Triathlon/ Duathlon

Crossduathlon Wolfsburg

04.03.2018

Crossduathlon Wolfsburg. Immer der 1. im Jahr allerdings war es noch nie so kalt! Das Thermometer zeigte zwar nur -4 C, gefühlt waren es aber immer noch -10 C, wie die Tage zuvor. Die Waldwege voll Schnee und Eis.

Ich hab echt überlegt nach 2 x Grippe zu starten. Erwartet hatte ich generell nicht viel, weil mir Duathlon einfach nicht so liegt. Der Laufanteil ist zu hoch. Hier sogar 2 x 5,4 km mit 21 km Radfahren in echt bergigem Profil. In Wolfsburg kann man wenn man will gleich zu Saisonbeginn mit Anlauf sterben und jetzt kam noch Sibirien dazu..

 

Mein Training war in den letzten 2 Monaten auf Schadensbegrenzung ausgerichtet. Die niedersächsische Grippeepidemie ließ einfach nicht mehr zu. Meine Crosslauf-pläne waren schnell gegessen. Außerdem war ich gefühlt kaum Rad gefahren. Max. so eine Stunde 1-2 x die Woche auf der Rolle - für mich völlig ungewohnt - früher täglich mind. 2 h und am Wochenende lange draußen! Kurz zusammengefasst: Ich hatte die Hose voll, wollte aber trotzdem wissen, ob man damit noch laufen kann.

 

Ich wählte meine leichten Crosslaufschuhe und meinen CX-Crosser, perfekt für den vereisten Boden, wie sich später herausstellte. Echte Triathleten ziehen ja bei jedem Wetter ihren Triathlonanzug an und so trifft man an kalten Tagen auf echt modische Kombinationen, wie diese hier:

In jedem Fall war der Farbkontrast so geil, dass ich mich einfach mit auf das Bild von den "Trilizards" gemogelt habe. Da kommt mein pink doch gleich viel besser zur Geltung. Wir hatten vor dem Start viel Spass. Man munkelte auch, dass " -4 C doch schon Sommer sei!" Mit dem Start hat man uns auch wieder verarscht: "Start in 2 Minuten" und im selben Moment "peng", alle guckten blöd und rannten los. Machen die jedes Jahr so.

 

Ich kam vom Start an gut weg und war ziemlich weit vorn. 3 Runden lang konnte ich die Konkurrenz hinter mir nicht abschütteln, stellte aber fest, das sie schon recht am Limit lief - ich nicht. Der 1. Wechsel lief schlecht, weil ich nicht in die Radschuhe kam. Ich musste die Dinger noch einmal komplett ausziehen bevor ich alles auf`s Rad setzte und damit absolut richtig lag. Verfolger sofort abgeschüttelt, ballerte ich die verschneiten Anstiege hoch wie in einem Cyclocrossrennen. Ich hatte richtig Spass. In den Kurven musste ich zwar wegen Rutschgefahr deutlich rausnehmen, dennoch fuhr ich die 2. schnellste Zeit aller Frauen. Die Kälte drosselte die Leistungen aller Teilnehmer allerdings schon, weil der kalte Fahrtwind die Muskulatur verhärtete. Viele kämpften bei zu hartem Antritt mit Krampfansätzen. Eine Windstopperhose hätte aber beim Laufen behindert. Auch ich dosierte am Berg: Oberschenkelzucken…..

 

Außerdem war das Wasser in meiner Trinkflasche am Gefrierpunkt. Nach einer Stunde Vollgas musste ich trinken und bekam von dem kalten Zeug Bauch-schmerzen…na toll!

 

Der 2. Wechsel lief gut, aber ich litt die erste Runde unter echten Magenproblemen, konnte in der 2. Runde zumindest Rhythmus finden und erst in der 3. Runde wieder etwas anziehen. Mir war klar, dass ich ziemlich weit vorn im Feld lag, allerdings hätte ich nie damit gerechnet als. 4. der Gesamtwertung zu finishen. Wow!

Bei -4 C kalte Luft hecheln ist super, weil man im Ziel den totalen Hustenanfall bekommt. Ich hätte fast meinen warmen Tee wieder ausgespuckt. Mein Hintern war so kalt, dass im Auto die Sitzheizung ganze Arbeit leistete. Richtig warm war ich erst nach der heißen Dusche daheim.

 

Der Altersklassensieg war deutlich. Im Vergleich zu den Zeiten vom letzten Jahr könnte man jetzt meinen, dass ich mich verschlechtert hätte, allerdings muss man die Rahmenbedingungen berücksichtigen. Alle Teilnehmer hatten in diesem Jahr leichte Abstriche, aber ich liege im Ergebnis auch erstmals vor Teilnehmerinnen, die ich sonst nicht überholen konnte und die Abstände sind deutlich größer geworden. Insbesondere der Lauf war in jeder Hinsicht deutlich stabiler, ich habe Kraft, die mir im letzten Jahr fehlte und die Grundlage ist super. Auf dem Rad habe ich definitiv nichts groß verloren für das bisschen Scheiß -Training.

 

Damit liege ich voll im Soll. 3 Monate sind es noch bis zur ersten Mitteldistanz. Tempotraining und Rad wäre jetzt sowieso erst im Plan drin gewesen. Und für den Kopf war das auch ganz wichtig.

 

Ich versuch mich jetzt weiter in Halbmarathon mit Knäckebrot - „WASA Lauf“ nächsten Sonntag in Celle. Ich hoffe ich seh da wen von Euch!

 

Und hier noch ein paar Bilder aus Sibirien:

Ironman 70.3 Rügen

10.09.2017 

Im letzten Jahr habe ich eine Mitteldistanz 6 Woche vor Ibiza als Testlauf gesucht und da zu dem Zeitpunkt eigentlich schon Saisonende ist, stolperte ich über den Ironman 70.3 Rügen. Ich muss dazu sagen, dass ich an der Ostsee groß geworden bin, das Meer liebe und ich Triathlon mit der ganz großen Weite verbinde. Das Meer als Kulisse eines Ironman ist einfach unbeschreiblich schön und nicht umsonst wurde der IM Rügen im letzten Jahr auch zum Schönsten 70.3 weltweit gekürt. Als Piratin passte der "Strandräuber" natürlich auch perfekt zu mir, also nichts wie los eine halbe "Ironwoman" zu werden!

 

Das Problem zu dieser Jahreszeit ist natürlich das Wetter. Im letzten Jahr war es top, jetzt wackelte es gewaltig. Wir reisten am Freitagnachmittag an und es schüttete aus Eimern. Gut war, dass wir uns gleich nach Ankunft registrierten, denn am Samstag hätten wir dazu sehr lange gebraucht - was für eine Schlange!

 

Damit war der Freitag eigentlich auch schon durch. Am Samstagmorgen stürmte und regnete es weiter wie Sau. Im Hotel sagte man uns, dass die Wetterstation Hiddensee sehr genau sei und für Sonntag wenig Wind und absolute Trockenheit vorausgesagt hatte. Wir waren eher skeptisch bei dem Weltuntergang. Die Wettkampfbesprechung am Kurhaus erfolgte im Regen:

Anschließend packten wir die Wechselbeutel. Anders als in normalen Triathlons musste man sein Equipment bereits am Vortag abgeben. Für das Radfahren und Laufen gab es extra Beutel, die an Ständern aufgehängt wurden. Umziehen musste man sich dann in einem Wechselzelt. Die Frage war: "Wie wird das Wetter? Was ziehe ich an?". Wichtig zunächst alles wetterfest zu verpacken damit die Klamotten nicht schon vor dem Wettkampf nass wurden. Die Beutelständer am Bahnhof Binz waren schließlich nicht überdacht. Selbst wenn es am Renntag nicht regnen sollte, waren die Temperaturen nicht besonders hoch. Wer den kalten Ostseewind kennt, packt sich doch lieber ein Radtrikot in den Sack. Da ich generell nur Triathlon-bekleidung ohne Arm habe, habe ich gleich ein Kurzarm- und ein Langarmtrikot in den Sack gesteckt. Wahl folgt im schnellen Wechsel. Ich entschied mich außerdem die Schwimmbekleidung komplett auszuziehen. Die Ostsee hatte gerade einmal 17,2 C. Das war kälter als der Maschsee und nur 1 C vom Duathlon entfernt. Nach 1,9 km im kalten Wasser dann mit den nassen Sachen auf`s Rad im kalten Wind, kann eine hübsche Erkältung provozieren und genau die kann ich 5 Wochen vor dem Hauptwettkampf überhaupt nicht gebrauchen.

