Moonreker Run

Mein Laufwahnsinn 11/18 bis 01/19

Meine Triathlonsaison 2019 startete am 01.11.18 zunächst genauso schlecht wie auch im Jahr zuvor mit einem Erkältungsinfekt. Letztes Jahr fiel das ganze halbe Jahr Vor-bereitung durch immer wieder kehrende Infekte mit anschließendem Asthma ins Wasser. Genau daran krankte am Ende auch immer meine Laufleistung im Triathlon. Oft lag ich nach Schwimmen und Radfahren unter den Top 5 und rutschte nur durch den Lauf im Gesamtklassement zurück. Das nervt – das ärgert Dich einfach!

 

Diesen Winter sollte es nun endlich besser laufen und kaum angefangen, lief wieder die Nase. Zum Glück nur 7 Tage und einen Crosslauf lang. Danach folgte eine perfekte Lauf-saison von November bis Januar.

 

Den Syke-Weyher-Cross Fünfer absolvierte ich komplett bis auf den 1. Lauf, schob den Nikolauscross der LG Bremen dazwischen und lief den Silvesterlauf Bremen. Im Januar konnte ich dann die AOK-Winterlaufserie Bremen nahtlos anhängen. Jedes Wochenende ein „Rennen“? Ja, geht bei uns in der Region. Wir sind hier einfach „Crosslauf gesegnet“. Hinzu kam natürlich auch mein Amt als Hannover Marathonbotschafter – die Botschaft musste ja in die Welt hinaus gelaufen werden:

Macht wirklich Spass! Ich weiß nicht mehr wie oft ich darauf angesprochen wurde oder man mir beim Laufen auf die Schulter klopfte und rief:“ Hey, wir haben ein gemeinsames Ziel!“ Das Shirt wurde wirklich oft erkannt und führte zu vielen netten Gesprächen im Startblock, auf der Strecke oder später auch im Ziel. Danke, dass ich diese großartige Aufgabe offiziell wahrnehmen darf. Ich freu mich schon riesig auf den 07.04.2019. Und genau das ist auch mein Ziel des aktuellen Crosslaufwahnsinns: endlich einen schnelleren Halbmarathon laufen zu können, um auch auf der Mitteldistanz schneller zu werden.

 

Jetzt ist das so, dass ein Triathlet selten so schnell laufen kann wie ein reiner Leichtathlet und die Leichtathleten auf solche Crosslaufserien trainieren, während der Triathlet gerade erst aus der Offseason erwacht. Jedes Wochenende „Anschlag“ ist auch ein irrwitziger Trainingsansatz, der einen höchstens in eine gefährliche Frühform oder ein Burnout katapultiert. Zudem ist es ziemlich bescheuert sich einer erhöhten Verletzungsgefahr auszusetzen, wenn man ein ganzes Jahr Mitteldistanztraining investiert und dann gleich zu Beginn wegen einem „Kartoffelrennen“ ausfällt.

 

Trotzdem kann man ein super strukturiertes Lauftraining rund um solche Wettkampfserien planen ohne sich sinnlos abzuschießen. Verabschieden muss man sich einfach von Bestzeiten, gewöhnen muss man sich an 80 % Rennen im hinteren Lauffeld. Letzteres hat am Ende sogar richtig Spass gemacht, weil hinten einfach die entspannteren Läufer sind. Lass andere über Dich lästern, Dein Ziel liegt ganz woanders! Im Entwicklungsbereich kann man auf solchen Veranstaltungen einfach leichter trainieren und motivieren tut dieses Umfeld ungemein. Man trifft sogar den Nikolaus.

Und so lief es dann:

18.11.  Ellernbruch            8 K               45:04 Min        W 40/ 8. Platz

25.11.  Waldkater.          8,4 K               47:46 Min        W 40/ 7. Platz   (-2:05 Min 2017)

02.12.  Nikolauscross      10 K               58:27 Min        W 40/ 2. Platz

09.12.  Sandberg             10,2 K            57:33 Min        W 40/ 6. Platz   (-1:13 Min 2017)

16.12.  Country Cross      21 K           2:05:36 Min         W 40/ 4. Platz   (= IM Rügen)

31.12.  Silvesterlauf         10 K               53:48 Min         W 40/ 8. Platz   (-3:21 Min 2017)

13.01   AOK- Lauf            10,5 K            58:16 Min         W 45/18. Platz  (+ 3 Min)

 

Im letzten Jahr kämpfte ich noch mit meiner Handicap bedingten Lauftechnik und diversen orthopädischen Problemen. Dieses Mal hatte ich alles perfekt im Griff. Einzig nach dem Halbmarathon setzte ich ein paar Tage aus, um eine Wadenverhärtung selbst mit Black Roll erfolgreich zu therapieren. Werde Dein eigener Physio!

 

Alle Läufe, bis auf den Silvesterlauf, lief ich mit nur 80% Last. Anfangs fiel mir das schwer, wenn alle so losknallen. Nach dem 2. Lauf juckte mich das überhaupt nicht mehr. Der Syke-Weyhe-Cross-Fünfer hat meist Rundstrecken von bis zu 2 km Länge, die immer wieder gelaufen werden. Perfekt für Trainingspacing. Meist ließ ich erst in der letzten Runde die Kuh fliegen. Bereits beim Waldkater war ich mit dieser Strategie schon 2:05 Min schneller als 2017! Den Sandbergcross immerhin 1:13 Min schneller und den Halbmarathon in nicht gerade leichtem Profil (Anstiege am Ende) und unter extrem kalten Bedingungen konnte ich in der gleichen Zeit laufen, wie den IM 70.3 Rügen. Jetzt war ich 80% der Läufe auch nur 80% gelaufen. Also schon deutlich zum Vorjahr verbessert! Beim Nikolauscross der LG Bremen reichten die 80% sogar für den 2. Platz meiner AK.

 

Weil ich nur 80% Belastung lief, konnte ich auch nahtlos in der Woche weiter trainieren. Keine fetten Beine – nicht völlig platt – perfekt!

 

Beim Silvesterlauf Bremen wollte ich dann einmal wissen, ob ich es schaffe meine bisherige Bestzeit auf 10 km (56:09 Min) zu knacken. Die Strecke verläuft pottflach auf Asphalt in zwei Runden. 5 Minuten lang kam ich schlecht voran, weil sich vorn zu viele langsame Läufer befanden, die nur schwer zu überholen waren.Die erste Runde lief ich dann mit 90% und zog in der letzten Runde bis zum Maximum an. Ich konnte meine PB am Ende um 3:21 Minuten unterbieten und lief in 53:48 Min ins Ziel. Unter Abzug der ersten 5 Minuten wäre noch mehr drin gewesen. Läuft, würde ich sagen!

Lediglich beim 1. Lauf der AOK Winterlaufserie lief ich 3 Minuten langsamer als im Jahr zuvor. Aber auch kein Wunder, wenn man einen Tag vorher 5,4 km beim 24h Schwimmen zurücklegt. Dafür trotzdem ein geiler Trainingsblock!

 

Jetzt habe ich noch satte 4 Monate Zeit, um meine Halbmarathonzeit von 1:58 h in Hannover zu schlagen. Am 10.02. folgen 15 km bei der AOK-Winterlaufserie Bremen, am 10.03. dann die Generalprobe über 20 km beim Wasa Lauf in Celle, es folgt das Laufseminar mit der Bewegungsschmiede auf Sylt und dann heißt es „HAJ“ Hannover!

 

Sollte ich gesund und verletzungsfrei bleiben, wird auch meine Triathlonleistung eine ganz andere sein. Man braucht einfach nur etwas „Anlauf“! 

