Triathlon/ Duathlon

Maschseetriathlon

25.05.2019 

Man kann sich darüber streiten, ob der September oder der Mai der bessere Termin für die Veranstaltung ist, eins steht aber außer Frage: der Maschsee war schon immer saukalt und im Mai stehen die Chancen deutlich schlechter für wärmeres Wasser als im September. 6 Tage vor dem Start wurden 10 C gemessen, einen Tag davor 21 C (+10 ?) und nach dem Rennen sollen es 17 C (-4 C) gewesen sein.

 

Der künstliche Teich hat einen kalten Zufluss. Je nach dem wann und wo gemessen wird, schwankt es erheblich. Mir war von Anfang an klar, es wird kalt wie immer. Hinzu kam ziemlich fieses Wetter mit Wind. Noch nie habe ich am Start im Neo so mit den Zähnen geklappert! An Land war der Neo trocken die perfekte Wärmebekleidung, wie man hier auf dem Pre-start Foto mit dem Team von Maxxprosion sieht. Ja Gabi, nächstes Mal den Neo nicht vergessen, nä! ;-)

War übrigens super nett Euch persönlich kennenzulernen. Mein neuer Sport-nahrungspartner und zugleich Sponsor der Streckenverpflegung am Maschsee. 

 

Zuvor hieß es noch Check-in:

Ich schreibe diesen Blog für den normalen Hobbyathleten. Hier soll sich jeder wiederfinden, der den Sport nicht so perfekt betreibt. Der arbeiten muss und wenig Zeit zum Training hat. Der Probleme mit Material oder Training hat und einfache Lösungen sucht. Keine Materialschlachten wie im Profibereich oder Tipps, die ein Hobbyathlet nicht umsetzen kann. Ich wollte immer den Spass an Bewegung vermitteln, herausstellen, dass eigene Ziele zu verfolgen viel wichtiger ist. Dass der Sport einem Selbstwert und Motivation für den Alltag geben kann und man sogar „Handicaps“ oder Erkrankungen durch ihn deutlich verbessern kann. Einfach auf den Punkt gebracht: „Wir sind Triathlon!“ – nicht die Profis – wir (be)leben den Sport. Ich freue mich besonders, wenn meine ganze Schreib- und Fotoarbeit auch genau das in der Realität bewirkt. Viele haben mich in Hannover angesprochen, kannten mich oder fragten „Hey, wir kennen Dich von Instagram, dürfen wir ein Foto mit Dir machen.“ Besonders schön, wenn es die jüngere Generation ist. Die vom Sofa zu bekommen, ist mir besonders wichtig! Danke für das tolle Swim-Bike-Run-Feedback!

 

Start war 2. Welle um 14:45 Uhr…..woooh, mir fast schon zu spät. Es klapperten die Zähne im Neo – es war saukalt. Selbst 2 Badekappen konnten den Hirnfrost nicht verhindern. 500m habe ich gebraucht, um mich an das kalte Wasser zu gewöhnen. Es war zum Abgewöhnen. Olympisch brauch ich so nicht nochmal! Der Maschsee wie immer eine undurchsichtige Brühe. Man sah unter Wasser nichts! Nicht mal die Füße vom Vordermann. Orientierung nur über Wasser möglich. Wasserschatten nur schwer zu halten. Und Waschmaschine der übelsten Art.

Kenn ich alles, habe ich schon oft erlebt, aber was nach 500m passierte, war nicht nur unsportlich, sondern höchst gefährlich. Ein männlicher Schwimmer, dem im Gewusel wohl die Sicherung durch Hirnfrost durchgebrannt war, drückte mich vorsätzlich von oben mit der Hand auf meinen Kopf unter Wasser, so als wollte er mich ertränken und hielt sekundenlang nach. Da ich in Sauerstoffschuld schwamm, was im Wettkampf ja völlig normal ist, hatte ich nicht genug Luft, der Atemreflex setzte ein, ich bekam Panik, er ließ jetzt zwar los, aber ich hatte bereits einen großen Schluck Wasser in der Lunge. 2-3 Minuten musste ich stoppen, rang nach Luft und musste husten. Nichts ging durch den Kopf außer der Gedanke vorzeitig in den Sack hauen zu wollen.

 

Ich bin selbst voll ausgebildeter Rettungsschwimmer der DLRG und nicht zimperlich im Wasser, aber diese vorsätzliche Aktion kann übel ins Auge gehen. Frauen können aufgrund der Masseunterschiede in solchen Situationen schlecht gegen-halten. Die Sauerstoffschuld durch die Wettkampfsituation kann bei vorsätzlichem Nachhalten, wie hier passiert, zum Black-out führen. Das DLRG Boot war 100m weit weg. In der Wasserschlacht wäre ein bewusstloser Schwimmer erst verzögert aufgefallen. Ist es das wert? Ich finde nicht. Und falls er das hier lesen sollte, bitte denke über die Aktion nach und wiederhole sie nicht. Kein Triathlon der Welt ist  sowas wert!

 

Ich bin dann doch weitergeschwommen, meine angepeilte Zeit aber war im Eimer: 32 Minuten im Neo ist für mich wirklich schlecht.

 

Der Wechsel lief gut. Rauf aufs Rad und Zeit wett fahren. Hannover sollte für mich ein Trainingsrennen für die Blue Challenge in 2 Wochen sein. Andernfalls hätte ich auch nie OD im Mai gebucht. Die niedersächsische Landesmeisterschaft juckt mich als Hamburger Piratin generell nicht. 5 Runden pottflach Ballern – kann ich. 20 Jahre Radsport nimmt mir keiner. In der 4 Runde dachte ich kurz einen DTU-Schiri-Anschiss zu kriegen. Windschatten war nur noch bedingt haltbar. Zu voll. Aber den Anschiss kassierten 2 Lutscherinnen hinter mir. Das hätte noch gefehlt. Und so beendete ich den Radsplit in 1:07h (10. Zeit – kann sich sehen lassen) und lag damit wieder gut im Rennen.

Allerdings kniff jetzt vom Radfahren in Aeroposition wieder der Magen. Einfach ätzend und so musste ich die ersten 2 Laufrunden drosseln, stellte die Wasseraufnahme und das Essen ein und bekam die Sache tatsächlich wieder in den Griff. Die 3. Runde lief erstmals stressfrei und in der 4. Runde konnte ich nochmal zulegen. Mit 53 Minuten hatte ich ehrlich gesagt nicht mehr gerechnet. Waren ja nur 2-3 Minuten Verlust zur Bestzeit trotz Wanstrammeln. Endzeit 2:37h und happy !!!

 

4. Platz AK. Um auf den 3. zu kommen hätte ich 49 Minuten laufen müssen oder 2-3 Minuten schneller schwimmen. Das ging jetzt zwar in die Hose, ist aber möglich. Bei der niedersächsischen Landesmeisterschaft hätte es schon für den 3. gereicht. Gesamt ist es der 31. Platz. Fazit: ich bin erstmals in der Lage durch Swim & Bike so vorzulegen, dass sich mit verbesserter Laufleistung der Schaden im Gesamt-ergebnis in Grenzen hält. Das ist echter Fortschritt! Da zahlt sich der ganze Laufwahnsinn ohne Leistungsverlust auf dem Rad endlich aus. Alles richtig gemacht!

 

Abschließend gibt es an der neuen Streckenführung des Maschseetriathlons nichts zu meckern, auch wenn die Radstrecke spätestens in der 4./5. Runde etwas zu voll wurde. Die DTU-Schiris waren unter den Umständen sehr fair. Das Wetter hätte besser sein können, aber sonst war alles top organisiert. Nur, ob ich nochmal OD im Mai mache, weiß ich nicht … VD ist kürzer kalt zu schwimmen ;-) !

Kropp Triathlon

12.05.2019

Saisonstart in meiner Heimat. Es sollte ein Test werden. Schwerpunkt lag auf dem Laufen und Wechseln, wobei Letzteres beim ersten Triathlon des Jahres meistens nicht so gut klappt. Irgendwie ist man da jedes Jahr wieder Rookie.

 

Das Wetter hätte an diesem Tag kaum besser sein können. Während es im Süden überall regnete, hatte es im Norden 15 C Sonne. Ich habe mir meinen ersten Sonnenbrand eingefangen und muss sagen, Kropp hat ein wirklich tolles Freibad mit 8 x 50 m Bahnen und sehr schön im Grünen gelegen. Ideal für so eine Veranstaltung und auch perfekt organisiert. Chapeau – das war wirklich voll durchorganisiert, da gibt es nichts zu meckern!

In der Wechselzone gab es genug Platz für alle. Ich entschied mich meinen Speedsuit KiWAMi Aquarush zum Schwimmen zu tragen. Nicht unbedingt wegen großer Zeitersparnis, dafür waren 700m einfach zu kurz, sondern um das Wechseln zu üben. Meine nächsten Rennen sind alle im Freiwasser. Den kleinen Zeitverzug beim Ausziehen nahm ich dafür in Kauf.

 

Schwimmen:

Wer ist der Schnellste? Keiner war sich einig. Immer das Gleiche vor einem Schwimmstart im Freibad. Ich halte mich da schlauer Weise immer zurück, denn die ersten 500m Vollgas zu schwimmen, ist gefährliche Sauerstoffschuld. Allerdings war der schnellste Schimmer heute bereits nach 50m am Brustschwimmen und dann out of Race, der Nächste wurde von mir überholt und dann kam lange nichts mehr. Wasserschatten hatte ich eigentlich nie. Entweder zu schnell oder zu langsam und dazwischen bin immer ich mit meinem Handicap. Ich habe einfach mein Ding durchgezogen und das sauber. 13:53 Min – 5. Schwimmzeit der Frauen und nicht überpaced. Und dann streikte der Garmin. Na sauber, jetzt half nur noch Körpergefühl.

Rad:

Der Wechsel lief eigentlich gut, aber ich komme immer schlecht aus den Beinen vom Aquarush heraus. Nass klebt das Ding einfach wie Sau. Einen Neo „scrollt“ man leichter herunter. Es war sehr windig, aber konstant nicht so fies böig wie beim Duathlon in Weyhe. Streckenkenntnis hatte ich keine. Schade eigentlich, weil ich dann deutlich schneller die Kurven genommen hätte. Ich war noch etwas Weyhe geschädigt und hatte immer Schiss, dass hinter der Kurve ein Auto steht oder Rollsplitt auf der Straße liegt. Deshalb habe ich ständig rausgenommen, aber die Radstrecke in Kropp ist bester Asphalt, wenig Verkehr und absolut saubere Straße. Der Gegenwind auf einem Teil der Strecke war quasi wie konstantes Bergfahren, was mir als ehemalige Mountainbikerin keine großen Probleme bescherte. Die zweite Runde ging ich schneller an und fuhr deutlich auf. Wenn die DTU Schiris bei Dir auftauchen, bis Du meistens ziemlich weit vorn. War ich auch: Top 5 und am Ende schnellste Radzeit aller Frauen!

 

Lauf:

Ja, der Wechsel war etwas verkorkst….ich kam in die Laufschuhe schlecht hinein. Ich bin dann einfach mein trainiertes Tempo gelaufen. Mir war klar durch das Laufen wieder Zeit zu verlieren, aber ich versuchte den Verlust möglichst gering zu halten und konnte nach 3 km auch nochmal etwas anziehen. Auf dem letzten Kilometer kam es zu einem kleinen Sprintduell mit einer weiteren Teilnehmerin, das ich zwar um 4 Sekunden verlor, aber ich schaffte es auch erstmals in einem Sprinttriathlon unter 25 Minuten zu Laufen! Das ist fast 3 Minuten schneller als je zuvor. Also hat sich mein ganzer Laufwinter doch ausgezahlt.

 

Am Ende belegte ich einen tollen 7. Platz in der Gesamtwertung bei wirklich harter Konkurrenz, schrammte nur 4 Sekunden am 6. Platz vorbei und wurde Zweite meiner Altersklasse. Anja Heil auf Rang 4 nahm mir nur beim Schwimmen Zeit ab, wo ich generell durch mein Handicap, besonders ohne Neo, im Nachteil bin. Für mich ein echter Leistungssprung mit dem ich total zufrieden bin. Besser hätte die Saison eigentlich nicht beginnen können.

 

Ich freu mich auf meine erste OD beim Maschseetriathlon in 2 Wochen.

Duathlon Weyhe

05.05.2019

Zum ersten Mal auf Kurzdistanz über 10-42-5. Warum die doppelte Distanz? Weil es Richtung OD und MD gehen soll und es der beste Test dafür zu Saisonbeginn ist. Den HAJ-Marathon war ich nur wenig schneller gelaufen als im Jahr zuvor und war zunächst etwas enttäuscht, aber wenn der Trainer sagt, da kommt noch was, glauben wir ihm das einfach mal. Seit Hannover bin ich im Training viel lang und Intervalle gelaufen.

 

Das Wetter in Weyhe ist bekanntlich nie besonders gut, aber 9C, gefühlt weniger, Regenschauer und heftiger Wind mit Böen um die 40 km/h sorgte für teilweise extreme Bedingungen. Deshalb wählte ich meinen Trisuit Größe L von KiWAMi, weil hier noch möglich war Windstopper unterzuziehen. Wie sich später herausstellte die optimale Bekleidung für das Rennen.

Alles lief nach Plan bis auf das Ding mit meinem Transponder, den ich mal wieder im Rucksack vergaß. Ich weiß auch nicht, aber das Ding vergesse ich irgendwie immer. In Peine sogar im Staffelwettbewerb, so dass ich mit Maren`s altem Crossrad bereits vor dem Start ein Einzelzeitfahren hinlegen musste. Heute war es ein Sprint 3 Minuten vor Start über die Absperrung quer durch die Wechselzone und zurück direkt in den Startschuss hinein. Just in time - Schwein gehabt!

 

Der erste Laufsplitt war erstaunlich gut. Zwar nicht so schnell wie die super Läufer am Start, die 10 km in 39 Minuten hinlegen, aber nach 2 Jahren verkorkstem Laufeinstieg stoppte die Uhr erstmals auf 50 Minuten. Persönliche Bestzeit und das im Kombiwettkampf! Bei 54 Minuten lag mein ursprünglicher Rekord.

 

Der Wechsel lief nicht ganz so glatt, weil ich mit dem Visier vom Helm zu kämpfen hatte und in den ersten 10 Minuten wollten die Beine einfach nicht Radfahren. Wenn man das Koppeltraining immer anders herum trainiert…

 

Ich hatte das Gefühl gegen eine Wand aus Wind zu fahren. Den Krusenberg merkte ich nicht wirklich, nur in der Umleitung am Golfplatz bestand überhaupt erstmals die Möglichkeit sich etwas zu erholen. Danach wurde es noch einmal richtig heftig. In der ersten Runde kam eine Wetterfront mit starken Windböen auf und ich hatte akute Probleme das Rad zu kontrollieren. Ich musste teilweise so stark am Auflieger hebeln, dass ich Schulterschmerzen bekam. Eine Vollsperrung für den Straßenverkehr bestand auch nicht und immer wieder überholten Fahrzeuge mit wenig Seitenabstand. In einem Fall versetzte sich mein Rad um 1,5 m zur Seite. Ich hatte kurz den Gedanken das Rennen nach der 1. Runde zu beenden, dann zog die Wetterfront aber ab und ich fuhr auch die 2. Runde.

 

Bei Einlauf in die Wechselzone sah ich die Abstiegslinie aus Kreide etwas spät und konnte mit meinem Arm nicht so hart bremsen. Ich kam nur wenige Zentimeter mit dem Vorderrad über die Linie und erhielt eine Verwarnung vom DTU Schiri, zum Glück keine Strafminute, aber dadurch verlor ich auch wieder etwas Zeit. Das erste Mal, dass mir Radfahren keinen Spass machte – eine gefühlte Katastrophe!

 

Der 2. Wechsel zum Lauf lief gut und eigentlich lief ich auch gut, konnte nur nicht mehr viel drauflegen. Der Blick in die Ergebnisliste war für mich dann doch überraschend, denn der 1. Laufsplit war PB und auch die 6. Radzeit von insgesamt 14 war gut unter diesen Bedingungen. Der 2. Laufsplit nur minimal langsamer als der Erste. Ich konnte mein Leistungsniveau also konstant über das ganze Rennen halten.

 

In der Altersklasse reichte es für den 2. Platz und den 9. gesamt, was völlig in Ordnung geht. Ersetze Laufen durch Schwimmen und die Welt sieht wieder anders aus.

Sparkassen Kanal Triathlon

22.09.2018

Spät im Jahr – immer einer der letzten Triathlons in Deutschland. Warum? Weil er im Rahmenprogramm des „Schleswig-Holstein Netz Cup`s“ ausgetragen wird. Einmal im Jahr treffen sich zu Saisonende die weltbesten Rudermannschaften in Rendsburg, um auf der weltbekannten und meistbefahrenen Wasserstrasse der Welt um die Wette zu fahren. Man spricht vom härtesten Rennen der Welt, wenn die Ruderboote von Breiholz 12,5 km bis zur weltbekannten Eisenbahnhochbrücke Rendsburg um den Sieg kämpfen. Rendsburg ist schon immer ein Zentrum des Ruder- und Schwimmsports gewesen und meine Geburtsstadt. Was liegt also näher als ein echtes Heimrennen zum Abschluss meiner Triathlonsaison.