 

Die Säcke waren also voll und schwer und wir gaben sie auch erst gegen Abend ab. Auch das war schlau: die Sachen wurden weniger nass. Kurz nach dem Check Inn ging am Bahnhof noch einmal krass der Himmel auf!

Sonntag morgen - Raceday - die Sonne schien !!! Unglaublich. Punkt auf die Minute bestes Wetter als sollte es an meinem ersten IM so sein. Unser Hotel lag schlau: kurzer Weg zur Wechselzone und zum Start. Wir gingen nochmal zur Wechselzone, um Sachen aus den Beuteln zu holen, die über Nacht nicht nass werden sollten. Anschließend ging es zum Start. Neo an, Pre-Race Beutel abgegeben und ab in den Startblock.

 

Rolling Start dauert. Ich war so scheiße nervös. Zum einen 2 Tage Vorgeplänkel machen nervös, zum anderen meine 1. Mitteldistanz und keine Ahnung, ob Arm- und Schulter das wirklich aushalten. Noch nie gemacht. Dann traf ich eine "Frankfurter Polin" im Startblock. Endlich ein lockeres und lachendes Gesicht. Wir haben uns gleich super verstanden. "Ich schwimm immer Brust. Ironman Hamburg 2:10h - egal!" Sie riet mir weiter vorn zu starten. Die Einteilung würde nie stimmen.

Recht hatte sie und ich war ihr im Nachhinein echt dankbar dafür. Wir unterhielten uns über Spucke in Schwimmbrillen und Pinkeln im Neo bis die Männer sich umdrehten und wir sagten: "Ja, wir reden wenigstens offen darüber",was für Gelächter im ganzen Block sorgte.

 

Den Start hätte ich vor lauter Spass fast verpasst. Irgendwann stand ich vorn und musste rennen. Die Ostsee war arschkalt. Ich war aber froh nicht vorher schon im Wasser gewesen zu sein und nass im Wind ewig im Startblock gestanden zu haben. Der Kälteschock war kurz und mein "One" isoliert verdammt gut. Aus der Erfahrung Allerschwimmen und Maschsee hatte ich mir 2 Badekappen aufgesetzt damit mir nicht das Hirn einfriert. Die Profis starteten mit Neoprenbadekappen.

 

Ich kam gut weg, hatte null Waschmaschine. Guter Rhythmus und viel Wasser-schatten. Im Wasser waren ganze Quallenschwärme und auf halber Strecke guckte ich plötzlich in zwei "blaue Augen" - die größte Qualle des ganzen Schwarms landete natürlich direkt in meinem Gesicht. Man hätte die Dinger auch als Paddels benutzen können. Nach exakt 36 Minuten und 2034m kam ich aus dem Wasser. Persönlicher Schwimmrekord. Unglaublich!

 

Was dann folgte war ein elendig langer Wechsel. Es waren ca. 1,5 km durch Binz zum Bahnhof zu laufen und nochmal 400m ewiger Wechselweg in der Wechselzone. Den Neo oben schon runter war kalt, ihn anzulassen und damit zu laufen war beim Luftholen aber auch irgendwie hinderlich, also runter damit *brrrrr* - die Badekappen hab ich bewusst bis zum Wechselzelt aufgelassen.

Ich hatte Glück mit meinen Sachen. Das Rad stand direkt mittig hinter dem Wechselzelt, die Beutel 403 links unten. Ich fand auf Anhieb alles wieder. Der Klamottenwechsel dauerte ziemlich lange. Die meisten zogen sich trocken um, aber wenn alles am Körper noch klebt, kommt man nur schlecht in die trockenen Sachen hinein. Der anschließende 400m Sprint mit Radschuhen war der Hass. Die Profis hatten es leichter - ganz kurzer Wechselweg.

 

Ich war froh endlich auf dem Rad zu sitzen. Gleich nach Ausfahrt Wechselzone wollte ein St. Pauli Kollege schon Verpflegung aufnehmen und wäre fast in die Helfer und wenig später in mich gestürzt. Wieso braucht man da schon eine Flasche? Es ging pottflach an der Prora vorbei. Super für die erste Verpflegung nach dem Schwimmen. Und dann kamen ein paar Hügel. Für mich als Mountainbikerin kaum spürbar, aber Triathleten scheinen damit richtig Probleme zu haben. Die standen wie die Eimer am Anstieg und ich zog locker vorbei.

Mein Problem des Testlaufs war es jetzt Radleistung so zu steuern, dass ich im Halbmarathon nicht abkacke. Also Tempo suchen. Nicht einfach. Ich wollte nicht völlig überpacen, aber so niedrig gedrosselt Rad zu fahren, war für mich völlig neu. Im Rennen Landschaft angucken hatte ich noch nie. Die X-Terra war ich mit HF Durchschnitt 165 geballert und bin dann trotzdem noch gut gelaufen. Aber das waren auch nur 9 km. Andererseits fährt man auch mit HF 165 MTB-Marathons 6 h durch oder 24h Rennen und jetzt nur 150 HF max? Schwierig. Ich beendete den Radsplit nach 2:52h. Klar kann ich das schneller, aber hätte sich das aufs Laufen ausgewirkt? Weiß keiner!?

 

Der 2. Wechsel ging jetzt deutlich schneller, weil ich nur Radtrikot auszog und Lauf-schuhe an. Im Übrigen war meine Bekleidungswahl für den Radsplit perfekt: weder zu warm noch zu kalt.

 

Ich hab mich auf das Laufen richtig gefreut. "Jetzt sind es nur noch 21 km. Arm- und Schulter haben gehalten." Letzteres war die große Frage: Überlaste ich mit fast 40 Minuten Schwimmen und 3h Auflieger den linken Arm oder wird er halten? Ich lief von Anfang an schnell los. Die Beine waren gut, da ging einfach richtig was! Ich klatschte Kinderhände ab und machte Fotografenspäße.

Nach km 10 sah ich auf meinen Garmin: 58 Minuten. Ich wusste, dass ich das noch einmal locker verdoppeln kann. Den Berg lief ich beide Male hoch, wo andere längst gingen.

 

WOW, sollte ich es doch schaffen die Zeit vom Brückenlauf zu produzieren? Und das mit der Vorbelastung - geil! Gefühlsmäßig begann ein "Auf" und "Ab". Was sind 21 km nach 4 Jahren Kampf und 10 Monaten Triathlontraining. 10 Monate nach einem 2. Schlüsselbeinbruch bring ich das Ding in unter 6h problemlos rein. Dahinter steckt so viel Disziplin und Arbeit. Ob die Reha nach dem 2. Bruch, die Schwimmtechnik und -kraft, die Probleme beim Laufen, Wettkampfdichte von Sprint bis hin zur X-Terra und sogar 6 Wochen vor Rügen noch eine komplette Ernährungsumstellung, die mich am Ende 2 kg leichter machte. Mehr ging nicht, mehr hätte man kaum perfektionieren können. Jetzt wurde das alles belohnt!

 

Mir schossen Bilder eines Implantatversagens, einer Chemotherapie und einer steifen Schulter durch den Kopf, gleichzeitig sah ich die Leute an der Strecke anfeuern. Ich rannte lachend und zugleich heulend durch Binz. "Das Ding bringt ich jetzt rein und dann fahr ich nach Ibiza und feiere dort meinen Triathlongeburtstag!"

 

Nach 5:48:26 war ich im Ziel. Nicht völlig im Eimer. Testlauf bestanden. Perfektes Debüt:

Unter anderen Bedingungen hätte ich noch deutlich Zeit sparen können, vor allem im Wechsel, aber das hatte ich nicht fokussiert. Ich wollte nur Swim-Bike-Run optimal steuern und ein Gefühl dafür bekommen. Testen, ob ich mich richtig versorge. Kein Krampf, kein Hungerast. Absolut nichts falsch gemacht. 

 

Es wurde der 11. Platz AK von 30 in einer stark besetzten Altersklasse. Im Jahr 2016 hätte das für den 5. Platz gereicht. Am 10. rauschte ich nur 15 Sek. vorbei.

 

Für mich steht fest, dass das nicht meine letzte MD neben Ibiza ist. 2018 werde ich in Rügen auf jeden Fall wieder starten. Ein Ironman am Meer hat einfach eine ganz besondere Atmosphäre. Danke Rügen für diesen geilen Tag!

 

Und hier zu den Bildern:

Maschseetriathlon 2017

03.09.2017

Kurz vor meiner 1. Mitteldistanz wollte ich einen Leistungsvergleich und meldete beim Maschseetriathlon Hannover die Volksdistanz an. 2015 hatte ich 1:17:53 gebraucht - damals noch reine Radsportlerin - diese Zeit wollte ich jetzt als letzten Leistungstest vor Rügen schlagen.

 

Das Blöde war nur, dass der ganze Triathlon plötzlich nicht mehr am Nordufer stattfand, sondern am südlichen Strandbad. Keine identische Strecke und die Wechselzonenwege jetzt übel länger als vorher.

 

Ich bin zum Glück früh losgefahren und wollte auf dem Schützenplatz parken. Der ganze Platz war aber gesperrt. „Ne jetzt, nicht Euer Ernst….ihr wollt uns doch nicht wie auf einer Radrennbahn im Kreis radeln lassen?“ Ich parkte also bei Hannover 96 und radelte zum Südufer.

 

Startunterlagen schnell abgeholt, ging es in die neue Wechselzone. Erste Startgruppe 9:00 Uhr.

Ich hatte meinen Neo daheim gelassen, weil es generell nur 500m waren, der Maschsee ein stilles Gewässer ist und ich das Ding auch nicht wieder umsonst mit mir herumschleppen wollte. Und dann hieß es 19 C Neo erlaubt! Joah, ich bin ja kein norddeutscher "Frostködel" und dachte mir: "Wird schon nicht so kalt sein, zieh mal den Aquarush an.", aber dann kam der Moment als ich das erste Mal mit den Füßen im Teich stand und dachte: "Ach du Scheiße…..ist ja so kalt wie die Aller!" Und das bestätigten mir auch einige Jungs im Neo, die das Allerschwimmen mitgemacht hatten. 5 Minuten vor dem Start wagte ich es komplett ins Wasser zu gehen und es war SAUKALT. Wie kann so eine Innenstadtpfütze nach einem Sommer noch so kalt sein? Ich und einige andere No-Neo- Starter klapperten an der Startlinie mit den Zähnen.

 

9:00 Uhr Startschuss. Von 500m schwimmen, waren 300m eher zu laufen, weil der See an diesem Ufer pottflach ist. Hechtsprünge rein und raus gingen auch richtig gut. Das Problem waren 200 Starter auf engstem Raum. Ich hab auf den ersten 200m noch nie so einstecken müssen und kaum war man 5 m vorwärts geschwommen, zog ein Schwimmer von hinten einen wieder komplett zurück. Hatte was von Schwimmen auf der Stelle. Nachdem ich einen fetten Schlag auf die kaputte Schulter kassiert hatte, der echt weh tat, brach ich nach links außen raus und nahm den Umweg in Kauf. Beim Schwimmen dachte ich dann immer: "Komisch, hier tragen doch alle Badekappen, niemand hat offene, lange Haare….bis ich merkte, dass ich bei jedem Armzug durch lange Algenfäden vom Grund griff. Hmmm, Neptuns Haare im Maschsee…

Der Weg zur Wechselzone war nicht gerade kurz. Ich kam recht schnell in die Schuhe, vom Helm fiel das Visier ab, dennoch kam ich flott aufs Bike. Es begann ein holpriger Radsplit. Gleich zu Beginn galt es eine kurze Schleife zu fahren, in der Speed nicht möglich war. Berg hoch, dann extrem scharfe Kurve in eine Baustelle mit übelstem Kopfsteinpflaster und Teerflicken. Danach war mein Spritzschutz der Aeroflasche weg. An der 1. Verkehrsschikane mit 6-fach Rüttler landete somit der gesamte Inhalt meiner Trinkflasche direkt in meinem Gesicht. Super, zum Glück nur reines Wasser drin! Am Rathaus dann das nächste Kopfsteinpflaster mit enger Durchfahrt und Split in der Kurve. Ich bin die 1. Runde etwas moderater gefahren. Am blödesten war dann echt die Rundfahrt Schützenplatz. Vollgas ging nicht wegen dem Rundkurs. Keiner hielt sich an eine Verkehrsregel, alle fuhren quer, links, mal rechts, zudem kamen erhebliche Schlaglöcher dazu, denen jeder versuchte auszuweichen und dabei musste man auch nach vorn schauen, denn mitten auf der Straße standen die Laternen zur Platzbeleuchtung. Scherben vom letzten Volksfest gab es auch genug. Ich hatte zum Glück keinen Platten. 

Die zweite Runde lief zwar etwas besser, aber Spaß hat das nicht wirklich gemacht. Meine Aeroflasche war danach komplett leer, getrunken hatte ich davon nichts, aber 3 x steckte der Strohhalm nach Gesichtsdusche in der Nase. Ich hatte nicht Vollgas gegeben, war in einer guten Position, sprang vom Rad und bekam es mit den Schuhen nicht hin. Einer war am Rad, der andere noch am Fuß und so humpelte ich zum Wechselplatz…..man war das weit.

 

Wechsel lief super, sofort losgerannt  und dann spielte eigentlich nur noch Musik. Ich hatte viel Lauftraining. Auch Tempoeinheiten. Irgendwann musste es ja mal zünden und heute brannte die Rakete einfach. Von Anfang an ging die Post ab. Selten so geil und dabei auch noch entspannt gerannt. Die ersten 2,5 km war Dauerüberholen angesagt. Das machte sogar mal Spass. Auf halber Höhe der Wendestrecke kam mir der 1. Mann entgegen. Den hab ich sonst nie gesehen. Ich überholte Mädels von Hannover 96, die ich zuvor nie überholen konnte. Dann kam mir die 1. Frau entgegen…..äh, kurz geschaut, überlegt, dann der Gedanke: „Da sind ja keine 10 mehr vor Dir….wow!“ Am Wendepunkt war ich auf „Hannover 96“ aufgelaufen und ich preschte mein Tempo stumpf durch. 100m vor dem Ziel verlor ich noch einen Platz durch Übersprinten, kam aber nach 1:14:57 sauber auf dem 8. Platz gesamt im Ziel an und gewann damit deutlich meine Altersklasse.

Das Starterfeld war recht hochkarätig besetzt. Nicht nur, weil Hannover generell ein großer Triathlon ist (allein 212 Frauen auf Volksdistanz/ erstmals 2000 Starter), sondern weil auch die Regionsmeisterschaften im Volkstriathlon ausgetragen wurden.

 

Ich war absolut positiv überrascht das erste Mal 5 km in 24:07 gelaufen zu sein. Bisher schaffte ich die 25 Minuten Marke nie. Top Ten in Hannover war auch absolute Premiere. Sonst immer nur Top 20 und über 2 Minuten schneller als 2015, obwohl Schwimmen, Radstrecke und Wechselzone nicht vergleichbar war - sogar eher zum Nachteil.

 

Es hat sich in den 10 Monaten Triathlontraining eine Menge getan und ich bin auf dem absolut richtigen Weg. Für meinen Kopf in Bezug auf den Ironman Rügen nächstes Wochenende war Hannover noch einmal eine richtig gute Bestätigung.

 

Ansonsten war der Triathlon wieder gut organisiert - dank Eichels Events. Über die Radstreckenführung sollte man nochmal nachdenken. Schützenplatz muss echt nicht sein. Ich finde, dass der Veranstaltungsort Nordufer attraktiver für Zuschauer war, das Ganze auch stärker als große Cityveranstaltung wahrgenommen wurde und mehr Zuschauer anzog. Ist aber Geschmacksache - Südufer war auch nicht wirklich schlecht, halt anders. Die Wechselzone fand ich besser als am Nordufer. Einfach mehr Platz!

O-See Challenge/ X-Terra

19.08.2017

Bei der Vogtland Challenge hatte ich mich gefragt, welches Schwein mich geritten hatte, jetzt befand ich mich im berühmten 3-Länder Eck (PL-D-CZ), also am Arsch der Welt und hätte nie gedacht, hier nach über 17 Jahren noch einmal an der deutschen Grenze zu stehen. Dafür gab es zu Bundesgrenzschutzzeiten noch „Buschzulage"! Wir Bundespolizisten nannten diese Erschwerniszulage damals so, weil die Einsatzorte echtes "Buschland" waren und jetzt fuhr ich da freiwillig hin, um an der O-See Challenge, dem letzten X-Terra-Germany-Lauf in Zittau, zugleich Deutsche Meisterschaft im Crosstriathlon, teilzunehmen. Wo ich früher beruflich Asiaten im Wald jagte, jagten sich jetzt ein paar Triathlonfreaks durch den Dreck und sahen aus wie Schweine, denn es hatte die ganze Nacht vor dem Start geschifft. So ändern sich die Zeiten!

 

"Sauber" Finishen war meine Devise. Zur DM meldete ich nur als Nebenprodukt, weil der Veranstalter meinte, das könnte man doch gleich mit angeben. Was ich nicht wusste war, dass ich dadurch mit meiner Startnummer 59 direkt in der Wechselzone neben den Profis stand:

…und in der kleinen Startgruppe Frauen Age Group DM starten musste. Na suuuper, ich einzige Handicap-Sportlerin mitten in dem leistungsstarken Feld. Mein Hirn schaltete gleich auf: "Mach einfach Dein Ding" um, und "bloß nicht zu schnell starten, egal wie weit du hinten rausfällst". Ein wenig ging mir die Presse auf den Keks, die dauernd, um meinen Wechselplatz schlich. Wenn man direkt neben Osborne & Co parkt….ich rede hier nicht von spanischem Brandy, den ich zum Mut ansaufen hätte gebrauchen können, sondern vom späteren Sieger der Profis. Immerhin zwei Teamkollegen vom Team Kiwami zumindest vor dem Start noch auf gleicher Höhe :P...

 

Was mir in der Wechselzone schon auffiel, war die Anzahl schwerer Fullys. Strecke vorher abradeln unmöglich. Scheiß Gefühl nicht zu wissen, was einen erwartet, außer dass Freunde schon gewarnt hatten: "bergab besser schieben, sehr grobschlächtig". Da stand ich mit meinem nervösen 26 Zoll mit 60`er Vorbau - definitiv nicht zu empfehlen für die kranke Nummer!

 

Es ging zum Schwimmstart. Vor uns die Profis, dann der DM Age Group Block der Frauen…..keine 40. Ich hatte noch nie so ein scheiß Gefühl vor dem Start. Neo verboten, Swimsuit durfte ich auch nicht tragen: "Hallo, wieso denn 3 Männer im Pro Block mit Aquarush und ich musste meinen ausziehen?" Wenigstens gab es passend zum Anzug die perfekt farblich abgestimmte Badekappe und ich finde die Fotos sind richtig schick geworden:

Vorher einschwimmen war auch nicht, Startschuss und ab in den Teich. Zum Glück war der O-See 23 C warm, so dass der berühmte Kälteschock mit Atemproblemen ausblieb. Dafür kämpfte ich mit der Richtung. Total bescheuerte, schiefe Schwimmlinie zu den Bojen. Hatte ich so noch in keinem Triathlon. Durch meine Armschwäche und den "technischen Defekt" meines linken Schultergelenks tendiere ich im Schwimmen immer stark nach links. Ist wie in einem Ruderboot, wenn der linke Paddel weniger kraftvoll arbeitet. Jetzt hatte ich mir im Training  gerade schwimmen lange antrainiert und hatte jetzt diese völlig schiefe Schwimmlinie. Deshalb kam ich insgesamt 4 x vom Kurs ab und verlor Zeit und Meter. Lief schon mal besser, aber trotzdem ließ ich die Hälfte der Damen mit 30 Minuten Schwimmzeit hinter mir. 

 

Der Wechsel lief eigentlich ganz gut. Für X-Terra sollte man sich nur MTB-Schuhe mit einfachen Klettverschlüssen zulegen, sonst fummelt man zu lange am Schuh herum. Die ersten 10 km Rad liefen recht gut, dann kam das was ich hasse: Laufen & Schieben. Deshalb hatte ich auch keinen Bock mehr auf Cyclocrossrennen. Der steilste Anstieg nur zu laufen. Problem war der Schlamm vom Regen mit Lehm auf rutschigen Felsen. Wenn du die Schulter kaputt hast und links nicht schwer und lange Tragen kannst, wird das zur Tortur. Und so kam es, dass ich meinen linken Arm überlastete. Die Muskulatur fing an zu zittern, kein Gefühl mehr in der linken Hand. Dann kamen die Abfahrten:

Was hier noch toll aussieht, wurde immer heftiger….oder "grobschlächtiger" - mein letzter Schlüsselbeinbruch war noch nicht mal 1 Jahr her und es ging auf Enduro-Pfaden bergab über Felsgeröll und Matsch. Ich entschied die Abfahrten zu laufen. Ein einziger Schlag auf das Vorderrad und mir würde der überlastete Arm weg knicken. Das ist die Nummer hier nicht wert! Rügen und Ibiza sind wichtiger. Dafür hab ich mich ein Jahr lang vorbereitet. Außerdem habe ich genau deshalb MTB-Rennen an den Nagel gehängt. Als einzige Handicap Starterin muss ich da nicht runter fahren….und ich habe ein paar üble Stürze gesehen.

Also verlor ich massiv Zeit.

 

Nach 2:55h kam ich in der Wechselzone an, stellte aber auch fest, dass ich trotz Laufeinlagen noch nicht die Letzte war. Blöder Weise hatte mir mein Wechselnachbar sein schweres Fully auf meine Sachen geschmissen und ich hatte plötzlich 2 Fahrräder, die ich nirgendwo parken konnte, weil kein Platz mehr war. DTU-Schiri guckt streng…..was tun? Räder an die Seite legen - Anschiß? Oder gibt’s dafür auch gelbe Karten? Keine Ahnung….nach einigem hin und her, schaffte ich es ein Rad aufzuhängen, das andere zog ich in den Gang, so dass der Weg noch frei war. Meine Sachen alle durcheinander. Der ganze SCHEISS-WECHSEL kostete mit satte 2:15 Min….na DANKE!!! Normal wär ich nach 1 Minute weg gewesen.

 

Es folgte der Lauf. Ich nahm mir vor wenigstens die Laufleistung sauber abzurufen. Nicht umsonst hatte ich in den letzten 4 Wochen viel trainiert. Ich konnte sofort schnell loslaufen und super das Tempo halten. Es ging gleich zu Beginn wieder bergauf. Anders als in Zeulenroda lief ich leichtfüßig die Anstiege hoch und gab Gas. Ich überholte nach 2 km etliche Starter vor mir, die auf dem Rad überzockt hatten und jetzt einbrachen. Ich hatte nicht im Ansatz Probleme. Nach km 3 hatte ich Anja Kiesel plötzlich vor mir. Ich blieb dran, hörte am Berg, wie sie sich quälte und dachte, komm zieh vorbei. Sie versuchte zwar noch wieder aufzuschließen, hat es aber bis ins Ziel nicht mehr geschafft. Meine Brooks Pure Grid waren in dem Schlamm ein Traum. Selbst bergab auf Schmierseife top Grip! Geiler Schuh! Einzig meine Schulter schmerzte den gesamten Lauf brutal - es half nur Zähne zusammenbeißen.

 

Nach 4:28h war ich im  Ziel:

Nicht völlig im Arsch, zufrieden mit meiner Leistung und der Entscheidung kein Risiko zu fahren. Es war der 29. Platz O-See Challenge gesamt und der 6. Platz in der AK.

 

In meiner Altersklasse bin ich 3. der Deutschen Crosstriathlonmeisterschaft ge-worden und in der X-Terra Germany Tour konnte ich mir den 2. Platz AK der Gesamtwertung sichern und die Top Ten gesamt.

 

Danke an die DTU Frankfurt für das nachträgliche Zusenden meiner DM Bronze-medaille. Ich wusste nicht, dass die Age Grouper ausgezeichnet werden und war deshalb nicht zur Siegerehrung.

 

Fazit:

War eine tolle Orientierung, lohnt aber nicht der weiten Anreise. Zudem ist die Radstrecke zu hart für meine körperliche Einschränkung. Normale Crossduathlons ja, solche Enduro-Nummern kommen für mich aber nicht in Frage. Deshalb habe ich den MTB Sport eigentlich auch an den Nagel gehängt. Da das Ganze auch noch trainingsspeziell ist, konzentriere ich mich lieber erst einmal auf Straßentriathlon. Da gibt es für mich im nächsten Jahr auch noch eine Menge zu tun. 

 

War ein schönes Training und eine tolle Abwechslung, aber ich freue mich jetzt richtig auf meinen ersten 70.3 Start auf Rügen.

 

Hier klicken zum Video X-Terra Europe - O-See Challenge

Kurz links im Bild am Schwimmstart zu sehen!

 

Hier zur Presse:

Kreiszeitung Verden 24.08.2017

Weser Kurier 26.08.2017

 

 

Und hier zu den Bildern:

Vogtland Challenge 2017

22.07.2017

X-Terra - Wer echter Mountainbiker ist und auf Triathlon umsattelt, muss das einfach machen! In meinem Fall Vogtland Challenge. Fast ein altes Heimspiel, weil 3 Jahre in Zwickau gewohnt, in Chemnitz gearbeitet und erfolgreich EBM & Heavy24  gefahren.

 

Also nichts wirklich Neues, außer 3 Disziplinen am Stück statt einer! Mein einziges Problem: Vor 2 Wochen gerade einmal meine erste olympische Distanz auf Asphalt absolviert und jetzt nochmal offroad mit krass Höhenmetern. Noch nie gemacht!

 

Am Freitag Abend nach elendig langer Anreise (die Autobahnen sind aktuell echt der Hass!) noch schnell eine Erkundungsrunde mit dem Bike, stellte ich mir ernsthaft die Frage, welches Schwein mich geritten hatte. Würde ich die Nummer hier überhaupt unter 4 Stunden finishen?

In der Startliste nur die „Creme de la Creme“ der X-Terra Athleten und das waren gerade mal 56, davon 8 Frauen. Na bravo! Ein Rookie unter Offroad-Profis. Da nützen auch 20 Jahre MTB Marathon und 24-h-Rennen nichts. Das Tempo wird da eher im CC-Bereich geballert und mit meinen 70.3 Ambitionen im Oktober passt das gerade überhaupt nicht zusammen.

 

Half nur Tempo dosieren, Augen zu und durch. Allerdings war mir danach auch ganz klar, warum sich da sonst kein Hobbyathlet auf die Volldistanz anmeldet. Erstens *Aua* und zweitens ziemlich einsames  Rennen als Frau ganz hinten. Ich hatte teilweise Probleme auf der Strecke nicht einzuschlafen. Du vergisst, dass Du  im Rennen bist!

 

Schwimmen:

Neo-Verbot. Super! Wie jeder weiß, hab ich ein Schulterhandicap und generell wenig Kraft im linken Arm, kann die Wasserlage links nur mit erheblich mehr Kraftaufwand mit dem rechten Arm ausgleichen. Der Neo hilft mir enorm, weil er meine Wasserlage durch den Auftrieb deutlich korrigiert. Zudem hatte ich seit einer Woche die Nacken- und Schultermuskulatur zu und mit gerade mal 56 Startern hinaus ins Zeulenrodaer Meer und 2 Runden um die Pfosten der Talsperrenbrücke zu schwimmen, ließen meinen Arsch auf den Grund der Talsperre sinken. Alles top Athleten und ich würde vermutlich orientierungslos, abgehängt als Letzte im Teich rudern - so mein Szenario im Kopf! Ich hielt mich etwas an Anna Deileke vom VfL Wolfsburg, die ich bereits von heimischen Crossduathlons her kannte. So weit auseinander lagen wir meist nie und vor meinem schweren Unfall teilten wir uns sogar 1 x den 2. Platz beim Lappwaldsee Crossduathlon.

 

11 Uhr Start: Bis zum 1. Brückenpfosten etwas Waschmaschine, kein Rhythmus zu finden und was zum Teufel war das? Brustschwimmer!!! Die hatte ich in dem top Starterfeld überhaupt nicht erwartet. Langsam waren die nicht, aber ich war im Wasserschatten und kam nicht vorbei. Wenn Dir dauernd ein Tritt mitten ins Gesicht droht. Ganz toll! Nach der 1. Runde war ich drin, aber das kalte Wasser und die Belastung ließen meine Muskulatur weiter verhärten und ich bekam beim Schwimmen üble Kopfschmerzen, die ich auch bis zum Zieleinlauf nicht mehr los wurde. Nach 32 Minuten stieg ich zwar am Ende des Feldes aber weder allein noch als Letzte aus dem Wasser. Ich schwamm Ideallinie und so ganz kann ich nicht glauben, dass es nur 1,5 km waren. Gefühlt in jedem Fall länger. Im Training schwimm ich GA1 in 32 Minuten und das war schon ziemlich Anschlag. Anna war 2 Minuten schneller und schon auf dem Bike.

1. Wechsel:

Hat viel zu lange gedauert. Keine Praxis im Crosswechsel, einfach zu viel Zeugs anzuziehen und alles klebt, weil man nass ist: Mountainbikeschuhe mit Ratschen, Radhandschuhe, -brille, Socken und Helm….

 

Bike:

Völlig am Limit vom Schwimmen gleich auf Wiese voll bergauf. Da ist nix mit erstmal Anrollen und Gewöhnen wie bei einem pottflachen Asphalttriathlon. Da stehst Du erstmal wie ein Eimer und kriegst keine Luft mehr. Pulskontrolle funktionierte bei mir erst wieder nach 6 gefahrenen Kilometern. Zwar kam ich mit der Wechselbelastung durch meine MTB-Erfahrung gut zurecht, aber ich hatte keinen blassen Schimmer (nicht Schwimmer ! :P), wie ich die Gesamtbelastung jetzt schlau aussteuere, um nicht beim Laufen zu sterben - meiner immer noch schwächsten Disziplin! Ich fuhr also gedrosselt auf MTB-Marathon Tempomat rauf, runter und das im Sado-Maso-Parcours. 2 x 17 km und der Veranstalter hatte es darauf abgesehen die Teilnehmer zu quälen: steile Abfahrten und im Wechsel krasse Anstiege bei oft über 10% ließen einen Rhythmus überhaupt nicht zu. 90 C Kurven bremsten den gewonnenen Speed kurz vor Anstiegen oft fast bis auf null wieder runter. Cross Country Rennen waren nie mein Ding, aber das hier war schlimmer. Es war nur kurz und hart, es gab kein lang und gleichmäßig, was ich gut kann.

 

In der ersten Runde hatte ich noch einen netten Begleiter mit dem ich mich nicht mehr so einsam fühlte, denn 56 Starter verteilen sich. Freunde hatten ihn überredet mal mitzumachen und er hatte ganz ähnliche Gedanken wie ich. Doch dann musste ich mich absetzen. Das Tempo war mir dann doch zu niedrig. Ich fuhr kurz vor Ende der 2. Runde auf Anna auf. WOW - damit hatte ich nicht gerechnet. Gleichstand trotz schnellerer Schwimmzeit. Im Frühjahr beim Crossduathlon in Wolfsburg war sie noch schneller auf dem Bike als ich. Ich stellte fest, dass Fahrtechnik nicht ihr Ding ist. In einer Wurzeltrailabfahrt kam ich nicht mehr an ihr vorbei und musste die dahinter bleiben. Anlupfen und Traktion halten auf Baumwurzeln war nicht ihre Welt. Überhaupt hatten auch die anderen Teilnehmer mit Fahrtechnik nicht viel am Hut, dabei spart das RICHTIG Körner und Zeit. Ich setzte mich bergauf kurz vor Anna und sie fing an zu beißen. Weil ich mir den Lauf nicht mit einem unsinnigen Wettrennen auf dem Bike versauen wollte, hab ich sie ziehen lassen. Gleichzeitig verpflegte ich nochmal auf dem Rad und stellte den Garmin um.

 

2. Wechsel:

Du kommst in die Wechselzone und weißt, Du bist ganz weit hinten, also lässt du es locker angehen. Der Kopf brummte, der Rücken schmerzte, das Rad vom Nachbarn fiel von der Stange vor meine Füße. Ich hab richtig lange gebraucht und bin dann mit einer Geltüte losgelaufen und hab sie leer in die Wechselzone auf den Boden geworfen und zack kam der Anschiss vom DTU Schiri:"Aufsammeln- Umweltschutz!" Ich hab gedacht, ich bin im Wald! Ich musste tatsächlich zurücklaufen und das Teil aufsammeln, musste es mir in den Triathlonanzug stecken und zur nächsten Verpflegungsstelle laufen, um es dort zu entsorgen. Ich hab ja Verständnis für Umweltschutz, aber mitten in der Wechselzone wird nach der Veranstaltung sowieso aufgeräumt. Ich hab das Ding gerade dort entsorgt, WEIL ich es nicht in den Wald schmeißen wollte. Wenn es danach ging, hätten diverse Läufer vor mir nochmal mit dem Rad in den Wald fahren müssen, um ihre Powerbar-Tüten wieder einzusammeln. Was soll`s, diskutieren lohnt nicht! Dafür durfte ich auf der Laufstrecke bei den netten Jungs der 2. Verpflegung wegschmeißen. Ihr habt mich echt nochmal aufgemuntert. Danke!

 

Lauf:

In brütender Hitze bergauf über Wiese dann über breite Schotterwege einen 80 hm Berg erklimmen und von dort wieder bergab zum Ziel. Das Ganze 3 x. Die Steigung war so steil, dass ich in der 2. Runde entschied sie hochzugehen, weil Laufen definitiv nicht schneller war. Was mich positiv überraschte, war der Übergang danach zum Laufen. Ich hatte kein Problem sofort wieder zügig in Tritt zu kommen und lief auch für meine Verhältnisse nicht so langsam. Auf dem Rad nicht überzogen und das Lauftraining scheint auch langsam zu fruchten. In der 2. Runde hatte ich plötzlich eine Starterin vor mir. Eingeholt hab ich sie nicht mehr - war mir egal, war aber auch besser so, weil ich nach der 3. Runde ins Ziel lief und sie nochmal in den Rundendurchlauf musste. Finish nach 3:59 h. Nicht aufgegeben, durchgebissen und besser als erwartet.

Fazit:

- Ist richtig *aua* und jeder 0815 Triathlon dagegen ein Spaziergang

- muss man speziell trainieren, geht nicht einfach so aus kalter Hose

- guter Trainingseffekt für mich. Belastung war schon ganz nah am 70.3 dran

- tolle Abwechslung und echte Herausforderung, die Spass machen kann

- Streckenverpflegung sollte man selbst planen, sonst droht der Hungerast

- mein Triathlontraining trägt langsam Früchte

 

Schade, dass sich in der X-Terra Volldistanz so wenig Hobbyathleten anmelden. Genau das ist das Problem! Kaum einer traut sich mit den „Crack`s“ an den Start. Das einsame Rennen und der Zieleinlauf schrecken zusätzlich ab. Im letzten Jahr waren noch deutlich mehr Starter mit Zielzeiten über 4 h unterwegs, in diesem Jahr war man damit schon Letzter, dabei ist das eigentlich keine wirklich schlechte Leistung!!!

 

Von gestarteten 8 Frauen, kamen 7 ins Ziel. Ich belegte den 6. Gesamtplatz und wurde damit Erste meiner Altersklasse. Leicht verdient war das nicht. Macht das erstmal, dann reden wir weiter und für wenig Starter kann ich nichts!

 

Der Veranstalter kannte den MC Pirate, womit er bei mir schon einen Stein im Brett hat ;-) und hat unter den bescheidenen Möglichkeiten der X-Terra ein wirklich tolles Event gezaubert. Ganz großes Lob an alle Helfer und Organisatoren, die sich hier richtig Mühe geben, den Crosstriathlon als ernsthafte Sportart zu etablieren. Sie hat es auch verdient, weil sie viel härter ist als normaler Tri! Ein Fotoservice für alle Teilnehmer wäre noch toll. Landschaftlich ein Traum!

 

Zum Abschluss noch die Frage, ob ich das nochmal machen werde…..? Ja, weil ich bereits in Zittau gemeldet bin. Da gibt es kein zurück mehr und ja: 2018 Miteldistanz aber nicht in Deutschland!

 

Die Frage nach dem nächsten Jahr kann ich noch nicht beantworten, weil die Reiserei zur X-Terra aus dem Norden einfach der Wahnsinn ist und alle Veranstaltungen locker 400km weit weg sind. Schön wär auch mal wieder ein Lauf bei uns im Norden, wie damals in den Harburger Bergen. 

 

Normale Triathleten haben keinen Bock auf Mountainbiking, Mountainbiker haben keinen Bock auf Schwimmen und so „schwule“ Quereinsteiger wie ich versuchen sich dann. Fakt ist, man muss das speziell trainieren und kann das nicht aus der kalten Hose. Mein Triathlontrainingsstand nach nur 8 Monaten Umstellung hat gerade so gereicht. Mehr Training = mehr Spass!

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Hat mich gefreut die Kathrin endlich mal wieder zu sehen!!! Lange her mein Heavy Sturz. War nur leider zu wenig Zeit. Und ja, Du hast Recht, mein Piratenhirn kommt auf irre Ideen....aber jede ist ein Abenteuer wert.

SCI Triathlon Itzehoe

09.07.2017 Meine erste olympische Distanz

Weil der ITU Triathlon in Hamburg für mich erledigt ist, hab ich mich kurz entschlossen in Itzehoe angemeldet. Das konnte ich mit dem Besuch meiner Eltern super verbinden, zudem war die Startgebühr ein echter Schnapper.

 

Kurzer Ausflug zum ITU Hamburg:

Der neue Veranstalter macht seinem Namen alle Ehre, denn man muss für eine Kurzdistanz ein echter Ironman sein! Man bekommt seine Startzeit erst eine Woche vorher und in meinem Fall ist das 06:40 Uhr! *AUA*! Jetzt hätte man vorab KOSTENPFLICHTIG eine andere Startzeit buchen können, aber selbst da fühlt der Teilnehmer sich verarscht, wenn der Veranstalter dann einfach kurzfristig alle Startzeiten um 2h verschiebt. Eigentlich sollte man sein Geld zurückverlangen. Teilnehmer aus dem Hamburger Umland, die sonst immer kurzfristig mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen konnten, brauchen in diesem Fall ein Hotel. Das ist eine Woche vorher nicht mehr möglich und die Preise dafür unverschämt. Eine Startnummernausgabe vor 06:40 Uhr Fehlanzeige. Heißt Extraanreise nur für die „Nummer“. Ein Umbuchen auch nicht mehr möglich, eine reguläre Weitergabe der Startnummer auch nicht. Die Folge ist, dass fremde Starter jetzt mit Startnummern den Wettkampf bestreiten und die Ergebnislisten völlig verfälschen! Ich hätte meine Nummer an Männer weitergeben können und hätte vermutlich ein geiles Ergebnis gehabt ! Möchte nicht wissen wie viele das auch so machen? 

 

Warum bucht man diesen Triathlon? Nicht, weil man so geile Rennbedingungen auf überfüllten Strecken sucht, sondern weil man mal Zuschauer an der Strecke haben will. Und jetzt soll ich starten, wenn Hamburg schläft und komme an, wenn Hamburg noch frühstückt. Ganz toll dann auch noch der 3 Stunden spätere Start meines Partners! Wir haben entschieden das Ding sausen zu lassen. Schade eigentlich, beim alten Veranstalter klappte das alles immer problemlos. Wenn ein Veranstalter den Hals nicht voll kriegt und der Hobbyathlet das Ding nur finanzieren soll.

 

Nun aber zu Itzehoe: 

Ich bin da noch nie gestartet und deshalb wusste ich nicht, wie man dort am Besten anfährt. Allerdings war auch nichts beschildert. Als ich dann endlich einen Parkplatz hatte, war es schon nach 10 Uhr. Schnell aufs Rad und den letzten km zur Startnummernausgabe. In letzter Minute in den Check In und dann die Frage: Wo ist meine Badekappe? Fehlte im Starterbeutel! Na sauber! 10:45 Uhr, die Wettkampfbesprechung lief schon, in 15 Minuten Start und ich ohne Badekappe, noch nicht einmal den Neo an und in der Hektik hab ich meine Startnummer auch noch verkehrt ans Rad geklebt........wenns Glück bringt, wie bei der 13, was solls…

Der SCI Triathlon ist ein wahrer Brummkreisel: 2 Runden Schwimmen, 6 Runden Rad und 4 Runden Laufen. Im Mühlenteich befanden sich diverse gelbe Bojen und wir sollten 2 Runden irgendwie im Dreieck schwimmen mit einmal Landgang. Da die Landesliga mit uns startete und gelbe Badekappen trug, sah man im Wasser die Bojen vor Badekappen nicht mehr. Also fragte ich, wo es denn nun lang gehen würde? Ich bekam verschiedene Erklärungen und als der Startschuss fiel, wusste es eigentlich keiner mehr so genau. Ich hatte die Hose richtig voll. Ich war noch nie eine solche Open-Water-Distanz im Wettkampf geschwommen. Eigentlich wollte ich auch nur testen, ob meine Schwimmleistung für meine 70.3 Idee reicht. Ich hatte Schiss völlig die Orientierung zu verlieren, denn der unübersichtliche und überfüllte Teich war wirklich Worst Case für ein erstes Mal. Aber ich konnte von Anfang an meinen Rhythmus finden und mein Tempo durchgehend halten. Nach 29 Minuten lief ich lächelnd aus dem Wasser, der Streckenposten rief: "Super Leistung". Ich war als Erste aus dem Wasser, die spätere Erstplatzierte brauchte 3 Minuten länger. Ich war einfach nur glücklich, dass ich das schwimmen konnte!!!

 

Ich hatte mich für mein normales Rennrad entschieden und das war ein großer Fehler. Es war brutal windig auf der Wendekursstrecke und es ging oft stetig ansteigend gegen den Wind. Dadurch wird der Anstieg gefühlt prozentiger und ich wollte für das Laufen nicht überpacen, weshalb ich knapp 3 Minuten verlor, die am Ende für den Sieg fehlten.

 

Der Lauf war dann ganz ähnlich immer mit leichten Anstiegen und in brütender Mittagshitze. Die 1. Runde nahm ich deutlich raus, dann normales Tempo und am Ende noch etwas schneller. Gefühlt lief es schon besser als je zuvor, aber zeittechnisch ist Laufen halt immer noch akute Baustelle. Bei 10 km verliere ich natürlich noch mehr als auf 5 km. Das war mir von Anfang an klar. Ich denke, ich werde auch nochmal ein Jahr Lauftraining brauchen, um das aufzuholen, was ich 20 Jahre nicht ernsthaft trainiert habe. Jetzt geht es einfach nur darum in passabler Zeit einen 70.3 zu finishen und das sollte ich in 3 Monaten auch packen.

 

Nach 2:43h kam ich im Ziel an. Nicht am Limit, aber sauber gefinished. Um mehr ging es mir heute auch nicht. Für den 2. Platz gesamt und den 1. AK hat es hier gereicht. Klar geht das noch besser, aber für den Anfang bin ich total zufrieden.

Danke an Matthias Krause für das Zusenden der tollen Siegererungsfotos und nochmal Glückwunsch zum 2. Platz der Herren (Podiumsplatz neben mir).

 

Danke an den SCI Itzehoe für diese tolle familiäre Veranstaltung und danke an die Jungs mit den Rundenbändern, die mir immer extra pinke Bändchen gaben. Super Veranstaltung und das Ganze für ein Drittel des Startpreises von Hamburg - hier zählt der Hobbyathlet noch!

 

P.S.: Als ich am Abend in Ruhe über meine Schwimmentwicklung nachdachte und der ganze Rummel weit weg war, kullerten doch die Tränen. Hunderte Stunden Quälerei in der Schwimmhalle, 4 Jahre Kampf um mein Schultergelenk und jetzt hatte es endlich geklappt. Da kommt die ganze Soße wieder hoch, da platzt du vor Emotion und weißt aber endlich, dass sich die ganze Scheiße gelohnt hat. Ich freu mich jetzt richtig auf Rügen und Ibiza!

 

Hier noch ein paar Bilder:

O-See Triathlon Uelzen

25.06.2017

Distanz: 500 - 24 - 5,2  

Das Triathlondesaster Wolfsburg saß noch tief, wo ich nach dem Bikesplit unter den Top 3 der Gesamtwertung lag, dann aber beim Laufen der Hammer kam. Erklären konnte ich mir das nicht. Überzockt hatte ich nicht. Konditionell war alles im grünen Bereich.

 

Einen Tag vor dem O-See hab ich mich noch mit dem MTB im Wald lang gemacht und am Wettkampftag schüttete aus Eimern. Der Tag fing überhaupt nicht gut an! Die Startnummernausgabe war 1 km entfernt und wir fuhren mit dem Rad hin. Die Wechselzone bezogen wir noch nicht, sondern radelten wieder zurück zum Auto, weil es wieder anfing zu schütten. 20 Minuten Wolkenbruch im Auto, dann mussten wir zum Check-in. Na super, wenn das so weiter regnet, wird das kein Vergnügen. Respekt an alle Starter auf der Mitteldistanz. Das ist wirklich kein Geschenk!

Dann die Ansage: "Neo Verbot". Super, bei der Kälte ohne Neo am Start zu stehen. Meinen Rucksack hatte ich komplett mit Folie umwickelt damit zumindest die Wechselsachen warm und trocken blieben. Ich ging vor dem Start ins Wasser und schwamm mich 200m ein. Wassertemperatur ging eigentlich. Das Blöde war nur, dass ich wieder raus musste, weil der Start an Land war, der Zugang zum See in einem abgesperrten Bereich nur 1,5m Meter breit und ich mich hinten anstellen musste. Nach vorn kam ich nicht mehr. Folglich hatte ich Starter vor mir, die vermutlich ihren ersten Triathlon zu finishen versuchten und ich befand mich mitten in der Waschmaschine.

 

Und es kam genau wie vermutet…geht kaum schlimmer: Vor mir versuchte einer Rücken zu schwimmen, neben mir Brustschwimmer und Orientierungslose. Bist du da erstmal drin, zieht Dich die Gruppe mit. Folglich kassierte ich Tritte, wurde mehrfach unter Wasser gedrückt und vom Kurs abgebracht. Als ich mich "etwas frei geschwommen" hatte, hatte ich noch 5 Starter um mich herum, die zwar Freistil schwammen, aber keinen Plan hatten wohin. Ich schaute hoch und sah nur, dass wir statt zur roten Boje Richtung Schilf schwammen, weshalb ich zur Kurskorrektur plötzlich quer schwamm. Natürlich kollidierte ich dadurch mit den anderen, die zwar auch ihren Kurs änderten, mich aber weiter behinderten. Irgendwie bin ich dann wütend um die Boje herum geschwommen und hatte kurz Ideallinie, kam dann aber erneut vom Kurs ab, weil ich wieder 2 Schwimmer aus der Gruppe an den Hacken hatte. Einer von Ihnen drückte mich bei jedem Freistilzug komplett unter Wasser bis mir der Kragen platzte und ich ihn laut anschrie, es gäbe hier genug Platz zu schwimmen, da müsse er nicht ständig über mich drüber. Den war ich los, aber auch die Ideallinie. Ich musste quer zum Ziel zurück über die Absperrleine und war so wütend, dass ich Tempo machte.

 

Es sei hierzu auch erwähnt, dass ich ohne Neo, wegen der Bewegungsein-schränkung im linken Arm, Probleme habe überhaupt meine Wasserlage zu halten. Mich kostet das generell mehr Kraft und dann drückt Dich ständig wer unter Wasser oder lässt Dich diverse Meter mehr schwimmen.

Ich kam mit einem gefühlten Schwimm-desaster aus dem Wasser und dachte, das Ding sei gelaufen. Nimm es als Trainingsrennen! Dass ich trotzdem als 4. Frau aus dem Wasser kam, kann ich kaum glauben, aber die Zeitnahme irrt nicht.

 

Ich wechselte aufs Rad und der "Spass" ging gleich weiter. Wieder eine enge aber lange Ausfahrt aus dem           Startbereich. Nun ist es so, dass ich mir abgewöhnt habe in die Pedale einzu- klicken, wenn ich in diesem Bereich unterwegs bin. Erstens blockiert man die Ausfahrt für andere und zweitens ist das sturzträchtig. Vor mir ein Starter, der auch noch seine Schuhe auf dem Rad anziehen wollte, was natürlich nicht gelang. Ich tuckerte ziemlich lange hinter seiner Schlangenlinie her bis ich den Kanal voll hatte und laut fragte, ob ich vorbei kann - "rechts"? Er fährt links ran, dreht sich erschrocken um und rasselt voll mit dem Rad ins Absperrgitter. Na sauber!!! Ich überlegte kurz anzuhalten, sah dann aber auf der Höhe den Streckenposten und gab ihm kurz Zeichen zu helfen. Das sind so Stürze, die so über sind wie meiner letzten September. Sein Rad war im Arsch und an der Hand war er auch verletzt. Rennende - gute Besserung!

 

Meine ersten Kilometer Rad waren auch vom Kopf her eher noch beim Schwimmen und beim Unfall. Ich rechnete mir nichts mehr aus. Es war ein brutaler Wind, es folgten immer wieder Anstiege, aber es blieb zum Glück trocken. Ich überholte keine blauen Nummern, nur eine und das war die spätere Zweitplatzierte. Dadurch, dass ich aber keine überholte, setzte sich der Gedanke "voll verkackt - die sind alle weg" immer mehr im Kopf fest. Ich nahm mir vor den Radsplit anständig abzuschließen und den Focus auf den Lauf zu richten. Zumindest die Rechnung Wolfsburg für mich persönlich zu begleichen.

Ich kam in die Wechselzone und die war fast leer! Kaum Räder….war ich, wie in Wolfsburg so weit vorn? Kann doch nach all der Scheiße überhaupt nicht sein? „Nicht denken, lauf Moni!“

 

Und das tat ich dann auch. 2 Runden um den See. Dabei geht 50% der Strecke eher als Traillauf durch, was mir natürlich liegt. Es ging auch oft bergauf und das kann ich auch gut. Die erste Runde lief ich schlau kontrolliert über meinen Garmin. Die spätere Zweite überholte, ich ließ sie ziehen und dachte, dass mich gleich sowieso noch mehr überholen, aber ich lief allein unter Männern und das waren auch die top Starter, weniger die Anfänger. 

 

Es gab pinke Rundenbänder, passend zu meinem Triathlonanzug und ich hatte auch noch Luft für Späße an der Ausgabe. "Ich würde nur deshalb starten." „Die würden ja auch perfekt zur Bekleidung passen“, frötzelte das Mädel bei der Ausgabe und ihr Kollege meinte, er hätte noch 30 Stück, ich könnte noch ein paar Runden laufen.

 

Ich bog in die zweite Runde und die Beine waren gut. Hinter mir keine Frau. Dafür bogen aber jetzt die Frauen massenweise in die 1. Runde ein, platzten am Berg und ich rannte locker vorbei. Scheiße, das lief einfach!!! Ganz anders als Wolfsburg! Geht doch! Ich weiß doch, dass ich das kann! Auf den letzten 1000m auf Asphalt bis zum Ziel zog ich auf max. Last an und rannte wie beim Verdener Stadtlauf Vollgas ins Ziel, überholte noch eine Starterin, die nicht nachsetzen konnte, bog falsch ab, wurde vom Streckenposten angehalten, den ich anschließend fast umrannte (danke für das Stoppen!) und lief ins Ziel. Da hatte ich plötzlich diese Zielbanderole in den Händen und alle glotzten so merkwürdig oder äußerten sich: „Hey, geile Leistung“. Ich fand das ungewohnt komisch bis mir mein Wechselzonen-nachbar begegnete und sagte:" Ich glaub Du bist Dritte!" Mehr Frauen sind noch nicht drin!

 

Und es war der 3. Platz Gesamtwertung und der Altersklassensieg. Wahnsinn!!! Wolfsburg war keine Eintagsfliege oder einfach nur eine Ausnahme. Ich hab mich nicht geirrt. Ich hab das Zeug dazu! Und das jetzt schon, wo ich noch recht schwach laufe.  Nach Bodenfelde im letzten Jahr mein zweites Gesamtwertungspodium. In Rendsburg, wo ich stürzte und mir das Schlüsselbein brach, war ich auch unter den top drei. An leere Wechselzonen muss ich mich wohl langsam gewöhnen. Ich freu mich riesig, weil da unglaublich viel Disziplin und Trainingsfleiß drin steckt. Ihr kennt ja alle meine Geschichte …Wenn mir einer letzten Herbst gesagt hätte, dass das jetzt schon so läuft, den hätte ich für verrückt erklärt.

 

Mit der "kurzen Nummer" ist jetzt aber erstmal Schluss, denn ich will ja im Herbst meinen ersten 70.3 machen. Nächsten Samstag versuche ich meinen ersten Halbmarathon zu laufen und dann geht es olympisch weiter.

 

Dem SV Post Uelzen kann ich zu der gelungenen Veranstaltung nur gratulieren. Jeder Helfer war immer auskunftsfähig, hat einem rechtzeitig die Richtung angezeigt und Eure Verpflegung toppt kaum ein anderer Triathlon! Das gravierte Siegerglas war auch eine tolle Idee anstelle eines Pokals und es war einfach eine geile Veranstaltung von Euch! Danke!