29.09.2018 Women`s Run Hannover

Ich habe es getan und bin mit 2000 kreischenden Glitzerflitzern im Brombeershirt um die Wette gelaufen. Ein wirklich anderes und spezielles Laufevent, dass erstmals in Hannover Station machte und zugleich der letzte Lauf der Runnersworld „Women`s Run“ Serie in Deutschland war. Traumatisiert wurde ich dadurch nicht, aber ein paar neue Laufeindrücke sind auch bei mir hängen geblieben ;-).

 

Eigentlich war geplant zu zweit zu starten, aber meine Mitläuferin fiel kurzfristig aus. Ihre Startunterlagen sollte ich trotzdem abholen, denn das pinke Shirt wollte sie unbedingt haben. Persönlich bedruckt nach Wunsch, was aber leider in die Hose ging. Dazu später mehr.

 

Ich musste bereits am Freitag beim Ämtermarathon in Soltau 7 km in unserem Bundespolizeiteam zum Besten geben und war dem entsprechend noch ganz schön platt, als ich am Samstag nach Hannover fuhr. Für Kollegen gibt man halt alles und die Meldung auf 8 km beim Women`s Run bereute ich jetzt schon ein wenig, denn Muskelkater war eher mein zweiter Vorname an diesem Tag. Beim Ämtermarathon war ich mit einem Schnitt von 05:07 Min/km meine persönliche Bestzeit gelaufen, hatte meine AK gewonnen und von 58 Frauen den 8. Platz in der Gesamtwertung belegt. Heute konnte es nur noch um die „Brombeere gehen“, das war von vorn herein klar.

 

Der Zug hatte Verspätung und ich musste noch knapp 4 km zum Aspira am Masch-see laufen. Grundsätzlich wäre das kein Problem gewesen, wenn ich gewusst hätte, was eine "Brombeere" erwartet. Um 15:00 Uhr war Start und ich hatte noch 30 Minuten Zeit, um meine Startunterlagen abzuholen. Die meiner verhinderten Lauffreundin natürlich auch. Jetzt denkste: Nummer, Shirt und los…..nööö…das Shirt war noch gar nicht fertig! Die persönlichen Aufdrucke lagen nur als Aufbügler bei und man musste jetzt noch zur Druckstation anstehen. „Na super!“, völlig überladen mit eigener Tasche und zwei Starterbeuteln mit Shirts und Klimbim stand ich erst an, musste mich noch umziehen, Tasche abgeben und aufs Clo – 20 minutes left *yeah* oder auch einfach nur *kotz*….Frauen können ja Multitasking und das war auch gerade hier gefragt. Ach ja gegessen hatte ich auch noch nichts. Wie sollte ich 8 km überleben?

 

Shirt fertig, zog ich ich mich mitten auf dem Platz um, kriegte die Krise mit den zwei Starterbeuteln, in denen sich alles Mögliche befand. Wieso ist das blöde Shirt so groß? Das ist ja fast ein Sack? Ich hatte doch "S" bestellt. Eine andere Brombeere rief mir zu: “Die fallen alle sehr groß aus.“ Wie das so unter Frauen ist: „Du siehst großartig aus, kein Problem“ versus „siehst du Scheiße aus, geht gar nicht.“ Ich bastelte genervt die riesen Startnummer an ein Startnummernband, denn andern-falls hätte ich das Shirt vorn nicht knoten können.

Den Rucksack konnte ich noch flott abgegeben, aber auch hier musste ich nochmal alles rauswühlen, um den Taschenanhänger zu finden. Essen wurde im reinstopfen eines Power Bars erledigt und als ich dann sah, dass es nur 3 Dixi Toiletten für 2000 Frauen gab und die Schlange bis Bielefeld reichte, rannte ich schnell zum Parkplatz, um den Ballast zwischen den Autos abzulassen. 3 Minuten vor dem Startschuss stand ich noch kauend im Startblock und kontrollierte ein letztes Mal meinen Brombeerknoten.