 

Dieses Jahr spielte das Wetter leider überhaupt nicht mit. Bereits am Abend zuvor sank die Temperatur auf 12 C und starke Windböen bis hin zum Sturm mit Wolken-brüchen tobten die ganze Nacht. Für einen kurzen Moment überlegte ich überhaupt zu starten. Da ich aber mein Crossrad verkaufen wollte und den Käufer dort treffen sollte, zog ich die Nummer durch.

 

Es war recht trocken am frühen Morgen, aber kurz nach Check-in in die wie immer viel zu kleine Wechselzone vor der NDR Bühne:

folgte ein krasser Wolkenbruch. Ich flüchtete ins Festzelt und zog dort schon mal den Neo an. Anders als in Rügen war der jetzt schön warm und sollte es jetzt noch weiter regnen, wäre es auch egal gewesen. Allerdings schwamm die Wechselzone nach dem Schauer und alle Klamotten waren piss nass:

In Rendsburg gibt es immer komische Startnummern fürs Rad, die sich wenig sinnvoll befestigen lassen. Kabelbinder riss bei mir ab also half nur notdürftig Klebeband auf der letzten Rille und das sah dann ziemlich blöd aus.

 

17 C sollte das Kanalwasser haben. Der einzige Tag in dem Schwimmen im Nord-Ostsee-Kanal erlaubt ist! Die Schifffahrt wird dafür NICHT extra eingestellt, was die Sache heute besonders interessant machen sollte. Zudem mussten wir 250m gegen die Strömung schwimmen, aufgrund starker Windböen aus Richtung Breiholz/ Nordsee. Im letzten Jahr gab es sogar einen Duathlon, da das Wasser nur 14 C hatte. Der Kanal ist 15m tief und in der Regel saukalt. Heute war er wärmer als die Außentemperatur. Äußerst selten.

 

Um 11 Uhr erfolgte der Start für Frauen und Staffeln, 5 Minuten nach uns die Männer. Waschmaschine gab es schon mal nicht, aber warm war etwas anderes. Generell hatte man das Gefühl kaum vorwärts zu kommen und nach der Wende um die 250m Boje schwamm ich gefühlt auf der Stelle. Immer wenn ich hoch schaute das gleiche Werbeplakat. Auf halber Höhe zum Ziel plötzlich Eiswasser im Anzug. Mehr als 14 C hatte es nicht mehr und ich fragte mich, wo das kalte Wasser plötzlich herkam. Zudem schwamm ich unbewusst einmal gegen die Kaimauer. Später klärte sich auf woran es lag: die Pacific Princess, ein riesiges Kreuzfahrtschiff erzeugte starken Sog und wühlte das eiskalte Wasser aus den Tiefen der Fahrrinne zu uns hoch. Das Foto das dabei entstand, war schon beeindruckend mit dem Unwetter im Hintergrund:

Ein wahrscheinlich einzigartiger Moment im Triathlonsport!

 

Der Wechsel war so „lala“….ich kam aufgrund der Kälte schlecht aus dem Neo und auch schlecht in die nassen Radschuhe. Meine Beine waren jetzt schon völlig kalt. Die 12,5 km Richtung Breiholz wurden jetzt zur echten Herausforderung. Kompletter Gegenwind, der dosiertes Fahren überhaupt nicht zuließ. Auf halber Strecke Sturmböen und kein Bewuchs an der Strecke. Um das Rad halten zu können, musste ich vom Auflieger. Es begann aus Eimern zu schütten. Das Helmvisier hatte ich zum Glück gleich weggelassen. Aquaplaning pur. Ich konnte einige Plätze gut machen und wusste nach der Wendemarke, dass ich ziemlich weit vorn im Feld liegen müsste. Dank dem nun starken Rückenwind konnte ich mit ordentlich Druck zurückfahren und nochmals Plätze gut machen.

 

Kurz vor der Einfahrt in die Wechselzone ging mir noch einmal mein Unfall vor 2 Jahren genau an dieser Stelle durch den Kopf, bei dem ich mir das Schlüsselbein zum 2. Mal brach. Auch in diesem Jahr gab es mehrere schwere Stürze in der Einfahrt zum Hafenbereich. „Dieses Mal bringst Du das sauber zu Ende – Du liegst ganz weit vorn“, dachte ich. Die Wechselzone war auch noch total leer als ich wieder hinauslief. Allerdings hatte ich jetzt so kalte Beine, dass ich sie erst nicht spürte. Gelaufen bin ich trotzdem sehr gut und bekam nach 1 km auch wieder Gefühl in die Beine. Aber würde ich das Laufniveau halten nach dem Radsplit? Ja, was soll ich sagen, ich hielt es. Und ich konnte zum Schluss sogar noch etwas drauflegen. Auch überholte mich niemand mehr. Und das nur 2 Wochen nach dem Ironman 70.3 Rügen unter diesen Bedingungen - wow- es wird. Und dann folgte der Zieleinlauf als Sechste overall, älteste Teilnehmerin im vorderen Gesamtwertungsfeld und zum ersten Mal mit Ansage:“ Und hier noch eine der ganz schnellen Damen im Ziel: Monika Reker vom MC Pirate“.

 

Der Altersklassensieg war deutlich und endlich hatte ich einmal einen schnelleren Lauf hingelegt als üblich. Wow, das war mal ein geiles Rennen! Im Anschluß habe ich noch mein Rad an einen Triathleten vom Schleswig-Holstein Netz Team verkauft. Glückwunsch zum Staffelsieg! Ebay ist manchmal ungewöhnlich…..und ich hoffe ich sehe Euch Jungs im nächsten Jahr in Glücksburg wieder. War super nett mit Euch. Danke. Und viel Spass mit meinem Fahrrad. Ich weiß bei Euch ist es in guten Händen.

 

Außergewöhnlicher Triathlon unter außergewöhnlichen Bedingungen und einem außergewöhnlich gutem Ergebnis für mich. Was soll ich sagen? Perfekter Saison-abschluss! 

 

Der Deutschlandachter konnte gegen die USA leider nicht gewinnen. Vielleicht im nächsten Jahr wieder?

Ironman 70.3 Rügen 2018

08./09.09.2018

Ich wollte den IM Rügen schneller finishen. Einfach gedacht, aber nichts lief im gesamten Jahr nach Plan. Im Winterhalbjahr trainierte ich Grippe, das Swim & Run Camp bestritt ich mit Halsschmerzen und das Lauftraining war ein einziges Stop & Go. Ich war sogar mal kurz an dem Punkt 2018 komplett in den Sack zu hauen. Zwei Mitteldistanzen finishte ich auf der letzten Rille (Trainingsrückstand & Magen-probleme). 

 

Freitag:

Perfektes Wetter: 4 Tage Sonne auf Deutschlands größter Insel. Super schnell angereist, tolle Ferienwohnung direkt in der Nähe von Start und Ziel, folgte die Akkreditierung. Also ich als Grenzpolizist bin ja schon gründlich bei der Ausweis-kontrolle, aber die Dame bei Ironman wollte mich fast nicht rein lassen: “Wo ist denn ihr Pony?“…dabei schaute sie konzentriert auf meinen Perso. Meine Antwort:“ Ich bin vom Reiten zum Triathlon gewechselt, sonst wäre ich wohl nicht hier oder?“, stieß dann zum Glück auf ein kleines Lächeln. Ich hatte schon Angst noch zum Frisör zu müssen ;-)! 

Abends waren wir dann zum „Welcome Bankett“. Wir versuchten unsere 250 Euro Startgeld aufzuessen, aber die lange Schlange am Buffett sorgte eher für ein Verhungern.

 

Samstag:

Erst Kaffee in der Sonne, mittags dann der Versuch eines kurzen Technikschecks mit dem Bike auf der Prorarer Chaussee. Ich spreche hier wirklich von einem Versuch, denn Radfahren bei der Verkehrsdichte war schon fast lebensgefährlich. Nach ein paar gegenseitig gezeigten Vögeln zwischen Triathlet und Autofahrern, habe ich nach 10 km das Ganze abgebrochen. Radfahren auf Rügen geht echt nur im Wald. Zum Glück stellte ich aber noch fest, dass mir der Flaschenhalter am Bike gebrochen war. Also nochmal los einen Neuen kaufen.

 

Um 14 Uhr war ich eine der Ersten in der Wechselzone, weil ich bei dem top Wetter den Nachmittag doch lieber am Strand verbringen wollte als mit organisatorischen Dingen. Das Wechselzelt stand dieses Jahr am Ende der Ladestraße Bahnhof Binz- hieß noch weitere Laufwege im Rennen als ohnehin. Ich gehe mal davon aus, dass Ironman noch mehr Starter zugelassen hat als im letzten Jahr, weshalb alles noch etwas größer war.

Danach war Beach angesagt bei Traumwetter. Was für ein geiler Saisonabschluss am Meer!!! Naaa, Bike von Patrick Lange auf den Foto`s gefunden? ;-)

 

Raceday:

Mies gepennt, Schulter und Nacken verlegen mit dem komischen Kissen der Ferienwohnung, hatte ich Kopfschmerzen. Kenn ich schon, konnte ich aber heute überhaupt nicht gebrauchen. Auch stellte ich fest, dass sich am kleinen Zeh eine Blase gebildet hatte. SUUUPER, fängt gleich toll an und so wackelte ich matschig und genervt zur Wechselzone.

 

Wenig später kroch ich in meinen Neo und „rrrraaaatsch“….mmh schönes Loch im Arm. Ermüdungsriss im Neopren. Ja, nächstes Jahr ist dann doch ein Neuer fällig. Ich dachte nur: Hauptsache mir reisst jetzt nicht gleich der Arsch auf und ich ersauf in dem Ding – ganz nach dem Motto „Anything is possible“. Aufstellung zum Rolling Start. Schon komisch, wenn du mit einem Handicap, mit dem du ursprünglich keine 500m mehr schwimmen solltest, plötzlich im vorderen Startfeld stehst….ich bin schon „weit“ gekommen im Triathlon *wunder*....

Ich war kurz im Wasser zum Einschwimmen, musste jetzt aber im Neo mit 2 Badekappen länger in der Sonne ausharren. Gefühlt wie im Treibhaus!!! Dann der Startpfiff, rein ins 19 C kalte Wasser mit völlig überhitztem Körper. „Leck mich am  A****“, war das kalt. Atmung im Eimer, Schulter- und Nackenmuskulatur war sowieso schon zu und die Badekappen auf dem Kopf wurden immer kleiner. Bis zur ersten Wendeboje war nix mit sauber Schwimmen, anschließend fand ich endlich meinen Rhythmus; nur Wasserschatten fiel irgendwie spärlich aus. Letztes Jahr war richtig klasse Neolutschen angesagt. Und es nahm kein Ende. Orientierungslos in der Ostsee. Wie lang ist die Schwimmstrecke nochmal?

 

Als ich endlich über die erste Transpondermatte lief der Schock: 48 Minuten Schwimmzeit!!! Hinter mir und vor mir die gleichen Gesichter. So schlecht geht doch auf 1,9 überhaupt nicht. Kopfschmerz hin oder her?! Das ist so ein Moment, wo du realisierst, dass deine Bestzeit sich gerade atomisiert hat und genau das konnte man in vielen Gesichtern lesen.

 

Der Wechsel gelang mir tatsächlich in irre kurzer Zeit, aber nützt die mir noch? Bike geschnappt und raus auf die Prorarer Chaussee. Eine einzige Perlenkette an Radfahrern fern der Triathlonbox rollte aus Binz heraus. Kaum aus dem Wald heraus übelster Wind frontal in Richtung Bergen, wo es ohnehin schon leicht bergauf geht. Meine fixe Idee auch mal schneller Rad zu fahren, löste sich gerade in Luft auf. Die erste Runde war ein einziges Gelutsche aller Sportler, weil die DTU Schiris sich schön um die Profis kümmerten. Kein Promi zu sein, hat manchmal auch Vorteile. Hier aber ging es auch überhaupt nicht mehr anders - zu voll. Erst in der 2. Runde war Abstand wieder möglich.

 

Kurz vor der Abfahrt 1. Runde nach Binz war ich gerade dabei meinen sauber auf das Oberrohr geklebten Power Bar wieder zu lösen und zu essen. Dabei klebte das widerspenstige Ding, weich geworden von der Fahrt inzwischen überall. Mund voll, verkleisterte Hände drehte ich mich nach links herum und glotzte frontal in eine große Fernsehkamera. Kurz darauf heizte der amtierende Weltmeister Patrick Lange an mir vorbei. Ach Du Scheisse, hoffentlich war das nicht live? Nächster Gedanke: Einfach mal weniger fressen und schneller fahren! Letzteres funktionierte dann trotz zunehmend krasser Windverhältnisse doch noch ganz gut. Minus 4 Minuten zum Vorjahr. Windverhältnisse wie 2017 und es wäre sogar mehr drin gewesen!

 

Der Lauf lief gefühlt perfekt. Gleichmäßiges Tempo, gut Energie zugeführt, lief ich eigentlich wie eine Nähmaschine ohne jeglichen Einbruch. Die Blase am kleinen Zeh scheuerte dank Meltonic Creme überhaupt nicht und die lästigen Kopfschmerzen rannte ich mir nach 10 km doch noch weg. Einzig der Kohledampf der Binzer Museumsbahn sorgte in der 1. Runde für einen unschönen kleinen Asthmaanfall, den ich gerade noch so wegathmen konnte. Bronchialkrampf hätte auch das AUS bedeuten können. Die letzten Kilometer konnte ich sogar nochmal krass Tempo anziehen und kam hier sogar auf einen 4 Minuten Schnitt im Lauf.

 

100m vor dem Ziel warf Ralf mir die Vereinsflagge über die Bande. Strandräuber 70.3. Rügen mit einer echten Piratin musste jetzt einfach sein und kam auch richtig gut an sowie das anschließende Bad in der Ostsee:

5:54 h - bääääääm - gefühlt war es besser als 2017 und doch war es 6 Minuten schlechter ??? Kann das sein?? Ich habe 4 Tage inkl. Garminanalysen gebraucht, um zu verstehen, wo die Zeit geblieben ist und ob ich jetzt wirklich besser war oder nicht.

 

Das Schwimmen war satte 300m länger, weil die Bojen völlig abgetrieben waren, was Ironman später sogar bestätigte. 2017 schwamm ich 1,9 K in 37:02, jetzt schwamm ich 2154m in 37:23 Min (muss Ideallinie gewesen sein, denn die meisten Athleten hatten 2200m auf der Uhr). Krass verbessert!

 

Rad: 2:52h versus 2:48h bei deutlich stärkerem Wind. Also besser.

 

Lauf: 2:06h zu jetzt 2:09h, also 3 Minuten Unterschied. Wesentlich schneller war nicht drin mangels Training, das war von Anfang an klar. Nach Vergleich Garmin war ich trotzdem leicht besser, denn die längere Wechselzone sorgte für Plus und ansonsten war das Tempo so gut wie gleich. Besser war es dennoch, denn einen 4 Minuten Schnitt konnte ich 2017 nicht mehr zum Ende anziehen, auch habe ich mich damals deutlich mehr gequält.

 

Herausgekommen ist ein 12. Platz in meiner AK. In AK und in der Gesamtwertung der Frauen kann ich mich also sicher im vorderen Drittel platzieren. Und da ich in nur 5 Wochen die AK zwangsläufig wechsle, sieht das Ganze zukünftig noch vielversprechender aus, denn in der TW 45 wäre ich sogar 8.`te geworden. 5 Minuten schneller laufen, dann wäre sogar der 5./6.`te Platz drin.

 

"40 year of dreams", so der Spruch zum Ironmanjubiläum in diesem Jahr, passt perfekt zu meinem letzten Mitteldistanzwettkampf in der TW 40 ;-) mit dem ich dann nach 4 Tagen Zweifel doch mehr als zufrieden bin. Mitteldistanz ist mein Ding. Einfach mal dran bleiben!

 

Danke Ralf für die tollen Fotos. Finisherpix macht keine besseren, nimmt aber viel Geld dafür (18 Euro ein Bild!!! Wahnsinn).

 

Mein Dank geht an die großartige Unterstützung meines Sports durch KiWAMI Deutschland. Nicht nur der schönste, auch der beste Triathlonanzug, den ich kenne.

 

Mein besonderer Dank gilt  Dir "Coach Basti" (JES Bewegungsschmiede Hamburg) für den Trainingsplanwahnsinn, bedingt durch meine ganze Ausfälle. Du hast es oft nicht leicht mit mir, aber irgendwie kriegen wir es am Ende doch immer hin.  Du sagst immer "hinten kackt die Ente" ;-) und hier kackte sie ganz hinten auf  Rügen!

 

Zum Presseartikel Weser Kurier vom 15.09.18 hier klicken!

Sparda Münster City Tri

Der top Triathlon, leider immer schnell ausgebucht, aber dieses Mal hatte ich aufgepasst und einen der begehrten Startplätze für die olympische Distanz ergattert und ich muss sagen: Wahnsinn, was ein einfacher Triathlonverein dort organisatorisch leistet – RESPEKT!

 

Nach Ibiza und Berlin XL war ich etwas unschlüssig was geht und was nicht. Tendenz war nach Berlin zwar positiv, aber die Magenprobleme beim Laufen beeinflussten das Realergebnis deutlich. Hat sich trotz miesem Winter zum 1. echten Triathlonjahr etwas bewegt oder eiere ich auf gleichem Niveau vor mich hin? In Münster wollte ich es jetzt wissen.

 

Eine Woche vor dem Start testete ich einen neuen Laufstil: einarmig. Ihr stellt Euch jetzt die Frage, wieso läuft sie mit den Armen? Tut jeder von uns: Schwung holen bei jedem Schritt und die Laufschule sagt, dass die Arme dabei nicht über die Körpermitte schwingen sollten. Das tut mein Linker ständig, weil das Schultergelenk nach dem Unfall nichts anderes zulässt. Folge: mein ganzer Körper wird wie ein Schraubgewinde nach rechts eingedreht, die Kraft geht nicht nach vorn. Um auszugleichen muss ich mit der Hüfte rechts gegenhalten, die Folge: ISG Beschwerden und muskuläre Überlastungen. Ständiger Trainingsstopp, Physio, Athletik – alles was ein continuierliches Lauftraining ruiniert.

 

Meine letzte große Baustelle auf dem Weg zu einer anständigen Triathlonleistung: Laufen. Wenn also jede Ausgleichsmaßnahme fehlschlägt, hilft nur noch Ursache ausschalten und siehe da, es „läuft“. Erster Realtest Münster!

Schwimmen:

Im Kanal bei 24 C ohne Neo in grüner Algensosse. Man hatte extra für uns unter Wasser Rasen gemäht. Anmoderiert wurde unsere und somit die 1. Startgruppe des Tages sogar vom Ironman-Moderator himself. Coach Basti sagt: Beim Schwimmen gleich zu ballern, bringt nicht viel außer Ärger am Ende. Ausnahmsweise hörte ich an diesem Morgen wenigstens 1 x auf ihn und sortierte mich ganz hinten ein…mein Gott war der Kanal voll. Man hätte über orangene Badekappen wie Jesus übers Wasser laufen können. Startschuss und nichts ging. Ich glaub 2 Runden lang bis die lange Gerade ins Ziel kam. Was für eine Waschmaschine. Ich musste immer wieder abbrechen, ausweichen und neu ansetzen. Null Rhythmus. Dann endlich der Ausstieg. Allerdings war das Ding für mich mit 1,62m und einem kaputten Arm ein unüberwindbares Hindernis. Ich kam erst nicht raus, dann stürzte ich voll aufs Knie, weil ich mich nicht halten konnte, bis mir endlich jemand half.

 

Kurzer Blick auf den Garmin 33 Minuten – was für eine miese Zeit!Einen kurzen Moment hatte ich schon keinen Bock mehr, dachte aber wieder an Coach Basti, der zu sagen pflegt, dass der Hund immer hinten kackt. Mal schauen…

Rad:

Nicht ganz gerader Parcours, gut zu fahren, aber auch einige scharfe Kurven, Anstiege und WIND – ganz besonders HEUTE. Ich bin nicht volles Risiko gefahren, aber konstant mein Tempo und konnte gut Boden wettmachen. Am Ende stand 1:07h auf dem Garmin – wow, das ist 6 Minuten schneller als im letzten Jahr. Berlin hat nicht getäuscht. Ich fahre dieses Jahr tatsächlich schneller Rad.

 

Lauf:

Es war inzwischen Mittag und 30 C heiß. Ich lief von Anfang an nach Gefühl – jetzt war mir Basti egal. In der 1. Runde rief mir ein Streckenposten zu: „Vor dir 50m zwei Frauen, dann bist du AK Zweite“….ich dachte:“Sabbelkopp, von hinten kommen gleich noch ganz andere, wenn ich eins nicht kann, dann laufen“ und so zog ich mein Ding durch. 

 

Super waren die Duschen auf der Laufstrecke. Ich habe keine ausgelassen und irgendwie habe ich in der 2. Runde dann doch die beiden Mädels überholt und das Gefühl gehabt, ich wäre ziemlich weit vorn. Am Ende waren es 57 Minuten. Leicht schneller als im letzten Jahr und für das miese Training echt gut. Noch besser: der neue Laufstil. Keine Beschwerden mehr und die Kraft ging nach vorn. Ich hatte deshalb auch keinen Einbruch und kam ziemlich frisch im Ziel an:

Und der Hund hat tatsächlich hinten gekackt: 2. Platz AK *unbelievable in Münster* und 20. gesamt von 64 Frauen auf OD. Beste Schwimmzeit in meiner AK (war doch nicht so schlecht), super Radzeit und ein solider Lauf. Zur Siegerehrung war ich wieder nicht. Es gab aber nirgendwo Ergebnisse und ich musste noch durch das Verkehrschaos heim. Irgendwo bei Bramsche hatte ich sie dann ergoogelt und konnte es selbst kaum glauben.

 

1,5 Jahre Arbeit, um mit Handicap alle 3 Disziplinen zu optimieren. Mit dem einarmigen Lauf wird endlich kontinuierliches Lauftraining möglich. Dadurch auch langfristig bessere Laufzeiten. Alle 3 Disziplinen sind in diesem Jahr auf kontinuierlichem Niveau. Nach hinten raus beginnt nicht mehr das große Sterben, weil in einer Disziplin max. geballert werden muss, um schlechtere Disziplinen auszugleichen. Gesamt leicht schneller und zugleich eine gleichmäßige Dauerbelastung in allen 3 Disziplinen. Super Fortschritt! Wieder ein Beispiel dafür, dass dich Hartnäckigkeit, Ausdauer und Disziplin immer weiter bringen.

Auch hier kackt der Hund immer hinten!

Berlin XL 2018

Berlin XL, eine der wenigen LD-Triathlons in Deutschland ohne „Mr. IM“ zum zivilen Preis in top Organisation….man munkelt „Mr. IM“ wollte ihn sogar „übernehmen“, aber zum Glück ist daraus nix geworden. Ich wollte dort mangels regionaler Mitteldistanz einen kleinen Formtest absolvieren.

 

Am Samstag begann die Reise auf  Deutschlands Großbaustelle Nr. 1 – die Auto-bahn. Bei uns im Norden ist alles so aufgerissen, dass man lieber zuhause bleibt als irgendwo hinzufahren. Ich stelle mir gerade den IM Hamburg, die Cyclassics oder den ITU Triathlon vor. Ich meide Hamburg einfach nur noch, andernfalls kann ich mich schon in Walsrode in den Stau stellen. Wir quälten uns auch nach Berlin so durch: 10 Uhr los - 16 Uhr an. Schön ist was anderes bei nicht mal 350 km.

 

Ankunft im Hotel: „Wir sind überbucht, tut uns leid, wir hätten da ein Ersatzhotel.“ Macht ja nix, wegen dem Hotel waren wir gerade durch etliche Umleitungen im Stadtverkehr geeiert. Es war das Einzige, dass vor 5 Monaten noch halbwegs in der Nähe vom Triathlonstart ein Zimmer frei hatte. Berlin total ausgebucht – Urlaubszeit. Ersatzhotel und Startort Triathlon schnell durch den Navi gejagd, entschieden wir uns erst Startunterlagen zu holen, denn das Hotel sollte am anderen Ende der Stadt liegen. Worst case!

 

Das war schnell erledigt und wir bekamen noch den Tipp Müggelseehotel oder Hotel Grünau. Müggelseehotel war voll bis unters Dach. Nachdem wir deshalb einen hübschen Fußmarsch hinter uns hatten und die Uhr 17:30 Uhr zeigte, riefen wir im Hotel Grünau an. Zimmer frei – Gott sei Dank, denn das war nur 15 Minuten um die Ecke. Preis und alles andere egal, für eine Nacht wird’s schon reichen und nix wie hin. Man muss aber auch mal Glück haben: 4 Sterne, top Zimmer, super Küche !!! und sehr nettes Personal. Jederzeit gerne wieder, insbesondere bei dem top Preis von 83 Euro im Doppelzimmer! Erst schön gegessen und dann um 21 Uhr noch einen kurzen Aktivierungslauf. Das Hotel liegt super ruhig in einem großen Waldgebiet.

Raceday:

Ja, so sehe ich morgens ohne Kaffee aus und der Schwimmstart war auch schon korrekt be-schildert.

 

Matschig war ich ohnehin nach all dem Reisestress der letzten 2 Wochen. Das war auch alles so  nicht geplant, aber wenn plötzlich 2 Dienstreisen ausgerechnet in eine lange Rennplanung fallen, dann muss man da halt durch. Was soll`s, bisher sind das alles sowieso nur Trainingsrennen für Rügen. Anders kann man das auch nach einem versauten Infektwinter nicht mehr betrachten. Training by Racing nenn ich das!

 

Parkplatz war schnell gefunden, Check-in schnell erledigt. Um 08:15 Uhr stand zum Glück fest: Neo erlaubt. Ohne hätte ich die Wasserschlacht auch nicht überlebt! Dazu gleich mehr. Kurzes Briefing und dann ging es auch schon zum Start am See.

 

Schwimmen:

Der Einstieg ging nur über einen geharkten Unterwasserbereich, weil Biergarten-besucher gern ihren Müll in den See schmeißen: Scherben, Plastik und anderer Unrat überall im See. Ich hab es vorgezogen schnell zu schwimmen und nicht länger auf dem Müll herumzutrampeln.

Kurz darauf war der Teich brechend voll und ich in der 3. Startreihe. Punkt 09:00 Uhr gings los. Um es kurz auf den Punkt zu bringen, ich habe noch nie in einem Triathlon 1,9 km lang so auf die Fresse gekriegt.

 

Eine riesige Waschmaschine: Schläge von allen Seiten, teilweise wurde man zwischen den Schwimmern eingeklemmt, Schwimmer bekamen Panik und man schluckte literweise Wasser. Nach 700m kam die 1. Wendeboje und ich dachte, jetzt müsste es doch langsam mal besser werden – Fehlanzeige – es ging genauso weiter bis zum Ausstieg. Kein Schwimmrhythmus zu finden. Mein Garmin versagte nach 1500m in der Wasser-schlacht. Gefühlt waren das 3,8 km. Noch nie war ich so froh aus dem Teich zu kriechen. Die Zeit war mies, aber war sie bei allen Schwimmern. Ich lag trotzdem noch passabel im Rennen.

 

Rad:

Die Radstrecke war mit 129 hm pottflach, aber auch krass windig. 26 km geradeaus, dann 2 Runden im Kreis und wieder 26 km zurück. Geiles Ding zum Ballern. Das hat mal richtig Spass gemacht. Zwar keine Vollsperrung, aber wenig Verkehr, lediglich zur Zieleinfahrt wurde es zäher als auch noch die Sprint XL Starter auf der Strecke waren. Unterschätzen sollte man die Nummer trotzdem nicht, denn 93 km ständig in Aeroposition zu treten, hauen auch ganz schön rein. Nach 2:52 war ich wieder drin. Gleiche Zeit wie Rügen, aber 3 km mehr. Radzeit o.k. und nicht überzogen. Der Wechsel ging extrem flott, aber ich merkte, dass mein Magen mir das abgeknickte Hocken auf dem Rad etwas übel nahm und ich hatte leichte Kopfschmerzen von der Schulterüberlastung beider Splits.

Lauf

Ich wollte mich an Basti`s Vorgaben halten und tat es auch. Die 1. Runde lief ich in dem Tempo stellte aber auch fest, dass mehr irgendwie nicht drin war. 2 Runden Kopfschmerzen, die Mittagssonne brannte. Essen und Trinken…mein Magen machte nach 2 Runden endgültig zu. Du hast jetzt die Wahl: Entweder mit Essen und Trinken aufhören und Chollaps oder Krämpfe riskieren oder am Rande der Kotzigkeit finishen. Ich entschied mich für Letzteres. Konditionell null Probleme, aber einen Blähbauch wie ein Kugelfisch quälte ich mich durch die Hitze und stellte fest, dass nicht nur ich Probleme hatte. Mehrfach rollte der Sanitäter und immer wieder traf ich auf Teilnehmer, die nur noch gingen. Ich ging eigentlich nur in der Verpflegung, dazwischen versuchte ich zu laufen. Die letzten 2 km in der brütenden Hitze auf dem Radweg wurden dann zur echten Tortour. Finish nach 5:54h.

 

Fazit:

Schwimmen und Radfahren o.k. – leicht verbessert. Gelaufen wäre ich einen 2 h HM, wenn der Magen nicht gestreikt hätte. Damit hätte ich die Leistung von Rügen im letzten Jahr leicht verbessert und mindestens bestätigt. 2 Monate verbleiben, um am Lauf weiter zu arbeiten. Insofern wirft mich der Infektwinter nicht völlig aus der Bahn.

 

Platziert habe ich mich auf Rang 8 in meiner extrem stark besetzten Altersklasse. Generell haben eine Menge hochklassiger Triathleten mit Ziel Ironman Hamburg den Berlin XL als Formtest genutzt. Im Vergleich zum Berlin XL kann man deshalb schon sagen, dass ein Ironman fast eine Breitensportveranstaltung ist, wenn man die Zielzeiten vergleicht.

 

In meiner AK lief der 7. Platz einen HM in 1:50h, die Starterinnen davor um die 1:30h - 1:40h. Im 2. Triathlonjahr unmöglich so schnell zu laufen, wenn man nicht aus dem Laufsport kommt. Nach dem Rad lag ich auf Rang 5 meiner AK, was sich in dem starken Starterfeld durchaus sehen lassen konnte. Den AK- und Gesamtsieg holte sich die Duathlon Weltmeisterin Anja Leuendorff. Die 2 folgenden Damen waren ähnlich stark. Insofern verbuche ich diesen Formtest für mich als positiv.

 

Tolle Veranstaltung, die keine Wünsche übrig ließ und die Finishermedallie kann mit einer von Ironman auch fast mithalten (gold):

 

Und hier noch ein paar Bilder:

Ironman 70.3 Rügen

10.09.2017 

Im letzten Jahr habe ich eine Mitteldistanz 6 Woche vor Ibiza als Testlauf gesucht und da zu dem Zeitpunkt eigentlich schon Saisonende ist, stolperte ich über den Ironman 70.3 Rügen. Ich muss dazu sagen, dass ich an der Ostsee groß geworden bin, das Meer liebe und ich Triathlon mit der ganz großen Weite verbinde. Das Meer als Kulisse eines Ironman ist einfach unbeschreiblich schön und nicht umsonst wurde der IM Rügen im letzten Jahr auch zum Schönsten 70.3 weltweit gekürt. Als Piratin passte der "Strandräuber" natürlich auch perfekt zu mir, also nichts wie los eine halbe "Ironwoman" zu werden!

 

Das Problem zu dieser Jahreszeit ist natürlich das Wetter. Im letzten Jahr war es top, jetzt wackelte es gewaltig. Wir reisten am Freitagnachmittag an und es schüttete aus Eimern. Gut war, dass wir uns gleich nach Ankunft registrierten, denn am Samstag hätten wir dazu sehr lange gebraucht - was für eine Schlange!

 

Damit war der Freitag eigentlich auch schon durch. Am Samstagmorgen stürmte und regnete es weiter wie Sau. Im Hotel sagte man uns, dass die Wetterstation Hiddensee sehr genau sei und für Sonntag wenig Wind und absolute Trockenheit vorausgesagt hatte. Wir waren eher skeptisch bei dem Weltuntergang. Die Wettkampfbesprechung am Kurhaus erfolgte im Regen:

Anschließend packten wir die Wechselbeutel. Anders als in normalen Triathlons musste man sein Equipment bereits am Vortag abgeben. Für das Radfahren und Laufen gab es extra Beutel, die an Ständern aufgehängt wurden. Umziehen musste man sich dann in einem Wechselzelt. Die Frage war: "Wie wird das Wetter? Was ziehe ich an?". Wichtig zunächst alles wetterfest zu verpacken damit die Klamotten nicht schon vor dem Wettkampf nass wurden. Die Beutelständer am Bahnhof Binz waren schließlich nicht überdacht. Selbst wenn es am Renntag nicht regnen sollte, waren die Temperaturen nicht besonders hoch. Wer den kalten Ostseewind kennt, packt sich doch lieber ein Radtrikot in den Sack. Da ich generell nur Triathlon-bekleidung ohne Arm habe, habe ich gleich ein Kurzarm- und ein Langarmtrikot in den Sack gesteckt. Wahl folgt im schnellen Wechsel. Ich entschied mich außerdem die Schwimmbekleidung komplett auszuziehen. Die Ostsee hatte gerade einmal 17,2 C. Das war kälter als der Maschsee und nur 1 C vom Duathlon entfernt. Nach 1,9 km im kalten Wasser dann mit den nassen Sachen auf`s Rad im kalten Wind, kann eine hübsche Erkältung provozieren und genau die kann ich 5 Wochen vor dem Hauptwettkampf überhaupt nicht gebrauchen.

 

Die Säcke waren also voll und schwer und wir gaben sie auch erst gegen Abend ab. Auch das war schlau: die Sachen wurden weniger nass. Kurz nach dem Check Inn ging am Bahnhof noch einmal krass der Himmel auf!

Sonntag morgen - Raceday - die Sonne schien !!! Unglaublich. Punkt auf die Minute bestes Wetter als sollte es an meinem ersten IM so sein. Unser Hotel lag schlau: kurzer Weg zur Wechselzone und zum Start. Wir gingen nochmal zur Wechselzone, um Sachen aus den Beuteln zu holen, die über Nacht nicht nass werden sollten. Anschließend ging es zum Start. Neo an, Pre-Race Beutel abgegeben und ab in den Startblock.

 

Rolling Start dauert. Ich war so scheiße nervös. Zum einen 2 Tage Vorgeplänkel machen nervös, zum anderen meine 1. Mitteldistanz und keine Ahnung, ob Arm- und Schulter das wirklich aushalten. Noch nie gemacht. Dann traf ich eine "Frankfurter Polin" im Startblock. Endlich ein lockeres und lachendes Gesicht. Wir haben uns gleich super verstanden. "Ich schwimm immer Brust. Ironman Hamburg 2:10h - egal!" Sie riet mir weiter vorn zu starten. Die Einteilung würde nie stimmen.

Recht hatte sie und ich war ihr im Nachhinein echt dankbar dafür. Wir unterhielten uns über Spucke in Schwimmbrillen und Pinkeln im Neo bis die Männer sich umdrehten und wir sagten: "Ja, wir reden wenigstens offen darüber",was für Gelächter im ganzen Block sorgte.

 

Den Start hätte ich vor lauter Spass fast verpasst. Irgendwann stand ich vorn und musste rennen. Die Ostsee war arschkalt. Ich war aber froh nicht vorher schon im Wasser gewesen zu sein und nass im Wind ewig im Startblock gestanden zu haben. Der Kälteschock war kurz und mein "One" isoliert verdammt gut. Aus der Erfahrung Allerschwimmen und Maschsee hatte ich mir 2 Badekappen aufgesetzt damit mir nicht das Hirn einfriert. Die Profis starteten mit Neoprenbadekappen.

 

Ich kam gut weg, hatte null Waschmaschine. Guter Rhythmus und viel Wasser-schatten. Im Wasser waren ganze Quallenschwärme und auf halber Strecke guckte ich plötzlich in zwei "blaue Augen" - die größte Qualle des ganzen Schwarms landete natürlich direkt in meinem Gesicht. Man hätte die Dinger auch als Paddels benutzen können. Nach exakt 36 Minuten und 2034m kam ich aus dem Wasser. Persönlicher Schwimmrekord. Unglaublich!

 

Was dann folgte war ein elendig langer Wechsel. Es waren ca. 1,5 km durch Binz zum Bahnhof zu laufen und nochmal 400m ewiger Wechselweg in der Wechselzone. Den Neo oben schon runter war kalt, ihn anzulassen und damit zu laufen war beim Luftholen aber auch irgendwie hinderlich, also runter damit *brrrrr* - die Badekappen hab ich bewusst bis zum Wechselzelt aufgelassen.

Ich hatte Glück mit meinen Sachen. Das Rad stand direkt mittig hinter dem Wechselzelt, die Beutel 403 links unten. Ich fand auf Anhieb alles wieder. Der Klamottenwechsel dauerte ziemlich lange. Die meisten zogen sich trocken um, aber wenn alles am Körper noch klebt, kommt man nur schlecht in die trockenen Sachen hinein. Der anschließende 400m Sprint mit Radschuhen war der Hass. Die Profis hatten es leichter - ganz kurzer Wechselweg.

 

Ich war froh endlich auf dem Rad zu sitzen. Gleich nach Ausfahrt Wechselzone wollte ein St. Pauli Kollege schon Verpflegung aufnehmen und wäre fast in die Helfer und wenig später in mich gestürzt. Wieso braucht man da schon eine Flasche? Es ging pottflach an der Prora vorbei. Super für die erste Verpflegung nach dem Schwimmen. Und dann kamen ein paar Hügel. Für mich als Mountainbikerin kaum spürbar, aber Triathleten scheinen damit richtig Probleme zu haben. Die standen wie die Eimer am Anstieg und ich zog locker vorbei.

Mein Problem des Testlaufs war es jetzt Radleistung so zu steuern, dass ich im Halbmarathon nicht abkacke. Also Tempo suchen. Nicht einfach. Ich wollte nicht völlig überpacen, aber so niedrig gedrosselt Rad zu fahren, war für mich völlig neu. Im Rennen Landschaft angucken hatte ich noch nie. Die X-Terra war ich mit HF Durchschnitt 165 geballert und bin dann trotzdem noch gut gelaufen. Aber das waren auch nur 9 km. Andererseits fährt man auch mit HF 165 MTB-Marathons 6 h durch oder 24h Rennen und jetzt nur 150 HF max? Schwierig. Ich beendete den Radsplit nach 2:52h. Klar kann ich das schneller, aber hätte sich das aufs Laufen ausgewirkt? Weiß keiner!?

 

Der 2. Wechsel ging jetzt deutlich schneller, weil ich nur Radtrikot auszog und Lauf-schuhe an. Im Übrigen war meine Bekleidungswahl für den Radsplit perfekt: weder zu warm noch zu kalt.

 

Ich hab mich auf das Laufen richtig gefreut. "Jetzt sind es nur noch 21 km. Arm- und Schulter haben gehalten." Letzteres war die große Frage: Überlaste ich mit fast 40 Minuten Schwimmen und 3h Auflieger den linken Arm oder wird er halten? Ich lief von Anfang an schnell los. Die Beine waren gut, da ging einfach richtig was! Ich klatschte Kinderhände ab und machte Fotografenspäße.

Nach km 10 sah ich auf meinen Garmin: 58 Minuten. Ich wusste, dass ich das noch einmal locker verdoppeln kann. Den Berg lief ich beide Male hoch, wo andere längst gingen.

 

WOW, sollte ich es doch schaffen die Zeit vom Brückenlauf zu produzieren? Und das mit der Vorbelastung - geil! Gefühlsmäßig begann ein "Auf" und "Ab". Was sind 21 km nach 4 Jahren Kampf und 10 Monaten Triathlontraining. 10 Monate nach einem 2. Schlüsselbeinbruch bring ich das Ding in unter 6h problemlos rein. Dahinter steckt so viel Disziplin und Arbeit. Ob die Reha nach dem 2. Bruch, die Schwimmtechnik und -kraft, die Probleme beim Laufen, Wettkampfdichte von Sprint bis hin zur X-Terra und sogar 6 Wochen vor Rügen noch eine komplette Ernährungsumstellung, die mich am Ende 2 kg leichter machte. Mehr ging nicht, mehr hätte man kaum perfektionieren können. Jetzt wurde das alles belohnt!

 

Mir schossen Bilder eines Implantatversagens, einer Chemotherapie und einer steifen Schulter durch den Kopf, gleichzeitig sah ich die Leute an der Strecke anfeuern. Ich rannte lachend und zugleich heulend durch Binz. "Das Ding bringt ich jetzt rein und dann fahr ich nach Ibiza und feiere dort meinen Triathlongeburtstag!"

 

Nach 5:48:26 war ich im Ziel. Nicht völlig im Eimer. Testlauf bestanden. Perfektes Debüt:

Unter anderen Bedingungen hätte ich noch deutlich Zeit sparen können, vor allem im Wechsel, aber das hatte ich nicht fokussiert. Ich wollte nur Swim-Bike-Run optimal steuern und ein Gefühl dafür bekommen. Testen, ob ich mich richtig versorge. Kein Krampf, kein Hungerast. Absolut nichts falsch gemacht. 

 

Es wurde der 11. Platz AK von 30 in einer stark besetzten Altersklasse. Im Jahr 2016 hätte das für den 5. Platz gereicht. Am 10. rauschte ich nur 15 Sek. vorbei.

 

Für mich steht fest, dass das nicht meine letzte MD neben Ibiza ist. 2018 werde ich in Rügen auf jeden Fall wieder starten. Ein Ironman am Meer hat einfach eine ganz besondere Atmosphäre. Danke Rügen für diesen geilen Tag!

 

Und hier zu den Bildern:

O-See Challenge/ X-Terra

19.08.2017

Bei der Vogtland Challenge hatte ich mich gefragt, welches Schwein mich geritten hatte, jetzt befand ich mich im berühmten 3-Länder Eck (PL-D-CZ), also am Arsch der Welt und hätte nie gedacht, hier nach über 17 Jahren noch einmal an der deutschen Grenze zu stehen. Dafür gab es zu Bundesgrenzschutzzeiten noch „Buschzulage"! Wir Bundespolizisten nannten diese Erschwerniszulage damals so, weil die Einsatzorte echtes "Buschland" waren und jetzt fuhr ich da freiwillig hin, um an der O-See Challenge, dem letzten X-Terra-Germany-Lauf in Zittau, zugleich Deutsche Meisterschaft im Crosstriathlon, teilzunehmen. Wo ich früher beruflich Asiaten im Wald jagte, jagten sich jetzt ein paar Triathlonfreaks durch den Dreck und sahen aus wie Schweine, denn es hatte die ganze Nacht vor dem Start geschifft. So ändern sich die Zeiten!

