Moonreker Run

08.04.2018 Hannover Halbmarathon

#runnover – ich dachte an dem Morgen zunächst eher an „Game over“. Mein 1. Halbmarathon des Jahres und ich fühlte mich völlig desillusioniert dort auch nur meine Zeit von 02:05:30 vom Sommer 2017 zu laufen. 3 x Grippe und deshalb von Dezember bis Februar kein echtes Aufbautraining möglich. Kaum wieder drin, schon wieder raus. Der Deister Halbmarathon und Celle fielen als lange Vor-bereitungsläufe auch aus und zu allem Überfluss blockierte ich mir im Laufseminar auch noch das ISG (mein Klassiker), sowie einen Wirbel oberhalb. Muskulär zugeschossen ging es zwar in der Woche noch zum Physio, aber die rechte Außensehne zur Wade sang bereits nach dem Aufstehen und der Rücken schmerzte. Das Gefühl gleich durchzubrechen. Ob ich damit einen Halbmarathon laufen konnte, stand in den Sternen.

 

Am Tag zuvor fiel zudem meine Leistungsdiagnostik so schlecht wie noch nie aus: „Du befindest Dich im März und nicht im April“, vorzeitiger Abbruch, weil die Beine zu machten. Und jetzt saß ich im Zug nach Hannover und fragte mich, ob die „Klatsche“ heute noch sinnvoll wär?

 

Startunterlagen waren vor 9 Uhr noch schnell abgeholt. Hier mal ein ausdrückliches Lob an den Veranstalter. 26 000 Starter, es lief alles unkompliziert schnell und reibungslos ab. Das schafft längst nicht jeder und der gemeine Hobbyathlet hat bei Euch auch nie das Gefühl ausschließlich einer Eventfinanzierung zu dienen.

 

Danach war noch Zeit für Frühstück, Leute treffen und die „Wall of Fame“:

Ich hatte falsch gemeldet und somit den Vorteil gleich um 10:45 Uhr im Startblock B der deutschen Halbmarathonmeisterschaft zu starten. Das Wetter war mit 23 C Sonne genau mein Laufwetter und irgendwie kam 30 Minuten vor dem Start bei mir Bock auf. Im Startblock sortierte ich mich hinten ein. Mein Ziel: sauber durchlaufen, mehr nicht. Ich traf Matti von den TriLizards, der im C-Block war und schon gab es einen Einlauf von der Dame des DLV: „Deine Nummer ist nicht voll zu sehen.“ Meine Antwort:“ Dann sag dem Veranstalter er möchte keine Poster produzieren, dann passt sie auch auf 1,62m!“ Jetzt musste auch sie etwas schmunzeln. Also vorne und hinten alles höher…danke Matti für deine Hilfe – keine Sicherheitsnadel steckte später in mir oder ich hab es einfach nicht mehr gemerkt!

 

Nach dem Start konnte ich sofort frei laufen. Erst 5 km easy. Führte dazu, dass mich fast alle überholten und Block C auch schnell da war. Egal, bin Triathlet und nicht Läufer! Nach 5 km stellte ich fest, dass es ging. Rückenschmerzen weg und muskulär auch alles o.k. also anziehen. Basti hatte mir im Laufseminar gesagt, lieber kleinere Schritte als zu große und siehe da, es sparte wirklich Körner und ging schneller.

 

Die Stimmung in Hannover war der Hammer. Ganz Hannover stand in den Straßen, feierte Grillparty an der Marathonstrecke und feuerte an. Das Wetter sorgte für eine echte Marathonparty. Natürlich beflügelte das auch ungemein die Laufmotivation.

 

 

Bei km 10 dachte ich: „Das geht bis ins Ziel“, obwohl ich etwas zu schnell war. Ich entschied mich vorerst bis km 15 so weiter zu laufen. Bei km 14 quakte das Handy meiner Laufnachbarin: 1:13 h – 14 km. Joaaah, nicht schlecht dachte ich und rannte bis km 17 so weiter, entschied mich dann noch leicht draufzulegen. Es starben alle weg, die anfangs zu schnell waren und das große Überholen begann. Die letzten 3 km Tempo und ich dachte: “Ist das gleich echt schon vorbei?“ Ich hätte noch weiterlaufen können - irre - unexpected - wow!