 

„Äh, ich lauf sowas ja eigentlich nie. Ich hab den Startplatz von meiner Freundin übernommen. Normal mach ich Triathlon“, so eine Stimme neben mir. Das Mädel lief ohne Shirt, passte auch nicht und sie bewunderte meinen Knoten. „Geht natürlich auch“. Vorne wurde gerade pink gefeiert mit Winken und Laola. Bei dem Blick auf einige Teilnehmerinnen mit Trinkrucksack konnte ich mir die Frage, ob die etwas Längeres als 8 km vor sich hätten nicht verkneifen *schmunzel*.

 

Punkt 15 Uhr ging es los….300m später direkt durch den Glitzerflitzervorhang. Außer, dass hier jetzt alle in pink uniformiert liefen, entwickelte sich der Rest eigentlich zu einem normalen Laufwettkampf. Es gab die gesamte Leistungsspanne im Feld. Landschaftlich schön, aber auch wenig Zuschauer an der Strecke. Wer jetzt dachte die pinke Armee würde mitten durch Hannovers Straßen laufen, wurde enttäuscht. Die Laufrunde ging hinter dem Maschsee und dem Hannover 96 Stadion ins Grüne.

 

Ich lief von Anfang an nicht Anschlag. Eigentlich interessierte mich nur mal, ob ich 2 Tage hintereinander noch anständig Leistung abrufen konnte. So eine Art Härtetest zu Saisonende. Ich wurde überrascht! Denn trotz der fetten Beine lief ich auch hier noch einmal eine 5:20 Min/km. Vor einem Jahr war das meine Bestzeit im Haupt-wettkampf, hier war sie das Resultat eines nicht voll gepaceten Folgewettkampfs. Der Ämtermarathon in Soltau war zudem im Profil deutlich schwerer zu laufen (Trails, Baumwurzeln und Anstiege). Wenn das kein Lauffortschritt ist, weiß ich es auch nicht. Platz 62 von 767 und Platz 15 in meiner AK ging für mich dann auch völlig in Ordnung.

Im Ziel habe ich dann schnell meine Sachen abgeholt damit ich nicht wieder anstehen muss. Ja, in Bezug auf Wartezeiten an Stationen gibt es Verbesserungs-bedarf beim Veranstalter und die Toilettenfrage ist ein weiteres Kapitel. Für ein erstes Mal Brombeerlauf war es aber trotzdem gut organisiert. Als ich mich umzog und meinen Rucksack sortierte, stellte ich dann das Malheure fest: Beide Glitzerflitzershirts wurden beim Bedrucken vertauscht. Mein Name stand auf dem viel zu großen Shirt meiner Freundin und mein S-Shirt war mit ihrem bedruckt. :-( Fertig bedruckt, weil schon bezahlt im Starterbeutel hätte mir viel Stress erspart!

 

Abschließend sei gesagt, ich bin kein Freund von Weiberansammlungen und Animation, Glitzer und zu viel pink. Dennoch finde ich die Idee des Women`s Run gut. Mit einer Gruppe von Freundinnen kann man hier tatsächlich auch mal richtig Spass haben. Der Veranstalter bietet ein riesen Rahmenprogramm, dass bei kostenlosen Massagen anfängt und bei Kinderbetreuung aufhört. Gelaufen wird in allen Leistungsklassen. Wer jetzt denkt da laufen nur „Muschi`s“ irrt sich. Ich wurde 62.`te, bin schon recht trainiert und vor mir liefen 61 Frauen zum Teil im Glitzerröckchen schneller. Es waren aber auch Frauen dabei, die langsamer waren, also Laufanfängerinnen. Und genau hier punktet ein Women`s Run. Melde ich mich als Laufanfängerin bei einem herkömmlichen Regionallauf an, bin ich zu langsam und passe nicht ins Rennen. Beim Women`s Run ist das egal. Jeder der ankommt wird gefeiert und über den pinken Spassfaktor mit Freundinnen, motiviert man Frauen mit dem Laufen anzufangen und weiterzumachen.

 

Ein Grund auch, warum die Runnersworld Schirmherr dieser Rennserie ist. Eine der wenigen Sportzeitschriften, die den Schwerpunkt auf den Hobbysport legt und nicht nur teure Materialschlachten und Profiberichte thematisiert. Ich lese sie gerne. Alle anderen Zeitungen habe ich längst abbestellt, denn was interessiert mich ein Triathlonrad im Wert von 10 000 Euro, das ich sowieso nie fahren werde, Ironman hier und Ironman da – wer soll das bezahlen? oder Daniela Ryffs Wettkampf-erfahrungen. Meine sind völlig anders, ich arbeite 41h die Woche und ich finde mich dort überhaupt nicht wieder. In der Runnersworld schon! Der Sport wird nicht in der Spitze gelebt, sondern in der Breite. Das hat man hier verstanden, das finde ich gut und das versucht auch der Women`s Run zu leben.

 

Hannover hat das fürs Erste nicht schlecht gemacht und kann daran weiter wachsen. Das Aspira am Maschsee ist dafür ganz sicher eine gute Location nur vom Hauptbahnhof ein Stück weit entfernt. Das Wetter war an diesem Tag ein Spätsommertraum und ich konnte es danach noch etwas am See genießen. Mein letzter Lauf war es trotz "Pink -Trauma" ganz sicher nicht.

 

Und hier noch ein paar Bilder:

08.04.2018 Hannover Halbmarathon

#runnover – ich dachte an dem Morgen zunächst eher an „Game over“. Mein 1. Halbmarathon des Jahres und ich fühlte mich völlig desillusioniert dort auch nur meine Zeit von 02:05:30 vom Sommer 2017 zu laufen. 3 x Grippe und deshalb von Dezember bis Februar kein echtes Aufbautraining möglich. Kaum wieder drin, schon wieder raus. Der Deister Halbmarathon und Celle fielen als lange Vor-bereitungsläufe auch aus und zu allem Überfluss blockierte ich mir im Laufseminar auch noch das ISG (mein Klassiker), sowie einen Wirbel oberhalb. Muskulär zugeschossen ging es zwar in der Woche noch zum Physio, aber die rechte Außensehne zur Wade sang bereits nach dem Aufstehen und der Rücken schmerzte. Das Gefühl gleich durchzubrechen. Ob ich damit einen Halbmarathon laufen konnte, stand in den Sternen.

 

Am Tag zuvor fiel zudem meine Leistungsdiagnostik so schlecht wie noch nie aus: „Du befindest Dich im März und nicht im April“, vorzeitiger Abbruch, weil die Beine zu machten. Und jetzt saß ich im Zug nach Hannover und fragte mich, ob die „Klatsche“ heute noch sinnvoll wär?

 

Startunterlagen waren vor 9 Uhr noch schnell abgeholt. Hier mal ein ausdrückliches Lob an den Veranstalter. 26 000 Starter, es lief alles unkompliziert schnell und reibungslos ab. Das schafft längst nicht jeder und der gemeine Hobbyathlet hat bei Euch auch nie das Gefühl ausschließlich einer Eventfinanzierung zu dienen.

 

Danach war noch Zeit für Frühstück, Leute treffen und die „Wall of Fame“:

Ich hatte falsch gemeldet und somit den Vorteil gleich um 10:45 Uhr im Startblock B der deutschen Halbmarathonmeisterschaft zu starten. Das Wetter war mit 23 C Sonne genau mein Laufwetter und irgendwie kam 30 Minuten vor dem Start bei mir Bock auf. Im Startblock sortierte ich mich hinten ein. Mein Ziel: sauber durchlaufen, mehr nicht. Ich traf Matti von den TriLizards, der im C-Block war und schon gab es einen Einlauf von der Dame des DLV: „Deine Nummer ist nicht voll zu sehen.“ Meine Antwort:“ Dann sag dem Veranstalter er möchte keine Poster produzieren, dann passt sie auch auf 1,62m!“ Jetzt musste auch sie etwas schmunzeln. Also vorne und hinten alles höher…danke Matti für deine Hilfe – keine Sicherheitsnadel steckte später in mir oder ich hab es einfach nicht mehr gemerkt!

 

Nach dem Start konnte ich sofort frei laufen. Erst 5 km easy. Führte dazu, dass mich fast alle überholten und Block C auch schnell da war. Egal, bin Triathlet und nicht Läufer! Nach 5 km stellte ich fest, dass es ging. Rückenschmerzen weg und muskulär auch alles o.k. also anziehen. Basti hatte mir im Laufseminar gesagt, lieber kleinere Schritte als zu große und siehe da, es sparte wirklich Körner und ging schneller.

 

Die Stimmung in Hannover war der Hammer. Ganz Hannover stand in den Straßen, feierte Grillparty an der Marathonstrecke und feuerte an. Das Wetter sorgte für eine echte Marathonparty. Natürlich beflügelte das auch ungemein die Laufmotivation.

 

 

Bei km 10 dachte ich: „Das geht bis ins Ziel“, obwohl ich etwas zu schnell war. Ich entschied mich vorerst bis km 15 so weiter zu laufen. Bei km 14 quakte das Handy meiner Laufnachbarin: 1:13 h – 14 km. Joaaah, nicht schlecht dachte ich und rannte bis km 17 so weiter, entschied mich dann noch leicht draufzulegen. Es starben alle weg, die anfangs zu schnell waren und das große Überholen begann. Die letzten 3 km Tempo und ich dachte: “Ist das gleich echt schon vorbei?“ Ich hätte noch weiterlaufen können - irre - unexpected - wow!

 

Plötzlich der Zielbogen vor mir ….ich sehe sub 2 h – knapp, aber für mich eine echte Schallmauer. Kann das sein? Kann das nach verkackter LD, verkacktem Wintertraining und verklemmtem ISG wirklich sein? „Ach Du Scheiße, lauf !!!“

 

1:58:30 h – happy und noch etwas ungläubig:

Mehr kann ich dazu nicht sagen. 7 Minuten schneller als September 2017! Heißt trotz allem besser gelaufen als je zuvor. Woher es kam? Keine Ahnung! I did it. Ich bin nicht völlig platt, weder muskulär noch generell von der Belastung. Also alles richtig gemacht und bis Rügen sind es noch 5 Monate. Ich bin vielleicht im März 2018, aber nicht mehr im März 2017. Die ganze Plackerei war doch nicht umsonst.

 

Übrigens kann man auch einen HM ohne Verluste mit MelTonic statt Power Bar laufen. Dazu mehr im folgenden Riegeltest.

 

Und wenn ich mir meine Zeiten vom Ironman 70.3 Rügen heute noch einmal anschaue und das laufe, dann wäre ich mit anständigem Wechsel unter den Top 10 meiner AK ohne überhaupt besser Rad gefahren zu sein. Und gerade da ist bei besserer Laufleistung deutlich mehr drin.

 

4 Wochen Rückstand sind jetzt aufzuholen und deshalb konzentriere ich mich die nächsten 5 Wochen auf intensives Training und lasse dafür auch einzelne Wett-kämpfe sausen, um bei der Ibiza Blue Challenge ohne Verluste anzutreten.

 

Und dann kann ich nur sagen: Danke Hannover und Danke Eichels Events. Das war so geil, ich komme nächstes Jahr bestimmt wieder. Scheiß auf Berlin, Hannover ist der Hammer. Da lauf ich lieber vor der Haustür. Den Teilnehmerrekord habt Ihr absolut verdient!

 

Und hier noch ein paar schöne Bilder von „Hannovers Sommermärchen“: