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08.08.2020

 

Triathlonplanung 2021 

Am 02.08. hätte ich eigentlich an der Startlinie vom Ostseeman 113 gestanden. Top vorbereitet, wollte ich mein Laufdesaster und den Energieknick vom letzten Jahr ausgleichen und es hätte richtig gut werden können, dann kam Covid-19. 

Stattdessen war ich an diesem Wochenende am Zwischenahner Meer, aber nicht beim legendären Bärentriathlon, der auch immer im August stattfindet, sondern auf meinem SUP-Board im Kurzurlaub. Auch der Bärentriathlon fällt aus. Nicht einmal Eichels Events hat es trotz Hygienekonzept geschafft den Maschseetriathlon aus-zurichten.

Grundproblem: die Zuschauer – zu wenig Platz und Abstand. Überhaupt findet in Niedersachsen sportlich nichts mehr statt. Auch der Celler Wasa Lauf wurde erst auf den 31.10. verschoben und jetzt komplett abgesagt.

 

In einigen östlichen Bundesländern (Thüringen, Sachsen) finden vereinzelt noch Rennen statt, aber unter Einhaltung der Hygieneregeln. Weil sie am Ende der Welt stattfinden und nicht mitten in der City, große Flächen nutzen können und wenig bis keine Zuschauer haben. Die Pastaparty fällt aus, ein gewohntes Athletenbriefing findet nicht statt und ein grosses Zeitfenster ermöglicht viele kleine Gruppen nacheinander zu starten. Mag momentan funktionieren, aber auf Dauer wird wohl auch hier die Teilnehmerdisziplin nachlassen, wie auch in anderen Gesellschafts-bereichen. Am Ende muss jeder Sportler für sich entscheiden, ob er einen Start für sich verantworten kann.

 

Kürzlich erhielt ich von Ironman die Aufforderung zum „Priority Check In“ und auch beim Ostseeman bekam ich ein Voranmelderecht. Ich nutzte beides nicht. Und dafür gibt es gute Gründe. Ich vergleiche die Buchung einer Mitteldistanz mit einer Urlaubsbuchung. Mit beidem bin ich aktuell einen hohen Verlust gefahren. Du weißt nicht, was Dich morgen erwartet, wenn Du heute buchst.

Ich habe 180 Euro an den Ostseeman verloren, 240 Euro an die Challenge Heil-bronn. Heilbronn hat Insolvenz angemeldet. Wer sagt mir, dass es der Ostseeman nicht auch tut? Das kann schon der Fall sein, wenn ein sicherer Sponsor wegfällt. Hotelkosten rechne ich hier gar nicht mit ein, weil ich im Camper übernachte.

 

Keine Pastaparty, kein Athletesgarden, Medaillen vom Tisch, keine echte Sieger-ehrung, ohne Zuschauer keine tolle Finishline, keine direkten Kontakte – einfach kein Eventcharakter mehr. Dafür aber volle Startgebühr und beim Ostseeman würde sie sich mit dem Ausfall von diesem Jahr im nächsten auf insgesamt 360 Euro belaufen. Das kann ich beim Limmer in Hannover günstiger, sicherer und ohne Startgeldverlust haben, denn hier organisiert ein kleiner Verein und keine Agentur oder GmbH. 

 

Die Pandemie wird auch 2021 nicht vorbei sein. Selbst ein Impfstoff wird keine echte Abhilfe bringen, wenn er ähnlich wirkt, wie der Impfstoff der Grippe. Eher könnte ein wirksames Medikament, das schwere Verläufe verhindern kann, abhelfen, wenn damit kontrolliert durchseucht werden kann.  

 

Momentan ist die Lage völlig instabil, das permanente Risiko „Hot Spot“ im eigenen Landkreis oder am Zielort beeinflusst selbst den Urlaub im Inland. Auslands-buchungen sind noch fragiler, da Reiseverbindungen durch den Zusammenbruch des weltweiten Flugverkehrs nicht sicher sind. 

 

Wie kann eine Rennsaison 2021 überhaupt aussehen und wie sieht meine Planung aus? Die Zukunft liegt ganz klar in den kleinen, eher ländlichen Veranstaltungen der Vereine. Wenn uns Covid-19 eines lehrt, dann ist es Bodenständigkeit. Weg von höher, schneller, weiter und maximalem Kommerz zurück zum echten Sport. Und wer dafür einsteht, wird eine Lösung finden. Der Triathlon Leipzig hat gezeigt, wie es gehen kann.

 

Und auch die Triathlonprofis werden vielleicht kein Hawaii mehr mit Age Groupern feiern. Wer sagt, dass Ironman die Pandemie überlebt? Mit Krediten aus nicht zurückgezahlten Startgeldern hält sich die Agentur momentan über Wasser. Die Chinesen verkauften exakt zu Beginn der Pandemie. Böse Zungen behaupten, sie wussten warum. Jedenfalls hat der neue Eigentümer mit der Marke noch nichts verdient. Priority Check in von mir garantiert nicht! Zudem ist mir das Startgeld für einen 70.3 im Quarantäneformat zu hoch. Man bucht Ironman der Show wegen, um einmal einen geilen Zieleinlauf mit viele Zuschauern und Party zu erleben, aber die Zeiten sind vorbei. 

Ich jedenfalls habe in diesem Jahr einen Haufen Startgeld in den Sand gesetzt. Als Sportlerin der Risikogruppe werde ich auch zukünftig ganz genau auf die Aus-richtung einer Sportveranstaltung schauen, denn selbst die „Lockerungen“ bedeuten ja nicht, dass das Virus weg ist, sondern dass Deutschland gerade ein paar Infektionen mehr vertragen kann. Safety first!

 

Was bedeutet das für meine Saisonplanung 2021? Ich richte mein Training ganz einfach vorerst auf die olympische Distanz und nicht mehr auf die Mitteldistanz aus, weil dadurch mehr Startchancen zu günstigen Preisen regional möglich sind. Andernfalls trainiere ich das ganze Jahr auf diesen einen Tag hin und der wird dann wegen Covid-19 abgesagt. Dann schiebe ich mein Formhoch bis zur nächsten Startmöglichkeit und auch die wird wieder abgesagt. Das ist körperlich bei solchen Trainingsumfängen schon schlecht, aber noch schlechter für Motivation und Mindset. 

 

Auf der kürzeren Distanz bleibt man deutlich flexibler und die trainiert man sowieso das ganze Jahr über um sich fit zu halten. Erst wenn es wieder eine solide Perspektive für den Sport gibt, trainiere ich wieder auf längere Distanz. Mit einem Vollzeitjob muss ich mir das nicht ohne realistisches Ziel antun.  

 

Und gemeldet wird nur noch „Last Minute“. Langfristige Veranstalterkredite gibt es bei mir zukünftig nicht mehr. Gespendet habe ich bei meinem Race Kalender in diesem Jahr genug.

 

Und nun hoffe ich, dass mir die Pandemielage in 2 Wochen nicht auch noch meinen ersten Urlaub nach 11 Monaten auf Sylt versaut und wenigstens das verschobene Laufcamp dort stattfinden kann. Ibiza fällt dieses Jahr leider auch komplett aus.

08.07.2020

 

2. PLATZ BLOGAWARDS 2020

 

35 682 Besucher und 20 549 Votes später: Moni Moonreker ist auf dem 2. Platz in der Kategorie Rennrad von insgesamt 6 Kategorien der Fahrrad XXL Blogawards 2020 und auf einem respektablen 11. Platz von 30 der nominierten Blogs over all.

 

Zum kompletten Ergebnis hier klicken

 

Wow, DANKE an alle, die für mich gestimmt haben. Ich freue mich riesig über dieses Ergebnis. Ich habe schon öfter an  ähnlichen Blog-Auslesen teilgenommen und bin über den 4. Platz nie hinausgekommen. Jetzt hat es erstmals für die Top 3 und sogar Platz 2 gereicht.

Grossartig! Allein die Nominierung hat mich schon sehr gefreut, zeigt sie doch, dass mein Blog bundesweit wahrgenommen wird und sich der Aufwand lohnt.

 

Hobby-Blogs lassen den Sport leben, egal ob mit oder ohne Event und das zeichnet sie auch gerade jetzt in der Krise aus. Schon gemerkt, dass offizielle Magazine gerade wenig schreiben, weil der Profisport still steht? Wir Blogger unterhalten Euch trotzdem kostenlos weiter. And my work will go on – einfach weil es Spass macht mit Euch die schönen Momente des Ausdauersports zu teilen und sich über Material und Szene auszutauschen.

03.07.2020

 

THE ONE ARM ARMY IS BACK IN THE POOL

 

3 Monate ohne Schwimmtraining ist für jeden Triathleten hart, wer aber ein Handi-cap wie ich hat, für den nimmt so eine COVID-19 Zwangspause eine ganz andere Dimension an. 

 

Jetzt sieht es häufig so aus, dass bei mir ja alles läuft. Wo hat die Frau eigentlich Einschränkungen? Genau so sieht es aus, wenn man ständig hart gegen sein Handicap trainiert. Für Außenstehende wirkt man völlig normal und liefert auch noch recht passable Leistungen ab. Die Arbeit, Ausdauer und Geduld, die man für diesen Zustand investiert, bleibt stets im Verborgenen.

 

Würde ich momentan einen 70.3 machen, hätte ich vermutlich Bestzeiten auf dem Rad und beim Laufen. Noch nie konnte ich das so intensiv non-stop trainieren. Dennoch wäre ich aktuell nicht in der Lage 1,9 km zu schwimmen. Nicht mal eine olympische Distanz wäre drin. Während andere Triathleten Trockentraining mit Zugseil machen konnten, hatte ich kompletten Trainingsausfall.

Gestern war es dann endlich wieder so weit. Schon beim Start mit Brustschwimmen eierte der linke Arm instabil wie eine Gurke durchs Wasser. Beim Kraulen war die Technik zwar o.k., aber wenn man dann links nur noch ein schlingerndes Etwas durchs Wasser rotieren lässt und sich eigentlich nur noch mit rechts stabilisiert und vorwärts bewegt, dann kann man von einem absoluten Nullstart sprechen. Nach 500m dachte ich, ich bekomme einen Krampf im linken Unterarm. Die linke Wade zickte auch, weil sie mehr Stabiarbeit leisten musste. Heute ist alles überlastet.

 

Die nächsten Wochen werden wieder ganz harte Arbeit um auf Stand zu kommen. Ich bin nur froh, dass aktuell all meine geplanten Triathlonwettkämpfe abgesagt sind, so dass ich mir keinen Kopf über einen möglichen Start machen muss. Und ich freue mich endlich wieder Abwechslung im Trainingsplan zu haben. Das Wasser hat mir echt gefehlt. 

25.05.2020

 

JEPPA – ES LÄUFT – NUR VÖLLIG ANDERS!!!

 

Ihr habt es sicherlich im Facebook- und Instapost mitverfolgt, ich habe mein Training völlig auf den Kopf gestellt.

 

Auslöser war:

… der Lockdown, der zu einer Neuorientierung 2020 zwang

… Langeweile und wenig Abwechslung im Trainingsplan uuuund

… STAGNATION

 

Letztere geht mir seit 2 Jahren auf den Sack, ganz besonders im Laufen. Ich hatte bereits 2 x ein ganzes Winterhalbjahr investiert und Laufschwerpunkte gesetzt, Schuhwerk überprüft und angepasst sowie meinen Laufstil. Und wenn Du immer das Gleiche machst, kann es auch nicht anders werden – also ab in den krassen Kontrast: statt locker – flott, statt wohlfühlen – „aua“ und statt Tempomat rein in die rote Lampe. Andre Wiersig, Extremschwimmer und 1. deutscher 7 Oceans Finisher schrieb in seinem Buch: „willst Du einen Marathon gut laufen, musst Du ihn im Training häufig laufen.“

 

Soweit, so klar mein Kontrast. Aber eigentlich will ich ja beim Triathlon bleiben. Brauche ich dafür einen Triathlontrainer/-plan? Also im Schwimmen werde ich nicht besser. Der Arm ist in der Funktion eingeschränkt – weitere Technikverbesserung nicht möglich. Trainiert habe ich das bisher schon die ganze Zeit in Eigenregie. Auf dem Rad bin ich seit 20 Jahren spezialisiert…..das Tempo im bisherigen 70.3 ist auch noch ausbaufähig, stagnierte aber auch im letzten Jahr. Kann ich auch besser!

 

Nur ein gezieltes Lauftraining und damit meine größte Baustelle kann ich nicht selbst und ich bekam den Tipp: „Wenn Du da wirklich raus willst, dann laufe nach Greif! Gnadenlos hart, erbarmungslos, aber so effektiv wie kein anderes Training.“

 

Heute sind 5 Wochen Greif-Training Geschichte: Blut, Schweiß, Schmerzen, Fluchen, Quälen, aber auch YEAH, GEIL, LÄUFT und HAPPY. Das war ein Kontrast und was für einer! Alle persönlichen Rekorde gebrochen und die Grund-pace ist 00:38 besser als noch vor 5 Wochen.

Ich hätte nie gedacht:

… 00:38 in der Grundpace nach nur 5 Wochen schneller zu laufen

… 5 km konstant unter 25 Minuten

… 21 km jede Woche einfach so wegzustecken 

… 10 km Wettkampftempo im Training laufen zu können und

…  in 5 Wochen 250 km zu laufen

 

5 Wochen, 5 Halbmarathons später, 2 knüppelharte Einheiten nie unter 14 km pro Einheit und 50 km pro Woche bin ich noch nie gelaufen. Netter Nebeneffekt – Gewichtsreduktion.

 

Ich wusste, dass ich eher der Typ: kurz und knallhart, dafür ist weniger oft mehr bin, denn in meinen leistungsstärksten Jahren im Radsport sah mein Training eigentlich nicht anders aus. Man traut sich nur nicht alles hinzuschmeißen und neu zu starten. Der Lockdown war dafür eine echte Chance. Ich bin kein Jammertyp, sondern ein Macher, deshalb habe ich gleich zu Beginn mit dieser Trainingsumstellung begonnen.

 

Ich bin Ende April bereits eingestiegen, obwohl ich im Mai zunächst Sabbatical machen wollte, weil ich müde war. Von 7 Tagen Training hatte ich max. 1-2 Tage in der Woche Ruhetag und hetzte vom Job ins Training , dann zum Einkauf und befüllte die Waschmaschine. Das mit jeden Morgen um 5 Uhr aufstehen und einer 41 h Woche macht müde. Der Trainingsplan war auch irgendwie immer gleich und monoton. Es fehlte Motivation.

Peter Greif schrieb mir, steig jetzt ein, optimal in Deinem Fall, wir trainieren gerade den schnellen Zehner (Formhöhepunkt). Ich hab es getan, musste beißen, bereue aber nichts. Genau dieses Tempotraining hatte mir gefehlt. Langweilig war gar nichts mehr, im Gegenteil, es lief jede Woche besser und die Motivation wurde immer größer. Sogar auf dem Fahrrad konnte ich mehr Watt aufs Pedal bringen und radelte Bestzeiten deutlich unter meinem bisherigen Belastungsniveau. Mein Puls sank jede Woche etwas weiter ab trotz Tempoanstieg.

 

Seit 1991 schreibt Greif die erfolgreichsten Trainingspläne in Deutschland. Der Einstiegszeitpunkt auf meinem Miteldistanz-Triathlon-Trainingsniveau war ideal. Der Plan passte sofort perfekt. Es stimmten Pacevorgaben in Relation zum Puls, es passte die Gesamtbelastung und ich erreichte auch die Zielkontrollen im Plan problemlos.

 

Trotzdem rate ich Anfängern davon ab, auch Sportlern ohne viel Trainingserfahrung sowie mangelndem Körpergefühl. Die Pläne sind wirklich hart und anspruchsvoll und wie auch in der Beschreibung steht, wird man nicht alles schaffen.

 

Da ich neben dem reinen Laufen auch Triathlon trainieren möchte, habe ich mich nur für 3-4 Einheiten pro Woche entschieden mit Zielrichtung schnellerer Halbmarathon. Gelaufen bin ich definitiv nur 3 x pro Woche, die aber hart! 2 Einheiten über 14 km die Woche schnell und hart im Entwicklungsbereich (z. Bsp. 17x 400m rote Lampe mit 200m halbrote Lampe im Wechsel) sowie einen Lauf über 18-21 km im lockeren Tempo , Hauptsache lange.

 

Konditionell war alles kein Problem, aber muskulär haut es heftig rein. Nach 5 Wochen habe ich für mich selbst eine Rekom-Woche gesetzt, um die Muskulatur einmal aus dem harten Modus zu bekommen und voll regeneriert weiterzumachen.

 

Perspektive:

Ich werde den Plan in Kombi mit Radfahren bis zum Herbst so durchziehen, den Winter wieder Laufwettkämpfe bestreiten und im Frühjahr Laufeinheiten häufiger mit Radfahren ersetzen. Und im April 2021 werde ich ein bis zwei Radschwerpunkte setzen. 

 

Außerdem trainiere ich auf ein noch mögliches Jahreshighlight 2020 im Oktober hin - it´s not all about triathlon ;-)…sofern Covid es zulässt? Dazu später hier mehr.

03.05.2020

 

Aktuell im Testimonial von Bodyglide Deutschland:

17.04.2020

 

TIME FOR A CHANGE

So und nicht anders empfinden wir wohl alle die aktuelle Situation unter Covid-19. Berufsbedingt waren mir die damit verbundenen Einschränkungen äußerst früh klar und so orientierte ich mich zügig um, als andere Sportler noch auf ein Triathlonjahr hofften. Somit stehe ich heute am Start einer völlig neuen Perspektive, die meinen Focus und meine Motivation wieder absolut weckt. 

Mein Triathlonjahr steht grundsätzlich immer auf wackeligen Beinen, da ich den Sport mit erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen mache. Heißt Ausfälle und Verluste sind bei mir grundsätzlich eingeplant und der Umgang damit recht professionell. Einziger Unterschied dieses Mal: Nicht ich, sondern die Welt wurde krank. Letztere muss jetzt auch mal lernen damit zurecht zu kommen ;-).

 

Einzig der Verlust von Ibiza schmerzt enorm, denn dieses Jahr fallen beide Reisetermine (Mai & Oktober) dem Virus zum Opfer. Ich hoffe 2021 wieder auf meine Insel reisen zu können. Das Heimweh ist jetzt schon unbeschreiblich gross.

 

Auch das Laufcamp auf Sylt fiel ins Wasser. Erst wurde das Camp seitens der HASPA abgesagt, dann wurde die Insel für den Tourismus komplett gesperrt. Ich hoffe wenigstens Sylt in diesem Jahr noch einmal zu sehen.

 

Mit Stand heute sind alle meine geplanten Wettkämpfe 2020 der Pandemie zum Opfer gefallen, aber ich hatte bereits Ostern schon völlig neue Pläne, da es abzusehen war. Zudem zermürbt die Frage "werde ich noch starten können oder nicht" bis zur letzten Minute nur und die dann folgende Absage enttäuscht noch mehr. Ich erspare mir das lieber und suche gleich nach neuen Zielen. 

 

Gerne nutze ich so unfreiwillige Sabbaticals zur Neuorientierung, denn nicht alles was man immer so macht, muss auch richtig sein. Seit 3 Jahren mache ich Triathlon und seit 3 Jahren laufe ich nicht wirklich schneller Halbmarathon. Das wurmt mich schon länger und eigentlich ist klar, dass ich als Seiteneinsteiger mit einem „All Inklusive Training“ keine große Verbesserung erreichen kann. Da hilft nur Zeit, ein krasser Trainingswechsel und der absolute Focus auf das entsprechende Ziel. Als reiner Radsportler fehlen mir einfach die Laufjahre. Und wenn ich mich an meine Jugend in der Leichtathletik erinnere, war ich sau schnell, habe aber auch völlig anders trainiert. Jetzt habe ich endlich Zeit dazu!

Ein zweiter Aspekt war die Eintönigkeit des Training. Ich war irgendwie aus-gebrannt, es war immer das Gleiche und am Ende kam ich nie auf Tempo - Time for a Change!

 

Außerdem war ich im Winter kaum Schwimmen, weil die Schwimmhalle renoviert wurde. Der Umbau länger als geplant dauerte. Jetzt ist alles dicht wegen Covid-19. Für mich mit Handicap im linken Arm kein kurzer Trainingsausfall, sondern eine echte Baustelle. Nur langsam kann ich meine Armmuskulatur wieder im Wasser auftrainieren. Mit Hantel und Gewichten nur bedingt, Zugseil geht überhaupt nicht. Zu viel davon und das Schultergelenk schwillt an. Also Totalausfall.

Und wie geht`s jetzt weiter?

 

Es ist der perfekte Zeitpunkt für ein intensives Laufjahr. Triathlon geht dieses Jahr sowieso nicht mehr. Mein Schwimmtraining habe ich schon immer selbst steuern müssen (wegen Handicap) und nach 20 Jahren Radsport bin ich bestens in der Lage mir selbst sogar ein paar Watt mehr auf die Pedale zu zaubern. 

 

Nur Laufen bedarf einer völlig neuen Trainingsform also arbeite ich erstmals mit einem echten Lauftrainer zusammen. Mit den Plänen von Greiff, die hart, effektiv aber absolut abwechslungsreich sind, macht mir das Training aktuell wieder richtig Spass. Die Periodisierung mit den Höhepunkten Halbmarathon Richtung August/September und 5/10 K im Mai/ Juni passt perfekt in meine Triathlonplanung. Ich bestimme wann ich was mache, kann mit den 4 wöchigen Plänen flexibel arbeiten und im Frühjahr Lauf- durch Radeinheiten häufiger ersetzen bis ich direkt in den Start meiner Rennsaison gehe. 

 

Aktueller Vorteil: bis zum Herbst bin ich schon deutlich weiter, kann mich völlig auf das Laufen konzentrieren und verliere nichts beim Schwimmen oder auf dem Rad, denn die Triathlonsaison ist sowieso gelaufen. Regeneration, die zuvor oft zu kurz kam, funktioniert so auch deutlich besser, weil ich den Plan jederzeit selber anpassen kann und nach dem Shutdown werde ich nacharbeiten müssen. Es stehen Dienstreisen und Überstunden an und da Laufen weniger zeitintensiv als Radfahren ist und man es überall machen kann, ist die Kombi einfach ideal.  

 

Zu verlieren habe ich damit absolut nichts, denn eine Mitteldistanz kann ich in diesem Jahr nicht mehr machen, alles andere bleibt so auf Niveau - im Gegenteil sogar, der Lauf wird besser. Ich hoffe damit im nächsten Jahr zu dieser Zeit ganz woanders zu sein und die Pandemie so als positive Aufbauphase sinnvoll nutzen zu können, denn Jammern und nichts tun, ist noch nie mein Ding gewesen. Im Gegenteil Aufstehen und Weitermachen - jede Krise ist auch irgendwann wieder vorbei und eine Chance persönlich weiter zu wachsen.

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