, weil Wasser und Schlamm bei hoher Geschwindigkeit in die Augen spritze . Gegen 3 Uhr befand ich mich in einem längeren Part, weil Stefan eine längere Pause brauchte. Nach 2 Runden versagte meine Schaltung. Ich kam keinen Berg mehr hinauf. Dauernd Kettenklemmer. Die Kette schepperte nur noch und verklemmte sich selbst im Trail. Dauernd anhalten, im Schlamm laufen.

 

Aufgrund der Streckenverhältnisse begann der Veranstalter Abschnitte zu sperren - dummer Weise immer direkt hinter uns - so dass unser Konkurrenzteam die neue verkürzte Strecke nutzen konnte und wir noch einmal komplett durch die große Schlammrunde mussten. Zack, waren 2 Runden Vorsprung einfach weg - DANKE - stundenlang den Arsch aufgerissen, das deutlich stärkere Team und jetzt das !!! ;-(

 

Nach 5 Runden sah ich Stefan noch ohne Bike in der Wechselzone laufen und brüllte:" Stefan noch eine, sonst platz ich, die Schaltung geht nicht".Und nochmal in die Pampe…in der Runde ging überhaupt nix mehr, mehr gelaufen als gefahren, kam ich in der Wechselzone an - kein Stefan. Ich hörte nur wie er aus unserem Zelt brüllte: "Komm her!" Stefan hatte einen satten Kettendefekt, zwar sonst alles mögliche an Ersatzteilen dabei, aber keine komplette Kette - na bravo! Mangels Bike- Service hatte er sich von einem anderen Team von einem Rad derer eine gebrauchte Kette abmontiert und bezahlt - war nun dabei das Ding zu montieren. War noch nass und verdeckt und völlig im Eimer. Wir entschieden aufgrund des Doppeldefektes, dass er erstmal sein Rad reparierte, ich meins zur Bikewash brachte und er dann meine Schaltung wieder herstellte. Fahren konnten wir so ja beide nicht mehr, wir sahen aber auch keinen Sinn mehr uns weiter so zu quälen. Der Rundenverlust war das eine, die Bedingungen das andere. Erkältung und Sturz brauchten wir beide nicht….wir spielten mit dem Gedanken vorerst in den Sack zu hauen.

 

Als Stefan da so schraubte, ging ich mich duschen, wollte uns dann etwas Warmes zu Essen besorgen, aber es gab nix mehr *pffff*….aber ich hörte, dass bereits Teilnehmer mit dem Veranstalter über einen Rennabbruch diskutierten - es waren sage und schreibe nur noch 22 Teilnehmer freiwillig im Rennen, andere schliefen oder packten ihre Sachen und fuhren noch in der Nacht heim. Ich sprach das Problem mit den Duschen an der Verpflegung an. Dort teilte man mir mit, man würde sich kümmern, eigentlich sei ein Mitarbeiter des Guts dafür verantwortlich. Leute, wer ist hier Veranstalter? Kann nicht sein, dass da nicht mal einer nach dem rechten schaut - zudem waren die Duschen auch morgens um 8 in dem gleichen Zustand.

 

Nach 16 Stunden wurde seitens des Veranstalters das Rennen vorzeitig abgebrochen. Der Ergebnisstand bis dahin war das gültige Endergebnis und die Siegerehrung sollte um 9 Uhr stattfinden. 2. Platz - Stefan hatte einen richtigen Hals wegen dem Rundenbeschiss und den Bedingungen, ließ sich auch erstmal nicht beruhigen, dass das für uns ein sensationelles Rennergebnis war unter all den Widrigkeiten.

 

Nach der Siegerehrung zeigten sich die Ersten äußerst fair und sportlich und zollten uns erheblichen Respekt - auch hier war man der Meinung, dass eigentlich wir die verdienten Sieger gewesen wären.

 

Das es tatsächlich eine überragende Fahrleistung von uns beiden war, zeigte sich auch im Vergleich zum Endergebnis der Kategorie Zweier Team männlich - Rundengleichstand: 51 Runden !!!

 

Noch wichtiger: ICH KANN ES WIEDER !!!

 

Danke an unsere lieben Nachbarn im Fahrerlager…die Welt ist so klein…Bundespolizei sowie auch Pirate - Ihr habt uns im Rahmen Eurer Möglichkeiten noch super unterstützt. Ich hoffe wir sehen uns irgendwo mal wieder!

 

Und Stefan - wir beide sind ein super schnelles Team - da geht sicher noch viel mehr. Mir hat es richtig Spass gemacht und dieses Rennen mit den Bedingungen war ein wirklich guter Härtetest für eine Teampremiere, menschlich wie auch sportlich - danke Dir !!! Ich freu mich auf den nächsten gemeinsamen Start.

 

Danke auch an das Team Prowell Germany  für die mentale Unterstützung während des Rennens und die Berichterstattung

Andre Döring, dessen Startplatz Stefan übernommen hatte und der uns mit Renninformationen aus "Raceresults" via Facebook versorgte. Danke auch an das Autohaus Bolluck in Goslar für den Transporter zu Sonderkonditonen

 

Wir sind in jedem Fall Weltmeister in der Kategorie "Support yourself when shit happens" !!!

 

Siehe auch:

http://www.prowell-germany.com/rennberichte/453-24-stunden-wm-bike-on-fire-–-gut-matheshof-stefan

 

Heavy 24 Chemnitz - das Worst-Case-Szenario am Stausee

 21./22.06.2013

 

Heavy 24 Chemnitz - wurde heftiger als erwartet -irgendwie heavy halt.

 

Eigentlich als Zweier Mixed mit Andre geplant, der leider aus familiären Gründen keine weiteren 24 Stunden Rennen fährt, erfolgte die kurzfristige Ummeldung auf Einzelstarterin, weil nirgends adäquater Ersatz zu finden war. O.K. - Startplatz verfallen lassen is auch blöd, wollte ich immer schon mal fahren und Einzelstarterin war auch wieder so ein Rookie-experiment, wie zuvor der erste Triathlon und Four Peaks. Es reizte mich auch einfach Mal an diese "Selbstzerstörungsnummer" heranzugehen - dass es noch eine echte würde, hätt ich so nicht gedacht...

 

Stefan und Rapha vom Prowell Team Harzblut und mein "alter Freund und Pechvogel" Ralph vom Schließer Bike Team luden mich kurzfristig in ihre Renngemeinschaft ein - Stefan und Ralph als flotter Zweier und Rapha als Supporter.

 

Ich hatte keine Ahnung wie ich in 24 h tatsächlich viele Kilometer mache - 24 h sind verdammt lang. Die Strecke war äußerst anspruchsvoll - schnelle und harte Trailabfahrten - brutal sturzträchtig, zumal die schnelleren 4èr und 8`ter Teams teils rücksichtslos an engen und gefährlichen Stellen mit 50 Sachen überholten.

 

Auf jeden Fall fuhr ich anfangs zu schnell los...was aber nach 2 Stunden auch ganz klar von Vorteil für das spätere Ergebnis war. Nach 2 Stunden funktionierte vorn irgendwie das Schalten nicht mehr auf dem mittleren und kleinen Blatt....es "schrammelte" nur noch, nix ging. Den langen "Kaugummianstiegstrail" musste ich auf dem großen Blatt hoch - what the fuck....? .... hä, die ganze Kette schwimmt ja und eiert...was isn das? Also Zwangsstopp beim Bike Service und die guckten genauso blöde wie ich: Es fehlten 2 Schrauben in der Kurbel und 2 waren komplett lose...etwas weiter und mir wären alle 3 Kettenblätter vorn um die Ohren geflogen. Wie kriegt man denn sowas hin? ....:P...tja, 20 Minuten Reparaturzeit - eine Runde futsch - umsonst der rausgefahrene Vorsprung - ganz toll !!!

 

Also wieder etwas Gas geben und aufholen. Immerhin war ich noch Erste. Nach 5,5 Stunden kam das erste echte Loch. Rapha leistete mir vorbildlichen Support direkt an der Strecke - füllte meine Flaschen auf, besorgte Nudeln...war fast immer da - ohne ihn hätt ich bei der Konkurrenz so überhaupt nicht durchfahren können. Ich schoss mir einen Energy Drink rein und weiter. Die erste etwas längere Pause (30 Min) verbrachte ich mit Duschen - ich sah dermaßen aus wie Sau, dass ich einmal komplett duschen und Klamotten wechseln musste - ausserdem musste Licht ans Rad. Stefan meinte, wenn Du die Nacht überstanden hast, dann isses fast vorbei - die ist am schlimmsten. Gesagt getan - die verfluchte Nacht zog sich. 4 Runden, Essen, 4 Runden, Essen....irgendwann um 2 Uhr war das große Loch da. Eine Stunde Pause - Kaffee mit Stefan - irgendwie hat der mich immer wieder zum Weiterfahren motiviert. So stieg ich wieder aufs Rad und fuhr in den Sonnenaufgang. Die Trails fuhr ich extra langsamer - zu sturzträchtig mit Lampe. Aber nachts fahren, kann ich eigentlich gut.

 

Ralph der Pechvogel war schwer gestürzt - das zweier Mixed ausser Gefecht - schade, die zwei lagen auf Rang 3. Viel schlimmer die Schwere des Sturzes: bei hoher Geschwindigkeit auf den Kopf, Helm zerstört, Filmriss, Platzwunden, die genäht werden mussten - Arztaussage: ohne Helm wär er tot!  Stefan in Sorge wie wir alle und im Stress...wie jetzt ins Krankenhaus - keiner wusste wie schlimm es wirklich ist. Während Stefan ins Krankenhaus fuhr, rollte ich weiter Ruden...booaah...immer noch 6 Stunden Fahrzeit...

 

Gegen 8 Uhr war Stefan aus dem Krankenhaus zurück, es sei ein schlimmer Sturz, Saisonende, er sähe fürchterlich aus...mehrfach am Kopf genäht, am ganzen Körper Pizza und Prellung...ich hatte wieder einen Totpunkt...Stefan:" Ich fahr jetzt mit Dir, sitz hier sowieso nur rum...bis Ralph sich wieder meldet"....und so hatte ich einen super Tempomaten für 4 Runden, in denen es plötzlich wieder lief. Stefan musste aber wieder los - Anruf aus dem Krankenhaus....hmm, wenn ich jetzt einfach nur durchfahre und das Hirn ausschalte, sicher ich mir den 2. Platz, selbst wenn ich 1 Stunde vor Rennende noch in den Sack hauen würde....allerdings war das sooo nicht gedacht...ich weiß auch nicht, aber Stefan hatte mir wieder Leben eingehaucht und so rollte ich Runde für Runde in garnicht mal so schlechten Zeiten...ich hätte noch 1-2 Runden produziert, wär mir nicht in der Trailabfahrt undefinierbar das Vorderrad bei über 50 km/h weggerutscht und hätte sich quergestellt. Folge: Sturz über den Lenker und anders als Ralph rammte ich mir nicht den Kopf, sondern die linke Schulter in den Boden. Ich wusste gleich, das war nicht gut. War leicht benommen, wollte aufstehen, als dieser oberüble Schmerz kam - Schwindel - 1. Filmriss - peng! Zwei andere Teilnehmer wollten mir helfen, dass die runterballernden Vollpfosten mich nicht auch noch überfahren, griffen mir unter die Arme - Schmerz - 2. Filmriss - peng....danke Jungs, dass Ihr mir geholfen habt, während die anderen Knallköppe sogar fast den Arzt und Sani noch platt gefahren hätten. Tut mir Leid, dass ich im Weg lag, aber Notfall geht wohl vor "leichten" Zeitverlust - soviel mal dazu.

 

Der Ort meines Absturzes lag so beschissen, dass kein RTW anfahren konnte....laufen ging nicht wegen Filmrissen - also wurde ich von 3 Sanis einen heftigen Treppenabgang runtergeschleppt. Bis dann der RTW anrollte zu dem Waldparkplatz dauerte es nochmal ewig. Der Renndoc guckte einmal : Schlüsselbein durch - na bravo !! Dann kam ich in die zentrale Notaufnahme in Chemnitz wie 11 weitere Verletzte der Heavy auch. Da guckte man einmal: "Da is alles Schrott"....nette Bezeichnung. Ich war total im Arsch...dehydriert, nassgeschwitzt und verdreckt, Hunger und völlig übermüdet und ausgepowert. Dass ich als Frau allein 24 Stunden durchfuhr, haben die bis heute nicht geschnallt.

 

Um 19:00 Uhr befand ich mich im Küchwaldkrankenhaus Chemnitz....erinnerte mich in Ausstattung, Umgangston und den Mahlzeiten stark an sozialistische Zeiten. Dort schilderte ich, dass ich dringend was essen und trinken müsse, ich sei schließlich 24 Stunden durchgefahren. Ich bekam eine "Schnitte" und 1 Glas Wasser - sauber!

 

Währenddessen spielte sich am Stausee ein totales Chaos ab. Wir alle hatten nur über FB kommuniziert. Telefonnummern nicht ausgetauscht. Ich kam nicht mehr im Ziel an und Stefan und Rapha erfuhren wieso. Mein Autoschlüssel nicht auffindbar - der war im Krankenhaus. Ich selber konnte meinen Schatzi nicht anrufen, weil er gerade erst seine Telefonnummer gewechselt hatte - die ich im Handy abgespeichert hatte, aber nicht im Hirn. Also rief ich die Bundespolizeiinspektion Bremen an mit der Bitte ihn zu informieren. Am Stausee suchte man verzweifelt überall meinen Autoschlüssel und fand am Ende mein Handy mit Restakkulaufzeit. In seiner Verzweiflung setzte Stefan auf FB den Notruf ab: "Wer Monika Reker kennt, soll folgende Nummer anrufen..." Gegen 20:00 Uhr trafen dann alle bei mir im Krankenhaus ein. Stefan völlig fertig und übermüdet, blieb um kurz die Augen zu schließen, schließlich musste er noch nach Goslar fahren und Peter holte mein Auto vom Stausee ins Krankenhausparkdeck und brachte mir Sachen u.a. auch meine Preise für den dennoch erreichten 2. Platz trotz Sturz. Danke Rapha, dass Du für mich zur Siegerehrung warst! Anschließend fuhren die Jungs heim....waren um 2 Uhr im Bett.

 

Weil ich am nächsten Morgen immer noch wie Sau aussah...36 h so gut wie nicht geduscht...Sand und Blätter in meinem Krankenbett, bat ich zu duschen. Völlig dehydriert und ausgehungert sackte mir jedoch der Kreislauf komplett weg: "Ihr Blut sei zu dick"...aha...ganz schlau, wär ich unter den Umständen nie drauf gekommen. Ich bekam ein opulentes Frühstücksmahl zur Kräftigung: 3 Scheiben pappiges, weißes Toastbrot, eine Scheibe Käse und Wurst - dazu ein Kaffee....ooooooh man - immer noch nix verstanden: 24 Stunden Radfahren!!! Ich durfte nicht mehr aufstehen wegen Kreislaufversagen bekam aber weder was zu trinken noch ausreichend zu essen. Letzter Ausweg aus dieser Anstalt: ADAC Transport. Der sollte schon am nächsten Tag statt finden und um da nicht auch wieder aus den Latschen zu kippen, musste ein oppulentes Mahl her....Joeys Pizzaservice:" Isn Notfall - geht um Leben und tot - Küchwaldklinik"....war denen ein Begriff und nur 15 Minuten später gabs Pizza und Salat - danach war ich wieder am Leben. Duschen - o.k. - krieg ich auch alleine hin und am nächsten Morgen pünktlich um 10 Uhr stand der ADAC Krankenwagen vor der Tür. Gott sei dank. Die wollten mir allen Ernstes noch was zu Essen mitgeben :P - hab dankend abgewunken mit dem Hinweis: Es gibt Autobahnrasthöfe :D ! .. ja und da gab es geile Frikadellenbrötchen hmmm!

 

Die Schmerzen hingegen wurden immer unerträglicher - 3 Tage mit einem Schlüsselbeinbruch, aber der Klinikwechsel war die einzig richtige Entscheidung. Ein Gegensatz von "Sozialismus zur Moderne"....unglaublich. Das Schlüsselbein war so zertrümmert, dass ich 5 h "weg war" ...da waren doch mehr Einzelteile als erwartet vorhanden, die Metallschiene somit länger als normal - 6 Schrauben: Ein bisschen Vodoo und ich bin froh, dass es den ADAC gibt. Mein Auto haben die auch abgeholt. Eine Versicherung, die ich für solche Notfälle ausdrücklich weiter empfehle.

 

Zum Abschluss möchte ich mich bei folgenden Leuten ganz herzlich für die Hilfe und Unterstützung in meiner Notlage bedanken:

 

Der Rennorganisation Heavy 24 Chemnitz

 

den Sanitätern, dem Rennarzt und allen Helfern am Unfallort

 

Peter Rose/ Team Schließer Bike für das Packen meines Autos

 

Raphael Klann/ Prowell Team Harzblut für den Rennsupport, den Empfang meiner Preise auf der Siegerehrung und dem Krankenbesuch.

 

Und ganz besonders, weil nicht selbstverständlich:

 

Stefan Bdzok/ Prowell Team Harzblut für den Rennsupport, die Organisation meine Sachen zu packen - mein Auto zu sichern und Kontakt zu meinen Angehörigen herzustellen - trotz völliger Übermüdung und zeitgleicher Versorgung von Ralph Gerlach, auch schwer gestürzt im Rennen.

 

Obwohl wir uns erst kurz kennen, hat uns dieses Wochenende freundschaftlich stark zusammengeschweißt - ich hoffe wir racen bald wieder zusammen, aber ohne ein solches Chaos - DANKE!

 

Bilder:

 

 http://www.bike-stefan.de/picasa-pics/?album=Heavy24hRennenChemnitz2223062013

Bike Four Peaks 2013 - Hagakure -

" Gleichzeitig sagte mir mein Herz, dass ich dafür belohnt worden bin,

dass ich beharrlich gekämpft und nicht aufgegeben habe."

 

                                                              (Paulo Coelho - Der Sieger bleibt allein)

 

04.06.-08.06.2013

Ich wollte immer schon die Transgermany fahren - leider wurde daraus nichts, weil ich 2005 schwer krank wurde .... nie wieder Rennen fahren sollte, schon gar nicht dieser Kategorie. Damals hab ich mich gefragt, warum ich es immer aufgeschoben habe - heute weiß ich, dass es ein großer Fehler war. 8 Jahre danach, hab ich es getan - 3 Jahre trainiert und mich vorbereitet und dann am Sonntag vor der Anreise die Internetmitteilung des Veranstalters: Die Veranstaltung sei gefährdet wegen Überflutung durch die starken Regenfälle - in vielen Etappenorten Katastrophenalarm ...sie stünde kurz vor der Absage ...nach so vielen scheinbar unüberwindbaren Hindernissen in all den Jahren so kurz vor dem Ziel auch das noch ... meine Stimmung auf dem Nullpunkt!

Am Montagmorgen warteten Andre und ich auf einen weiteren Hinweis auf der Webside des Veranstalters  - eigentlich sollten wir schon 3 Stunden auf der Autobahn sein. Um 12:00 Uhr erreichte ich die Eventagentur in Hamburg endlich telefonisch:" Fahren sie los, es wird aller Voraussicht nach stattfinden. In Lofer sei ein Erdrutsch gewesen, aber man würde Streckenänderungen vornehmen. Die Mitarbeiter der Agentur aus Hamburg würden auch erst heute Nachmittag in Hamburg losfahren." So fuhr ich nach Hildesheim zu Andre, wo wir um 13:30 Uhr Richtung Ruhpolding aufbrachen. Auf der Autobahn trafen wir tatsächlich Ley Events - o.k., die kommen auch, dann könnte es ja doch noch stattfinden. Die A 8 vor Ruhpolding war komplett überflutet, die Ausweichstrecke aber auch nicht gerade trocken - 5 C und Dauerregen, wir rechneten mit dem Schlimmsten als wir um 22:30 Uhr im völlig verregneten Ruhpolding ankamen.

Dienstag 04.06.2013
Wir holten unsere Startunterlagen ab und rollten 1,5 h flach im Tal in Beinlingen, Regenjacken und Neoprenüberschuhen - 9 C Regen! Warm ist was anderes und wie Rennen fahren in den Klamotten ??? Einige Teilnehmer waren tatsächlich nicht angereist, örtliche meldeten in größerer Zahl nach. Bei der Pasta Party erfuhren wir, dass Streckenänderungen geplant seien, die überschwemmten Orte aber alles versuchen würden, um das Rennen durchzuführen.

Mittwoch 05.06.2013
1. Etappe: Ruhpolding - Lofer/ 68,73 km/ 1900 hm

Andre musste im Block C starten, mich hatte man in B einsortiert. Wir waren zu spät im Startblock, wodurch wir auch recht weit hinten standen. Wetter super sonnig, wer hätte das geglaubt !!! Die ersten 20 km wurde neutralisiert auf Asphalt gefahren, jedoch hatten einige Starter eher im Sinn sich nach vorn durchzuboxen. Das in einem nervösen 750 Starter großen Feld mit Führungsfahrzeug bei 20 km/h absolut gefährlich. So kam es zu Unfällen und ersten Ausfällen. Nach 20 km standen wir im Stau. Die Wiese hoch mit so vielen Leuten - keine Chance....der zweite Trail das gleiche, nur dass auch noch die Red Marschalls mit ihren Motorrädern mit drin standen und rückwärts wieder raus wollten...! Bergwertung unter den Top 15 der Damen lief die erste Etappe gut an und endete mit dem 20. Platz im Einlauf, womit ich nicht im Ansatz gerechnet hatte bei der int. Profikonkurrenz und 60 weiblichen Startern. Mittelfeld wär schon super gewesen! Die Räder sahen aus wie Sau - Bike-Wash mit Feuerwehrschläuchen war nicht so der Bringer - da wurde nicht nur das Bike komplett nass ;-)

Donnerstag 06.06.2013
2. Etappe: Lofer - Kirchberg / 75,35 km / 2514 hm

Wieder zu spät im Block - ganz weit hinten...erste Teilnehmerausfälle durch Magen-/ Darminfektionen .. alles Teilnehmer, die Leitungswasser in die Trinkflaschen gefüllt hatten?....Die Flutkatastrophe hatte das Trinkwasser verunreinigt - Andre und ich waren so schlau am Vortag Wasser auf der Tankstelle gekauft zu haben. Die Etappe deutlich härter als am Vortag - insbesondere der Anstieg auf den 2000èr ... Schieben wurde zum neuen Sport nicht nur bergauf, sondern auch bergab - ja, man ließ uns den berühmten UCI Trail nach Kirchberg runterfahren. Der ist trocken schon eher was für Enduroräder, aber nicht für Hardtails - so verschlammt wie er an dem Tag war, hieß es runterkraxeln und selbst das wurde zur Tortour. Mal schnell in 30 Min ins Tal -Fehlanzeige. Andre versuchte erst zu fahren, überschlug sich dann einmal satt und zog dann auch Laufen vor. Zum Trost sei gesagt, auch die Profis fuhren längst nicht alle da runter, es sei denn sie wechselten das Rad zuvor. Wir hatten aber nur eins dabei! Völlig fertig und verdreckt im Ziel - Bike-Wash mit Hochdruck (*aua* mein Rad....;-(...) und zur Massage...20. Platz - WOW - !

Freitag 07.06.2013
3. Etappe: Kirchberg - Kaprun / 82,12 km / 2440 hm - Königsetappe

Die schwerste und längste Etappe der Four Peaks. Ehemalige Transgermanyfinisher äußerten sich, dass Four Peaks deutlich härter sei als die Transgermany - mir war am Start schon übel - etwas angematscht und nervös zappelte ich im Startblock lange 45 Minuten herum bis endlich die Erlösung kam bzw. die Tortour begann. Der erste Berg die Hölle...2000èr...übernommene Transalpetappe..."Ihr werdet fahren bis ihr laufen müsst - ALLE!" ...ja, kam sogar noch besser: Stufen die so hoch waren, dass ich mein Bike nicht hinaufheben konnte mit 1,60m Körpergröße. Ich dachte ich sterbe...ab der 3. Stufe halfen mir 2 Dänen mit dem Rad...anschließend kilometerlanges Schieben in 50 cm Schneedecke in unendlichen Serpentinen. Es sah aus, wie ein Treck auf einer Himalaya - Expedition. Oben im Schnee war ich teilweise so fertig, dass ich dachte, ich schaffe den Rest der Etappe nicht mehr, aber beim Blick in die Berge kam mir der Gedanke, dass 5 Jahre Krankheit ein längerer und härterer Kampf war, als diese viertägige Abenteuerreise, von der ich schon mehr als die Hälfte geschafft hatte.
 Ich versuchte nicht zu hart zu fahren, am Ende kam noch mal der "Maiskogel" mit 10 km Anstieg und ich wollte ein Überzocken schon vorher vermeiden. Die Abfahrt wieder einer dieser tollen Trails...Laufen...*kotz*...nach Vollgas durchs Tal mit Windschatten-fahren hinter der Irin, setzte ich mich am "Popcornberg"  deutlich ab, überholte auch die Österreicherin...laut Roadbook km 72 höchster Punkt Maiskogel - what the hell ??? - ganze 3 km mehr waren es - na sauber - Roadbook fehlerhaft. Die Sonne brannte, die ersten plagten sich mit Krämpfen. Die Abfahrt nach Kaprun wieder ein Trail, fahrbar, aber nichts für schwache Nerven: 1 Fahrfehler und 500 m Absturz - ich ging kein Risiko ein. Andre brach der Sattel im Trail - er konnte aber ohne Probleme das Ziel erreichen. Viel Sitzen ging in dem Streckenabschnitt generell nicht. 21. Platz - huch ? - unendliche 5:58h J Über die Massage meiner Waden möchte ich hier nicht reden -waren Schmerzen wie Presswehen mit Ein- und Ausatmen - kaum auszuhalten - das bergauf und -ab Gelaufe war gar nicht gut...:P

Samstag 08.06.2013
Zieletappe: Kaprun - Neukirchen / 74,07 km / 1804 hm

Andre hatte es endlich raus, wieso die 5 Damen vor mir am Berg stets schwächelten, ich vorfuhr und dann waren die doch wieder vor mir ??? Lösung: Alle 10 km eine Flasche aus Betreuungsfahrzeugen. Rocky Mountain wechselte von Hardtails auf Fullys aus Carbon und ich ruderte mit Alu Hardtail und 3 Litern Wasser im Camelbag hinterher - musste bei der Verpflegung am Wassertank anstehen - O.K. - einfach kann ja jeder! Es ging total flach los, dann kam wieder so einer Sado-Maso Nummer mit bergauf Laufen mind. 30 Min durch diesen fiesen Wald - gut für die Waden - der Leader hatte einen Platten und zockelte mit uns durch den Trail - die Rocky Mountain Mädels ließen sich von einem Fahrer den Weg bereiten, der mich ständig hinderte vorbei zu fahren - ey, macht, was ihr wollt - ich will nur ankommen! Der letzte Anstieg Wildkogel wurde abgeändert, weil auf dem Gipfel zuviel Schnee lag. Somit mussten wir 2 km mehr fahren und natürlich gingen die hoch!! 38 C Hitze auf dem Anstieg - sengende Sonne - standen wir wie die Eimer den Berg hoch - es gab niemanden, der nicht Kontakt zu "Mutti" hatte - an einem Bergbauerhof schütteten die Anwohner Wasser aus Schläuchen aus - ich kippte mir den ganzen Becher ins Trikot - kurze Kühlung. Die Abfahrt wieder ein nicht befahrbarer Trail. Nachdem ich mich in einer Kurve überschlug und auf die Schulter fiel, zog ich wieder Laufen vor...ich sah ein Rad in einem Baum hängen und den Fahrer an einer Hand am Abgrund...manchmal ist Laufen besser. Nach 4:20 h rollte ich über die Ziellinie, konnte mir den 20. Rang in der Gesamtwertung sichern ... ich wollte nur ankommen und dann schaff ich das vordere Drittel - geil ;-)! Bei der Verleihung vom Finishertrikot dann auch noch von der Rennleitung gesagt zu bekommen: "Echt starke Amateurleistung" ... hat mich dann doch etwas stolz werden lassen - aber viel wichtiger: Ich bin sie gefahren - ich kann es und werde dieses Erlebnis NIE vergessen. 2005 hatte ich mit einer solchen Teilnahme innerlich abgeschlossen - 2013 habe ich es möglich gemacht.

Ergebnis:
Fahrzeit gesamt: 19:58 h                  20. Platz Damen

Hagakure - Mission erfüllt !

Deutsche 24 Stunden Meisterschaft 2013 oder auch "Land unter am Alfsee"

25/26.05.2013

 

Es stand das erste 24-Stunden Rennen für Andre und mich auf dem Plan und das war zugleich die offizielle Deutsche Meisterschaft. Die ganze Woche zuvor hatte es bereits geregnet, die Bodenverhältnisse übel - wir rechneten mit dem Schlimmsten und packten Handtücher, Regenjacken und Wechselklamotten ein soviel wie ins Auto ging - nicht zu vergessen Gummistiefel! ;-)
 
Samstag 10:00 Uhr:
Nach einer halben Runde versehentlich auf der Rennstrecke mit PKW - who the Fuck is die Einfahrt zu diesem Campingplatz - treff ich auch schon auf Andre, der unser Lager aufbaut.
Abholung Startunterlagen - noch kommt von oben kein Wasser !
 
12:30 Uhr
Erste Testrunde mit Andre - Boden schwer und zum Teil schlammige Trails, die erste Metallrampe steil - nur mit Schwung aufzufahren, die Zweite zu Laufen, da Anfahrt über steilen Trailanstieg ohne Anlauf - die Dritte vorerst ohne Probleme, es sei denn andere Teilnehmer blockieren die Auffahrt. Die Seedeiche mit 20 % Anstieg jetzt schon extrem rutschig, aber noch gut hochzufahren. Die Vorstellung von angesagtem Dauerregen verwerfen wir vorerst lieber.
 
14:00 Uhr

 Andre startet- noch alles trocken! Typisch: "Ich fahr nur, wenn es nicht regnet!"
 
16:00 Uhr
1. Wechsel....nach einer Stunde setzt Regen ein...der nicht mehr aufhört....sauber abgepasst Andre! :P
 
20:00 Uhr
Ich löse Andre raus - Helmlampe - zweite Lampe noch nicht, da erst ab 21:00 Uhr Lichtpflicht. Regenjacke - es schüttet...die Wege werden matschiger. Die Anfahrten auf die Rampen sind so schlammig, dass teilweise der Schwung zum Auffahren fehlt. Für die MTB-Starter wird es zum Cyclocrossrennen...ein Trail auf der anderen Seite des Sees knöchelhoher Schlamm - unter den Fahrern auch im Versorgungszelt "Nutellaweg" genannt. Bereits im zweiten Wechsel überhole ich die Starterin vom Pro-Team Univega, die fahrtechnisch nicht mit den Verhältnissen klar kommt. Im Fahrerlager unterhält man sich, dass die ersten 5 zweier Mixed Teams zum Teil schneller fahren als die reinen zweier Männer-Teams. "Krasses Duell", höre ich nicht nur einmal.
Erste Teams geben das Rennen auf und reisen ab.
 
22:00 Uhr
Andre ist dran - die Wechselzeit wird zur Tortour ohne professionelle Betreuung. Das Rad völlig verdreckt, steh ich im Regen in der Kälte an der Bike-Dusche Schlange. Nach 10 Minuten bin ich an der Reihe. Rad abgespritzt, frier ich dermaßen, dass mir nur der Lauf zur Dusche übrig bleibt - im Übrigen bin ich so dreckig, dass ich Duschen muss -20 Minuten weg. Verschlammte Überschuhe und Regenjacke säuber ich unter der Dusche für den nächsten Lauf. Laufradwechsel - keine Chance mehr mit "Racing Ralf" auf dem Deich. Technischer Dienst am Rad. Scheibenbremse jault nur noch, Kette läuft nur noch trocken auf Schlamm. 2. Lampe am Rad montieren, Essen - Flaschen und Material für den nächsten Durchlauf vorbereiten - 10 Minuten auf einen heißen Kaffee bei Katja - unsere Nachbarn im Fahrerlager - Danke Euch, Ihr habt echt nett unterstützt....dann rein in die nassen Bike-Schuhe...

 

24:00 Uhr
Ich löse Andre raus, der aussieht als käme er von einem Schlachtfeld! Erste Metallrampe nicht mehr fahrend zu bewältigen. Hochlaufen mit Rad aufgrund fehlendem Tritt nur schwer möglich. Diverse Teilnehmer stürzen. Im Trail bei den Schlamm- und Lichtverhältnissen Schlaglöcher kaum zu erkennen. Auf dem Deich krasser, eiskalter Gegenwind - Windschattenfahren aufgrund der Rundenlänge und der Verteilung des Fahrerfeldes selten möglich. Der Nutellaweg kaum befahrbar - teilweise wie fahren auf der Rolle, die Räder drehen durch, das Rad keine Traktion. Wer absteigt steht im Schlamm, der oben in den Schuh läuft.
 
01:00 Uhr
Es schüttet - das Wasser läuft aus den Schuhen - in einer Deichabfahrt rutscht mein Hinterrad weg, ich kann mich noch gerade abfangen - der Vordermann stürzt übelst. Bei einer Deichauffahrt klemmt meine Kette auf halber Höhe - ich falle rechts um und rutsche den gesamten Hang mit Rad runter. Anschließend gehe ich kein Risiko mehr ein und laufe die Anstiege hoch wie die meisten Teilnehmer auch. In 2 Wochen wird "Four Peaks" gestartet - bloß keine Verletzung durch Sturz einfangen! Die Rettungswagen rollen.
 
02:17 Uhr
Ich fahre über den Transponder - die Rennleitung steht vor mir: "Rennabbruch bis morgen früh um 8 Uhr aufgrund diveser Stürze auf der Strecke!" In der Wechselzone treffe ich auf Andre und Jörg - Hunger - erstmal warme Nudeln im Versorgungszelt essen - heiße Dusche - ab in den Bus mit Heizlüfter und bis 7 Uhr schlafen. Es rollen Rettungswagen durchs Fahrerlager und sammeln Verletzte ein.
 
7:00 Uhr
Etwas zermatscht macht Andre sich startklar - Ergebnisse ??? - Keiner kennt den Stand des Rennens...generell schlechter Internetempfang vor Ort - durch das Wetter geht teilweise nicht einmal normales Telefonieren per Handy. Wir frühstücken kurz im Versorgungszelt, dann such ich die Ergebnislisten. Rang 5 von 13 zweier Mixed Teams nach Rennabbruch. 24 Runden mit sehr guter Zeit, der Cross-Achter hat auch nur 26 Runden. Noch ist alles drin, jedoch fehlen ganze 6 Stunden Fahrzeit. Vorteil für die anderen Teams, die überwiegend schnelle Kurzdistanzfahrer im Rennen halten, die im Gegensatz zu uns um 2 Uhr zum Teil krass am Limit waren, aber sich durch die Rennunterbrechung gut erholen konnten.
 
8:00 Uhr
Andre fährt 3 Runden. Die Strecke ist geändert, alle Schlammpassagen raus, auch die erste Brücke. Univega fährt ohne Frau, um noch zu punkten. Es regnet nicht mehr!
 
9:30 Uhr
Die neue Runde liegt mir, ich hab überhaupt kein Problem, finde sogar endlich mal meinen Rhythmus, was in der Schlammwüste davor überhaupt nicht möglich war. Locker zieh ich 3 Runden im gleichmäßigen Tempo durch - in Runde 2 allerdings komme ich plötzlich in Unterzucker - durch Trinken mit Zusatz kann ich eine totale Unterzuckerung mit Leistungsabfall abwenden ohne Tempoverlust.
 
11:00 Uhr
Andre ist dran. Ich wechsel und lauf sofort ins Versorgungszelt, wo ich auf Ex eine halbe Flasche Cola trinke, um die totale Unterzuckerung abzuwenden. Die Lebensgeister kehren zurück. Zweites Frühstück.
 
12:30 Uhr
Letzter Wechsel. Ich könnte noch 6 Stunden so weiter fahren. Die Rundenzeiten waren super, aber leider das Rennen zu Ende.
 
14:00 Uhr
Zieleinlauf: 5. Platz deutsche MTB- Meisterschaft im 24-Stunden Rennen mit 36 Runden. Erneut zweitschnellste Fahrerin national im Rundendurchschnitt bei einer deutschen Meisterschaft. Die 12 Stunden Indoor Meisterschaft in Rotenburg war also keine Eintagsfliege !!! Yippiieee !! Knappe Kiste unter den Bedingungen ohne professionelle Betreuung zu den anderen 4 Teams und somit für uns ein echt respektables Ergebnis.
 
Zudem härteste Bedingungen - tolles Training für alle noch folgenden 24-Stunden Rennen - egal was kommt, schlimmer kann es nicht mehr werden!
 
Am Montag nach dem Rennen wurde aufgrund der Regenfälle in Südniedersachsen Katastrophenalarm ausgelöst - die Keller liefen voll - die Autobahnen überschwemmt!!! ... da mussten wir dann nicht mehr fahren :P

 

Danke Andre - hat wieder total Spass mit Dir gemacht! ;-)....jetzt Four Peaks!

Nächster Termin:

Silberseetriathlon