Blog

25.05.2020

 

JEPPA – ES LÄUFT – NUR VÖLLIG ANDERS!!!

 

Ihr habt es sicherlich im Facebook- und Instapost mitverfolgt, ich habe mein Training völlig auf den Kopf gestellt.

 

Auslöser war:

… der Lockdown, der zu einer Neuorientierung 2020 zwang

… Langeweile und wenig Abwechslung im Trainingsplan uuuund

… STAGNATION

 

Letztere geht mir seit 2 Jahren auf den Sack, ganz besonders im Laufen. Ich hatte bereits 2 x ein ganzes Winterhalbjahr investiert und Laufschwerpunkte gesetzt, Schuhwerk überprüft und angepasst sowie meinen Laufstil. Und wenn Du immer das Gleiche machst, kann es auch nicht anders werden – also ab in den krassen Kontrast: statt locker – flott, statt wohlfühlen – „aua“ und statt Tempomat rein in die rote Lampe. Andre Wiersig, Extremschwimmer und 1. deutscher 7 Oceans Finisher schrieb in seinem Buch: „willst Du einen Marathon gut laufen, musst Du ihn im Training häufig laufen.“

 

Soweit, so klar mein Kontrast. Aber eigentlich will ich ja beim Triathlon bleiben. Brauche ich dafür einen Triathlontrainer/-plan? Also im Schwimmen werde ich nicht besser. Der Arm ist in der Funktion eingeschränkt – weitere Technikverbesserung nicht möglich. Trainiert habe ich das bisher schon die ganze Zeit in Eigenregie. Auf dem Rad bin ich seit 20 Jahren spezialisiert…..das Tempo im bisherigen 70.3 ist auch noch ausbaufähig, stagnierte aber auch im letzten Jahr. Kann ich auch besser!

 

Nur ein gezieltes Lauftraining und damit meine größte Baustelle kann ich nicht selbst und ich bekam den Tipp: „Wenn Du da wirklich raus willst, dann laufe nach Greif! Gnadenlos hart, erbarmungslos, aber so effektiv wie kein anderes Training.“

 

Heute sind 5 Wochen Greif-Training Geschichte: Blut, Schweiß, Schmerzen, Fluchen, Quälen, aber auch YEAH, GEIL, LÄUFT und HAPPY. Das war ein Kontrast und was für einer! Alle persönlichen Rekorde gebrochen und die Grund-pace ist 00:38 besser als noch vor 5 Wochen.

Ich hätte nie gedacht:

… 00:38 in der Grundpace nach nur 5 Wochen schneller zu laufen

… 5 km konstant unter 25 Minuten

… 21 km jede Woche einfach so wegzustecken 

… 10 km Wettkampftempo im Training laufen zu können und

…  in 5 Wochen 250 km zu laufen

 

5 Wochen, 5 Halbmarathons später, 2 knüppelharte Einheiten nie unter 14 km pro Einheit und 50 km pro Woche bin ich noch nie gelaufen. Netter Nebeneffekt – Gewichtsreduktion.

 

Ich wusste, dass ich eher der Typ: kurz und knallhart, dafür ist weniger oft mehr bin, denn in meinen leistungsstärksten Jahren im Radsport sah mein Training eigentlich nicht anders aus. Man traut sich nur nicht alles hinzuschmeißen und neu zu starten. Der Lockdown war dafür eine echte Chance. Ich bin kein Jammertyp, sondern ein Macher, deshalb habe ich gleich zu Beginn mit dieser Trainingsumstellung begonnen.

 

Ich bin Ende April bereits eingestiegen, obwohl ich im Mai zunächst Sabbatical machen wollte, weil ich müde war. Von 7 Tagen Training hatte ich max. 1-2 Tage in der Woche Ruhetag und hetzte vom Job ins Training , dann zum Einkauf und befüllte die Waschmaschine. Das mit jeden Morgen um 5 Uhr aufstehen und einer 41 h Woche macht müde. Der Trainingsplan war auch irgendwie immer gleich und monoton. Es fehlte Motivation.

Peter Greif schrieb mir, steig jetzt ein, optimal in Deinem Fall, wir trainieren gerade den schnellen Zehner (Formhöhepunkt). Ich hab es getan, musste beißen, bereue aber nichts. Genau dieses Tempotraining hatte mir gefehlt. Langweilig war gar nichts mehr, im Gegenteil, es lief jede Woche besser und die Motivation wurde immer größer. Sogar auf dem Fahrrad konnte ich mehr Watt aufs Pedal bringen und radelte Bestzeiten deutlich unter meinem bisherigen Belastungsniveau. Mein Puls sank jede Woche etwas weiter ab trotz Tempoanstieg.

 

Seit 1991 schreibt Greif die erfolgreichsten Trainingspläne in Deutschland. Der Einstiegszeitpunkt auf meinem Miteldistanz-Triathlon-Trainingsniveau war ideal. Der Plan passte sofort perfekt. Es stimmten Pacevorgaben in Relation zum Puls, es passte die Gesamtbelastung und ich erreichte auch die Zielkontrollen im Plan problemlos.

 

Trotzdem rate ich Anfängern davon ab, auch Sportlern ohne viel Trainingserfahrung sowie mangelndem Körpergefühl. Die Pläne sind wirklich hart und anspruchsvoll und wie auch in der Beschreibung steht, wird man nicht alles schaffen.

 

Da ich neben dem reinen Laufen auch Triathlon trainieren möchte, habe ich mich nur für 3-4 Einheiten pro Woche entschieden mit Zielrichtung schnellerer Halbmarathon. Gelaufen bin ich definitiv nur 3 x pro Woche, die aber hart! 2 Einheiten über 14 km die Woche schnell und hart im Entwicklungsbereich (z. Bsp. 17x 400m rote Lampe mit 200m halbrote Lampe im Wechsel) sowie einen Lauf über 18-21 km im lockeren Tempo , Hauptsache lange.

 

Konditionell war alles kein Problem, aber muskulär haut es heftig rein. Nach 5 Wochen habe ich für mich selbst eine Rekom-Woche gesetzt, um die Muskulatur einmal aus dem harten Modus zu bekommen und voll regeneriert weiterzumachen.

 

Perspektive:

Ich werde den Plan in Kombi mit Radfahren bis zum Herbst so durchziehen, den Winter wieder Laufwettkämpfe bestreiten und im Frühjahr Laufeinheiten häufiger mit Radfahren ersetzen. Und im April 2021 werde ich ein bis zwei Radschwerpunkte setzen. 

 

Außerdem trainiere ich auf ein noch mögliches Jahreshighlight 2020 im Oktober hin - it´s not all about triathlon ;-)…sofern Covid es zulässt? Dazu später hier mehr.

17.05.2020

 

Moni Moonreker nominiert für den Blogaward 2020

Moni Moonreker ist für die Blogawards 2020 von FAHRRAD XXL in der Kategorie „Roadbike“ nominiert. Herzlichen Dank - damit hätte ich nie gerechnet! Wow!

Erst vor ein paar Tagen fand ich zufällig in meinem Facebook Rückblick den Eintrag: „ich baue mir einen eigenen Blog“. Das war vor genau 7 Jahren. Angefangen hat es mit meiner wilden Mountainbikezeit, später ging es erfolgreich auf die Strasse und heute bin ich stark im Triathlon aktiv. Ibiza, Reisen, Lifestyle und ganz besonders Tipps, Motivation und Inspiration stellen meine Inhalte dar. Ganz besonders am Herzen liegt mir die Motivation von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Denn Sport kann besser als jede andere Therapie sein.

Umso mehr hat mich die Nachricht von Fahrrad XXL gefreut, einer der nominierten Blogs aus ganz Deutschland sein zu dürfen. Eine tolle Aktion von Fahrrad XXL , unsere Arbeit als Hobbyblogger zu honorieren, denn gerade in der aktuellen Covid-19 Krise leben wir den Sport intensiv weiter. Die bunte Vielfalt der Blogs ist ein nicht mehr weg zu denkender Faktor in der Hobbysportszene. Ich selbst lese regelmäßig gern bei meinen Kollegen Beiträge. Authentisch mit Selbsterkennungswert und Leidenschaft, wie es kein marktwirtschaftliches Magazin bringen kann und dabei ehrlich und unterhaltsam zugleich. 

 

Allein die Nominierung stellt für mich bereits eine große Auszeichnung dar und natürlich würde ich mich über ein paar „Votes“ ab dem 03.06.20 sehr freuen, steckt neben Liebe und Leidenschaft auch viel Arbeit in meinen Beiträgen. Außerdem kann jeder Teilnehmer auch etwas gewinnen:

 

Hier zur Abstimmung Start 03.06.2020 und zu weiteren Info`s der Aktion: 

 

https://www.fahrrad-xxl.de/blog/blogawards-2020/

03.05.2020

 

Aktuell im Testimonial von Bodyglide Deutschland:

17.04.2020

 

TIME FOR A CHANGE

So und nicht anders empfinden wir wohl alle die aktuelle Situation unter Covid-19. Berufsbedingt waren mir die damit verbundenen Einschränkungen äußerst früh klar und so orientierte ich mich zügig um, als andere Sportler noch auf ein Triathlonjahr hofften. Somit stehe ich heute am Start einer völlig neuen Perspektive, die meinen Focus und meine Motivation wieder absolut weckt. 

Mein Triathlonjahr steht grundsätzlich immer auf wackeligen Beinen, da ich den Sport mit erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen mache. Heißt Ausfälle und Verluste sind bei mir grundsätzlich eingeplant und der Umgang damit recht professionell. Einziger Unterschied dieses Mal: Nicht ich, sondern die Welt wurde krank. Letztere muss jetzt auch mal lernen damit zurecht zu kommen ;-).

 

Einzig der Verlust von Ibiza schmerzt enorm, denn dieses Jahr fallen beide Reisetermine (Mai & Oktober) dem Virus zum Opfer. Ich hoffe 2021 wieder auf meine Insel reisen zu können. Das Heimweh ist jetzt schon unbeschreiblich gross.

 

Auch das Laufcamp auf Sylt fiel ins Wasser. Erst wurde das Camp seitens der HASPA abgesagt, dann wurde die Insel für den Tourismus komplett gesperrt. Ich hoffe wenigstens Sylt in diesem Jahr noch einmal zu sehen.

 

Mit Stand heute sind alle meine geplanten Wettkämpfe 2020 der Pandemie zum Opfer gefallen, aber ich hatte bereits Ostern schon völlig neue Pläne, da es abzusehen war. Zudem zermürbt die Frage "werde ich noch starten können oder nicht" bis zur letzten Minute nur und die dann folgende Absage enttäuscht noch mehr. Ich erspare mir das lieber und suche gleich nach neuen Zielen. 

 

Gerne nutze ich so unfreiwillige Sabbaticals zur Neuorientierung, denn nicht alles was man immer so macht, muss auch richtig sein. Seit 3 Jahren mache ich Triathlon und seit 3 Jahren laufe ich nicht wirklich schneller Halbmarathon. Das wurmt mich schon länger und eigentlich ist klar, dass ich als Seiteneinsteiger mit einem „All Inklusive Training“ keine große Verbesserung erreichen kann. Da hilft nur Zeit, ein krasser Trainingswechsel und der absolute Focus auf das entsprechende Ziel. Als reiner Radsportler fehlen mir einfach die Laufjahre. Und wenn ich mich an meine Jugend in der Leichtathletik erinnere, war ich sau schnell, habe aber auch völlig anders trainiert. Jetzt habe ich endlich Zeit dazu!

Ein zweiter Aspekt war die Eintönigkeit des Training. Ich war irgendwie aus-gebrannt, es war immer das Gleiche und am Ende kam ich nie auf Tempo - Time for a Change!

 

Außerdem war ich im Winter kaum Schwimmen, weil die Schwimmhalle renoviert wurde. Der Umbau länger als geplant dauerte. Jetzt ist alles dicht wegen Covid-19. Für mich mit Handicap im linken Arm kein kurzer Trainingsausfall, sondern eine echte Baustelle. Nur langsam kann ich meine Armmuskulatur wieder im Wasser auftrainieren. Mit Hantel und Gewichten nur bedingt, Zugseil geht überhaupt nicht. Zu viel davon und das Schultergelenk schwillt an. Also Totalausfall.

Und wie geht`s jetzt weiter?

 

Es ist der perfekte Zeitpunkt für ein intensives Laufjahr. Triathlon geht dieses Jahr sowieso nicht mehr. Mein Schwimmtraining habe ich schon immer selbst steuern müssen (wegen Handicap) und nach 20 Jahren Radsport bin ich bestens in der Lage mir selbst sogar ein paar Watt mehr auf die Pedale zu zaubern. 

 

Nur Laufen bedarf einer völlig neuen Trainingsform also arbeite ich erstmals mit einem echten Lauftrainer zusammen. Mit den Plänen von Greiff, die hart, effektiv aber absolut abwechslungsreich sind, macht mir das Training aktuell wieder richtig Spass. Die Periodisierung mit den Höhepunkten Halbmarathon Richtung August/September und 5/10 K im Mai/ Juni passt perfekt in meine Triathlonplanung. Ich bestimme wann ich was mache, kann mit den 4 wöchigen Plänen flexibel arbeiten und im Frühjahr Lauf- durch Radeinheiten häufiger ersetzen bis ich direkt in den Start meiner Rennsaison gehe. 

 

Aktueller Vorteil: bis zum Herbst bin ich schon deutlich weiter, kann mich völlig auf das Laufen konzentrieren und verliere nichts beim Schwimmen oder auf dem Rad, denn die Triathlonsaison ist sowieso gelaufen. Regeneration, die zuvor oft zu kurz kam, funktioniert so auch deutlich besser, weil ich den Plan jederzeit selber anpassen kann und nach dem Shutdown werde ich nacharbeiten müssen. Es stehen Dienstreisen und Überstunden an und da Laufen weniger zeitintensiv als Radfahren ist und man es überall machen kann, ist die Kombi einfach ideal.  

 

Zu verlieren habe ich damit absolut nichts, denn eine Mitteldistanz kann ich in diesem Jahr nicht mehr machen, alles andere bleibt so auf Niveau - im Gegenteil sogar, der Lauf wird besser. Ich hoffe damit im nächsten Jahr zu dieser Zeit ganz woanders zu sein und die Pandemie so als positive Aufbauphase sinnvoll nutzen zu können, denn Jammern und nichts tun, ist noch nie mein Ding gewesen. Im Gegenteil Aufstehen und Weitermachen - jede Krise ist auch irgendwann wieder vorbei und eine Chance persönlich weiter zu wachsen.

Folge mir auf FB & Insta: