Triathlon/ Duathlon

Ironman 70.3 Rügen

10.09.2017 

Im letzten Jahr habe ich eine Mitteldistanz 6 Woche vor Ibiza als Testlauf gesucht und da zu dem Zeitpunkt eigentlich schon Saisonende ist, stolperte ich über den Ironman 70.3 Rügen. Ich muss dazu sagen, dass ich an der Ostsee groß geworden bin, das Meer liebe und ich Triathlon mit der ganz großen Weite verbinde. Das Meer als Kulisse eines Ironman ist einfach unbeschreiblich schön und nicht umsonst wurde der IM Rügen im letzten Jahr auch zum Schönsten 70.3 weltweit gekürt. Als Piratin passte der "Strandräuber" natürlich auch perfekt zu mir, also nichts wie los eine halbe "Ironwoman" zu werden!

 

Das Problem zu dieser Jahreszeit ist natürlich das Wetter. Im letzten Jahr war es top, jetzt wackelte es gewaltig. Wir reisten am Freitagnachmittag an und es schüttete aus Eimern. Gut war, dass wir uns gleich nach Ankunft registrierten, denn am Samstag hätten wir dazu sehr lange gebraucht - was für eine Schlange!

 

Damit war der Freitag eigentlich auch schon durch. Am Samstagmorgen stürmte und regnete es weiter wie Sau. Im Hotel sagte man uns, dass die Wetterstation Hiddensee sehr genau sei und für Sonntag wenig Wind und absolute Trockenheit vorausgesagt hatte. Wir waren eher skeptisch bei dem Weltuntergang. Die Wettkampfbesprechung am Kurhaus erfolgte im Regen:

Anschließend packten wir die Wechselbeutel. Anders als in normalen Triathlons musste man sein Equipment bereits am Vortag abgeben. Für das Radfahren und Laufen gab es extra Beutel, die an Ständern aufgehängt wurden. Umziehen musste man sich dann in einem Wechselzelt. Die Frage war: "Wie wird das Wetter? Was ziehe ich an?". Wichtig zunächst alles wetterfest zu verpacken damit die Klamotten nicht schon vor dem Wettkampf nass wurden. Die Beutelständer am Bahnhof Binz waren schließlich nicht überdacht. Selbst wenn es am Renntag nicht regnen sollte, waren die Temperaturen nicht besonders hoch. Wer den kalten Ostseewind kennt, packt sich doch lieber ein Radtrikot in den Sack. Da ich generell nur Triathlon-bekleidung ohne Arm habe, habe ich gleich ein Kurzarm- und ein Langarmtrikot in den Sack gesteckt. Wahl folgt im schnellen Wechsel. Ich entschied mich außerdem die Schwimmbekleidung komplett auszuziehen. Die Ostsee hatte gerade einmal 17,2 C. Das war kälter als der Maschsee und nur 1 C vom Duathlon entfernt. Nach 1,9 km im kalten Wasser dann mit den nassen Sachen auf`s Rad im kalten Wind, kann eine hübsche Erkältung provozieren und genau die kann ich 5 Wochen vor dem Hauptwettkampf überhaupt nicht gebrauchen.

 

Die Säcke waren also voll und schwer und wir gaben sie auch erst gegen Abend ab. Auch das war schlau: die Sachen wurden weniger nass. Kurz nach dem Check Inn ging am Bahnhof noch einmal krass der Himmel auf!

Sonntag morgen - Raceday - die Sonne schien !!! Unglaublich. Punkt auf die Minute bestes Wetter als sollte es an meinem ersten IM so sein. Unser Hotel lag schlau: kurzer Weg zur Wechselzone und zum Start. Wir gingen nochmal zur Wechselzone, um Sachen aus den Beuteln zu holen, die über Nacht nicht nass werden sollten. Anschließend ging es zum Start. Neo an, Pre-Race Beutel abgegeben und ab in den Startblock.

 

Rolling Start dauert. Ich war so scheiße nervös. Zum einen 2 Tage Vorgeplänkel machen nervös, zum anderen meine 1. Mitteldistanz und keine Ahnung, ob Arm- und Schulter das wirklich aushalten. Noch nie gemacht. Dann traf ich eine "Frankfurter Polin" im Startblock. Endlich ein lockeres und lachendes Gesicht. Wir haben uns gleich super verstanden. "Ich schwimm immer Brust. Ironman Hamburg 2:10h - egal!" Sie riet mir weiter vorn zu starten. Die Einteilung würde nie stimmen.

Recht hatte sie und ich war ihr im Nachhinein echt dankbar dafür. Wir unterhielten uns über Spucke in Schwimmbrillen und Pinkeln im Neo bis die Männer sich umdrehten und wir sagten: "Ja, wir reden wenigstens offen darüber",was für Gelächter im ganzen Block sorgte.

 

Den Start hätte ich vor lauter Spass fast verpasst. Irgendwann stand ich vorn und musste rennen. Die Ostsee war arschkalt. Ich war aber froh nicht vorher schon im Wasser gewesen zu sein und nass im Wind ewig im Startblock gestanden zu haben. Der Kälteschock war kurz und mein "One" isoliert verdammt gut. Aus der Erfahrung Allerschwimmen und Maschsee hatte ich mir 2 Badekappen aufgesetzt damit mir nicht das Hirn einfriert. Die Profis starteten mit Neoprenbadekappen.

 

Ich kam gut weg, hatte null Waschmaschine. Guter Rhythmus und viel Wasser-schatten. Im Wasser waren ganze Quallenschwärme und auf halber Strecke guckte ich plötzlich in zwei "blaue Augen" - die größte Qualle des ganzen Schwarms landete natürlich direkt in meinem Gesicht. Man hätte die Dinger auch als Paddels benutzen können. Nach exakt 36 Minuten und 2034m kam ich aus dem Wasser. Persönlicher Schwimmrekord. Unglaublich!

 

Was dann folgte war ein elendig langer Wechsel. Es waren ca. 1,5 km durch Binz zum Bahnhof zu laufen und nochmal 400m ewiger Wechselweg in der Wechselzone. Den Neo oben schon runter war kalt, ihn anzulassen und damit zu laufen war beim Luftholen aber auch irgendwie hinderlich, also runter damit *brrrrr* - die Badekappen hab ich bewusst bis zum Wechselzelt aufgelassen.

Ich hatte Glück mit meinen Sachen. Das Rad stand direkt mittig hinter dem Wechselzelt, die Beutel 403 links unten. Ich fand auf Anhieb alles wieder. Der Klamottenwechsel dauerte ziemlich lange. Die meisten zogen sich trocken um, aber wenn alles am Körper noch klebt, kommt man nur schlecht in die trockenen Sachen hinein. Der anschließende 400m Sprint mit Radschuhen war der Hass. Die Profis hatten es leichter - ganz kurzer Wechselweg.

 

Ich war froh endlich auf dem Rad zu sitzen. Gleich nach Ausfahrt Wechselzone wollte ein St. Pauli Kollege schon Verpflegung aufnehmen und wäre fast in die Helfer und wenig später in mich gestürzt. Wieso braucht man da schon eine Flasche? Es ging pottflach an der Prora vorbei. Super für die erste Verpflegung nach dem Schwimmen. Und dann kamen ein paar Hügel. Für mich als Mountainbikerin kaum spürbar, aber Triathleten scheinen damit richtig Probleme zu haben. Die standen wie die Eimer am Anstieg und ich zog locker vorbei.

Mein Problem des Testlaufs war es jetzt Radleistung so zu steuern, dass ich im Halbmarathon nicht abkacke. Also Tempo suchen. Nicht einfach. Ich wollte nicht völlig überpacen, aber so niedrig gedrosselt Rad zu fahren, war für mich völlig neu. Im Rennen Landschaft angucken hatte ich noch nie. Die X-Terra war ich mit HF Durchschnitt 165 geballert und bin dann trotzdem noch gut gelaufen. Aber das waren auch nur 9 km. Andererseits fährt man auch mit HF 165 MTB-Marathons 6 h durch oder 24h Rennen und jetzt nur 150 HF max? Schwierig. Ich beendete den Radsplit nach 2:52h. Klar kann ich das schneller, aber hätte sich das aufs Laufen ausgewirkt? Weiß keiner!?

 

Der 2. Wechsel ging jetzt deutlich schneller, weil ich nur Radtrikot auszog und Lauf-schuhe an. Im Übrigen war meine Bekleidungswahl für den Radsplit perfekt: weder zu warm noch zu kalt.

 

Ich hab mich auf das Laufen richtig gefreut. "Jetzt sind es nur noch 21 km. Arm- und Schulter haben gehalten." Letzteres war die große Frage: Überlaste ich mit fast 40 Minuten Schwimmen und 3h Auflieger den linken Arm oder wird er halten? Ich lief von Anfang an schnell los. Die Beine waren gut, da ging einfach richtig was! Ich klatschte Kinderhände ab und machte Fotografenspäße.

Nach km 10 sah ich auf meinen Garmin: 58 Minuten. Ich wusste, dass ich das noch einmal locker verdoppeln kann. Den Berg lief ich beide Male hoch, wo andere längst gingen.

 

WOW, sollte ich es doch schaffen die Zeit vom Brückenlauf zu produzieren? Und das mit der Vorbelastung - geil! Gefühlsmäßig begann ein "Auf" und "Ab". Was sind 21 km nach 4 Jahren Kampf und 10 Monaten Triathlontraining. 10 Monate nach einem 2. Schlüsselbeinbruch bring ich das Ding in unter 6h problemlos rein. Dahinter steckt so viel Disziplin und Arbeit. Ob die Reha nach dem 2. Bruch, die Schwimmtechnik und -kraft, die Probleme beim Laufen, Wettkampfdichte von Sprint bis hin zur X-Terra und sogar 6 Wochen vor Rügen noch eine komplette Ernährungsumstellung, die mich am Ende 2 kg leichter machte. Mehr ging nicht, mehr hätte man kaum perfektionieren können. Jetzt wurde das alles belohnt!

 

Mir schossen Bilder eines Implantatversagens, einer Chemotherapie und einer steifen Schulter durch den Kopf, gleichzeitig sah ich die Leute an der Strecke anfeuern. Ich rannte lachend und zugleich heulend durch Binz. "Das Ding bringt ich jetzt rein und dann fahr ich nach Ibiza und feiere dort meinen Triathlongeburtstag!"

 

Nach 5:48:26 war ich im Ziel. Nicht völlig im Eimer. Testlauf bestanden. Perfektes Debüt:

Unter anderen Bedingungen hätte ich noch deutlich Zeit sparen können, vor allem im Wechsel, aber das hatte ich nicht fokussiert. Ich wollte nur Swim-Bike-Run optimal steuern und ein Gefühl dafür bekommen. Testen, ob ich mich richtig versorge. Kein Krampf, kein Hungerast. Absolut nichts falsch gemacht. 

 

Es wurde der 11. Platz AK von 30 in einer stark besetzten Altersklasse. Im Jahr 2016 hätte das für den 5. Platz gereicht. Am 10. rauschte ich nur 15 Sek. vorbei.

 

Für mich steht fest, dass das nicht meine letzte MD neben Ibiza ist. 2018 werde ich in Rügen auf jeden Fall wieder starten. Ein Ironman am Meer hat einfach eine ganz besondere Atmosphäre. Danke Rügen für diesen geilen Tag!

 

Und hier zu den Bildern:

Maschseetriathlon 2017

03.09.2017

Kurz vor meiner 1. Mitteldistanz wollte ich einen Leistungsvergleich und meldete beim Maschseetriathlon Hannover die Volksdistanz an. 2015 hatte ich 1:17:53 gebraucht - damals noch reine Radsportlerin - diese Zeit wollte ich jetzt als letzten Leistungstest vor Rügen schlagen.

 

Das Blöde war nur, dass der ganze Triathlon plötzlich nicht mehr am Nordufer stattfand, sondern am südlichen Strandbad. Keine identische Strecke und die Wechselzonenwege jetzt übel länger als vorher.

 

Ich bin zum Glück früh losgefahren und wollte auf dem Schützenplatz parken. Der ganze Platz war aber gesperrt. „Ne jetzt, nicht Euer Ernst….ihr wollt uns doch nicht wie auf einer Radrennbahn im Kreis radeln lassen?“ Ich parkte also bei Hannover 96 und radelte zum Südufer.

 

Startunterlagen schnell abgeholt, ging es in die neue Wechselzone. Erste Startgruppe 9:00 Uhr.

Ich hatte meinen Neo daheim gelassen, weil es generell nur 500m waren, der Maschsee ein stilles Gewässer ist und ich das Ding auch nicht wieder umsonst mit mir herumschleppen wollte. Und dann hieß es 19 C Neo erlaubt! Joah, ich bin ja kein norddeutscher "Frostködel" und dachte mir: "Wird schon nicht so kalt sein, zieh mal den Aquarush an.", aber dann kam der Moment als ich das erste Mal mit den Füßen im Teich stand und dachte: "Ach du Scheiße…..ist ja so kalt wie die Aller!" Und das bestätigten mir auch einige Jungs im Neo, die das Allerschwimmen mitgemacht hatten. 5 Minuten vor dem Start wagte ich es komplett ins Wasser zu gehen und es war SAUKALT. Wie kann so eine Innenstadtpfütze nach einem Sommer noch so kalt sein? Ich und einige andere No-Neo- Starter klapperten an der Startlinie mit den Zähnen.

 

9:00 Uhr Startschuss. Von 500m schwimmen, waren 300m eher zu laufen, weil der See an diesem Ufer pottflach ist. Hechtsprünge rein und raus gingen auch richtig gut. Das Problem waren 200 Starter auf engstem Raum. Ich hab auf den ersten 200m noch nie so einstecken müssen und kaum war man 5 m vorwärts geschwommen, zog ein Schwimmer von hinten einen wieder komplett zurück. Hatte was von Schwimmen auf der Stelle. Nachdem ich einen fetten Schlag auf die kaputte Schulter kassiert hatte, der echt weh tat, brach ich nach links außen raus und nahm den Umweg in Kauf. Beim Schwimmen dachte ich dann immer: "Komisch, hier tragen doch alle Badekappen, niemand hat offene, lange Haare….bis ich merkte, dass ich bei jedem Armzug durch lange Algenfäden vom Grund griff. Hmmm, Neptuns Haare im Maschsee…

Der Weg zur Wechselzone war nicht gerade kurz. Ich kam recht schnell in die Schuhe, vom Helm fiel das Visier ab, dennoch kam ich flott aufs Bike. Es begann ein holpriger Radsplit. Gleich zu Beginn galt es eine kurze Schleife zu fahren, in der Speed nicht möglich war. Berg hoch, dann extrem scharfe Kurve in eine Baustelle mit übelstem Kopfsteinpflaster und Teerflicken. Danach war mein Spritzschutz der Aeroflasche weg. An der 1. Verkehrsschikane mit 6-fach Rüttler landete somit der gesamte Inhalt meiner Trinkflasche direkt in meinem Gesicht. Super, zum Glück nur reines Wasser drin! Am Rathaus dann das nächste Kopfsteinpflaster mit enger Durchfahrt und Split in der Kurve. Ich bin die 1. Runde etwas moderater gefahren. Am blödesten war dann echt die Rundfahrt Schützenplatz. Vollgas ging nicht wegen dem Rundkurs. Keiner hielt sich an eine Verkehrsregel, alle fuhren quer, links, mal rechts, zudem kamen erhebliche Schlaglöcher dazu, denen jeder versuchte auszuweichen und dabei musste man auch nach vorn schauen, denn mitten auf der Straße standen die Laternen zur Platzbeleuchtung. Scherben vom letzten Volksfest gab es auch genug. Ich hatte zum Glück keinen Platten. 

Die zweite Runde lief zwar etwas besser, aber Spaß hat das nicht wirklich gemacht. Meine Aeroflasche war danach komplett leer, getrunken hatte ich davon nichts, aber 3 x steckte der Strohhalm nach Gesichtsdusche in der Nase. Ich hatte nicht Vollgas gegeben, war in einer guten Position, sprang vom Rad und bekam es mit den Schuhen nicht hin. Einer war am Rad, der andere noch am Fuß und so humpelte ich zum Wechselplatz…..man war das weit.

 

Wechsel lief super, sofort losgerannt  und dann spielte eigentlich nur noch Musik. Ich hatte viel Lauftraining. Auch Tempoeinheiten. Irgendwann musste es ja mal zünden und heute brannte die Rakete einfach. Von Anfang an ging die Post ab. Selten so geil und dabei auch noch entspannt gerannt. Die ersten 2,5 km war Dauerüberholen angesagt. Das machte sogar mal Spass. Auf halber Höhe der Wendestrecke kam mir der 1. Mann entgegen. Den hab ich sonst nie gesehen. Ich überholte Mädels von Hannover 96, die ich zuvor nie überholen konnte. Dann kam mir die 1. Frau entgegen…..äh, kurz geschaut, überlegt, dann der Gedanke: „Da sind ja keine 10 mehr vor Dir….wow!“ Am Wendepunkt war ich auf „Hannover 96“ aufgelaufen und ich preschte mein Tempo stumpf durch. 100m vor dem Ziel verlor ich noch einen Platz durch Übersprinten, kam aber nach 1:14:57 sauber auf dem 8. Platz gesamt im Ziel an und gewann damit deutlich meine Altersklasse.

Das Starterfeld war recht hochkarätig besetzt. Nicht nur, weil Hannover generell ein großer Triathlon ist (allein 212 Frauen auf Volksdistanz/ erstmals 2000 Starter), sondern weil auch die Regionsmeisterschaften im Volkstriathlon ausgetragen wurden.

 

Ich war absolut positiv überrascht das erste Mal 5 km in 24:07 gelaufen zu sein. Bisher schaffte ich die 25 Minuten Marke nie. Top Ten in Hannover war auch absolute Premiere. Sonst immer nur Top 20 und über 2 Minuten schneller als 2015, obwohl Schwimmen, Radstrecke und Wechselzone nicht vergleichbar war - sogar eher zum Nachteil.

 

Es hat sich in den 10 Monaten Triathlontraining eine Menge getan und ich bin auf dem absolut richtigen Weg. Für meinen Kopf in Bezug auf den Ironman Rügen nächstes Wochenende war Hannover noch einmal eine richtig gute Bestätigung.

 

Ansonsten war der Triathlon wieder gut organisiert - dank Eichels Events. Über die Radstreckenführung sollte man nochmal nachdenken. Schützenplatz muss echt nicht sein. Ich finde, dass der Veranstaltungsort Nordufer attraktiver für Zuschauer war, das Ganze auch stärker als große Cityveranstaltung wahrgenommen wurde und mehr Zuschauer anzog. Ist aber Geschmacksache - Südufer war auch nicht wirklich schlecht, halt anders. Die Wechselzone fand ich besser als am Nordufer. Einfach mehr Platz!

O-See Challenge/ X-Terra

19.08.2017

Bei der Vogtland Challenge hatte ich mich gefragt, welches Schwein mich geritten hatte, jetzt befand ich mich im berühmten 3-Länder Eck (PL-D-CZ), also am Arsch der Welt und hätte nie gedacht, hier nach über 17 Jahren noch einmal an der deutschen Grenze zu stehen. Dafür gab es zu Bundesgrenzschutzzeiten noch „Buschzulage"! Wir Bundespolizisten nannten diese Erschwerniszulage damals so, weil die Einsatzorte echtes "Buschland" waren und jetzt fuhr ich da freiwillig hin, um an der O-See Challenge, dem letzten X-Terra-Germany-Lauf in Zittau, zugleich Deutsche Meisterschaft im Crosstriathlon, teilzunehmen. Wo ich früher beruflich Asiaten im Wald jagte, jagten sich jetzt ein paar Triathlonfreaks durch den Dreck und sahen aus wie Schweine, denn es hatte die ganze Nacht vor dem Start geschifft. So ändern sich die Zeiten!

 

"Sauber" Finishen war meine Devise. Zur DM meldete ich nur als Nebenprodukt, weil der Veranstalter meinte, das könnte man doch gleich mit angeben. Was ich nicht wusste war, dass ich dadurch mit meiner Startnummer 59 direkt in der Wechselzone neben den Profis stand:

…und in der kleinen Startgruppe Frauen Age Group DM starten musste. Na suuuper, ich einzige Handicap-Sportlerin mitten in dem leistungsstarken Feld. Mein Hirn schaltete gleich auf: "Mach einfach Dein Ding" um, und "bloß nicht zu schnell starten, egal wie weit du hinten rausfällst". Ein wenig ging mir die Presse auf den Keks, die dauernd, um meinen Wechselplatz schlich. Wenn man direkt neben Osborne & Co parkt….ich rede hier nicht von spanischem Brandy, den ich zum Mut ansaufen hätte gebrauchen können, sondern vom späteren Sieger der Profis. Immerhin zwei Teamkollegen vom Team Kiwami zumindest vor dem Start noch auf gleicher Höhe :P...

 

Was mir in der Wechselzone schon auffiel, war die Anzahl schwerer Fullys. Strecke vorher abradeln unmöglich. Scheiß Gefühl nicht zu wissen, was einen erwartet, außer dass Freunde schon gewarnt hatten: "bergab besser schieben, sehr grobschlächtig". Da stand ich mit meinem nervösen 26 Zoll mit 60`er Vorbau - definitiv nicht zu empfehlen für die kranke Nummer!

 

Es ging zum Schwimmstart. Vor uns die Profis, dann der DM Age Group Block der Frauen…..keine 40. Ich hatte noch nie so ein scheiß Gefühl vor dem Start. Neo verboten, Swimsuit durfte ich auch nicht tragen: "Hallo, wieso denn 3 Männer im Pro Block mit Aquarush und ich musste meinen ausziehen?" Wenigstens gab es passend zum Anzug die perfekt farblich abgestimmte Badekappe und ich finde die Fotos sind richtig schick geworden:

Vorher einschwimmen war auch nicht, Startschuss und ab in den Teich. Zum Glück war der O-See 23 C warm, so dass der berühmte Kälteschock mit Atemproblemen ausblieb. Dafür kämpfte ich mit der Richtung. Total bescheuerte, schiefe Schwimmlinie zu den Bojen. Hatte ich so noch in keinem Triathlon. Durch meine Armschwäche und den "technischen Defekt" meines linken Schultergelenks tendiere ich im Schwimmen immer stark nach links. Ist wie in einem Ruderboot, wenn der linke Paddel weniger kraftvoll arbeitet. Jetzt hatte ich mir im Training  gerade schwimmen lange antrainiert und hatte jetzt diese völlig schiefe Schwimmlinie. Deshalb kam ich insgesamt 4 x vom Kurs ab und verlor Zeit und Meter. Lief schon mal besser, aber trotzdem ließ ich die Hälfte der Damen mit 30 Minuten Schwimmzeit hinter mir. 

 

Der Wechsel lief eigentlich ganz gut. Für X-Terra sollte man sich nur MTB-Schuhe mit einfachen Klettverschlüssen zulegen, sonst fummelt man zu lange am Schuh herum. Die ersten 10 km Rad liefen recht gut, dann kam das was ich hasse: Laufen & Schieben. Deshalb hatte ich auch keinen Bock mehr auf Cyclocrossrennen. Der steilste Anstieg nur zu laufen. Problem war der Schlamm vom Regen mit Lehm auf rutschigen Felsen. Wenn du die Schulter kaputt hast und links nicht schwer und lange Tragen kannst, wird das zur Tortur. Und so kam es, dass ich meinen linken Arm überlastete. Die Muskulatur fing an zu zittern, kein Gefühl mehr in der linken Hand. Dann kamen die Abfahrten:

Was hier noch toll aussieht, wurde immer heftiger….oder "grobschlächtiger" - mein letzter Schlüsselbeinbruch war noch nicht mal 1 Jahr her und es ging auf Enduro-Pfaden bergab über Felsgeröll und Matsch. Ich entschied die Abfahrten zu laufen. Ein einziger Schlag auf das Vorderrad und mir würde der überlastete Arm weg knicken. Das ist die Nummer hier nicht wert! Rügen und Ibiza sind wichtiger. Dafür hab ich mich ein Jahr lang vorbereitet. Außerdem habe ich genau deshalb MTB-Rennen an den Nagel gehängt. Als einzige Handicap Starterin muss ich da nicht runter fahren….und ich habe ein paar üble Stürze gesehen.

Also verlor ich massiv Zeit.

 

Nach 2:55h kam ich in der Wechselzone an, stellte aber auch fest, dass ich trotz Laufeinlagen noch nicht die Letzte war. Blöder Weise hatte mir mein Wechselnachbar sein schweres Fully auf meine Sachen geschmissen und ich hatte plötzlich 2 Fahrräder, die ich nirgendwo parken konnte, weil kein Platz mehr war. DTU-Schiri guckt streng…..was tun? Räder an die Seite legen - Anschiß? Oder gibt’s dafür auch gelbe Karten? Keine Ahnung….nach einigem hin und her, schaffte ich es ein Rad aufzuhängen, das andere zog ich in den Gang, so dass der Weg noch frei war. Meine Sachen alle durcheinander. Der ganze SCHEISS-WECHSEL kostete mit satte 2:15 Min….na DANKE!!! Normal wär ich nach 1 Minute weg gewesen.

 

Es folgte der Lauf. Ich nahm mir vor wenigstens die Laufleistung sauber abzurufen. Nicht umsonst hatte ich in den letzten 4 Wochen viel trainiert. Ich konnte sofort schnell loslaufen und super das Tempo halten. Es ging gleich zu Beginn wieder bergauf. Anders als in Zeulenroda lief ich leichtfüßig die Anstiege hoch und gab Gas. Ich überholte nach 2 km etliche Starter vor mir, die auf dem Rad überzockt hatten und jetzt einbrachen. Ich hatte nicht im Ansatz Probleme. Nach km 3 hatte ich Anja Kiesel plötzlich vor mir. Ich blieb dran, hörte am Berg, wie sie sich quälte und dachte, komm zieh vorbei. Sie versuchte zwar noch wieder aufzuschließen, hat es aber bis ins Ziel nicht mehr geschafft. Meine Brooks Pure Grid waren in dem Schlamm ein Traum. Selbst bergab auf Schmierseife top Grip! Geiler Schuh! Einzig meine Schulter schmerzte den gesamten Lauf brutal - es half nur Zähne zusammenbeißen.

 

Nach 4:28h war ich im  Ziel:

Nicht völlig im Arsch, zufrieden mit meiner Leistung und der Entscheidung kein Risiko zu fahren. Es war der 29. Platz O-See Challenge gesamt und der 6. Platz in der AK.

 

In meiner Altersklasse bin ich 3. der Deutschen Crosstriathlonmeisterschaft ge-worden und in der X-Terra Germany Tour konnte ich mir den 2. Platz AK der Gesamtwertung sichern und die Top Ten gesamt.

 

Danke an die DTU Frankfurt für das nachträgliche Zusenden meiner DM Bronze-medaille. Ich wusste nicht, dass die Age Grouper ausgezeichnet werden und war deshalb nicht zur Siegerehrung.

 

Fazit:

War eine tolle Orientierung, lohnt aber nicht der weiten Anreise. Zudem ist die Radstrecke zu hart für meine körperliche Einschränkung. Normale Crossduathlons ja, solche Enduro-Nummern kommen für mich aber nicht in Frage. Deshalb habe ich den MTB Sport eigentlich auch an den Nagel gehängt. Da das Ganze auch noch trainingsspeziell ist, konzentriere ich mich lieber erst einmal auf Straßentriathlon. Da gibt es für mich im nächsten Jahr auch noch eine Menge zu tun. 

 

War ein schönes Training und eine tolle Abwechslung, aber ich freue mich jetzt richtig auf meinen ersten 70.3 Start auf Rügen.

 

Hier klicken zum Video X-Terra Europe - O-See Challenge

Kurz links im Bild am Schwimmstart zu sehen!

 

Hier zur Presse:

Kreiszeitung Verden 24.08.2017

Weser Kurier 26.08.2017

 

 

Und hier zu den Bildern:

Triathlon Braunschweig

06.08.17 

In der Woche davor hab ich im Training nicht gerade "wenig" gemacht - insbesondere im Lauftraining. Wegen dem schwülen Wetter und der Belastung hatte ich mir unter dem linken Fuß eine schön große Blase gerannt und am Samstag hatte ich noch einen fetten Trainingsblock. Normal geht man ausgeruht in ein Rennen, ich suchte das Gegenteil im Hinblick auf meinen 70.3 im September. Mal schauen, was geht, wenn man schon ziemlich platt ist.

 

In Braunschweig war ich noch nie. In der Wechselzone konnte man sich seinen Parkplatz mal selber aussuchen. Kleiner Radständer unter den Bäumen - im Rennen leicht zu finden, aber allein unter Männern: "Wir dachten schon, welcher Kerl trägt pinke Radschuhe?“ Ich als Quotenfrau wurde dann aber doch genehmigt.

Mein Start 12 Uhr, reine Frauenstartgruppe, Landesliga & Sprint, harte Konkurrenz. So ziemlich alles was in Niedersachsen Rang und Namen hatte, war hier am Start. Pirat Armin war vor mir dran und ich verabschiedete ihn auf seine große Reise hinaus aufs weite Meer:

Kurz darauf stach ich auch in See! Weil ich in Uelzen zu weit hinten war, entschied ich mich weit vorn in die Startaufstellung zu gehen, um Waschmaschine im Volks-sturm zu minimieren. Es galt 2 Runden von 375m mit 1 x Landgang zu schwimmen und das Starterfeld war mit 155 Frauen nicht gerade klein.

 

Losgeballert, zack 1. Boje, wenig später 2. Boje….die Dinger waren so dicht beisammen, dass man irgendwie schnell da war, aber jedes Mal aus dem Rhythmus kam. Schläge hab ich keine kassiert. 1. Landgang, kurz umgeschaut: "O.K., das sieht nach ziemlich weit vorn aus!" und mit Hechtsprüngen wieder rein auf die 2 Runde. Die war so schnell vorbei wie nix und beim Ausstieg war ich immer noch im 1. Drittel unterwegs (15.). Nicht schlecht für mein Schwimmhandicap bei der Konkurrenz.

 

*Aua* war dann der Weg bergauf in die Wechselzone, Schuhe an und dann nochmal über 100m zu Fuß mit dem Rad bis zur Straße. Trotzdem passable Wechselzeit von unter 2 Minuten. Radfahren lief eigentlich super (9.). Einzig der Wind war mörderisch auf der nicht gerade flachen Radstrecke. Mit meinen "Bergfähigkeiten" konnte ich am Ende gut aufholen. Im Gegensatz zum Silberseetriathlon hatte ich keine Probleme mit der Triathlonbox, andere kassierten blaue Karten, 2 Teilnehmer wurden disqualifiziert. Viele äußerten sich, dass die Schiris scharf waren.

 

Der folgende Wechsel war mit nur 1:11 Min echt schnell. Ich lief aus der Wechsel-zone und es ging gleich bergauf…..bääääm….ich dachte, ich platz gleich wieder, aber nach dem Anstieg fand ich dann doch schnell zu einem guten Tempo, bei dem ich mich recht wohl fühlte. Flach war der Laufparcours nicht. Nach 2,5 km scheuerte meine Blase unter dem linken Fuß. Egal, Zähne zusammen beißen und weiter. Nach 1:28:37h war ich nicht völlig im Eimer im Ziel und absolut zufrieden mit der abgerufenen Leistung. Erstmals kein gefühltes Sterben beim Lauf und ohne Höhenmeter wären es um die 25 Minuten gewesen - total o.k. - ich komm langsam auf den "grünen Zweig".

 

Es wurde aufgrund der starken Konkurrenz Platz 17 gesamt und der 3. Platz in meiner AK. Hinter mir ließ ich erstmals bisher „unerreichte Größen“, so auch eine Teilnehmerin, die 2016 in ihrer Altersklasse beim Ironman Klagenfurth den 3. Platz belegte und unter 12 Stunden finishte. Zur Siegerehrung bin ich nicht mehr, weil ich früher weg bin, weil ich auf der A7 später auch noch im Stau stand.

 

Tolle Veranstaltung bei bestem Wetter. Leider war die Bratwurst schnell aus, aber sonst stimmte alles. Viele nette Gesichter wiedergetroffen!

Vogtland Challenge 2017

22.07.2017

X-Terra - Wer echter Mountainbiker ist und auf Triathlon umsattelt, muss das einfach machen! In meinem Fall Vogtland Challenge. Fast ein altes Heimspiel, weil 3 Jahre in Zwickau gewohnt, in Chemnitz gearbeitet und erfolgreich EBM & Heavy24  gefahren.

 

Also nichts wirklich Neues, außer 3 Disziplinen am Stück statt einer! Mein einziges Problem: Vor 2 Wochen gerade einmal meine erste olympische Distanz auf Asphalt absolviert und jetzt nochmal offroad mit krass Höhenmetern. Noch nie gemacht!

 

Am Freitag Abend nach elendig langer Anreise (die Autobahnen sind aktuell echt der Hass!) noch schnell eine Erkundungsrunde mit dem Bike, stellte ich mir ernsthaft die Frage, welches Schwein mich geritten hatte. Würde ich die Nummer hier überhaupt unter 4 Stunden finishen?

In der Startliste nur die „Creme de la Creme“ der X-Terra Athleten und das waren gerade mal 56, davon 8 Frauen. Na bravo! Ein Rookie unter Offroad-Profis. Da nützen auch 20 Jahre MTB Marathon und 24-h-Rennen nichts. Das Tempo wird da eher im CC-Bereich geballert und mit meinen 70.3 Ambitionen im Oktober passt das gerade überhaupt nicht zusammen.

 

Half nur Tempo dosieren, Augen zu und durch. Allerdings war mir danach auch ganz klar, warum sich da sonst kein Hobbyathlet auf die Volldistanz anmeldet. Erstens *Aua* und zweitens ziemlich einsames  Rennen als Frau ganz hinten. Ich hatte teilweise Probleme auf der Strecke nicht einzuschlafen. Du vergisst, dass Du  im Rennen bist!

 

Schwimmen:

Neo-Verbot. Super! Wie jeder weiß, hab ich ein Schulterhandicap und generell wenig Kraft im linken Arm, kann die Wasserlage links nur mit erheblich mehr Kraftaufwand mit dem rechten Arm ausgleichen. Der Neo hilft mir enorm, weil er meine Wasserlage durch den Auftrieb deutlich korrigiert. Zudem hatte ich seit einer Woche die Nacken- und Schultermuskulatur zu und mit gerade mal 56 Startern hinaus ins Zeulenrodaer Meer und 2 Runden um die Pfosten der Talsperrenbrücke zu schwimmen, ließen meinen Arsch auf den Grund der Talsperre sinken. Alles top Athleten und ich würde vermutlich orientierungslos, abgehängt als Letzte im Teich rudern - so mein Szenario im Kopf! Ich hielt mich etwas an Anna Deileke vom VfL Wolfsburg, die ich bereits von heimischen Crossduathlons her kannte. So weit auseinander lagen wir meist nie und vor meinem schweren Unfall teilten wir uns sogar 1 x den 2. Platz beim Lappwaldsee Crossduathlon.

 

11 Uhr Start: Bis zum 1. Brückenpfosten etwas Waschmaschine, kein Rhythmus zu finden und was zum Teufel war das? Brustschwimmer!!! Die hatte ich in dem top Starterfeld überhaupt nicht erwartet. Langsam waren die nicht, aber ich war im Wasserschatten und kam nicht vorbei. Wenn Dir dauernd ein Tritt mitten ins Gesicht droht. Ganz toll! Nach der 1. Runde war ich drin, aber das kalte Wasser und die Belastung ließen meine Muskulatur weiter verhärten und ich bekam beim Schwimmen üble Kopfschmerzen, die ich auch bis zum Zieleinlauf nicht mehr los wurde. Nach 32 Minuten stieg ich zwar am Ende des Feldes aber weder allein noch als Letzte aus dem Wasser. Ich schwamm Ideallinie und so ganz kann ich nicht glauben, dass es nur 1,5 km waren. Gefühlt in jedem Fall länger. Im Training schwimm ich GA1 in 32 Minuten und das war schon ziemlich Anschlag. Anna war 2 Minuten schneller und schon auf dem Bike.

1. Wechsel:

Hat viel zu lange gedauert. Keine Praxis im Crosswechsel, einfach zu viel Zeugs anzuziehen und alles klebt, weil man nass ist: Mountainbikeschuhe mit Ratschen, Radhandschuhe, -brille, Socken und Helm….

 

Bike:

Völlig am Limit vom Schwimmen gleich auf Wiese voll bergauf. Da ist nix mit erstmal Anrollen und Gewöhnen wie bei einem pottflachen Asphalttriathlon. Da stehst Du erstmal wie ein Eimer und kriegst keine Luft mehr. Pulskontrolle funktionierte bei mir erst wieder nach 6 gefahrenen Kilometern. Zwar kam ich mit der Wechselbelastung durch meine MTB-Erfahrung gut zurecht, aber ich hatte keinen blassen Schimmer (nicht Schwimmer ! :P), wie ich die Gesamtbelastung jetzt schlau aussteuere, um nicht beim Laufen zu sterben - meiner immer noch schwächsten Disziplin! Ich fuhr also gedrosselt auf MTB-Marathon Tempomat rauf, runter und das im Sado-Maso-Parcours. 2 x 17 km und der Veranstalter hatte es darauf abgesehen die Teilnehmer zu quälen: steile Abfahrten und im Wechsel krasse Anstiege bei oft über 10% ließen einen Rhythmus überhaupt nicht zu. 90 C Kurven bremsten den gewonnenen Speed kurz vor Anstiegen oft fast bis auf null wieder runter. Cross Country Rennen waren nie mein Ding, aber das hier war schlimmer. Es war nur kurz und hart, es gab kein lang und gleichmäßig, was ich gut kann.

 

In der ersten Runde hatte ich noch einen netten Begleiter mit dem ich mich nicht mehr so einsam fühlte, denn 56 Starter verteilen sich. Freunde hatten ihn überredet mal mitzumachen und er hatte ganz ähnliche Gedanken wie ich. Doch dann musste ich mich absetzen. Das Tempo war mir dann doch zu niedrig. Ich fuhr kurz vor Ende der 2. Runde auf Anna auf. WOW - damit hatte ich nicht gerechnet. Gleichstand trotz schnellerer Schwimmzeit. Im Frühjahr beim Crossduathlon in Wolfsburg war sie noch schneller auf dem Bike als ich. Ich stellte fest, dass Fahrtechnik nicht ihr Ding ist. In einer Wurzeltrailabfahrt kam ich nicht mehr an ihr vorbei und musste die dahinter bleiben. Anlupfen und Traktion halten auf Baumwurzeln war nicht ihre Welt. Überhaupt hatten auch die anderen Teilnehmer mit Fahrtechnik nicht viel am Hut, dabei spart das RICHTIG Körner und Zeit. Ich setzte mich bergauf kurz vor Anna und sie fing an zu beißen. Weil ich mir den Lauf nicht mit einem unsinnigen Wettrennen auf dem Bike versauen wollte, hab ich sie ziehen lassen. Gleichzeitig verpflegte ich nochmal auf dem Rad und stellte den Garmin um.

 

2. Wechsel:

Du kommst in die Wechselzone und weißt, Du bist ganz weit hinten, also lässt du es locker angehen. Der Kopf brummte, der Rücken schmerzte, das Rad vom Nachbarn fiel von der Stange vor meine Füße. Ich hab richtig lange gebraucht und bin dann mit einer Geltüte losgelaufen und hab sie leer in die Wechselzone auf den Boden geworfen und zack kam der Anschiss vom DTU Schiri:"Aufsammeln- Umweltschutz!" Ich hab gedacht, ich bin im Wald! Ich musste tatsächlich zurücklaufen und das Teil aufsammeln, musste es mir in den Triathlonanzug stecken und zur nächsten Verpflegungsstelle laufen, um es dort zu entsorgen. Ich hab ja Verständnis für Umweltschutz, aber mitten in der Wechselzone wird nach der Veranstaltung sowieso aufgeräumt. Ich hab das Ding gerade dort entsorgt, WEIL ich es nicht in den Wald schmeißen wollte. Wenn es danach ging, hätten diverse Läufer vor mir nochmal mit dem Rad in den Wald fahren müssen, um ihre Powerbar-Tüten wieder einzusammeln. Was soll`s, diskutieren lohnt nicht! Dafür durfte ich auf der Laufstrecke bei den netten Jungs der 2. Verpflegung wegschmeißen. Ihr habt mich echt nochmal aufgemuntert. Danke!

 

Lauf:

In brütender Hitze bergauf über Wiese dann über breite Schotterwege einen 80 hm Berg erklimmen und von dort wieder bergab zum Ziel. Das Ganze 3 x. Die Steigung war so steil, dass ich in der 2. Runde entschied sie hochzugehen, weil Laufen definitiv nicht schneller war. Was mich positiv überraschte, war der Übergang danach zum Laufen. Ich hatte kein Problem sofort wieder zügig in Tritt zu kommen und lief auch für meine Verhältnisse nicht so langsam. Auf dem Rad nicht überzogen und das Lauftraining scheint auch langsam zu fruchten. In der 2. Runde hatte ich plötzlich eine Starterin vor mir. Eingeholt hab ich sie nicht mehr - war mir egal, war aber auch besser so, weil ich nach der 3. Runde ins Ziel lief und sie nochmal in den Rundendurchlauf musste. Finish nach 3:59 h. Nicht aufgegeben, durchgebissen und besser als erwartet.

Fazit:

- Ist richtig *aua* und jeder 0815 Triathlon dagegen ein Spaziergang

- muss man speziell trainieren, geht nicht einfach so aus kalter Hose

- guter Trainingseffekt für mich. Belastung war schon ganz nah am 70.3 dran

- tolle Abwechslung und echte Herausforderung, die Spass machen kann

- Streckenverpflegung sollte man selbst planen, sonst droht der Hungerast

- mein Triathlontraining trägt langsam Früchte

 

Schade, dass sich in der X-Terra Volldistanz so wenig Hobbyathleten anmelden. Genau das ist das Problem! Kaum einer traut sich mit den „Crack`s“ an den Start. Das einsame Rennen und der Zieleinlauf schrecken zusätzlich ab. Im letzten Jahr waren noch deutlich mehr Starter mit Zielzeiten über 4 h unterwegs, in diesem Jahr war man damit schon Letzter, dabei ist das eigentlich keine wirklich schlechte Leistung!!!

 

Von gestarteten 8 Frauen, kamen 7 ins Ziel. Ich belegte den 6. Gesamtplatz und wurde damit Erste meiner Altersklasse. Leicht verdient war das nicht. Macht das erstmal, dann reden wir weiter und für wenig Starter kann ich nichts!

 

Der Veranstalter kannte den MC Pirate, womit er bei mir schon einen Stein im Brett hat ;-) und hat unter den bescheidenen Möglichkeiten der X-Terra ein wirklich tolles Event gezaubert. Ganz großes Lob an alle Helfer und Organisatoren, die sich hier richtig Mühe geben, den Crosstriathlon als ernsthafte Sportart zu etablieren. Sie hat es auch verdient, weil sie viel härter ist als normaler Tri! Ein Fotoservice für alle Teilnehmer wäre noch toll. Landschaftlich ein Traum!

 

Zum Abschluss noch die Frage, ob ich das nochmal machen werde…..? Ja, weil ich bereits in Zittau gemeldet bin. Da gibt es kein zurück mehr und ja: 2018 Miteldistanz aber nicht in Deutschland!

 

Die Frage nach dem nächsten Jahr kann ich noch nicht beantworten, weil die Reiserei zur X-Terra aus dem Norden einfach der Wahnsinn ist und alle Veranstaltungen locker 400km weit weg sind. Schön wär auch mal wieder ein Lauf bei uns im Norden, wie damals in den Harburger Bergen. 

 

Normale Triathleten haben keinen Bock auf Mountainbiking, Mountainbiker haben keinen Bock auf Schwimmen und so „schwule“ Quereinsteiger wie ich versuchen sich dann. Fakt ist, man muss das speziell trainieren und kann das nicht aus der kalten Hose. Mein Triathlontrainingsstand nach nur 8 Monaten Umstellung hat gerade so gereicht. Mehr Training = mehr Spass!

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Hat mich gefreut die Kathrin endlich mal wieder zu sehen!!! Lange her mein Heavy Sturz. War nur leider zu wenig Zeit. Und ja, Du hast Recht, mein Piratenhirn kommt auf irre Ideen....aber jede ist ein Abenteuer wert.

SCI Triathlon Itzehoe

09.07.2017 Meine erste olympische Distanz

Weil der ITU Triathlon in Hamburg für mich erledigt ist, hab ich mich kurz entschlossen in Itzehoe angemeldet. Das konnte ich mit dem Besuch meiner Eltern super verbinden, zudem war die Startgebühr ein echter Schnapper.

 

Kurzer Ausflug zum ITU Hamburg:

Der neue Veranstalter macht seinem Namen alle Ehre, denn man muss für eine Kurzdistanz ein echter Ironman sein! Man bekommt seine Startzeit erst eine Woche vorher und in meinem Fall ist das 06:40 Uhr! *AUA*! Jetzt hätte man vorab KOSTENPFLICHTIG eine andere Startzeit buchen können, aber selbst da fühlt der Teilnehmer sich verarscht, wenn der Veranstalter dann einfach kurzfristig alle Startzeiten um 2h verschiebt. Eigentlich sollte man sein Geld zurückverlangen. Teilnehmer aus dem Hamburger Umland, die sonst immer kurzfristig mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen konnten, brauchen in diesem Fall ein Hotel. Das ist eine Woche vorher nicht mehr möglich und die Preise dafür unverschämt. Eine Startnummernausgabe vor 06:40 Uhr Fehlanzeige. Heißt Extraanreise nur für die „Nummer“. Ein Umbuchen auch nicht mehr möglich, eine reguläre Weitergabe der Startnummer auch nicht. Die Folge ist, dass fremde Starter jetzt mit Startnummern den Wettkampf bestreiten und die Ergebnislisten völlig verfälschen! Ich hätte meine Nummer an Männer weitergeben können und hätte vermutlich ein geiles Ergebnis gehabt ! Möchte nicht wissen wie viele das auch so machen? 

 

Warum bucht man diesen Triathlon? Nicht, weil man so geile Rennbedingungen auf überfüllten Strecken sucht, sondern weil man mal Zuschauer an der Strecke haben will. Und jetzt soll ich starten, wenn Hamburg schläft und komme an, wenn Hamburg noch frühstückt. Ganz toll dann auch noch der 3 Stunden spätere Start meines Partners! Wir haben entschieden das Ding sausen zu lassen. Schade eigentlich, beim alten Veranstalter klappte das alles immer problemlos. Wenn ein Veranstalter den Hals nicht voll kriegt und der Hobbyathlet das Ding nur finanzieren soll.

 

Nun aber zu Itzehoe: 

Ich bin da noch nie gestartet und deshalb wusste ich nicht, wie man dort am Besten anfährt. Allerdings war auch nichts beschildert. Als ich dann endlich einen Parkplatz hatte, war es schon nach 10 Uhr. Schnell aufs Rad und den letzten km zur Startnummernausgabe. In letzter Minute in den Check In und dann die Frage: Wo ist meine Badekappe? Fehlte im Starterbeutel! Na sauber! 10:45 Uhr, die Wettkampfbesprechung lief schon, in 15 Minuten Start und ich ohne Badekappe, noch nicht einmal den Neo an und in der Hektik hab ich meine Startnummer auch noch verkehrt ans Rad geklebt........wenns Glück bringt, wie bei der 13, was solls…

Der SCI Triathlon ist ein wahrer Brummkreisel: 2 Runden Schwimmen, 6 Runden Rad und 4 Runden Laufen. Im Mühlenteich befanden sich diverse gelbe Bojen und wir sollten 2 Runden irgendwie im Dreieck schwimmen mit einmal Landgang. Da die Landesliga mit uns startete und gelbe Badekappen trug, sah man im Wasser die Bojen vor Badekappen nicht mehr. Also fragte ich, wo es denn nun lang gehen würde? Ich bekam verschiedene Erklärungen und als der Startschuss fiel, wusste es eigentlich keiner mehr so genau. Ich hatte die Hose richtig voll. Ich war noch nie eine solche Open-Water-Distanz im Wettkampf geschwommen. Eigentlich wollte ich auch nur testen, ob meine Schwimmleistung für meine 70.3 Idee reicht. Ich hatte Schiss völlig die Orientierung zu verlieren, denn der unübersichtliche und überfüllte Teich war wirklich Worst Case für ein erstes Mal. Aber ich konnte von Anfang an meinen Rhythmus finden und mein Tempo durchgehend halten. Nach 29 Minuten lief ich lächelnd aus dem Wasser, der Streckenposten rief: "Super Leistung". Ich war als Erste aus dem Wasser, die spätere Erstplatzierte brauchte 3 Minuten länger. Ich war einfach nur glücklich, dass ich das schwimmen konnte!!!

 

Ich hatte mich für mein normales Rennrad entschieden und das war ein großer Fehler. Es war brutal windig auf der Wendekursstrecke und es ging oft stetig ansteigend gegen den Wind. Dadurch wird der Anstieg gefühlt prozentiger und ich wollte für das Laufen nicht überpacen, weshalb ich knapp 3 Minuten verlor, die am Ende für den Sieg fehlten.

 

Der Lauf war dann ganz ähnlich immer mit leichten Anstiegen und in brütender Mittagshitze. Die 1. Runde nahm ich deutlich raus, dann normales Tempo und am Ende noch etwas schneller. Gefühlt lief es schon besser als je zuvor, aber zeittechnisch ist Laufen halt immer noch akute Baustelle. Bei 10 km verliere ich natürlich noch mehr als auf 5 km. Das war mir von Anfang an klar. Ich denke, ich werde auch nochmal ein Jahr Lauftraining brauchen, um das aufzuholen, was ich 20 Jahre nicht ernsthaft trainiert habe. Jetzt geht es einfach nur darum in passabler Zeit einen 70.3 zu finishen und das sollte ich in 3 Monaten auch packen.

 

Nach 2:43h kam ich im Ziel an. Nicht am Limit, aber sauber gefinished. Um mehr ging es mir heute auch nicht. Für den 2. Platz gesamt und den 1. AK hat es hier gereicht. Klar geht das noch besser, aber für den Anfang bin ich total zufrieden.

Danke an Matthias Krause für das Zusenden der tollen Siegererungsfotos und nochmal Glückwunsch zum 2. Platz der Herren (Podiumsplatz neben mir).

 

Danke an den SCI Itzehoe für diese tolle familiäre Veranstaltung und danke an die Jungs mit den Rundenbändern, die mir immer extra pinke Bändchen gaben. Super Veranstaltung und das Ganze für ein Drittel des Startpreises von Hamburg - hier zählt der Hobbyathlet noch!

 

P.S.: Als ich am Abend in Ruhe über meine Schwimmentwicklung nachdachte und der ganze Rummel weit weg war, kullerten doch die Tränen. Hunderte Stunden Quälerei in der Schwimmhalle, 4 Jahre Kampf um mein Schultergelenk und jetzt hatte es endlich geklappt. Da kommt die ganze Soße wieder hoch, da platzt du vor Emotion und weißt aber endlich, dass sich die ganze Scheiße gelohnt hat. Ich freu mich jetzt richtig auf Rügen und Ibiza!

 

Hier noch ein paar Bilder:

O-See Triathlon Uelzen

25.06.2017

Distanz: 500 - 24 - 5,2  

Das Triathlondesaster Wolfsburg saß noch tief, wo ich nach dem Bikesplit unter den Top 3 der Gesamtwertung lag, dann aber beim Laufen der Hammer kam. Erklären konnte ich mir das nicht. Überzockt hatte ich nicht. Konditionell war alles im grünen Bereich.

 

Einen Tag vor dem O-See hab ich mich noch mit dem MTB im Wald lang gemacht und am Wettkampftag schüttete aus Eimern. Der Tag fing überhaupt nicht gut an! Die Startnummernausgabe war 1 km entfernt und wir fuhren mit dem Rad hin. Die Wechselzone bezogen wir noch nicht, sondern radelten wieder zurück zum Auto, weil es wieder anfing zu schütten. 20 Minuten Wolkenbruch im Auto, dann mussten wir zum Check-in. Na super, wenn das so weiter regnet, wird das kein Vergnügen. Respekt an alle Starter auf der Mitteldistanz. Das ist wirklich kein Geschenk!

Dann die Ansage: "Neo Verbot". Super, bei der Kälte ohne Neo am Start zu stehen. Meinen Rucksack hatte ich komplett mit Folie umwickelt damit zumindest die Wechselsachen warm und trocken blieben. Ich ging vor dem Start ins Wasser und schwamm mich 200m ein. Wassertemperatur ging eigentlich. Das Blöde war nur, dass ich wieder raus musste, weil der Start an Land war, der Zugang zum See in einem abgesperrten Bereich nur 1,5m Meter breit und ich mich hinten anstellen musste. Nach vorn kam ich nicht mehr. Folglich hatte ich Starter vor mir, die vermutlich ihren ersten Triathlon zu finishen versuchten und ich befand mich mitten in der Waschmaschine.

 

Und es kam genau wie vermutet…geht kaum schlimmer: Vor mir versuchte einer Rücken zu schwimmen, neben mir Brustschwimmer und Orientierungslose. Bist du da erstmal drin, zieht Dich die Gruppe mit. Folglich kassierte ich Tritte, wurde mehrfach unter Wasser gedrückt und vom Kurs abgebracht. Als ich mich "etwas frei geschwommen" hatte, hatte ich noch 5 Starter um mich herum, die zwar Freistil schwammen, aber keinen Plan hatten wohin. Ich schaute hoch und sah nur, dass wir statt zur roten Boje Richtung Schilf schwammen, weshalb ich zur Kurskorrektur plötzlich quer schwamm. Natürlich kollidierte ich dadurch mit den anderen, die zwar auch ihren Kurs änderten, mich aber weiter behinderten. Irgendwie bin ich dann wütend um die Boje herum geschwommen und hatte kurz Ideallinie, kam dann aber erneut vom Kurs ab, weil ich wieder 2 Schwimmer aus der Gruppe an den Hacken hatte. Einer von Ihnen drückte mich bei jedem Freistilzug komplett unter Wasser bis mir der Kragen platzte und ich ihn laut anschrie, es gäbe hier genug Platz zu schwimmen, da müsse er nicht ständig über mich drüber. Den war ich los, aber auch die Ideallinie. Ich musste quer zum Ziel zurück über die Absperrleine und war so wütend, dass ich Tempo machte.

 

Es sei hierzu auch erwähnt, dass ich ohne Neo, wegen der Bewegungsein-schränkung im linken Arm, Probleme habe überhaupt meine Wasserlage zu halten. Mich kostet das generell mehr Kraft und dann drückt Dich ständig wer unter Wasser oder lässt Dich diverse Meter mehr schwimmen.

Ich kam mit einem gefühlten Schwimm-desaster aus dem Wasser und dachte, das Ding sei gelaufen. Nimm es als Trainingsrennen! Dass ich trotzdem als 4. Frau aus dem Wasser kam, kann ich kaum glauben, aber die Zeitnahme irrt nicht.

 

Ich wechselte aufs Rad und der "Spass" ging gleich weiter. Wieder eine enge aber lange Ausfahrt aus dem           Startbereich. Nun ist es so, dass ich mir abgewöhnt habe in die Pedale einzu- klicken, wenn ich in diesem Bereich unterwegs bin. Erstens blockiert man die Ausfahrt für andere und zweitens ist das sturzträchtig. Vor mir ein Starter, der auch noch seine Schuhe auf dem Rad anziehen wollte, was natürlich nicht gelang. Ich tuckerte ziemlich lange hinter seiner Schlangenlinie her bis ich den Kanal voll hatte und laut fragte, ob ich vorbei kann - "rechts"? Er fährt links ran, dreht sich erschrocken um und rasselt voll mit dem Rad ins Absperrgitter. Na sauber!!! Ich überlegte kurz anzuhalten, sah dann aber auf der Höhe den Streckenposten und gab ihm kurz Zeichen zu helfen. Das sind so Stürze, die so über sind wie meiner letzten September. Sein Rad war im Arsch und an der Hand war er auch verletzt. Rennende - gute Besserung!

 

Meine ersten Kilometer Rad waren auch vom Kopf her eher noch beim Schwimmen und beim Unfall. Ich rechnete mir nichts mehr aus. Es war ein brutaler Wind, es folgten immer wieder Anstiege, aber es blieb zum Glück trocken. Ich überholte keine blauen Nummern, nur eine und das war die spätere Zweitplatzierte. Dadurch, dass ich aber keine überholte, setzte sich der Gedanke "voll verkackt - die sind alle weg" immer mehr im Kopf fest. Ich nahm mir vor den Radsplit anständig abzuschließen und den Focus auf den Lauf zu richten. Zumindest die Rechnung Wolfsburg für mich persönlich zu begleichen.

Ich kam in die Wechselzone und die war fast leer! Kaum Räder….war ich, wie in Wolfsburg so weit vorn? Kann doch nach all der Scheiße überhaupt nicht sein? „Nicht denken, lauf Moni!“

 

Und das tat ich dann auch. 2 Runden um den See. Dabei geht 50% der Strecke eher als Traillauf durch, was mir natürlich liegt. Es ging auch oft bergauf und das kann ich auch gut. Die erste Runde lief ich schlau kontrolliert über meinen Garmin. Die spätere Zweite überholte, ich ließ sie ziehen und dachte, dass mich gleich sowieso noch mehr überholen, aber ich lief allein unter Männern und das waren auch die top Starter, weniger die Anfänger. 

 

Es gab pinke Rundenbänder, passend zu meinem Triathlonanzug und ich hatte auch noch Luft für Späße an der Ausgabe. "Ich würde nur deshalb starten." „Die würden ja auch perfekt zur Bekleidung passen“, frötzelte das Mädel bei der Ausgabe und ihr Kollege meinte, er hätte noch 30 Stück, ich könnte noch ein paar Runden laufen.

 

Ich bog in die zweite Runde und die Beine waren gut. Hinter mir keine Frau. Dafür bogen aber jetzt die Frauen massenweise in die 1. Runde ein, platzten am Berg und ich rannte locker vorbei. Scheiße, das lief einfach!!! Ganz anders als Wolfsburg! Geht doch! Ich weiß doch, dass ich das kann! Auf den letzten 1000m auf Asphalt bis zum Ziel zog ich auf max. Last an und rannte wie beim Verdener Stadtlauf Vollgas ins Ziel, überholte noch eine Starterin, die nicht nachsetzen konnte, bog falsch ab, wurde vom Streckenposten angehalten, den ich anschließend fast umrannte (danke für das Stoppen!) und lief ins Ziel. Da hatte ich plötzlich diese Zielbanderole in den Händen und alle glotzten so merkwürdig oder äußerten sich: „Hey, geile Leistung“. Ich fand das ungewohnt komisch bis mir mein Wechselzonen-nachbar begegnete und sagte:" Ich glaub Du bist Dritte!" Mehr Frauen sind noch nicht drin!

 

Und es war der 3. Platz Gesamtwertung und der Altersklassensieg. Wahnsinn!!! Wolfsburg war keine Eintagsfliege oder einfach nur eine Ausnahme. Ich hab mich nicht geirrt. Ich hab das Zeug dazu! Und das jetzt schon, wo ich noch recht schwach laufe.  Nach Bodenfelde im letzten Jahr mein zweites Gesamtwertungspodium. In Rendsburg, wo ich stürzte und mir das Schlüsselbein brach, war ich auch unter den top drei. An leere Wechselzonen muss ich mich wohl langsam gewöhnen. Ich freu mich riesig, weil da unglaublich viel Disziplin und Trainingsfleiß drin steckt. Ihr kennt ja alle meine Geschichte …Wenn mir einer letzten Herbst gesagt hätte, dass das jetzt schon so läuft, den hätte ich für verrückt erklärt.

 

Mit der "kurzen Nummer" ist jetzt aber erstmal Schluss, denn ich will ja im Herbst meinen ersten 70.3 machen. Nächsten Samstag versuche ich meinen ersten Halbmarathon zu laufen und dann geht es olympisch weiter.

 

Dem SV Post Uelzen kann ich zu der gelungenen Veranstaltung nur gratulieren. Jeder Helfer war immer auskunftsfähig, hat einem rechtzeitig die Richtung angezeigt und Eure Verpflegung toppt kaum ein anderer Triathlon! Das gravierte Siegerglas war auch eine tolle Idee anstelle eines Pokals und es war einfach eine geile Veranstaltung von Euch! Danke!

Härke Triathlon Peine

18.06.2017 

Wir haben letztes Jahr schon erfolgreich mit diversen Staffelstarts gerockt, also Zeit für eine Neuauflage! Peine ist ein großer Triathlon mit bis zu 1000 Startern und hat auch schon mehrfach die deutschen Meisterschaften ausgetragen. Das Besondere an der Veranstaltung ist aber, dass sie immer top organisiert ist und trotzdem sehr familiär.

 

Ich musste schon wieder früh aufstehen…puh, erst in Berlin Party, die ganze Woche früh hoch und Freitagabend noch den 5. Platz beim Verdener Stadtlauf gemacht - war ich etwas platt. Punkt 7:00 Uhr stand Maren vor meiner Tür und aufgrund der unter-schiedlichen Wechselzonen in Peine, mussten wir uns sputen.

 

Der See ist 2 km vom Stadion weg. Wir brauchten zwei Fahrräder! Meins für den Radsplit und dann musste Maren nach ihrem Schwimmeinsatz ja auch noch zurück ins Stadion, wo ich später auf unsere Läuferin Aurelia wechselte. Aber E&S Bau hat ja Transporter für alles was "Frau" so braucht und da passte dann auch alles rein!  Im Übrigen sei mal erwähnt, dass E&S uns regelmäßig die Startplätze sponsert - ich sag mal ganz dick "DANKE"!

 

Startunterlagen waren schnell geholt, aber wo blieb  Aurelia? So langsam wurden wir beim Kaffee etwas nervös, da uns die Zeit für den Check-in weg lief. Sie hatte meinen Triathloneinteiler und nackt radeln, wollte ich auch nicht! ;-)

 

Als sie dann endlich eintraf, radelten Maren und ich auf unseren Fahrrädern zum See. Dabei war sie etwas im Nachteil mit einem alten rostigen Mountainbike, hat aber alles gegeben meinen Windschatten zu halten. Wenn sie ihren Neo gleich angezogen hätte, wäre das vielleicht windschnittiger gewesen *Kopfkino* ! Wir hatten jedenfalls da schon Spaß, ganz besonders auch mit der Horde Spanier, die wir überholten und die ihren Start schon lautstark mit Nationalflagge feierten.

 

10:20 Uhr: Maren im Neo - hasst sie! - rennt in den See und stolpert über einen Stein im Wasser. Mehr hab ich dann auch nicht gesehen, weil die Radwechselzone auch 200m vom See weg war. In der Wechselzone stand ich da und rief: "Gleich herrscht hier Krieg", was zu Gelächter führte und dann ging er auch schon los!Der Wechsel mit Maren lief gut und ich flog mit meinem Geschoß auf und davon. Was für eine geile Radstrecke!!! Rundkurs, leicht wellig mit wenig Kurven, starkem Wind aber PERFEKT für Triathlonflugzeuge. Bisher hatte ich selten die Gelegenheit das Pferd mal richtig fliegen zu lassen und hier ging das Pony wie Sau! Ich ballerte gleich los und überholte schon nach 2 km alle Staffelfrauen vor mir. An den Anstiegen konnte ich richtig drücken, da merkt man halt die Mountainbikerin! Ich kam als erste Frau im Stadion an und musste dann noch bis zum Tor laufen, wo Aurelia zum Wechsel bereit stand. Das mit einem Aerohelm und Zopf sah schon irgendwie komisch aus:

Aurelia hatte bei der Hitze am meisten zu leiden und mich erinnerte das an meinen Laufsplit in Wolfsburg, wo ich auch in der Hitze eingegangen war. Zwei Runden musste sie durchs Stadion laufen und als sie im Ziel war, sah das dann so aus:

Ich sag nur Biotonne! Aber für die Presse und Siegerehrung haben wir uns dann doch noch von unserer besten Seite gezeigt:

Eine ganz beeindruckende Leistung zeigte auch eine querschnittsgelähmte Starterin, die den kompletten Triathlon absolvierte. Mit einem Liegerad war sie auf der Radstrecke unterwegs und im Zieleinlauf mit ihrem Rollstuhl. Ich sag nur "Rad statt Rollstuhl" - grossartig und tosender Applaus im Stadion.

 

Wir gewannen souverän die Wertung Frauenstaffel in einer Zeit von 1:15:11, hätten damit sogar die Mixed Wertung für uns entschieden und bei den Herrenstaffeln den 3. Platz belegt.

 

Die gewonnene Kiste Härke Bier werden wir demnächst sicher noch leer trinken, wobei Maren und ich noch kurz überlegt hatten es gleich zu tun, dann hätten wir nicht so schwer zum Auto schleppen müssen.

 

Tolles Ergebnis, toller Tag - Mädels, es macht immer wieder Spass mit Euch, auch wenn es immer etwas chaotisch ist. Wir sehen uns am 31.07. beim Silberseetriathlon, dann aber olympisch!

 

Und danke Peine - der Spruch ist Programm: "You make triathlon great again!"

 

Hier zur Presse und den Bildern:

Triathlon Wolfsburg

11.06.2017

600-22-5,5 und meine Wolfsburg- und 2017 Triathlonpremiere. Open-Water Schwimmen im Allersee, aber kein gerader Wendeparcours, sondern eine schöne 600m Parabel. Würde ich es jetzt endlich einmal hinkriegen anständig zu Schwimmen?

 

Heißt:

- Freistilschwimmen komplett

- Neo an- und ausziehen, sowie damit schwimmen

- die Orientierung im Wasser halten

- etwas schneller schwimmen als je zuvor?

 

Ich habe viel trainiert. Schwimmen war meine absolute Wackeldisziplin:

 

2013

Knocheninfekt. Linker Arm fast unbeweglich, Schultergelenk einge-schränkt. Ärzte sind der Meinung, ich schwimme keine 500m mehr.

 

2015

Nur eingeschränktes Brustschwimmen möglich.

 

2016

Nur Wechsellage möglich, 500m nicht unter 10 Minuten.  September 2016 zweiter Schlüsselbeinbruch. Wieder Nullstart.

 

2017

Januar: Stundenschwimmen in Lüchow noch mit Wechsellage erstmals 3 km am Stück (1. Platz AK).

Februar: 2 km erstmals komplett im Freistil

Mai: 15 km im Swim & Run Camp Ibiza, 1100m beim Swim & Run HH (Wettkampf)

Juni: Erstmals 1000m in 18:44 Min 

 

Jetzt Wolfsburg, der große Freiwassertest! Komisch, vorher hab ich meinen Neo immer gehasst - Brustschwimmen geht damit nicht wirklich gut, jetzt hoffte ich erstmals auf Neo-Freigabe. Nach der letzten Messung um 9:30 Uhr die Erlösung: 20.5C - Freigabe.

5 Minuten vor uns sollten die Männer starten, danach Frauen & "alte Männer", wie man immer so schön sagt. Nach uns die 3. Welle. Erstmals hatte ich vor dem Schwimmen keinen Respekt mehr. Was sind schon 600m? Alles tausendmal trainiert - wichtig nur Orientierung halten. Meine Startposition war gut. Ich hatte keinen Stress mit der Waschmaschine, weil ich mich etwas versetzt zur Boje einsortiert hatte. Ich startete recht schnell, wechselte dann sehr schnell in meinen Trainingsrhythmus und konnte den sehr gut halten. Arme voll durchziehen und regelmäßiger Orientierungs-blick - Tempo konstant halten, dann sollte das klappen. Ich hab bereits im Training auf die Kopfhaltung eines perfekten Schwimmers geschissen und ständig das Orientieren eingebaut und das zahlte sich jetzt aus. Der Orientierungsblick erfolgte regelmäßig, brachte mich aber nicht aus dem Rhythmus. Nach 300m bemerkte ich, dass ich ziemlich weit vorn schwamm. Nach 400m schwammen wir bereits auf die vor uns gestarteten Männer auf bzw. durch die Gruppe.

 

Ich war völlig überrascht als ich aus dem Wasser kam, denn in der Wechselzone waren kaum Frauen - ich befand mich tatsächlich ganz weit vorn. WOW!!! Wie geil ist das denn?! ICH KANN SCHWIMMEN!!!

 

Der Wechsel lief gut. 10 km ging es bergauf ziemlich übel gegen den Wind und ich sehnte mir mein Rennrad herbei. Dann plötzlich ein Schild: „Kackberg“ - ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen, denn es war ein offizielles Schild und kein Gag.

 

Mit einem Triathlonrad stehst du wie ein Eimer am Berg! Aber es ging auch 10km wieder zurück und jetzt war ich klar im Vorteil und holte stark auf. In der Wechselzone angekommen, war ich stark irritiert, weil ich keine weiteren Frauen sah. Einen kurzen Moment überlegte ich, ob ich bisher alles richtig gemacht hatte? Nicht verschwommen oder verfahren? Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass ich auf Rang 3 der Gesamt-wertung lag. IRRE!

 

Aber es kam noch Laufen. Mir war klar, dass ich da verliere. Erstens holt man das nach 20 Jahren reinem Radsporttraining nicht in 6 Monaten raus, was andere seit Jahren trainieren und zweitens hatte ich immer wieder muskuläre Trainingsunterbrechungen. Im Swim & Run Camp Ibiza habe ich nach 6 wöchiger Laufpause nur Grundlage trainieren können. Wo soll es also herkommen? Es war schweineheiß und die Laufstrecke zog sich elendig lang ohne jeglichen Schatten. Zudem 60-70% Schotter. Meinen Straßenlaufschuhe waren da nicht gerade geeignet. Zudem hab ich mir noch im Allersee eine Muschel in den Fuß getreten und die Verletzung am Zeh scheuerte jetzt schön im Laufschuh. Was ich auch überhaupt nicht kann: Laufen und Trinken - irgendwie mit Wasserbauch lief ich kotzig die ersten 2 km an und verlor schon Plätze. Es wurde unerträglich heiß und auf den letzten 3 km die sich durch die Hitze zogen, gab es auch keine Getränke mehr. Ich lieferte mir noch ein Duell mit einer Starterin, die mal ging und dann wieder lief - ich zog es vor lieber durchzulaufen.

 

Nach 1:30h war ich im Ziel und hatte 29 Minuten nur beim Laufen verplempert! Mit zu hohem Tempo beim Schwimmen und Radfahren hatte das rein gar nichts zu tun. Es war einfach nicht möglich ein schnelleres Tempo abzurufen, weil ich es nicht trainiert hatte. 

 

Aufgrund der hohen Leistungsdichte landete ich damit auf Rang 25 gesamt und dem 4. Platz meiner AK. Das ist schon bitter, zeigt aber auch, was zukünftig noch drin ist. 

 

Die nächsten Wochen steht dann wohl mehr Lauftraining an. 

 

Freitag seht Ihr mich beim Verdener Stadtlauf und am Sonntag mit der Besi & Friends Nordstaffel beim Triathlon in Peine. 

 

Und hier noch ein paar Bilder aus Wolfsburg:

Hamburger Swim & Run

28.05.2017 Hamburger Meisterschaft Swim & Run

Lernzielkontrolle nach dem Swim & Run Camp Ibiza. Grundsätzlich habe ich mir hier nichts ausgerechnet, weil ich zwangsläufig weder der top Schwimmer bin, noch der mega Läufer, mein Ziel ist Triathlon - inklusive Rad soll später die Zeit stimmen! Ich wollte nur unter Wettkampfbedingungen testen, ob ich es erstmals schaffe 800m komplett Freistil zu schwimmen in einer halbwegs anständigen Zeit. Bisher habe ich das nie geschafft, muss es aber schaffen, wenn ich meine 70.3 Pläne betrachte. Wenn man schon eine Lizenz hat, meldet man auch zur Hamburger Meisterschaft - ich hab da ein dickes Fell!

 

7 Starter auf einer Bahn war schon abschreckend. Mir war klar, die schwimmen alle garantiert schneller, weil ich mit W40 Beckenoma bin und auch noch mit Handicap antrete. Beim Warmschwimmen hab ich dann mal so in die Runde gefragt, was wer denn so auf 800m schwimmt, zwecks sinnvoller Startreihenfolge. Der einzige männliche Starter außer Konkurrenz war da sehr offen, bei den Damen erhielt ich so Antworten wie:"Ich guck nie auf die Zeit, weiß nicht." So so, bin ja nicht blöd und hab mir gedacht, ich sorge mal für etwas Verunsicherung und hab dann beiläufig erwähnt, dass ich mich auf einen Ironman vorbereite und nur schauen will, ob es für das Schwimmen reicht. Die Gesichter hättet Ihr mal sehen sollen *haha* und so kam es, dass alle in einer Reihe auf der engen Bahn losballerten als gäbe es keinen Morgen mehr, während ich mich lieber hinten einsortiert habe.

 

Ja, und ich schwamm die ersten 200m auch noch etwas zu schnell hinterher, musste von 4`er auf 2`er Atmung wechseln, kam etwas in Sauerstoffschuld und sagte mir dann: "Schwimm einfach Deinen Trainingsrhythmus. Lieber saubere Schwimmtechnik als schnelles unsauberes Schwimmen. Letzteres kostet nur Kraft "for nothing" und ist auch nicht schneller." Das war schlau! Schließlich wollte ich endlich einmal sauber Freistil durchschwimmen. Kurz darauf war ich im sauberen Rhythmus und hätte bis Timbuktu schwimmen können. Was mir aber schon auffiel, war irgendwie die Bahnlänge. Ich war von einem 25 Meter Becken ausgegangen. Sah irgendwie so klein aus und ich hatte meinen Garmin auch so eingestellt, aber die Arme wurden lang.

 

Unterwasserselbstgespräch:

"Ist die Bahn länger?"

"Hängt das Trainingslager noch so in den Armen?"

"Bist Du echt so schlecht?"

 

Erste Teilnehmer verlassen das Becken:

"Man sind die schnell fertig?"

"Überholt haben die mich aber doch auch nicht? Oder doch?"

 

Blick auf den Garmin: 400m - einzige Schwimmerin auf der Bahn:

"Bist Du wirklich sooo Scheiße?"

"Mein Gott, ich muss ja nochmal 400 schwimmen!"

"Irgendwie nimmt das überhaupt kein Ende?"

"Egal, da musst Du jetzt durch!"

 

550m Garmin - einzige Schwimmerin im Becken:

Streckenposten brüllt: "Hey, Du musst Laufen!"

Ich zeig auf meinen Garmin.

"Das Becken hat nur 25m nicht 50m!!!"

"SCHEISSE" …….

 

Im Zweifel meiner eigenen Schwimmfähigkeiten bin ich tatsächlich 300m zu viel geschwommen und hatte damit schon alles in den Sand gesetzt. Aber mit Verlaub, warum reagiert der Streckenposten auf der Schwimmbahn so spät! Warum haut der mir nicht mit seinem Schwimmbrett auf die Finger oder schmeißt das Ding in die Bahn, sondern lässt mich satte 300m zu viel schwimmen?

 

Völlig irritiert eierte ich zur Wechselzone, zog meine Schuhe an, aber vergaß auch noch die blöde Startnummer. Also nochmal zurück und wieder Zeitverlust.

 

Trotzdem wollte ich noch einen anständigen Laufsplit hinlegen und bin losgerannt als gäbe es keinen Morgen. Dabei habe ich auch noch einiges an Zeit gut gemacht. Das Laufen fiel mir total leicht und ich hätte noch ewig so weiterlaufen können. Nach 44 Minuten war ich dann endlich im Ziel und bin selbst mit der Zeit nicht Letzte geworden trotz der Schwimmkatastrophe. In meiner Altersklasse bin ich sogar "Hamburger Präsidentin" geworden - hat sich ja sonst keine aus meiner AK an den Start getraut. Normal wäre ich in max. 39 Minuten im Ziel gewesen und das wär eine top Zeit gewesen.

 

Und was hat die Lernzielkontrolle jetzt gebracht?

1. Check vorher die Beckengröße!

 

2. Wenn alle das Becken verlassen und Dich nicht überholt haben, bist Du auch

     fertig!

 

​3. Laufcamp war erfolgreich. Schön konstant und gleichmäßig unter 25 Minuten

    gelaufen

 

4. Zum ersten Mal 1100m im Wettkampf komplett Freistil geschwommen - 

    PB 1000m!

 

​5. Grundlage & Leistungsfähigkeit sind gut für das Ziel Mitteldistanz

 

​6. Im Dreikampf sieht die Welt bei mir jetzt ganz anders aus durch erstmals

    passable Lauf- und Schwimmzeiten. Das waren schwere Baustellen der letzten

    Monate, denn Radfahren ist bei mir Selbstläufer und meine Parade-disziplin. Ich

    verliere jetzt aber deutlich weniger Zeit im Schwimmen und Laufen, wodurch sich

    meine Zeit im Triathlon solide verbessern dürfte.

 

​7. Auch hier bestätigt sich, dass ich eher das Marathonschwein als die Sprinterin

    bin. Ich glaube meine Zukunft liegt eher ab olympisch aufwärts.

 

​8. Noch 4 Monate bis zum 70.3 und die Basis stimmt. Alles bis hierher richtig

    gemacht!

 

​9. Mental stimmt ALLES dank positiver Lernzielkontrollen - ganz wichtiger Faktor!

    Merke: Wenn Du zweifelst, ist das Ziel in Gefahr!

 

Ansonsten tolle Veranstaltung vom Tri Team Hamburg. Wir sehen uns 2018! Ich hab jetzt noch eine Rechnung bei Euch offen !!!

Duathlon Weyhe

30.03.2017 

Ich hatte Gartow oder Weyhe zur Auswahl und entschied mich kurz entschlossen für die Volksdistanz in Weyhe. Die Entscheidung viel ganz einfach zu Gunsten der kürzeren Renndistanz.

 

Erst am Freitag vor dem Start kannte ich den Grund für meine permanenten Schmerzen bei jeden Schritt im linken Bein, die beim Laufen oft unerträglich wurden. Radfahren und Schwimmen ging problemlos - Laufen hingegen überhaupt nicht! Ich hatte teilweise das Gefühl einen Hüft- oder Knieschaden zu haben. Einfaches Dehnen half nicht und 10 Einheiten Physio halfen zwar muskulär die völlig verhärteten Adduktoren zu lösen, aber kaum gelaufen ging die Party von vorne los. Nach 2 Monaten suchte ich meinen Sportorthopäden in Bremen auf und schnell war klar, dass mein ISG-Gelenk blockiert war. Dazu kam links ein völlig verkürzter Hüftstrecker. Ich war froh, dass die Ursache so einfach war, denn alles andere hätte meine 70.3 Pläne gefährdet. Mein Doc ließ es einmal heftig krachen und gab mir zwei Übungen mit nach hause. So sollte das Problem in 2-3 Wochen erledigt sein.

 

Am Wettkampftag lief dann alles eigentlich perfekt. Im Vordergrund stand neben dem Test zu Laufen aber ganz besonders mein Equipment: neue Laufschuhe mit Schnellschnürsystem, Aerohelm und Trinksystem vorn am Lenker. Es gilt nicht nur Training zu optimieren, sondern auch die Ausstattung. Meine Wechselzeiten waren bisher immer viel zu lang!

Nach dem Start machte sich mein linkes Bein überhaupt nicht mehr bemerkbar. Ich konnte tatsächlich schmerzfrei laufen. Auch hatte ich nicht mehr das Gefühl es sei blockiert. Ich kam zunächst gut weg und lag unter den Top 5 der Frauen. Im Verlauf der zwei Runden, um den Marktplatz, nahm ich aber bewusst etwas heraus, um nicht Gefahr zu laufen am Ende völlig einzuknicken. 

 

Ich lief besser als gedacht nach 2 Monaten Pause und kam in gut 23 Minuten wieder in der Wechselzone an. Der Wechsel lief einfach nur perfekt: 20 Sekunden und ich rannte schon mit dem Rad raus.

 

Es herrschte an diesem Tag zwar bestes Wetter, aber der Wind betrug in starken Böen bis zu 50 km/h und kam auf dem Rad stetig krass von der Seite oder von vorn. Ich hatte vor dem Start noch überlegt mein Rennrad statt mein Triathlonrad zu nehmen, da ich echte Bedenken hatte mit meinem linken Arm gegensteuern zu können. Auch hatte ich in diesem Jahr nur einmal mit dem Rad trainiert. Ich kam aber mit den Windbedingungen gut zurecht. Ein paar Mal musste ich aus der Aeroposition gehen, aber insgesamt konnte ich damit nur punkten. Zu Anfang verlor ich gleich krass Zeit, weil 4 Autos in die Radstrecke fuhren. Plötzlich kam auch noch ein Auto von hinten und wollte überholen, übersah aber den PKW im Gegenverkehr und wollte wieder rechts reinziehen. Ich machte eine Vollbremsung, um den Pfosten reinzulassen. Erst als die PKW`s weg waren, konnte ich wieder Tempo machen. Schade, da waren mal schnell 2 Minuten weg, aber ansonsten flog ich über den Parcours und machte etliche Plätze wett.

 

An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Markus Ganser, der mir das Rad so eingestellt hat, dass ich selbst mit Kraftdefizit im linken Arm unter solchen Bedingungen sicher fahren kann!

 

Der zweite Wechsel wieder nur 20 Sekunden - geil! Was anständiges Equipment ausmacht! Ein Mädel kam schlecht aus der Wechselzone, überholte mich und hatte dann offene Schuhbänder. Gut, dass mir sowas nicht mehr passieren kann! Ich bekam Seitenstechen und lief den zweiten Split in 13 Minuten ins Ziel. Endzeit 1:19h. Keine Meisterleistung, aber für mich ein top Ergebnis!

 

Vor 2 Jahren betrug meine Endzeit 1:17h ohne Wind! Jetzt war ich nur 2 Minuten schlechter. Im Vergleich zu 2015 sind mir allein 4 Minuten beim Laufen verloren gegangen. Auf dem Rad 2 Minuten, aber ich hatte 2015 keine Autos und keinen Wind. Gewechselt hab ich dieses Jahr auch um Längen schneller. Prognostisch wäre hier unter top Bedingungen eine 1:13h möglich gewesen. 

 

Training und Equipment stimmen. Ganz besonders hat mir das Crossradfahren im Gelände viel Druck auf dem Pedal beschert! Insofern hatte das miese Wetter der letzten Wochen auch seine Vorteile. Einzig Laufen muss ich jetzt wieder forcieren.

 

Am Ende belegte ich den 2. Platz in meiner AK und den 7. Platz in der Gesamtwertung bei wirklich starker Konkurrenz.

 

Danke an den SC Weyhe für die gelungene Veranstaltung und die geile pinke Mütze für die es sich allein schon gelohnt hat ;-) ! Leider gibt es wieder keinen Fotoservice. Der wäre hier wirkich einmal wünschenswert.

Crossduathlon Helmstedt

02.04.2017

Donnerstag nachmittag Facebook Post vom TSV Germania: Strecke für Sonntag bereit….“hä?…wieso Sonntag?…ich denk am 09.04. ist Duathlon?“, gegoogelt und: „Ach, du Scheiße, das ist ja schon in 3 Tagen“!!!

 

Nachdem ich 4 Wochen keinen Meter gelaufen war, Rad nur locker um den Block gefahren bin, weil im linken Bein die Adduktoren komplett zu waren, hatte ich mich mit dem Termin völlig vertan. Das Einzige was ich terminlich ständig im Kopf hatte, war Physiotherapie und die damit verbundenen Schmerzen und blauen Flecken im Bein.

 

Allerdings war ich damit gerade durch und es geht in den nächsten 2 Monaten trainingstechnisch voll zur Sache, so dass dieser kleine „Härtetest“ mir ganz gut gelegen kam. Wenn danach keine Probleme mehr im linken Bein auftreten, dann sind die wichtigen Trainingsblöcke auch nicht gefährdet. Anders als die meisten von Euch starte ich dieses Jahr erst später durch, weil mein Saisonhighlight erst Ende Oktober liegt, wo die meisten Sportler schon "Off-Season" feiern.

 

Ich wusste vorher schon, dass ich in der Gesamtwertung NIX beschicken konnte und entschied mich für das MTB. Kleinere Übersetzung an den Anstiegen damit ich nicht gleich wieder überlaste. Das war auch die bessere Entscheidung!

 

Kaum in Helmstedt angekommen, traf ich schon die Hälfte meines Schwimmcamps wieder, Frank Schließer & Team, Ralle und nicht zu vergessen die GIANT-Jungs aus Nienburg, bei denen ich gerade am Tag zuvor ein Rad bestellt hatte. Alles nette Jungs - fing gleich gut an!

 

Vorbereitung und Warmlaufen war optimal, Start auch gut weggekommen, standen die ersten 2 Runden Berglauf im Wohngebiet an. Für vorher kaum Lauftraining und 4 Wochen NIX konnte sich am Ende die Splitzeit von 22:28 Min auf 4,4 km sehen lassen. Schön wär, wenn ich sie auch im zweiten Laufsplit gehalten hätte, aber da war der Akku leider leer.

 

Auf dem Rad bin ich dann recht gut unterwegs gewesen, allerdings wär ich auf dem Crossrad schneller gewesen. Diese Entscheidung hing aber von meinem Muskelproblem ab. Unsportlich finde ich immer wieder, wenn Frauen aus dem Radsport teilnehmen, beim Laufen nicht wirklich flott sind, sich dann von einem Vereinskollegen Windschatten holen und im Schlepptau die Radstrecke auf dem Crossrad dominieren. Bei dem Wind am Wettkampftag ein krasser Vorteil. Irgendwie bescheißt man sich doch selbst, oder?

 

Zum zweiten Laufsplit: Anders als in Wolfsburg klemmten nicht die Adduktoren in einem Bein, sondern die Flasche war in beiden Beinen einfach leer. Da fehlte halt Training und so schleppte ich mich den Berg noch zweimal hoch. Konditionell alles kein Problem - muskulär schon. Ich kam trotzdem noch auf einem guten 7. Platz im Ziel an und konnte mir den 2. Platz AK sichern - hatte es schlechter erwartet.

 

Fazit:

Adduktorenproblem endgültig gelöst - überglücklich zum perfekten Zeitpunkt fit für die wichtigen Trainingsblöcke zu sein - alles richtig gemacht in den letzten 4 Wochen! Radfahren war o.k., Laufen muss was passieren, ist aber schnell aufzuholen und die erste Splitzeit ist dann auch als Zweite sicher haltbar. Der Wechsel lief beschissen, weil mein Schnellschnürsystem nicht in meine neuen Brookies passte und ich mir im ersten Wechsel gleich einen fetten Knoten ins Schnürband zimmerte. Time for nothing, die am Ende meine Radzeit schmälerte. Beim nächsten Mal Lock Laces! Grippe und Adduktoren gut auskuriert - wieder top fit ins richtige Training. Das ist der große Erfolg über den ich mich wirklich freue. 

 

Danke TSV Germania Helmstedt für die top Veranstaltung, die jedes Jahr richtig Spass macht. Ich komme wieder!

Crossduathlon Wolfsburg

05.03.2017

Hatte ich mich eigentlich drauf gefreut, bis mir 2 Wochen vorher muskuläre Probleme mit einem abgeklemmten Nerv einen Strich durch die Rechnung machten und ich das Lauftraining komplett einstellen musste. Nur mit Physiotherapie schaffte ich es überhaupt bis an den Start. Allerdings war mein linker Oberschenkel davon schön grün und blau und das linke Bein getaped:

Scheiß Gefühl, wenn man nicht weiß, ob man mit den Problemen finishen kann. Bereits beim normalen Gehen schmerzte jeder Tritt in der linken Hüfte. Schon beim Warmlaufen schmerzte dann auch noch das linke Knie. Half mal wieder nur eins: Kopf ausschalten und los!

 

Das Starterfeld war recht hochkarätig besetzt. Einige Starter reisten sogar aus Frankfurt und Ulm an. Den Startschuss hat irgendwie jeder verschlafen - "Peng" und alle rannten los. Ich hatte noch nicht einmal meinen Garmin eingeschaltet! Die erste Runde bin ich noch halb mitgeballert, dann hab ich rausgenommen. Nicht mein Tempo. Bin die 3 Runden dann gedrosselt und gleichmäßig gelaufen, dann zum Rad.

 

Crossrad war hier ganz klar die schlechtere Wahl. Bergab zwar von Vorteil, bergauf aber wieder mangels Übersetzung mit Verlust. Das mit meinem muskulären Problem ließ die 18 km verdammt lang werden. Ich hatte das Gefühl, es "läuft gar nicht". Und genau das passierte dann im letzten Laufsplit! Ich kam vom Rad und hatte das Gefühl links ein Holzbein zu haben. Bereits beim Schuhwechsel war ich kurz vor einem Wadenkrampf in dem betroffenen Bein und musste in der ersten Laufrunde extrem rausnehmen.

 

Finish nur noch gedrosselt möglich. Die erste der 3 Runden eierte ich in Pace 7 um den Teich und alle überholten…..oh, man…aufhören oder weiter? In der 2. Runde lief ich auf Frank auf, der auch gerade krass am Sterben war. Ich versuchte ihn noch zu motivieren, aber meinen Eiertanz konnte er auch nicht mehr mitmachen. Das allerdings gab mir das Gefühl, doch nicht in den Sack hauen zu müssen. In der 3. und letzten Runde konnte ich wieder etwas drauflegen, hatte aber trotzdem das Gefühl zu Stehen wie ein Eimer.

 

Der Streckenposten rief: "Sieht noch gut aus!" Ich dachte:" Wollen die mich jetzt verarschen oder ist das Mitleid?" Vielleicht sah es ja sogar gut aus und fühlte sich nur furchtbar an? Keine Ahnung - ich war nur froh als es vorbei war.

 

Gedauert hat die Sado-Maso-Nummer 1:45h womit ich nicht wirklich zufrieden bin, wenn man weiß, was sonst geht. Zufrieden bin ich aber mit meinem Kampfgeist, der auch eine wichtige Rolle spielt bei den Zielen, die ich mir in diesem Jahr gesteckt habe. Zudem bin ich erst 2,5 Monate wieder im strukturierten Training und mein Körper gewöhnt sich gerade erst an Multisporttraining nach über 16 Jahren Radsport.

 

Erstaunt hat mich dann, dass es trotzdem noch für einen Sieg in meiner Altersklasse gereicht hat. Die Quälerei war also nicht ganz umsonst ;-)!

 

Schöne Veranstaltung, viele nette Sportkollegen wieder getroffen und für mich steht jetzt fest, dass ich mein muskuläres Problem erst behebe, bevor ich an den nächsten Start gehe.

 

Hier ein paar Bilder aus Wolfsburg:

Sparkassen Canal Triathlon

23.09.2016

Zum Saisonabschluss ein schönes Heimspiel in meiner Geburtsstadt Rendsburg, so war der Plan….aber der „Fluch von Chemnitz“ schlug wieder zu. Hätte mir vielleicht ein anderes Datum für mein Saisonende aussuchen sollen, denn exakt 3 Jahre nach meiner Schulter O.P. auf den Tag genau, war mein ohnehin desolates Schlüsselbein wieder durch - an exakt der selben Stelle!

 

Diese merkwürdigen Daten von immer wieder kehrenden Verletzungen ziehen sich seit dem Heavy24 in Chemnitz wie ein roter Faden durch meine sportlichen Aktivitäten: 2015 reißt mir vor den Four Peaks der Wadenmuskel ab und ich übergebe meinen Startplatz an „Racing Ralf“, der sich auf meiner Startnummer auf den Tag genau auch das Schlüsselbein bricht. Zwischen 1. O.P. und 2. O.P. lagen exakt auf den Tag genau 3 Monate…. Ich plane im nächsten Jahr meinen ersten 70.3, um das Thema eigentlich abzuschließen, freue mich auf einen Trainingsstart nicht ganz bei null und bin jetzt sogar wieder unter null. Macht die Sache sicher spannender, aber auch nicht einfacher.

 

In Rendsburg fand der Triathlon im Kreishafen im Rahmen des Netz Cups für Ruderer statt. Der NDR hatte ein Eventgelände komplett mit großer Bühne aufgebaut. Ich war am Freitag schon dort mit dem Rad  und sah mir die Location an. Die große Frage war:“Wo soll hier eine Wechselzone für 200 Starter hin?“ Angegeben war vor der Bühne, aber da war viel zu wenig Platz! Die Radstrecke nach Breiholz zur Fähre und zurück, war gut zu fahren, aber wie ich das seit Kindheit gewohnt bin nur Wind, immer von vorne - egal welche Richtung man fährt. Auf der Rückfahrt bin ich dann noch schön in eine Regenfront geradelt und war einmal komplett durch. Trotzdem schöne Impression: mein Liv in Rendsburg und dazu ein toller Sonnenuntergang am Nord-Ostsee-Kanal:

Am Wettkampftag war ich dann zeitig da. Es war noch schweinekalt - Ende September halt. Auf den Keks ging mir gleich diese blöde Startnummer, die einem die komplette Aerodynamik am Rad nahm, aber ich fand dann doch noch eine Lösung das Ding windschnittig anzubauen. Ich glaub ein Aufkleber für die Sattelstütze wär für alle billiger und einfacher gewesen.

 

Die Wechselzone war tatsächlich vor der NDR Bühne und ich hatte auch noch die blödeste Ecke erwischt - ganz hinten -weitester Wechselweg durch viel zu enge Gasse. Die Räder standen so dicht, dass wirklich NIX mehr dazwischen passte. Der Boden: kaputter Hafenwaschbeton ohne Teppich. Rutschig, kleine Steine - barfuss nicht schön.

 

Der Ausgang zum Rad- und Laufwechsel eng um eine Kurve, Wassertemperatur 18 C, da zieht selbst Moni den verhassten Neo an! Im Wasser am Start wusste keiner wo er hinschwimmen soll, weil die Wendeboje zu klein war. Einfach den anderen hinterher! Startfeld 1. Welle (Frauen und Staffeln) zog sich so blöde auseinander, dass Wasserschatten kaum möglich war. 500m …ich glaube es waren mehr…kam ich als ca. 15. aus dem Wasser - alles noch in meiner "Norm".....

 

Neo kostete wieder Zeit…der Wechsel nach meinem Empfinden etwas zu lang. Ich kam nicht in die Socken. Dann kämpfte ich mich durch den engen Wechselgang, was gar nicht so einfach war, weil Teilnehmer auf dem Boden saßen und sich Neo´s von den Beinen rissen, andere rissen vor mir ihre Räder vom Ständer - es fehlte Platz! Auf dem blöden Waschbetonboden war es mit den Schuhplatten sauglatt.

 

Erst über silageverschmierten Waschbeton im Hafen, dann Hafenbahnschienen (beim Triathlon Bremen legt man da aus Sicherheitsgründen Seile hinein!) und einer netten Kopfsteinpflasterkurve. Das mit „Flugzeug“ recht sturzträchtig.Es ging raus auf die lange Gerade zur Breiholzer Fähre immer gegen den Wind. Eigentlich eine gute Straße, wäre sie denn auch für den normalen Straßenverkehr gesperrt gewesen. Ich hatte von Anfang an eine Konkurrentin an meiner Seite. Wir überholten uns stets im Wechsel, aber im Gegensatz zu ihr konnte ich das Tempo halten. Ein LKW fuhr mitten in den Triathlon hinein plus 4 PKW`s - das Chaos begann. Er konnte vorn nicht weg wegen Radfahrern, wir konnten schlecht überholen. Dahinter waren wir zu langsam. Meine Konkurrentin überholte - laaange…weil der LKW auch nicht wirklich langsam war - knapp vorbei. Ich wollte nachsetzen, ließ es zum Glück sein. Wir befanden uns in einer Kurve und von vorn kam ein PKW mit 100 km/h! Irgendwann schaffte ich es zu überholen, fuhr zu ihr auf, sie wehrte sich noch 2 x dann fuhr ich ihr deutlich weg. Alles super, jetzt Top 5  - Schwimmdefizit wieder drin!

 

Zurück durch den Hafen - Kopfsteinpflasterkurve - auf dem schmierigen Waschbeton zum Ende der Radstrecke - mein Vordermann bremst - Wechselzone- ich in der Folge auch, will vom Rad absteigen und es folgt ein kleiner Tri-Rookie-Fehler meinerseits: Trinkflasche hinter dem Sattel vergessen - als Radrennfahrer tausendmal so abgestiegen - führte das jetzt dazu, dass mein Rad zu schlingern anfing. Ich merkte es rechtzeitig, versuchte zu stabilisieren, aber der rutschige Waschbeton zog mir das Rad quasi völlig unter dem Arsch weg. Ungebremst auf den Asphalt mit der linken Schulter. 

 

*PENG* - tat schon weh, aber ich dachte: Aufstehen - weiter!…bis ich Blut auf meinem Trianzug sah ??…und merkte, dass ich nicht atmen konnte. Außerdem hatte ich links einen fetten Wadenkrampf. Schon waren die Sani´s da. Nix ging - Scheisse! 

 

Im RTW renkte mir einer der beiden Sani`s zwei verdrehte Wirbel wieder ein und ich konnte besser atmen. Im Krankenhaus Rendsburg dann die niederschmetternde Diagnose Schlüsselbeinbruch. Exakt an der selben Stelle wie der Bruch 2013 mit Knocheninfektion. Schock - Kopfkino - nochmal die ganze Scheisse?……Frage:“ Glatter Bruch oder Mehrfragmentfraktur?“ Antwort: „Einfach und glatt durch - Rucksackverband “! 

 

So isses nun….und ich hoffe, dass es komplikationslos ausheilt, der Infekt nicht erneut aufflammt oder es zu einer weiteren Fehlstellung des ohnehin schon deformierten Schlüsselbeins nicht kommt. Einfach mal positiv denken!

 

Zum Triathlon: Da meine ärgste, abgeschüttelte Radkonkurrentin am Ende mit Rang 3 auf dem Podium stand, lässt sich leicht erahnen, wo ich mich bei regulärem Finish platziert hätte. Die schnellste Radzeit hatte ich in jedem Fall, da ich mein Schwimmdefizit komplett wieder kompensierte. 

 

Mein Rad blieb zum Glück heil, außer einem Lenkerstopfen, der in Verlust geriet. Meinen Helm hab ich einmal mehr geschrottet. Der Kopf blieb zum Glück wieder heil, außer einer kleinen Platzwunde an der Schläfe.

 

Danke an alle Helfer, Sanitäter, Ärzte und ganz besonders an meine Eltern, die das Wochenende mit mir sicher gern ohne Krankenhausaufenthalt verbracht hätten.

 

Hier zu einigen Bildern des Desasters:

Tri4Fun Minden

08.09.2016 

Die Titelverteidigung in Minden wackelte zum Ende unserer Staffelsaison.

Maren hatte erst vor 2 Wochen einen Autounfall, schwere Prellungen, vor allem im Bereich Brustbein/ Rippen. Starten wollte sie trotzdem. "450m schwimmen wird schon gehen." Ging auch, war sie doch wieder als Erste aus dem Wasser, auch wenn sie mit leichter Übelkeit auf den letzten Metern kämpfte. Verena und ich unterstützten sie am Beckenrand und das zeigte auch etwas Wirkung…..flotte Zeit ! 

 

Für mich ging es zum ersten Mal auf mein neues Zeitfahrrad im Wettkampf. Die letzten Wochen ergab sich nicht die perfekte Möglichkeit und ich musste darauf erst einmal sicher fahren lernen. Weil die linke Schulter "fehlgestellt" ist, liege ich ungleich auf dem Auflieger - da heißt es Gleichgewicht und Radbeherrschung in neuer Position lernen. Mit dem runden und hochfrequenten Tritt muss ich mich generell noch anfreunden. Von Anfang an kam ich gut weg, auch aus Minden raus. Max. 8-10 schnellere Männer fuhren vor mir, einen konnte ich später auch noch überholen. Es war windig, aber richtig! Anfangs komplett frontal mit leicht ansteigender Straße. Aus der kalten Hose los in den "Flugzeugtritt" war richtig übel. Ich schaltete hin und her und es dauerte so seine 8 km bis ich Rhythmus fand. Das Aerorad erwies sich bei dem Wind aber als absoluter Vorteil und so fuhr ich die 21 km in 33 Minuten netto. Für das erste Mal mit dem Rad bin ich total happy - kann nur besser werden.

 

Ich wechselte gut auf Verena und ging erstmal zum Auto was Warmes anziehen. Als ich zurück war, sagte Maren schon, Verena hätte wohl Probleme beim Laufen. Anfangs super schnell unterwegs, brach sie hinten raus etwas ein. Ihre Saison war auch von Verletzung geprägt, die Tage vorher noch einen Wirbel blockiert, lief sie nach einer Zeit von 1:06:36 im Ziel ein. Mehrfach starkes Seitenstechen erschwerten ihr nach den ersten 2km das Tempo, andernfalls wären wir nochmal deutlich schneller gewesen. Der Sieg bei den Damenstaffeln war aber zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Wir waren trotzdem noch eine Minute schneller als im letzten Jahr. Bei bestem Wetter, Kuchen und Bratwurst ließen wir unsere Staffelsaison dann ausklingen.

 

Insgesamt ergibt sich für unsere Saison folgende Bilanz:

 

06.05.16 Grönegau Triathlon Melle

01.08.16 Silberseetriathlon Bremen

14.08.16 City Triathlon Bremen

21.08.16 Celler BKK Triathlon

28.08.16 Oldenburger Bärentriathlon

03.09.16 Maschseetriathlon

18.09.16 Tri-4-Fun Minden

 

Macht: 7 Triathlons - 5 x schnellste Damenstaffel - 2 x zweitschnellste Damenstaffel. Spassfaktor riesig und ganz nebenbei haben wir die "Besi & Friends Idee" in Norddeutschland bekannter gemacht. Wir kommen 2017 wieder - danke Aurelia, Maren und Verena!

 

Und hier zu den Bildern:

Weserhammer 2016

10.09.2016

Weserhammer Bodenfelde - Hammer Hitze - Hammer Radstrecke und Hammer-Ergebnis! Ich wollte mal einen nicht so pottflachen Triathlon machen. 28 km Rad mit 360hm - eine Runde vom Weserufer hoch in den Solling und zurück. Nichts für Zeitfahrräder, aber für Roadbike und Mountainbiker wie mich.

 

Mein erster Kiwami Start im pinken Spyder WS1 Triathlonanzug. Pink ist ja so eine Frauenfarbe….kaum auf dem Parkplatz ausgestiegen, kommt eine Teilnehmerin und fragt, ob ich die Jacke mal ausziehen könnte, sie findet den Anzug so geil, weil pink. Und dann nahm das Thema pink an diesem Tag auch schon seinen Lauf:" Hey, im Starterbeutel ist eine pinke Trinkflasche!" oder "Wo hast Du die pinken Radschuhe her?". Ralf, der mich begleitete und Fotos machte, musste einiges aushalten!

 

Es war jenseits der 30C Marke und die Abkühling beim Schwimmen tat anfangs echt gut. Bei 22 C ohne Neo. Die Startgruppen waren vorher schon nach Alphabet vergegeben. Ich startete in der 2. Gruppe um 14:20 Uhr, weiße Badekappe, Bahn 5. Sechs Starter auf einer Bahn. Wer der schnellste Schwimmer war, konnte nicht mehr geklärt werden, weil schon gestartet wurde. Alle sechs in der Waschmaschine los. Ich dachte ich sei mal wieder der schwächste Schwimmer und wartete nur darauf, dass die Männer von hinten über mich drüber nagelten *aua*, aber es lief ganz anders…

 

Ich wollte nicht beim Schwimmen schon überpacen. Ich hatte nur eine Teilnehmerin direkt vor mir und so schwamm ich erstmal locker in ihrem Wasserschatten. Hinter mir war niemand, keiner der mir in die Beine schlug - ich zog einfach mein Ding durch. Nach 250m schwamm ich ihr ständig auf. Sie ließ deutlich im Tempo nach. Jedoch zog sie wieder an sobald ich aufschwamm. Auf den letzten 100m überlegte ich, ob ich überholen soll, was ich auf den letzten 50m auch versuchte und so schlugen wir zeitgleich im Ziel an. Ich hätte überholen können, aber außer max. zwei Schwimmlängen hätte mir das nicht viel gebracht, außer dass ich Pulver verschossen hätte in meiner bis dahin schwächsten Disziplin. Der Ausstieg aus dem Becken gestaltete sich nicht so leicht, weil wir auf Bahn 5 keinen Tritt und auch keinen Griff am Bock hatten. Die Beckenkante war brutal hoch und so zog man sich wie ein Walross die Kante hoch und blieb dort erstmal einen Moment liegen, bis man sich aufgerappelt hatte. Ich dachte: "Zweit schnellste Schwimmzeit der Frauen - unglaublich mit dem Handicap!" und rannte zum Wechsel. Olympisch hätte ich sie im Schwimmen locker geschlagen - das Tempo schwimme ich durch.

 

Es ging aufs Rad und Windschatten war frei. Die ersten 10 km hab ich dann auch bewusst etwas "gelutscht" und hatte meine Konkurrentin wieder direkt vor mir. Da ich aber die Strecke nicht kannte, wusste es kommen noch Höhenmeter sowie das Laufen, habe ich mich entschieden die Steigungen nicht voll Anschlag zu fahren. Ich war nur 3 x Laufen in den letzten Wochen und hatte null strukturiertes Lauftraining diesen Sommer wegen krank und Staffel. Und dann noch die Hitze - null Risiko gehen beim Laufen zu versagen. Den ersten Anstieg über 5 km locker hochgeschraubt. Da kämpften ein paar Jungs mit ihren Zeitfahrmaschinen, noch schöner dann der 12% Anstieg direkt aus dem Ort heraus. Wenn Du oben schon Radfahrer in Schlangenlinie fahren siehst….ja, St. Tropez steckte noch in meinen Beinen. Es ging wieder hinunter zur Weser in Serpentinen, wo einige Fahrer auch Schiss in der Abfahrt zeigten. Für mich überhaupt kein Problem und so kam ich nach 53 Minuten in der Wechselzone an. Zweite Frau auf dem Rad geht für mich völlig in Ordnung. Meine Konkurrentin hatte 2 Minuten Vorsprung - nicht viel, das Problem war nur, dass sie eine TOP Läuferin war - keine Chance!

 

Es war Laufen in der Bratpfanne - eine Höllenhitze, zu Anfang gleich bergauf und die Luft an der Weser stand. Ich hab erstmal Rhythmus gesucht und bin nicht zu schnell los. Nach einem Kilometer lief Jürgen zu mir auf. Schlau wie er war, hatte er seine Radflasche mitgenommen und wir teilten Wasser und Leid. Nebenbei unterhielten wir uns über 70.3 - auch er will 2017 seinen ersten machen. Nach dem Wendepunkt liefen ein paar Staffelfrauen von hinten auf und ich dachte, es ist Konkurrenz also nochmal Tempo erhöhen. Mit "Schnacken" war da nix mehr, aber auch mit Jürgen nicht mehr. Der war leider geplatzt und kam erst kurz nach mir ins Ziel. Ich war so überhitzt, dass ich im Anschluss mit ihm nochmal ins Wasser gesprungen bin. Super netter Typ aus dem Münsterland. Danke für den netten Lauf und das Wasser unterwegs. Viel Glück beim 70.3!

 

Und eigentlich wollte ich auch heim, war schon spät, aber irgendwie dachte ich, frag nochmal nach auf welchem Platz du gelandet bist. Die Antwort hat mich dann völlig überrascht: 2. Platz gesamt & Altersklassensieg! WOW- nie mit gerechnet, mein erster TOP 3 Gesamtwertungsplatz in einem Triathlon! Der Knoten platzt nach 3 Jahren verzweifeltem Schwimmtraining mit dem Arm - unglaublich!!!

 

Laufen ist neuerdings meine schwächste Disziplin, Schwimmen nicht mehr. Aber nichts ist einfacher als das Lauftraining wieder zu forcieren. Ich weiß ja, was geht, wenn ich trainiere. Da ist noch soviel Zeit drin - da geht noch richtig was. Schwieriger war mit Schulterschaden eine Schwimmtechnik zu entwickeln mit der ich im Starterfeld überhaupt mithalten kann. Hat mich satte 3 Jahre Training gekostet.

 

Übrigens hat mir der Kiwami Einteiler durch seine Kompressionswirkung zumindest gefühlt tatsächlich mehr Rumpf- und Rückenstabilisation geliefert. Insgesamt fühlte sich alles "aufrechter" an und der Träger schneidet auch nicht am Schlüsselbein ein, wo ich sonst sehr schnell Schmerzen bekomme. Wasserwiderstand super!

 

Schöne Standortbestimmung zum 70.3 

 

Hier ein Link zum Bericht in der Runnersworld mit Best of Fotogalerie 4 x Moni:

HIER KLICKEN !

 

Und hier meine Fotos:

Maschseetriathlon 

03.09.2016

Olympische Staffel gesponsert von Eichels Events und 2 Tage vorher Aurelia krank - Erkältungsinfekt mit Husten. Na bravo, erklärt auch ihre Laufzeit in Oldenburg. Was nu?

 

Ersatzläufer für einen Samstag zwei Tage vorher zu finden, ist nicht gerade einfach!

Erst hatte keiner Zeit: Radmesse am Bodensee, Familienevent, X-Terra oder selber am Start. Verena sollte in Minden für Aurelia laufen, war gerade länger verletzt und hatte wenig trainiert. 10 km waren ihr dann doch noch zu viel und eigentlich war sie auch voll eingespannt mit krankem Kind und Co. Maren schaffte es sie dennoch zum Start auf 5 km zu bewegen und wir meldeten auf Sprint um.

 

Ursprünglich wär olympisch 16:30 Uhr Start gewesen, Sprint jetzt aber schon um 09:40 Uhr. Mit Ummelden mussten wir am Samstag dann früh los. Wetter und Stimmung aber super:

Startnummer VT für "voll toll" oder Volltrottel - würde sich später noch zeigen….

 

Rad eingecheckt und ich stellte das erste Mal fest, dass die Ordner keinen Plan von Triathlon hatten. Ob Helm auf oder ab für Staffelwechsel war bis zum Schluss widersprüchlich, am Ende hatte ihn jeder auf und der Schiri von der DTU wies an: Helm ab - bravo, das große Gerenne Helm zum Rad ging los. Ich möchte auch mal wissen, wer diese viel zu großen, hohen Obstkisten für die Staffeln besorgt hat. Erstens hat eine Staffel kaum Geraffel im Wechsel, zweitens hätte man es auch in der Wechselzone am Rand parken können und drittens passte das Rad nicht mehr auf den Ständer, weil die Kisten da drunter standen. Ich stellte meine hochkant, weil ich sie nicht brauchte und so das Rad einhängen konnte. Nach dem Radsplit stand sie aber wieder so und ich kriegte das Rad nicht rein. Für einen kurzen Moment war ich drauf und dran das Ding voll mit dem Fuß weg zu kicken, weil ich sowieso schon genervt war, dazu später mehr...

 

Maren schwamm brutal schnell - ich glaub top 10 der 66 Staffeln - der Wechsel lief gut. Raus aus der Wechselzone gestaltete sich dann schwierig. Die Staffeln mit dem weitesten Laufweg aller Teilnehmer sowie fehlende Verkehrsregelung auf dem Teppich. Chaos! Entweder standen Volkstriathleten mitten im Weg oder der Gegen-verkehr war mal links mal rechts. Man musste aufpassen beim rausrennen nicht zu kollidieren. Wär schön gewesen, wenn Ordner das klar geregelt hätten. Die Rad-strecke mit ihren 6 km war 3 Mal zu absolvieren. Windschattenverbot, links fahren, rechts überholen, war schon nach 2 km völlig aufgehoben. Ich musste 20 km nur überholen und jeder fuhr wo er meinte. Für mich als Straßenfahrerin kein Problem, das kenne ich aus Rennen zur Genüge. Zeitfahrrad machte hier überhaupt keinen Sinn!

 

Die erste Runde fuhr ich mit Pirat Armin, dann war er fertig und ich zog allein voll durch. Der Wind am Maschseeufer wurde immer heftiger, aber ich fuhr eine super Zeit bis Einfahrt Wechselzone dann brüllte mich ein Ordner an, ich sollte in die 4. Runde. Perplex, wie man bei so einer Ansage ist, fuhr ich irritiert wieder in den Rundendurchlauf. Ein Blick auf meinen Garmin sagte mir aber 20 km sind voll. Um jetzt nicht die Staffel zu versauen, fuhr ich mitten durch die Absperrhüte wieder rein in die Box. Das gefiel auch nicht, vor mir ein Starter mit Zeitfahrrad - kein Triarookie! - Ordner brüllt:" ABSTEIGEN - LINIE - STOP". Der arme Kerl genauso perplex wie ich, zieht VOLL die Bremse und ich fahr ihm hinten auf den Zahnkranz. Wir beide total genervt, nur froh, dass nicht weiter was passiert ist, in die Wechselzone. Er entschuldigt sich bei mir und meint auch, weniger brüllen ist manchmal mehr, da kommt vom nächsten Ordner die Ansage:" Mal zuhören, dann passiert sowas auch nicht." Ich hab nur zurückgebrüllt: "Das war ja unser Fehler!" Wir ruderten wieder durch die chaotische Wechselzone. 500m können echt lang werden, vor allem, wenn dauernd Leute im Weg stehen. An meinen Radabstellplatz kam ich auch nicht heran, da standen ganze Staffeln komplett um ihren Radwechsel herum im Wege und dann kam noch die "fucking Obstkiste". Dem nicht genug, wollte ich auf Verena wechseln, brüllt der nächste Ordner: „Helm ab“. Den hab ich dann einfach quer zum Rad über den Teppich geschmissen und hab mich durch das Wechselchaos zu Verena durchgekämpft. Ziemlich chaotisch und völlig entnervt hab ich dann auf sie gewechselt. Da ging auch bannig Zeit flöten.

 

Verena lief dann die 5,5 km in einer super Zeit. Im Bereich der Runden auf der Laufstrecke muss es durch Ordner zu ähnlichen Szenen gekommen sein, denn allein beim Warten auf Verena kamen 2 Läufer mit einer Runde zu wenig im Ziel an und liefen über die Bande wieder zurück. Andere liefen Fabelzeiten von 15 Minuten und standen damit später in der Ergebnisliste. Das ist schon nah dran am Welt-rekord ;-) !

 

Anders als in Bremen gab es in Hannover wieder keine separate Staffelwertung. Reine Männerstaffeln und Mixed kann man durchaus zusammen werten, da es wenig Unterschied macht. Meistens schwimmen die Frauen in der Mixed dann und der Unterschied geht sogar gen null. Reine Frauenstaffeln haben da meist das Nachsehen. Das finde ich immer schade, weil viele Frauen erst über das Staffeln in den Sport hineinfinden, sich so aber oft nicht trauen zu starten. Allein um den Frauentriathlonsport zu fördern, würde das schon eine positive Wirkung entfalten. Das sieht man in Bremen, wo über 26 Frauenstaffeln gemeldet waren.

 

Wir haben uns getraut und waren einmal mehr überaus überrascht bei einem so großen Triathlon mit echt starken Männerstaffeln unter den Top 15 von 66 zu landen. Endergebnis 13. Platz gesamt und schnellste Frauenstaffel auf der Volksdistanz.

 

Ansonsten war der Maschseetriathlon wieder ein tolles Sportevent. Wir hatten auch Glück mit dem Wetter am Samstag und statt 16:30 Uhr um 09:40 Uhr zu starten war auch besser: wenig Stau in An- und Abreise - die Autobahn ist aktuell eine totale Zumutung.

 

Danke Maren und Verena!!! Danke an Eichels Events für den Freistartplatz als Charitystaffel.

 

Ach ja, und war doch "voll toll" !!! ;-) mit „Obstkisten“ ;-)

Bärentriathlon Oldenburg

28.08.16 

Maren und ich sind zum Glück früh losgefahren, weil es sonst Parkplatztheater gegeben hätte wegen der Streckensperrung Rad. Aurelia hatte den Spass und musste kostenpflichtig im Rehazentrum Bad Zwischenahn parken; so alle Stunde mal einen Euro nachwerfen, kann schon lästig werden. Geile Location am Bad Zwischenahner Meer mit Zieleinlauf an alter Mühle, organisatorisch aber ziemlich chaotisch. Egal wen man vom Orgateam fragte, ständig andere Aussagen und am schlimmsten die Toilettensituation: eine öffentliche Anlage und 4 Dixis reichen bei so vielen Startern im Leben nicht aus!

 

Am Start alle Altersklassen ;-)

...nein, das in der Mitte ist nicht Aurelia ;-) ….aber der Triathlon geht über zwei Tage und bietet tatsächlich allen Altersgruppen Startmöglichkeiten. Es bestand Neoverbot und Maren war happy. Sie schwamm die 750m recht flott, kam nur kurz hinter dem Allerexpress rein, der momentan als Staffel alles dominiert.

 

Ich sprang aufs Rad und beschleunigte. Die ersten 3 km ging es überwiegend bergauf (eine Unterführung hoch, dann kontinuierlich leicht und am Ende nochmal eine Brücke) dabei ein echt fieser Gegenwind. Ich fahr nicht gern aus der kalten Hose los und beim Staffeln ist vorher warmfahren nicht möglich, aber ich dachte: "Alter Schwede, hast Du so schlechte Beine?" Ich stand wie ein Eimer, etliche überholten, obwohl gerade Berg meine Stärke ist. Meine Oberschenkel waren kurz vor dem Platzen. Nach 7 Minuten und weniger Steigung merkte ich, dass mein Rad irgendwie nicht lief und schaute zur Bremse. Sauber, irgendein Vollhonk, ich vermute einer der Orgaleute in der Wechselzone, hatte mir die Bremsklötze vorn und hinten voll auf die Felge gestellt - heißt, ich bremste mich die ganze Zeit komplett selber aus. Was für eine SCHEISSE! Schon beim Check in hatte ich die unsinnige Diskussion zu meiner 10 Jahre alten Shimano Bremsanlage: Leute, die Bremse ist nicht außer Funktion, wenn der Hebel oben ist. Der reguliert nur den Abstand Bremsklotz zu Felge nach Gusto. Haben die neuen Bremsen so nicht mehr. Trotzdem einfach mal Finger weg vom Rad und nicht immer denken, die "Uschi hat keine Ahnung von Technik"!!! Mit völlig fett gefahrenen Beinen hab ich dann noch versucht zu retten, was zu retten war, was auf der blöden Radstrecke nicht so einfach war. Wind egal welche Richtung, Starter, die man nicht oder nur schlecht überholen konnte, wenig Platz und ständige Windschattenkontrollen ließen mich überhaupt kein Tempo mehr finden. Logo, langsamere Fahrer jetzt vor mir. Der totale Haß. Ich kam nach 53 Minuten in der Wechselzone völlig im Arsch an und Maren meinte: "Wir haben uns schon Sorgen gemacht, dachten Du seist gestürzt oder so". Am Ende war es immer noch die schnellste Zeit der Frauen unter den Staffeln, aber der Scheiß kostete uns am Ende den Sieg, denn die 3 Minuten Verlust vom Schwimmen auf die späteren Sieger fuhr ich noch raus plus 7 Minuten Dauerbremsen - da wär deutlich mehr drin gewesen.

 

Aurelia hingegen hatte bei der schwülen Gewitterhitze auch arge Probleme beim Laufen. Vielleicht heißt der Triathlon deshalb auch Bärentriathlon - schwitzen wie ein Bär? Lief bei ihr auch schon mal besser. Leichter Erkältungsinfekt war wohl auch drin. 

 

Mit dem Gefühl total verkackt zu haben, endete das verkorkste Rennen. Dennoch reichte es für den unangefochtenen 2. Platz bei den Damen. Die Siegerehrung wurde vom Gewitter unterbrochen und zog sich dann auch noch elendig hin.

Mein Ding war Oldenburg nicht (Strecke & Orga). Kaffee und Kuchen waren aber gut. Nach dem 2. Platz-Abo wär ein kleiner Sieg auch mal schön ;-)!

Wir versuchen es weiter….hier zu den Bildern:

Celler BKK Mobil Oil Tri

21.08.16 

700-27-7 - krumme Zahl für einen Triathlon, aber "gerades" Ergebnis. Wir haben uns der Herausforderung als einzige reine Frauenstaffel gestellt! Die Konkurrenz war hart, wir hätten auch einfach in Schwarme starten können und hätten dort separate Damenwertung gehabt und gewonnen. Einfach kann aber jeder und Maren wollte unbedingt mal Neo schwimmen in der 18C kalten Aller. Und das lief gar nicht so schlecht - noch nie war sie so schnell: 6. im Wechsel und 3. Frau aus dem Wasser. Wow!

 

Auf dem Rad lief es, man könnte auch sagen: "einfach alles rausgeballert." Es war zwar windig wie Sau und auch leicht ansteigend bis zum Wendepunkt, aber ich überholte im Pacman-Modus unglaublich viele Starter der Staffeln und der Einzel-starter. Ich hatte im Wechsel auf Aurelia schon das Gefühl: "Wow, das war schnell": Schnellste Radzeit der Damen und 6. Radzeit insgesamt. Kurz vor dem Ziel kam mir dann noch ein PKW in die Quere und zwei Schiris auf Motorrädern, die sich alle nicht einig waren, wohin es gehen sollte. Am Ende überholte ich nach einigem hin und her genervt mit deutlicher Anzeige stehen zu bleiben an den Autofahrer und fuhr ins Ziel. Hat mich auch noch ein wenig Zeit gekostet.

 

Aurelia rannte in einer echt krassen Zeit für ihre Verhältnisse die 7 km und kam als 2. Frau im Laufsplit an, gesamt Platz 8 und unsere reine Damenstaffel schaffte es auf den unglaublichen 8. Platz gesamt von 26 Staffeln und war damit auch die schnellste reine Damenstaffel im Wettbewerb. Zum ersten Mal lief es in allen drei Disziplinen und den Wechseln richtig optimal - bisher unser bester Start.

 

Weil Damenstaffeln offiziell nicht gewertet wurden, konnten wir in Ruhe das schöne Wetter bei Kaffee und Kuchen genießen. Lieblingspirat Armin war auch mit an Board und bei der Stadtwerke Verlosung gewannen wir noch Frosch "Fiete", der uns jetzt als Maskottchen immer begleiten wird. Toller Sonntag, super Organisation des Triathlons - ganz großes Lob an den Veranstalter. Hier stimmte wirklich alles beim ältesten Volkstriathlon Niedersachsens. Und hier zu den Fotos:

City Triathlon Bremen 2016

14.08.2016     

Nach unserem 2. Platz am Silbersee olympisch, folgte die Hälfte in Bremen. Aurelia hatte vorher schon angekündigt, Sie hätte weltklasse Kuchen daheim und wir könnten nach dem Triathlon noch bei Ihr einkehren. Wurde leider nichts draus, weil die Siegerehrung mal wieder Stunden später war…..vielleicht hätte ich auch lieber langsamer Radfahren sollen, dann hätte es auch Kuchen gegeben …..

Wetter war so la-la….Wind, mal warm, mal kalt, am Ende auch etwas Regen - in unserem Wettkampf aber trocken. 99  Staffeln am Start !!!! - 15 gemeldete Damenstaffeln, von denen einige schon klar vorn einzusortieren waren. Also einfach alles raushauen!

 

Maren musste bei 19 C Schwimmen. Weil Sie Neo hasst ohne und warm war was anderes….vielleicht war sie deshalb recht flott wieder da. 500m vom Ausstieg aus dem Hafenbecken bis zu mir in die Wechselzone forderte dann auch noch einen hübschen Sprint, indem Sie aber etliche überholte.

 

Ich stand während dessen in der Wechselzone und die anderen Mädels bewunderten meine „Muschischuhe“ - pink :-) ….ja, wer hat, der hat ;-)…2-3 der Top Staffeln waren auch schon mit dem Rad weg, da kam Maren angelaufen. Wechsel (1. Platz) lief perfekt, ich rannte runter zur Strasse und kam erstmal ganz mies ins Pedal. Ob ich an die top Staffeln überhaupt noch herankomme? Meine Erfahrungen aus Straßenradsport und Mountainbiking sorgten einmal mehr für die später schnellste Radzeit aller Staffeln. Die Kurven zog ich ungebremst voll durch und lange gegen den Wind mit hoher Wattzahl fahren, ist wie auf dem Mountainbike 10 km bergauf fahren. So ballerte ich 20 km komplett durch und überholte die Konkurrenz. In der Wechselzone angekommen, lief der Wechsel (3. Platz) auf Aurelia super und ich wusste, dass wir unter den Top 3 insgesamt sind. Wir waren sogar kurzzeitig Erste!

 

Ich hatte 34 Minuten Radzeit und auch das Gefühl, dass es sau schnell war, aber ich hatte nicht auf der Pfanne, dass ich damit die beste Radzeit hatte. „Krasse Radzeit - Respekt“ kam von einer Teilnehmerin der späteren Siegerstaffel. Ja, Mädels kauft Euch einfach pinke Schuhe….:-)!!!

 

Aurelia lief die 5 km auch richtig gut. Die super Läuferin der späteren Siegerstaffel (Leichtathletin?) überholte Sie zwar, aber sie kam auch nur 55 Sekunden später ins Ziel und so sicherte sie uns einen tollen 2. Platz gesamt.

 

Im Gegensatz zum Silbersee lief es in Bremen für uns echt perfekt.

So langsam spielt sich unser Team richtig gut ein. Was die Teilnehmer im Frauenstaffelwettbewerb angeht, kann ich nur sagen, dass es richtig Spass gemacht hat und das Miteinander auch super nett war. 

 

Was den Veranstalter angeht….nun ja, es ist nicht der erste Citytriathlon in Bremen. Wünschenswert wären kürzere Laufwege aus dem Wasser zur Wechselzone - Alex von Humboldt ist ja ganz schön, aber der Ein- und Ausstieg weiter vorn wär schöner. Würde auch diverse Brücken ersparen. Toiletten sollten schon morgens aufgeschlossen sein, Siegerehrung früherer Wettbewerbe kann man auch mal zwischendurch machen - was auch für Unterhaltung beim Publikum sorgen würde. Zielankünfte sollte man moderieren - hier spielt die Musik! Der Zuschauer will was wissen und er will irgendwo trocken stehen und auch gern Kaffee und Kuchen einnehmen. Letzteres gab es ab 15 Uhr in keinem der anliegenden Restaurants mehr. Baut doch einfach mal ein großes Zelt auf! Der Silbersee kriegt es doch auch gebacken! Alles zentral mit anständiger Moderation im Ziel!

 

Wir mussten bis 16:30 Uhr bleiben, es gab nur noch Bratwurst und Crepe und es war nass und kalt. Man kann sich ja nicht dauernd in einem Ausstellerzelt für Triathlonbekleidung aufhalten.

 

Wir staffeln weiter - nächstes Wochenende in Celle, denn da gibt es auch wieder Kuchen :-) !!! Gott sei Dank :-)

Der Schatz im Silbersee

01.08.2016 Silberseetriathlon Stuhr    

Zeit zu Staffeln beim größten niedersächsischen Triathlon in Stuhr am Silbersee. Wir versuchten unser Glück zum ersten Mal auf der olympischen Distanz unter recht harter Konkurrenz bei den Damenstaffeln:

Start war schon um 9:30 Uhr. Seit München hab ich Stress mit dem Magen und bis vor einer Woche ging leistungsmäßig überhaupt nichts bei mir. Deshalb hab ich morgens das Frühstück gleich weggelassen, Kamillentee getrunken. Gel in die Radflasche fürs Rennen und fertig.

 

Das Wetter war früh morgens kühl und nass - super im Regen Radfahren zu müssen…..ick freu mir! Auf den letzten Drücker haben Maren und ich noch das Rad einchecken können - das wärs ja noch gewesen!!! Wettkampfbesprechung verpasst, mussten wir uns erstmal in der Wechselzone zurecht finden- wo gehts rein - wo raus - Helm auf und wo ab.…Triathlon halt ;-)!

 

Wie immer hatte der Veranstalter ein super Event organisiert und deshalb gehört der Silberseetriathlon mit 1000 Startern zu einem der größten Triathlons Niedersachsens. Dieses Jahr auch mit den Landesmeisterschaften Bremen und Niedersachsen, sowie vielen Teilnehmern aus den anderen Bundesländern und dem Ausland.

 

Schwimmen war ohne Neo, was Maren erstmal freute, aber nachdem der Start wegen einer versetzten Boje etwas verschoben werden musste, hätte ihn jeder lieber angezogen, denn beim Warten im Wasser klapperten bei allen Teilnehmern die Zähne. Der kleine Pontus merkte an:“Mama muss das Dreifache machen wie sonst und Maren und Moni nur das Doppelte.“ Zwei Runden a 750m Schwimmen, die erste Runde nur Waschmaschine, fühlten sich für Maren aber auch schon fast wie das Dreifache an …schön sich mit den Männern mal richtig schlagen zu können ;-)

 

Aurelia und ich standen während dessen klappernd in der Wechselzone, wussten nichts vom verschobenen Start und es fing auch noch an zu regnen. Ich hab dann kurzfristig entschlossen noch das Radtrikot von Aurelia überzuziehen, weil mir nur noch kalt war. Wo bleibt Maren? *Brrrrrr* - sie kam endlich und los aufs Rad….

 

Die ersten 300m aus dem Eventgelände raus herrschte Überholverbot. Super, wenn man vor sich einen "Schleicher" hat - Himmel, Arsch und Zwirn - hatte der begriffen, dass es auf Zeit ging? Ein Starter vor mir war auch genervt - zack, Zeit verloren für die Katz. Und dann lief es von Anfang an nur noch gegen diesen scheiß Wind im Regen. Nicht EINMAL Rückenwind - der war IMMER von vorn, egal welche Richtung! Ich dachte erst, ich würde keine Sau überholen, wurde aber eines Besseren belehrt und am Anstieg in Syke sind einige gefühlt fast stehen geblieben. Lief ziemlich gut. Nach 20 km hatte ich 32 Minuten rum - hätte ich nicht gedacht. Ich zog mein Tempo von Anfang bis Ende gleichmäßig durch und war nach 1:09 Nettozeit wieder auf dem Transponder im Ziel. Mit einem normalen Rennrad unter den Bedingungen top Zeit. Im Vergleich zu den Radzeiten der anderen Frauen weit vorn. Zwei Frauenstaffeln konnte ich zudem deutlich hinter uns lassen und Aurelia somit gut auf die Laufstrecke schicken. Vielleicht reicht es noch für den 3. Platz…..?....

 

Danach bin ich wie Maren auch erstmal unter die heiße Dusche gesprungen. Scheiße, war mir kalt. Lob an den Veranstalter: Duschen waren top und vor allem heiß (y)!

 

Aurelia lief die 3 Runden super durch und ließ sich auch nicht mehr überholen, aber welcher Platz es nun war - keine Ahnung. Keine Ansage im Ziel und ewig nur der 1. Platz in der Ergebnisliste aufgeführt - klar die schnellen Mädels der Uni Elite Hildesheim - hmm?

 

Zum Glück wurde das Wetter besser, die Sonne kam raus. Also Kaffee und Kuchen, Pirat Armin auf die Strecke geschickt zur Volksdistanz und Raini auch endlich mal wieder getroffen. Hat mich echt gefreut! Während der "Türenheld" kleine Helden mit Airgun ins Publikum verschoss, gewannen wir schon mal bei der großen Tombola einen riesen Karton mit Handtuch, Triathlonbuch, Musik CD, Cornflakes, Haarbürste und Werbeartikeln. Da hatte sich der Tag schon gelohnt und Maren nahm den Gewinn in Empfang - dann dauerte es…..pfffff….wir hatten noch beim Italiener einen Tisch reserviert, weil wir Marens Geburtstag feiern wollten, Aurelia wollte auch noch duschen……und dann endlich die komplette Ergebnisliste: 2. Platz für unsere Besi & Friends Nordstaffel!!! Wie geil war das denn? Besser als erwartet *yippieeeh* - Schatz am Silbersee gefunden !! Nicht schlecht für die „olympisch kalte Hose“ !

 

Den Tag haben wir dann beim Italiener ausklingen lassen und ich kann mich nur bei meinen beiden Mitstreiterinnen bedanken. Es war rundherum ein spassiger, stressfreier und lustiger "Schatzsuche" Tag. So geht Sport! Weiter gehts in Bremen.

 

Und hier noch ein paar tolle Fotos: 

7 Türme Triathlon Lübeck

12.06.2016    vom Waschen, Mangeln und Bügeln….

Es war wieder an der Zeit eine solo Rakete starten zu lassen:

 

Vielleicht hätte ich bei Niederegger etwas mehr Kuchen essen sollen, denn am Sonntag morgen piselte es dauerhaft und war zudem saukalt…..so fies kalt, dass wir Teilnehmer den Neo an Land anzogen, um beim Warten vor dem Start nicht zu erfrieren. Das Wasser im Lübecker Kanal hingegen hatte mit 20,8 C eher Badewannentemperatur. Und ganz wichtig war auch vorher nicht schon nass zu werden, versteht sich ;-):

Ich bin nicht so der Schwimmer, hab zwar etwas mehr trainiert als in den letzten Jahren, aber Kraulschwimmen mit Schulterschaden und dann auch noch in der Gummiwurst (letztes Mal damit 2013) - überhaupt nicht meine Welt. Die Badekappe war wieder was für echte Wasserköppe - ich hätt daraus locker eine weiße Sturmhaube machen können ….half nur Krempeln in der Hoffnung da rutscht beim Schwimmen nix runter.

 

Ich hatte zwar beim Start kürzeste Ideallinie und konnte die auch durchschwimmen, musste aber mit den ganz starken und schnellen Altersklassen im Block starten. Nix alte Männer und Frauen! Die Folge war nach kurzer Zeit eine Art Massenkarambolage mit hoher Schlagzahl, oft mitten in die Fresse *aua* und "Waschmaschine" mit "in die Mangel nehmen". Schwimmrhythmus adé. Kraulen Fehlanzeige, Brust komplett. Literweise Wasser geschluckt, stieg ich nach einer gefühlten Ewigkeit aus dem Kanal und kämpfte im Wechsel mit dem Neo. Der ging weder über meinen Garmin am Arm, noch bekam ich ihn später wegen dem fetten Transponder von den Füßen und so torkelte ich mit dem Ding kämpfend über den blauen Teppich in die Wechselzone *Kopfkino* :P! Absolute Wechselkatastrophe!

 

Auf dem Rad. schaute ich am ersten Verkehrskreisel auf die Uhr: 14 Minuten!!! Ahaaaa….kann nicht sein….niemals unter 10 Minuten geschwommen…??? Oder doch?

Die Beine wollten die ersten 5 km nicht so recht, dann fing ich an Tempo zu finden und überholte etliche Starter und die zweite Runde war dann wieder Heimspiel.

 

Schiss hatte ich vor dem Laufen, denn Lauftraining kam wegen der Tour nach St. Tropez bisher eigentlich völlig zu kurz und dann war da noch meine Verletzung vom letzten Jahr. Schnell überzockt, zack is der Muskel wieder ab…… Wenigstens der 2. Wechsel ging schneller als der Erste und ich lief langsam an - Muskulatur gewöhnen. Zwischendurch ein Blick auf meinen Garmin: "Huch, krasse Zeit trotz Waschmaschine und Neoknoten - kann das sein???" Nach 2 km zog ich mein Tempo an und hielt das locker bis zum Ende durch. Dabei überholte ich wieder viele Starter und konnte am Ende sogar noch einen Zielsprint hinlegen. Komisch, der Laufsplit zum Ende eines Triathlons macht mir immer mehr Spass, obwohl ich eher Radfahrer bin?!

 

Und dann kam die Überraschung in der Ergebnisliste: Klarer Altersklassensieg, 8. Platz Gesamtwertung - WOW!!! von 92 Starterinnen….ich hab erst weiter unten geschaut, scrollte dann noch weiter runter, dachte dann, nö so weit unten kann doch auch nicht sein, scroll wieder hoch und seh TOP TEN - krasser Scheiß (y) !!! Stark besetztes Starterfeld wegen LVM Schleswig Holstein und erstmals 70.3. Die AKW 35 & 45 Siegerinnen, sowie die WJU ließ ich auch hinter mir und ohne den Neo wär ich nochmal 2 Plätze weiter oben gewesen. Das aus der kalten Hose nach dem verkorksten Frühjahr freut mich riesig - erstmals unter 10 Minuten geschwommen und persönliche Bestzeit gebügelt.

 

Jetzt freu ich mich erstmal auf das zweite große Abenteuer mit Rad-statt-Rollstuhl und der Besi & Friends Tour 2016 dieses Mal von Frankfurt/ Main nach St. Tropez zu radeln.

 

Geht nächsten Sonntag in Rodgau los und endet am 2.7. in St. Tropez 

Wer Bock hat schaut Mal auf der Webside www.rad-statt-rollstuhl.de vorbei oder auf FB. Gibt täglich kurze Berichte zu den Etappen und ich versuch auch jeden Tag kurz zu berichten.

 

Und so schlecht sah das gar nicht aus:

Grönegau Triathlon Melle

06.05.2016   Erster Start Triathlonstaffel Nord "Besi & Friends"

 

Nach unserem ersten erfolgreichen Staffelstart im letzten Jahr in Minden wollten wir auch 2016 wieder als reines Damenteam staffeln. Ist immer schwierig adäquate Wettkämpfe zu finden- die meisten Veranstalter werten reine Frauenstaffeln nicht separat. Jetzt haben wir bei unseren Meldungen auch nicht wirklich taktiert, nur um besser da zu stehen und so trafen wir bei unserem ersten "Formtest" auf unerwartet harte Konkurrenz in großer Anzahl.

 

Wir drei Mädel machen das Ganze mehr zum Spass und gehen nicht so professionell an die Sache heran. Maren kämpft seit langem mit ihren gesundheitlichen Einschränkungen, ich hab mein Päckchen zu tragen und Aurelia meist wegen Kind und Beruf nicht viel Zeit wirklich zu trainieren. Trotzdem ist es immer wieder erstaunlich was dabei herauskommt.

 

400/16/5 komische Distanz. Für Maren und mich eigentlich zu kurz - wir punkten eher auf längerer Distanz. Wir beide waren gerade erst warm als wir schon fertig waren. Für eine Staffel in Melle war eine Frau Vorschrift. Die meisten Staffeln setzten Frauen zum Schwimmen ein, da man in dem Part damit am wenigsten Nachteile hat, beim Radfahren und Laufen punktet man eher mit Männern. Dieser Konkurrenz waren wir dann auch überwiegend ausgesetzt und wer jetzt glaubte, da wären nur leistungsschwache Spaßstaffeln am Start gewesen, der irrte gewaltig.! Die erste Staffel beendete das Ding in nur 50 Minuten !!! RESPEKT!

 

Maren kam relativ schnell aus dem Wasser. Ich hatte mit ihr noch gar nicht gerechnet, so an 5.-7. Position, und so ging ich auch aufs Rad. Die Radstrecke war überhaupt nicht mein Ding. Es ging nach knapp 500m das erste Mal scharf rechts ab auf die eigentliche Strecke. Kaum beschleunigt wieder runter vom Gas und neu anfahren, leicht ansteigend gegen den Wind max. 2 km, dann scharfe Wendemarke und wieder runter vom Gas. Rhythmus nicht zu finden! Ätzend - ich halte ein hohes Tempo ja lieber durchgend! Zurück bis zur nächsten Wendemarke über einen Abbieger Verkehrskreisel - wieder runter vom Gas und nochmal Beschleunigen. Erst dann folgten mal 3 km Flow bis zur Wendemarke und WIND, WIND, WIND……das Ganze dann noch eine zweite Runde. Zwei der super schnellen Kerle überholten klar. Zwei Fahrer konnte ich überholen, aber männliche Wattzahlen fährt man im Radrennen nun mal als Frau auch nicht. Frauen überholten mich keine. Insgesamt konnte ich unsere Position halten.

 

Als ich wechselte war ich eigentlich gerade erst auf Betriebstemperatur. Bei fast 30 C übergab ich an Aurelia zum Lauf. Die tat mir bei der stehenden Luft echt leid. Der Lauf-parcours bestand aus einem kleinen Teilstück Asphalt, ging dann aber auch wellig durch Felder und ein Waldstück. Es war so heiß, dass Aurelia nur noch Schatten beim Laufen suchte. Wir hatten noch gar nicht mit ihr gerechnet, da kam sie völlig platt im Ziel an.

 

Die Zeitnahme und der Ergebnisdienst waren etwas chaotisch, da der Veranstalter bei 9 Euro Startgebühr keine elektronische Zeitmessung nutzte, aber hey - 9 Euro - 3 Euro für jeden einer Staffel - ich glaub deshalb waren auch so viele am Start. Triathlonspaß for nothing - danke SC Melle!

 

1:02:26 Endzeit. Die zweite Frauenstaffel kam mit 1:14:18 h im Ziel an, die dritte mit 1:17:10h. Gegenüber den 1/2 Staffeln konnten wir uns mit dem 12. Platz gesamt gut behaupten und ließen 35 Staffeln deutlich hinter uns! Damit sind wir mehr als zufrieden, denn einfach kann jeder und in Limmer wären wir damit unter die Top 3 in der Gesamt-wertung gekommen. 1. Platz unter den reinen Frauenstaffeln ist für uns ein gutes erstes Ergebnis in dieser Saison.

 

Und zum Schluss sag ich DANKE für den tollen Tag Mädels und ganz lieben Dank an unseren kleinen, fleißigen Fahnenträger Pontus. Wir hatten riesen Spaß, wie man auch hier an den schönen Bildern erkennen kann: 

Gewoba City "Duathlon" Bremen 

Was macht man mit entzündeter Achillesssehne, Muskelfaserriss und einem Startplatz für den Bremen Triathlon, den man nicht los wird? Duathlon -*peng*- Laufen einfach weglassen - Training unter Wettkampfbedingungen -Spass haben mit 3 anderen Piraten.

 

Gibt wahrscheinlich eine Menge super Triathleten denen es peinlich gewesen wäre zwischen dem Schwimm- und Radsplit an den Zuschauern vorbei zu humpeln, aber ehrlich - hat mich nicht die Bohne gejuckt - echt interessante Erfahrung!

 

Einzig ätzend die neue wahrscheinlich längste Wechselzone der Welt - dagegen ist die in Hamburg kurz, aber die hat wenigstens einen Teppich. Schätze soviel Meterware konnte keine Firma liefern…..und das dann auch noch ausgerechnet, wo ich nicht laufen kann - super…

 

Allein schon der Marsch vom Parkplatz zum Check-Inn war der Hass - Tasche und Rad schleppen mit meiner Schulter….hinhumpeln….*aua* … endlich angekommen, gleich Braatzi und Ringo getroffen. Jungs, was hab ich Euch vermisst - endlich wieder Spass!

 

Die blöde Badekappe war dann schon mal krass zu groß. Hab kurz überlegt Augenlöcher reinzuschneiden :P

Schwimmen - konnte die letzten 2 Monate nix anderes trainieren und wollte jetzt wissen, ob ich das endlich im Wettkampf besser kann. Schöner Realtest! Ich wollte die 500m einmal komplett kraulen im Wettkampf. Bisher ging das nie wegen meinem Schulterschaden. Im Schwimmbad hab ich das jetzt ein paar Mal geschafft. Nicht sonderlich schnell, weil die Kraft im linken Arm fehlt, aber durchgehalten.

 

Wassertemperatur war super. Startschuss - los, bin ich die ersten 250m mit Wasserschatten fast geflogen und hab trotz Waschmaschine kein bisschen Wasser geschluckt. Nach der Wende kam ich dann aus dem Rhythmus, weil Ringo neben mir wie ein Walross immer weiter links abdrehte und die andere „Brotspinne“ neben mir unkoordiniert herumzappelte und mich beide blöd in die Zange nahmen. Erst hab ich versucht Ringo rechts rüber zu drängen - sinnlos - erst mit richtig krassem Anrempeln gab es endlich Kurskorrektur, aber da hatte der Piratenzweier schon krass Meter verschenkt. Ich musste auf zweier Zug beim Kraulen wechseln, weil ich im vierer Rhythmus zu wenig Luft bekam und ZACK knallts mir voll in die Schulter - Nerv geklemmt - Brustschwimmen angesagt - na bravo!!!

 

Am Ende sind wir beide fast zeitgleich aus dem Wasser. Nettoschwimmzeit war in jedem Fall schneller als sonst im Freiwasser auf 500m. Insgesamt deutlich besser, nur das mit der versauten Schulter wird wohl nie ganz optimal werden. Egal, dafür kann ich Rad !!

 

Dann kam der "Lauf" in die Wechselzone……oder besser gesagt Pirat auf Holzbein. Alle blöd am Glotzen: "Wieso läuft die nicht?"…"Wieso macht die überhaupt mit?"…. am Rad angekommen dann Compressionsstrumpf anziehen - ganz geil mit nassen Beinen…Radschuhe in die Hand, denn mit Schuhplatten und Gummikeilen für "Achilles" im Schuh unmöglich überhaupt 500m zu gehen. Und so humpelte ich gelassen vor den Zuschauern zur Radstrecke. Interessant auch hier die Reaktionen der Zuschauer und Teilnehmer. Von:"Ey, Du musst gleich noch laufen, wie willste das denn?" bis hin zu Standing Ovations oder Anfeuerungsrufe und Schulterklopfen von anderen Teilnehmer. Ich kann nur anderen mal raten so zu starten, um allein die Erfahrung zu machen, wie manch gehandicapter Sportler sich so fühlen muss. Von Respektsbekundung bis hin zu abfälligen Bemerkungen ist so ziemlich alles dabei.

 

Hab mir dann die Radschuhe angezogen und bin zeitgleich mit Pirat Armin auf die Radstrecke gegangen. Armin, der gelbe Engel,hat mich dann gleich in seinem Windschatten mitgezogen. War ja egal, ob ich dadurch disqualifiziert werde oder nicht, auch wenn die Konkurrenz teils zickig reagierte bei Überholung. 20 km in 33 Minuten mit max. 41,3 km/h - danke Armin, das hat echt mal wieder richtig Spass gemacht. Ich liebe Radfahren und für 2 Monate Auszeit, war das erstaunlich gut!

 

Irre, wie viele Teilnehmer man sonst regulär hinter sich lässt, wenn man im Wechsel nur gehen kann und man später auf dem Rad alle wieder einholt.

 

Bin dann wieder ewig lange zur Wechselzone ohne Schuhe gehumpelt. Direkt ausgestiegen und hab mich zu Heike in die Sonne gesetzt und auf  Braatzi, Ringo und Armin gewartet. War ein super schöner Trainingstag unter lieben Piraten. Ich weiß, was mir die letzten 2 Monate gefehlt hat und das Schöne: Achilles wurde durch den Duathlon nicht schlimmer - einzig ein leicht verhärteter Wadenmuskel bei der Physio am nächsten Tag. Es geht also endlich aufwärts - 2/3 sind jedenfalls geschafft!

HKK Volksduathlon Weyhe

26.04.2015 

 

Größter Duathlon Deutschlands mit knapp 700 Teilnehmern und ich zum zweiten Mal am Start. Ich wollte den Vergleich, nachdem ich da letztes Jahr schon gestartet war - mal gucken, ob ich jetzt schneller bin. Letztes Jahr war das mein erster Wettkampf nach meinem Unfall und jetzt hatte ich mal anständig trainiert dafür.

 

Weil mir die "Räderei" in Verden vor 2 Wochen ja nicht einmal schnell die Schaltung einstellen wollte, nutzte ich die Gelegenheit beim Bike-Service von Stadler auf der Veranstaltung - mein "Hausschrauber" war da *yiiippiieh* und zack neue Kette in nicht ganz 5 Minuten - gesponsert (y). Nach wie vor lohnt sich die 30 km Anfahrt nach Bremen zu Stadler - stell ich immer wieder fest. Schade um die kleinen Bikeshops auf dem Land, aber bei dem schlechten Service, bleibt einem nichts anderes übrig. Stadler ist und bleibt für mich die TOP Werkstatt im Bremer Umland!

 

Es regnete, nein es pisste bis 11 Uhr, dann wurde es zum Glück etwas trockener. War ich froh statt MTB Marathon in Bad Harzburg den Duathlon gebucht zu haben !!! Komme generell zu dem Schluß, dass April für MTB Marathons einfach noch zu früh ist. Die letzten Jahre war es oft zu nass und zu kalt.

 

Alles fertig gemacht, treff ich erst "Perli" - Gott seit dem Studium nicht mehr gesehen !!! Horst als Organisator sowieso…..ich hatte die Startzeit nicht auf der Pfanne - viel zu früh - musste ich noch eine Stunde warten. Und dann auch noch Hans: "Ja, Horst brauchte einen Motorradguide für die Radstrecke, da hab ich nicht nein gesagt." 3 Arbeitskollegen auf einen Streich und Tobi, den alten Piraten hab ich dann auch noch getroffen.

 

11:40 Start…ab die Post, lief ich die 5 km erstaunlich schnell, hab sogar Tobi etwas hinter mir gelassen. Die Laufkonkurrenz der anderen Damen war echt nicht ohne - so kam ich ungefähr als 5. oder 6. wieder in der Wechselzone an. Weil es geregnet hatte, kam ich in die blöden neuen Rennradschuhe nicht rein…maaaan….hat mich sicher 1-2 Minuten extra gekostet…ab aufs Rad und dann kamen 5 schreckliche Kilometer. Voll Gegenwind im leichten Regen mit leicht ansteigender Strasse. Ich dachte, ich steh wie ein Eimer. Nix ging, ich konnte nicht auffahren. Dann abgebogen, Rückenwind, die Beine stellten sich langsam auf Radmodus um. Tobi inzwischen auf seinem Flugzeug vor mir, schwächelte aber am Barrier Berg und Berge kann ich ja - fuhr ich kurz auf. Danach ging es mit Rückenwind stetig bergab zurück nach Weyhe und Tobi flog davon. Ich aber auch ganz gut.

Nochmal 2,5 km Laufen: Langsam los, konnte ich auf der Hälfte der Runde nochmal Tempo anziehen und überholte noch einige. Alter, da ging noch was - geil!!! Und den 3. Platz sicherte ich mir noch 200m vor dem Ziel durch sattes Überholen einer Teilnehmerin, die nicht mehr nachsetzen konnte.

 

Tobi & Horst zum Abklatschen, dann lecker Bierchen, schmucke Finisher-Mütze (geile Idee, mein Kopp war nass und kalt - schick isse auch) und ab zum Kuchenbüfett mit Tobi. Siegerehrung dauerte wieder etwas, war aber wieder super gemacht - danke für das tolle Event. War zwar nur der 3. Platz in diesem Jahr, aber mein Vergleichsziel - viel wichtiger, hab ich erreicht: 3 Minuten schneller als im letzten Jahr trotz dem miesen Wechsel und das nicht nur durch schneller Biken, sondern schneller Laufen. Wer hätte das gedacht?!

 

Und beide Piraten haben zudem sauber den 1. Platz in ihrer Altersklasse hingelegt (y)!

Krieg langsam Spass an der Sache….