 

Plötzlich der Zielbogen vor mir ….ich sehe sub 2 h – knapp, aber für mich eine echte Schallmauer. Kann das sein? Kann das nach verkackter LD, verkacktem Wintertraining und verklemmtem ISG wirklich sein? „Ach Du Scheiße, lauf !!!“

 

1:58:30 h – happy und noch etwas ungläubig:

Mehr kann ich dazu nicht sagen. 7 Minuten schneller als September 2017! Heißt trotz allem besser gelaufen als je zuvor. Woher es kam? Keine Ahnung! I did it. Ich bin nicht völlig platt, weder muskulär noch generell von der Belastung. Also alles richtig gemacht und bis Rügen sind es noch 5 Monate. Ich bin vielleicht im März 2018, aber nicht mehr im März 2017. Die ganze Plackerei war doch nicht umsonst.

 

Übrigens kann man auch einen HM ohne Verluste mit MelTonic statt Power Bar laufen. Dazu mehr im folgenden Riegeltest.

 

Und wenn ich mir meine Zeiten vom Ironman 70.3 Rügen heute noch einmal anschaue und das laufe, dann wäre ich mit anständigem Wechsel unter den Top 10 meiner AK ohne überhaupt besser Rad gefahren zu sein. Und gerade da ist bei besserer Laufleistung deutlich mehr drin.

 

4 Wochen Rückstand sind jetzt aufzuholen und deshalb konzentriere ich mich die nächsten 5 Wochen auf intensives Training und lasse dafür auch einzelne Wett-kämpfe sausen, um bei der Ibiza Blue Challenge ohne Verluste anzutreten.

 

Und dann kann ich nur sagen: Danke Hannover und Danke Eichels Events. Das war so geil, ich komme nächstes Jahr bestimmt wieder. Scheiß auf Berlin, Hannover ist der Hammer. Da lauf ich lieber vor der Haustür. Den Teilnehmerrekord habt Ihr absolut verdient!

 

Und hier noch ein paar schöne Bilder von „Hannovers Sommermärchen“:

38. AOK Winterlaufserie Bremen

 

07.01.2018    Lauf 1 - "Rund um den Bürgerpark"

Bin ich noch nie gelaufen. Passt perfekt nach dem "Syke Cross Fünfer" als An-schlußtrainingsmaßnahme. Gibt es seit 38 ! Jahren - RESPEKT! War mir nie be-wusst, auch hatte ich nicht mit bis zu 1200 Teilnehmern gerechnet. Die Laufstrecke kannte ich sehr gut, da ich 10 Jahre in Bremen gearbeitet habe und oft im Bürger-park gelaufen bin. Es gibt selten einen schöneren Park in Innenstädten als diesen. 

 

An diesem Sonntag schien die Sonne bei klirrender Kälte. Bestes Laufwetter! Pirat Ralf war auch mit von der Partie. Kostenfreien Parkplatz finden trotz der vielen Starter am Torfkanal kein Problem. Von da aus keine 200m zur Startunter-lagenausgabe. Allerdings ist die Startgebühr schon recht happig im Vergleich zu anderen Läufen der Region: 15 Euro für 1 x Laufen, Nachmeldung + 5 Euro. Zwei Runden a 5 km galt es zu laufen.

Mit Warmlaufen und der Intention einen Trainingslauf zu absolvieren, kamen wir zu spät zur Startaufstellung und standen dadurch viel zu weit hinten. Ich bemerkte dann auch noch, dass ich den Transponder noch an der Startnummer hatte und nicht am Schuh. Ganz toll, wenn man dann ein Schnellschnürsystem hat und das Ding aufs Schnürband setzen soll. Scheiße! Also einfach unter das Schnürgummi gesteckt und " scheiß drauf, bei Verlust halt außer Wertung, die Zeit hab ich auch so".

 

Den Startschuss bekam ich nicht mit, ich sah nur eine Schlange von Läufern vorne loslaufen als wir noch laaaaaange standen. Wow, das waren echt 1200 und wir wahrscheinlich gerade auf Position 1950 in einem viel zu engen Startkorridor. Blöder kann man nicht stehen. 

 

Es folgte ein einziges Geschleiche, Stopp & Go und dann ist mir die Laufbüx geplatzt und ich bin querfeldein an den Massen vorbei gesprintet. Mmmmh schöner Kickstart, die Sonne blendete und teilweise konnte man nichts sehen, sprang ich zwischen den Teilnehmergruppen hindurch, bis ich endlich frei mein Tempo laufen konnte. 

Die erste Runde hab ich in exakt 25 Minuten absolviert und war damit nicht ans Limit gegangen. Das ist gut! Denn im Sprintriathlon habe ich es im letzten Jahr nur 1 x unter 25 Minuten Laufzeit gebracht. Wenn ich im Januar auf einen 10èr schon die 25 bringe, sollte sich im Sommer diese Frage nicht mehr stellen. Das ist jetzt schon ein Trainingserfolg!

 

In der zweiten Runde überholte ich wieder etliche Starter, die zu schnell losgelaufen waren. Ich bin da eher ein Tempomatläufer, was im Triathlon auch mehr Sinn macht. Nach 55:07 kam ich im Ziel an und konnte meine bisher schnellste 10 km Zeit verbuchen. Ohne den Stau wär ich sogar noch leicht unter die 55 gekommen. Das ist gut für die bisher kurze Trainingszeit mit Krankheitsausfall. Damit wurde ich 10. in meiner AK von 43 und 81. von 342 Frauen.

 

Joah, gesehen hab ich vor Ort kein bekanntes Gesicht, obwohl einige dort waren. Aber bei 1200 Startern in bunt gemischten Klamotten ist das auch schwer. Wir waren wohl kaum zu übersehen: der grüne und der pinke Pirat:

Wir sind auch gleich abgehauen, weil nass und kalt. Schöne Laufstrecke, gerne wieder.

 

Hier zum Bericht des Weser Kuriers mit vielen schönen Fotos!

 

Und hier noch ein paar Bilder von mir early in the Morning:

05.01.2018 Cross Fünfer & Silvesterlauf

Ursprünglich hatte ich geplant erstmals im Winter die komplette Crosslaufserie des Weyher Lauftreffs, den sogenannten "Cross Fünfer", als Trainigsmaßnahme zu laufen. Laufen ist meine wackeligste Disziplin im Triathlon und nach 20 Jahren Rad-sport läuft man nicht einfach mal so schnelle Zeiten. Also keine Cyclocrossrennen im Winter - Schwerpunkt Laufen.

 

Aufgrund des Ibizatriathlons konnte ich aber auch erst beim Waldkater Crosslauf zum ersten Mal starten. Damit reduzierte sich der Cross Fünfer schon mal auf einen Vierer!

 

19.11. Waldkater Crosslauf (8 km)

Mein erster Start bei dieser recht spartanisch organisierten, aber gut besuchten Serie. Fast jeder Triathlet oder Laufsportler der Region trifft sich hier. Die empfangene Startnummer galt für alle Läufe, also nicht vergessen, wieder mitbringen! Ansonsten war die Startgebühr pro Lauf mit 5 Euro absolut fair im Vergleich zu anderen Veranstaltungen. Das Wetter war nass und kalt und der Rundkurs mit 6 Runden recht anspruchsvoll. Ich blöde Nuss hatte die falschen Schuhe angezogen. Das hatte aber seinen Ursprung in meinem Schuh- und Einlagentest, denn nachdem ich mir im letzten Jahr jedes Mal üble Blasen gelaufen hatte, suchte ich immer noch nach dem perfekten Schuh und ließ meine orthopädischen Einlagen regelmäßig "einschleifen". Zumindest 2018 wollte ich den Ärger endlich abstellen.

Auf dem nassen, rutschigen Untergrund versagte der ASICS Straßenschuh jetzt völlig und ich lief in den Matschkurven ohne echte Traktion. Zudem spürte ich nach km 6 wieder eine Blase, sowie einen abgequetschten Zeh. Also doch lieber die Brookies , die vorne nicht so eng zulaufen. Wieder was gelernt und wieder ein Stück weiter im Material.

 

Lauftechnisch lief es sonst gar nicht so schlecht für den ersten 8 km Lauf der Saison. Ich bin mein Tempo kontinuierlich durchgelaufen und konnte dadurch am Ende auch wieder Plätze gut machen.

49:41 Min - 35. Platz gesamt/ AK 5 

 

28.11. Sandberg Crosslauf (10,25 km)

Ich hatte keine Ahnung wie viele Runden zu laufen waren, also fragte ich vor dem Start: „4 Runden“…ahaaaa….nun kannte ich den Parcours ziemlich genau, denn etliche Jahre habe ich auf exakt der gleichen Strecke einen Lauf des Weser-Ems-Cups organisiert und bin auch selber gestartet. 4 Runden sind niemals 10,25 km in dem kleinen Wald! Waren es auch nicht und ich bin zum Glück locker losgelaufen.

 

Dieses Mal mit meinem Brooks Pure Grid Crosslaufschuh, die perfekte Schuhwahl für diese Nummer:

Einmal mehr stellte ich fest, dass Laufen im Gelände mir eindeutig mehr liegt als auf Asphalt, insbesondere wenn es bergauf oder durch schweres Gelände geht. Eindeutig besser als beim Waldkater lief es hier, was sich auch in der Zeit wieder spiegelte, denn 10,25 km in 56:16 Min waren im Schnitt deutlich schneller als 8 km in 49:41 Minuten und das Gelände war ziemlich ähnlich. Am Ende belegte ich hier den 22. Platz und wurde AK Dritte. Der richtige Schuh trug eindeutig dazu bei - mein Schuhproblem hatte ich also im Griff und die Einlagen machten auch keinen Ärger mehr. Tolle Idee vom Veranstalter: Jeder Teilnehmer hatte sich einen Adventskalender erlaufen damit die Zeit bis Weihnachten nicht zu lang wird.

Es wird, dachte ich, wenn ich jetzt am Ball bleibe. Insbesondere der Halbmarathon der Serie war für mich interessant, denn 21 km ist mein Trainingsziel für Mittel-distanztriathlon.

 

Den konnte ich aber wieder vergessen, weil mich in der folgenden Woche eine üble Bronchitis dahin raffte, die mich satte 3 Wochen völlig aus dem Training warf. Natürlich folgte ein Asthmaschub und eine schöne Cortisonbehandlung. Damit war das Thema Crosslaufserie mal wieder gegessen.

 

Eine Anmerkung zum "Cross Fünfer": Super Training, tolle Laufstrecken, geringe Startgebühr. Da gibt es nichts zu meckern. Danke für die tolle Veranstaltung - ich komme gern wieder, dann hoffentlich 5 Mal!

 

31.12. Silvesterlauf Bremen (10 km)

Eine Woche vor dem Silvesterlauf war ich noch nicht so ganz fit, fing aber wieder mit kurzen Laufeinheiten an. Muskelkater und Husten prägten das Training - doll war das nicht. Ich überlegte statt der 10 km nur 5 zu laufen. Generell sollte das Ding ein lustiger Jahresausklang mit Maren und Aurelia von unserer Besi & Friends Triathlonstaffel werden, deshalb starteten wir auch als Schlümpfe:

Die spanischen Krümelmonster waren optisch natürlich nicht zu toppen:

Wir trafen uns schon morgens bei Aurelia zum Frühstück, wo ich mich eigentlich überfressen hatte. Uwe und Strohlfi waren auch mit von der Partie und so machten wir uns kurz vor Mittag auf zum Weserschlösschen. Dort trafen wir noch andere bekannte Gesichter und um Punkt 13 Uhr startete der 10 km Lauf. Puuuh haaaa….HF jenseits 160 mit limitierter Lunge zu laufen war schon grenzwertig. Vollgepumpt mit "Froomes" Dopingtipp ;-) habe ich die Nummer durchgezogen. Mein Frühstück aus Eiern, Sekt, Brötchen, Lachs usw. kam mir bei km 2 schon wieder hoch und machte die Nummer nicht wirklich leichter. Dennoch entschied ich mich 10 km zu laufen.

 

Aurelia war gleich weg - es machte auch keinen Sinn da hinterher zu hechten, Uwe versuchte irgendwann zu überholen, fiel dann aber auch wieder zurück. Nach 56:09 Min kam ich hustend im Ziel an, was am Ende für den 30. Platz von 121 und die AK 7 von 21 reichte. Und damit wäre auch bewiesen, dass man mit Salbutamol keine Spitzenleistungen bringt, wenn man tatsächlich Asthma hat. Schön wärs!

 

Das war nicht die Zeit, die ich mir gewünscht hätte, dennoch war sie auch nicht viel schlechter als vor meinem Ausfall. Der Schaden hält sich in Grenzen. Regulär trainieren geht wieder, der Rest vom Asthma klingt ab und quält mich nicht weiter über Wochen. Das allein ist viel wert.

 

Kurze Anmerkung zum Silvesterlauf Bremen:Man hätte mehr aus dem 1. Event dieser Art in Bremen machen können. Der Silvesterlauf in Stuhr war im Weser Kurier und gehört eigentlich eher in die Kreiszeitung. Der Bremer Silvesterlauf fand nirgends Erwähnung. Kostüme hätte man zum Spaß prämieren können, wie es beim Silvesterlauf in Hannover auch der Fall ist. Gerade die sorgen für Spass an der Strecke und der Startschuss hätte auch mit Silvesterfeuerwerk durchgeführt werden können. So war es eine recht blasse Veranstaltung - schade! Alle waren im Ziel und auch schnell wieder weg. Hat noch Luft nach oben!

 

Ausblick:

Mein Frühjahr geht, äh läuft, jetzt weiter. Ich hoffe, ich schaffe es bis zum Sommer deutlich schneller zu laufen. Schwimmen habe ich ja auch ganz ordentlich in den Griff bekommen. Ungewohnt ist es schon den ganzen Winter kaum Rad zu fahren. Man hat ständig ein schlechtes Gewissen. Einziger Vorteil: wenig Rolle fahren. Ich kann mir überhaupt nicht mehr vorstellen täglich fast 2 Stunden auf dem Foltergerät zu verbringen. Lieber das hier:

Es geht weiter mit der Bremer AOK Winterlaufserie und dem Versuch erstmals 3,8 km am Stück Freistil zu schwimmen. Schwimmen läuft aktuell erstaunlich gut. Ich konnte einige kleine technische Verbesserungen umsetzen und dadurch meinen Schnitt auf 100m deutlich verbessern. Für Januar ist das wirklich gut gelaufen und geschwommen. Jetzt heißt es verletzungsfrei  bleiben und das Training nahtlos durchziehen.

 

Danke Aurelia für das super Frühstück am Silvestertag, danke Mädels für den Spass am letzten Tag des Jahres und allen anderen wünsche ich auch ein frohes, neues Tri-jahr!

01.07.2017 Bremer Brückenlauf

Eigentlich wollte ich schon im April meinen 1. Halbmarathon laufen, aber ich hatte mir das ISG verklemmt und musste 6 Wochen lang Laufen reduzieren. Klar hat mir was gefehlt! Ich habe 20 Jahre reinen Radsport hinter mir. Meine Beine sind das Tragen des kompletten Körpergewichts nicht gewöhnt und die Umstellung zum Triathlon nehmen sie mir richtig übel. Aufgrund der ganzen Probleme zu Beginn meiner Trainingsumstellung bin ich bisher nur 10 km im Training gelaufen, das aber auch nicht oft. Eigentlich auch erst nach Ibiza im Mai. Meinen 1. Halbmarathon hatte ich eigentlich im April geplant, musste den aber wegen ISG Problemen absagen.

 

Es sind noch exakt 3 Monate bis zu meinem 1. Ironman 70.3 bzw. bis zum Ibizatriathlon - Zeit das Laufen zu forcieren! Und so entschied ich mich am 1. Bremer Brückenlauf teilzunehmen. Eine ganz neue Sportveranstaltung in Bremen, die neben einem 10 km Lauf den Halbmarathon anbietet. Start am Samstag Abend um 18 Uhr am „Weserschlösschen“ mit Zieleinlauf über das Weserwehr. Sehr schöne Location!

 

Das Wetter war in den letzten Tagen von sintflutartigen Regenfällen geprägt, aber pünktlich zum Lauf schien die Sonne und es hatte optimales Laufwetter. Besser hätte es nicht sein können.

 

Ich wollte die 21 km einfach nur sauber durchlaufen und mal schauen was dabei für eine Zeit herauskommt. Konkrete „Rennambitionen“ hatte ich keine. Macht auch überhaupt keinen Sinn! Mein Ziel ist 70.3 Triathlon und nichts anderes!

Pünktlich um 18 Uhr erfolgte der Startschuss und die Meute „ballerte“ los. „Ballern“ anders will ich das nicht bezeichnen. Man hätte meinen können, die wollen alle nur 10 km laufen. Mich hat das nicht gejuckt. Ich hab mein Tempo strikt auf dem Garmin kontrolliert, denn ich wollte das Ding sauber durchlaufen.

 

Es ging immer an der Weser entlang bis an die Bremer Schlachte und wieder zurück. Nach 4 km ging mir eine sabbelnde Läuferin auf den Keks, die mir ständig in den Hacken hing und ihren Nachbarn voll textete. Da stellt man sich die Frage, was die hier will? Entweder lauf ich Wettkampf, dann hab ich keine Luft mehr zum Schwatzen oder ich geh Joggen! So aber ging sie allen auf den Keks, die bereits jetzt am Limit liefen. Da stelle ich mir immer die Frage, wo der gegenseitige Respekt bleibt. Ich hab sie dann aufgefordert vorbeizulaufen, weil mir sonst die Ohren abfallen, worauf sie zickig reagierte, aber ich war sie wenigstens los.

 

Auf Höhe der Rolandklinik kamen dann Emotionen aus dem Jahr 2013 hoch: In diesem Krankenhaus erlitt ich meinen schweren Knocheninfekt, der mich 4 Jahre Kampf gekostet hat, um meinen linken Arm wieder bewegen zu können. Mein Schlüsselbeinbruch, mit Metall fixiert, hatte sich entzündet und das Implantat war aus dem Knochen gefallen. Ich musste eine Chemotherapie machen, die mich so schwächte, dass ich damals nicht einmal 1 km auf dieser Strecke schaffte. Damals versuchte ich täglich wenigstens ein paar Meter draußen zu gehen. Das Ganze nur unter brutalen Schmerzen in der Schulter, aber ich wollte nur ein paar Minuten raus aus diesem Krankenhaus. Täglich weitete ich die Spaziergänge aus. Am Ende meines Aufenthalts schaffte ich es immerhin über die Werderinsel bis zu Starbucks in der Innenstadt.

 

Und genau diesen Weg lief ich jetzt im Wettkampf satte 21 km! Da geht einem so einiges durch den Kopf, da rollt schon mal eine Träne. Damals sah es nicht danach aus, dass ich noch einmal so in den Sport zurückkehre.

 

Km 10: Die ersten Starter zollten Tribut für ihr angeschlagenes 10 km Tempo. Eine Geltüte Power Bar und ich lief weiter nach Garmin-Tempomat. Ich fing an aufzuholen. Einzig diese ewig langen geraden Deichwege nahmen kein Ende und der harte Asphalt war auch nicht mein Ding. Im Training laufe ich mehr im Wald. Die Sonne schien und ich zog das Tempo ab km 15 etwas an, konnte wieder überholen. Verpflegungsstellen ließ ich jetzt aus. Auf dem letzten Kilometer lieferte ich mir noch ein kleines Duell mit einer Starterin, die Tribut zollen musste und lief Vollgas Richtung Ziel. Der Zieleinlauf über das Weserwehr war natürlich ein absolutes Highlight, hatte aber auch nochmal nette Höhenmeter intus. 

 

Nach 2:01h lief ich über die Ziellinie und war positiv überrascht, denn ich hatte mit 2:10h -2:15h Zielzeit gerechnet. Mit der Zeit bin ich total zufrieden. Noch mehr freue ich mich darüber, dass ich ohne Probleme durchlief und auch einen Tag nach dem Wettkampf nicht völlig im Eimer bin. Noch ein bisschen Training, dann klappt das mit meinem 70.3 im September.

 

Ansonsten war es eine tolle Laufveranstaltung, die etwas Promotion verdient. Es gibt viel zu wenige davon und diese war top organisiert, hatte eine schöne Laufstrecke entlang der Weser, super Streckenverpflegung und einen tollen Zieleinlauf. 2018 gerne wieder!

16.06.2017 Stadtlauf Verden

Frust und eine offene Rechnung lagen nach dem merkwürdigen Laufdesaster von Wolfsburg vor und so entschied ich mich für die Kurzdistanz von 4,5 km. 10 km waren mir zuviel in Anbetracht unseres ersten geplanten Besi & Friends Staffelstarts in Peine am Sonntag. 4,5 km entspricht aber fast  genau dem Desaster von Wolfsburg - perfekt!

 

Dieses Jahr startete der Stadtlauf am Freitag Abend erst um 19:30 Uhr, weil die Domweih noch abgebaut werden musste. Ich dachte, es ist Sommer und zog Triathlontop und -büx an, stellte aber mit Ralf bei der Startnummerausgabe schon fest, dass der Wind schweinekalt war, zudem fing es auch noch an zu schütten. Also nur kurz Nummer holen, von Maren meinen Einhornkeks abholen, denn der sollte schnell machen, und zurück zum Auto.

 

Kurz vor dem Start wollten wir uns dann etwas warm laufen, aber es schüttete aus Eimern, so dass wir im Dom unterstanden und einen Kaltstart riskierten. Der erfolgte dann auch um 19:30 Uhr, obwohl kaum einer die Ansage verstand. Ich lief flott los und war auch gleich ziemlich weit vorn. *AUA* - tat das weh, jenseits HF 170 aus der kalten Hose - nie wieder, aber erkälten wär auch nicht so toll gewesen. 

 

Ab durch die City. Erste kurze Runde „Land of Pain“ kam ich aber langsam rein, fand mein Tempo und einen Pacemaker vor mir, der mein Tempo auf eine brauchbare „Zwischenlösung“ brachte. Bloß nicht auf der Strasse laufen, die war arschglatt, lieber auf dem Bürgersteig! Hinter dem Krankenhaus und unten an der Aller entlang, lief ich also etwas gedrosselter, aber schlau, weil ich die letzten 800m nochmal richtig Gas geben konnte und mit einer Durchschnittspace von 4:50 Min ins Ziel lief. Zeit 21:15 Min - wow - und ziemlich weit vorn.

 

Schöner Lauf, die Beine waren deutlich besser als in Wolfsburg . Keine Ahnung was da los war. Vielleicht war es auch einfach nur die Hitze? 

 

Endplatzierung: 

Platz 5 von 49 Frauen und der 25. Zieleinlauf von 102 Startern kann sich sehen lassen. Altersklasse wurde nicht gewertet, wär aber ganz vorn gewesen. Schöne Laufveranstaltung mitten durch die Verdener Altstadt und wer weiß, vielleicht haben die Einhornkekse von Maren doch schnell gemacht ;-)?!

 

Danke Nicole für das tolle Foto und das von den Einhörnern! 

26.09.2015  Runterra Social Phoenix Award 2015

 

Runterra - dreckig, geil - 40 Hindernisse - Spassfaktor UNBEZAHLBAR.

 

Mit Benjamin Ulsamer im Support war ich im Runterra Social Phoenix Award Team wieder mit am Start - zusammen als Batman und Catwoman. Ich wollte den Spass mit Kostüm jetzt auch mal ausprobieren und hab mir extra das original Kostüm aus dem Film "The Dark Night Rises" besorgt. Damit ich mir meinen empfindlichen Katzenschwanz nicht im Hindernis einklemme, hab ich den lieber weggelassen und die Ohren fielen mir sowieso ständig vom Kopf.

 

Wegen meinem Muskelfaserriss und meiner Achillessehne ging bis 2 Wochen vor dem Lauf nicht wirklich viel. Einmal 2 km, dann 4 km und 2 Tage vor Runterra 7 km gelaufen, war das echt sau knapp - zudem hatte ich von der Grippe auch noch Husten. Hat aber gerade so gereicht. Auf den Tag genau konnte ich halbwegs passabel laufen - die Form war natürlich mies, aber wir wollten ja auch nur Spass haben.

 

Beim Muddy Fox Scholzi wurde wieder Piratenquartier bezogen, wie auch im Jahr zuvor. Manni und Schmitti in bester Laune ging es abends ins Fürther Brauhaus, wo es RIESEN Schnitzel gab. Ich hatte nur ein Halbes - echt ???? Jedenfalls war ich davon am nächsten Tag immer noch satt. Die Jungs hingegen zogen noch in den Irish Pub und futterten mitten in der Nacht noch Schnitzelreste….nächsten Morgen gabs dann vom Scholzi sein super Fox-Frühstück. Wie immer an alles gedacht, sogar Aspirin :P!!!

 

Ab nach Zirndorf - das erste Mal zu schnell - gabs ein hübsches Gruppenbild gegen Gebühr für Scholzi *LÄCHELN*……. und dann hab ich Kathi von Besi & Friends getroffen, die zum ersten Mal dabei war. Lange nicht gesehn - viel zu selten. Batman flatterte später zur Teamaufstellung ein und mit Mane zusammen sind wir dann in der ersten Gruppe gleich vorn mit weg, aber dann war Batman so aufgeregt, dass er Pipi musste und schon waren wir hinter dem großen Starterfeld und standen im Stau. Der Spass kam aber nicht zu kurz. Joah, dann kam das erste Schlammloch und ich dachte, ich hätte Blei an den Beinen. Mein Catwoman Kostüm hatte Beine aus Latexgewebe und nass und voll Schlamm waren die gefühlt so schwer wie eine nasse Lederhose. Ich dachte, ich krieg die Beine nicht mehr hoch! Alter Schwede !!!

 

Das zählt doppelte Runde - zudem musste ich den Schlamm abstreifen sonst blieb der an der Hose kleben. Laufen im nassen Sack war angesagt. Batman musste dauernd Pipi und Mane fing an die Konkurrenz einzuschüchtern und rief dauernd:"Eeeerste Rundeee!" Das Beste: Entweder dachten alle die Cracks kommen (3. Runde) oder die dachten, wir sind echt so langsam, waren wir doch längst in der 2. Runde. Das ganze wurde zum Running Gag!

 

Die Biebert war viermal zu queren und Batman hatte dabei auch krass Auftrieb in seinem Kostüm, während mein "Sack" sich nochmal richtig schön beschwerte. Die ätzenden Betonwände kam ich weder hoch noch runter, weil ich so tief nicht springen wollte mit meinem gerade verheilten Faserriss. Also stieg ich Mane oder Benji auf den Kopf und kam in einem Fall fast nicht mehr herunter, so dass wir orientierungslos herumrannten - muss das bescheuert ausgesehen haben!

 

In jedem Fall hatten wir drei prächtig Spass und haben ab und zu auch etwas Bier getrunken. Nach 2 Runden sind Mane und ich dann aus "Verletzungsvernunft" aus-gestiegen und Batman ist noch eine Runde allein geflogen. Dabei soll er Sekt getrunken haben, geraucht haben und eine Melone geklaut haben…..wenn man ihn mal alleine lässt!... ;-)

 

Was wieder total fies war, waren die kalten und überfüllten Damenduschen - puuh, da könnte man echt nochmal nachregeln, denn 1800 Starter sind dann doch etwas zuviel für die vorhandenen Duschräumlichkeiten. Außer dem irren Trainingseffekt mit dem Kostüm 16 km Hindernisse gerannt zu sein, kann ich dem Ding noch einen Vorteil abgewinnen: Einfach ausziehen und wegschmeißen! Nix zu waschen, kaum Dreckklamotten im Gepäck!

 

Die After Race Party war wieder richtig super! Klasse Band, Lagerfeuer und viele, viele liebe und interessante Menschen. Insbesondere auch im Award Team: Ob vom Junkie zum Ironman, vom Kinderhospitzhelfer bis zum Running Norris - jedes Jahr echt tolle Kämpfer am Start nach dem Motto: Never give up!

 

Und so wurde mir die Ehre teil ein zweites Mal mit dem Runterra Phoenix Award ausgezeichnet zu werden. Vielen Dank dafür, vielen Dank für diese tolle Idee und die Veranstaltung. Runterra ist für mich schon ein echter Saisonabschluss geworden, auf den ich mich richtig freue.

 

Am meisten berührt es aber, wenn Menschen mich einfach so in den Arm nehmen und sich herzlich für den Besi & Friends Film "Über den Berg-…." bedanken. Das sind die Momente in denen einem wieder besonders klar wird, dass es sich lohnt zu kämpfen - nicht aufzugeben - ganz besonders weil man anderen Beispiel geben kann.

 

Danke Runterra - allen Schlammläufern - Batman & Mane, Schmitti, Manni und Scholzi und vielen anderen mehr, die dieses tolle Wochenende wieder unvergesslich gemacht haben! 

 

Glückwunsch an alle ausgezeichneten Phoenixe - Ihr habt es echt verdient!!!

 

NEVER GIVE UP

 

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