 

"Sauber" Finishen war meine Devise. Zur DM meldete ich nur als Nebenprodukt, weil der Veranstalter meinte, das könnte man doch gleich mit angeben. Was ich nicht wusste war, dass ich dadurch mit meiner Startnummer 59 direkt in der Wechselzone neben den Profis stand:

…und in der kleinen Startgruppe Frauen Age Group DM starten musste. Na suuuper, ich einzige Handicap-Sportlerin mitten in dem leistungsstarken Feld. Mein Hirn schaltete gleich auf: "Mach einfach Dein Ding" um, und "bloß nicht zu schnell starten, egal wie weit du hinten rausfällst". Ein wenig ging mir die Presse auf den Keks, die dauernd, um meinen Wechselplatz schlich. Wenn man direkt neben Osborne & Co parkt….ich rede hier nicht von spanischem Brandy, den ich zum Mut ansaufen hätte gebrauchen können, sondern vom späteren Sieger der Profis. Immerhin zwei Teamkollegen vom Team Kiwami zumindest vor dem Start noch auf gleicher Höhe :P...

 

Was mir in der Wechselzone schon auffiel, war die Anzahl schwerer Fullys. Strecke vorher abradeln unmöglich. Scheiß Gefühl nicht zu wissen, was einen erwartet, außer dass Freunde schon gewarnt hatten: "bergab besser schieben, sehr grobschlächtig". Da stand ich mit meinem nervösen 26 Zoll mit 60`er Vorbau - definitiv nicht zu empfehlen für die kranke Nummer!

 

Es ging zum Schwimmstart. Vor uns die Profis, dann der DM Age Group Block der Frauen…..keine 40. Ich hatte noch nie so ein scheiß Gefühl vor dem Start. Neo verboten, Swimsuit durfte ich auch nicht tragen: "Hallo, wieso denn 3 Männer im Pro Block mit Aquarush und ich musste meinen ausziehen?" Wenigstens gab es passend zum Anzug die perfekt farblich abgestimmte Badekappe und ich finde die Fotos sind richtig schick geworden:

Vorher einschwimmen war auch nicht, Startschuss und ab in den Teich. Zum Glück war der O-See 23 C warm, so dass der berühmte Kälteschock mit Atemproblemen ausblieb. Dafür kämpfte ich mit der Richtung. Total bescheuerte, schiefe Schwimmlinie zu den Bojen. Hatte ich so noch in keinem Triathlon. Durch meine Armschwäche und den "technischen Defekt" meines linken Schultergelenks tendiere ich im Schwimmen immer stark nach links. Ist wie in einem Ruderboot, wenn der linke Paddel weniger kraftvoll arbeitet. Jetzt hatte ich mir im Training  gerade schwimmen lange antrainiert und hatte jetzt diese völlig schiefe Schwimmlinie. Deshalb kam ich insgesamt 4 x vom Kurs ab und verlor Zeit und Meter. Lief schon mal besser, aber trotzdem ließ ich die Hälfte der Damen mit 30 Minuten Schwimmzeit hinter mir. 

 

Der Wechsel lief eigentlich ganz gut. Für X-Terra sollte man sich nur MTB-Schuhe mit einfachen Klettverschlüssen zulegen, sonst fummelt man zu lange am Schuh herum. Die ersten 10 km Rad liefen recht gut, dann kam das was ich hasse: Laufen & Schieben. Deshalb hatte ich auch keinen Bock mehr auf Cyclocrossrennen. Der steilste Anstieg nur zu laufen. Problem war der Schlamm vom Regen mit Lehm auf rutschigen Felsen. Wenn du die Schulter kaputt hast und links nicht schwer und lange Tragen kannst, wird das zur Tortur. Und so kam es, dass ich meinen linken Arm überlastete. Die Muskulatur fing an zu zittern, kein Gefühl mehr in der linken Hand. Dann kamen die Abfahrten:

Was hier noch toll aussieht, wurde immer heftiger….oder "grobschlächtiger" - mein letzter Schlüsselbeinbruch war noch nicht mal 1 Jahr her und es ging auf Enduro-Pfaden bergab über Felsgeröll und Matsch. Ich entschied die Abfahrten zu laufen. Ein einziger Schlag auf das Vorderrad und mir würde der überlastete Arm weg knicken. Das ist die Nummer hier nicht wert! Rügen und Ibiza sind wichtiger. Dafür hab ich mich ein Jahr lang vorbereitet. Außerdem habe ich genau deshalb MTB-Rennen an den Nagel gehängt. Als einzige Handicap Starterin muss ich da nicht runter fahren….und ich habe ein paar üble Stürze gesehen.

Also verlor ich massiv Zeit.

 

Nach 2:55h kam ich in der Wechselzone an, stellte aber auch fest, dass ich trotz Laufeinlagen noch nicht die Letzte war. Blöder Weise hatte mir mein Wechselnachbar sein schweres Fully auf meine Sachen geschmissen und ich hatte plötzlich 2 Fahrräder, die ich nirgendwo parken konnte, weil kein Platz mehr war. DTU-Schiri guckt streng…..was tun? Räder an die Seite legen - Anschiß? Oder gibt’s dafür auch gelbe Karten? Keine Ahnung….nach einigem hin und her, schaffte ich es ein Rad aufzuhängen, das andere zog ich in den Gang, so dass der Weg noch frei war. Meine Sachen alle durcheinander. Der ganze SCHEISS-WECHSEL kostete mit satte 2:15 Min….na DANKE!!! Normal wär ich nach 1 Minute weg gewesen.

 

Es folgte der Lauf. Ich nahm mir vor wenigstens die Laufleistung sauber abzurufen. Nicht umsonst hatte ich in den letzten 4 Wochen viel trainiert. Ich konnte sofort schnell loslaufen und super das Tempo halten. Es ging gleich zu Beginn wieder bergauf. Anders als in Zeulenroda lief ich leichtfüßig die Anstiege hoch und gab Gas. Ich überholte nach 2 km etliche Starter vor mir, die auf dem Rad überzockt hatten und jetzt einbrachen. Ich hatte nicht im Ansatz Probleme. Nach km 3 hatte ich Anja Kiesel plötzlich vor mir. Ich blieb dran, hörte am Berg, wie sie sich quälte und dachte, komm zieh vorbei. Sie versuchte zwar noch wieder aufzuschließen, hat es aber bis ins Ziel nicht mehr geschafft. Meine Brooks Pure Grid waren in dem Schlamm ein Traum. Selbst bergab auf Schmierseife top Grip! Geiler Schuh! Einzig meine Schulter schmerzte den gesamten Lauf brutal - es half nur Zähne zusammenbeißen.

 

Nach 4:28h war ich im  Ziel:

Nicht völlig im Arsch, zufrieden mit meiner Leistung und der Entscheidung kein Risiko zu fahren. Es war der 29. Platz O-See Challenge gesamt und der 6. Platz in der AK.

 

In meiner Altersklasse bin ich 3. der Deutschen Crosstriathlonmeisterschaft ge-worden und in der X-Terra Germany Tour konnte ich mir den 2. Platz AK der Gesamtwertung sichern und die Top Ten gesamt.

 

Danke an die DTU Frankfurt für das nachträgliche Zusenden meiner DM Bronze-medaille. Ich wusste nicht, dass die Age Grouper ausgezeichnet werden und war deshalb nicht zur Siegerehrung.

 

Fazit:

War eine tolle Orientierung, lohnt aber nicht der weiten Anreise. Zudem ist die Radstrecke zu hart für meine körperliche Einschränkung. Normale Crossduathlons ja, solche Enduro-Nummern kommen für mich aber nicht in Frage. Deshalb habe ich den MTB Sport eigentlich auch an den Nagel gehängt. Da das Ganze auch noch trainingsspeziell ist, konzentriere ich mich lieber erst einmal auf Straßentriathlon. Da gibt es für mich im nächsten Jahr auch noch eine Menge zu tun. 

 

War ein schönes Training und eine tolle Abwechslung, aber ich freue mich jetzt richtig auf meinen ersten 70.3 Start auf Rügen.

 

Hier klicken zum Video X-Terra Europe - O-See Challenge

Kurz links im Bild am Schwimmstart zu sehen!

 

Hier zur Presse:

Kreiszeitung Verden 24.08.2017

Weser Kurier 26.08.2017

 

 

Und hier zu den Bildern: