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17.05.2022

Von zu kurzem Becken mit Fersensporn…

Über Limmer, Uelzen und Salzgitter zur Wettkampfpause.

Nach dem Limmer Triathlon war ich in Uelzen und wollte schauen, was auf der olympischen Distanz geht. Der Tag endete mit einem DNF. Ja richtig gelesen und das hat es bei mir noch nie gegeben. Selbst beim Ibiza Triathlon finishte ich noch mit Knochenhautentzündung am Knie mehr schlecht als recht, aber ich finishte. Nach dem Schwimmen und Radfahren führte ich meine Altersklasse in Uelzen noch deutlich an und hätte unter normalen Bedingungen diesen Platz beim ab-schließenden 10 km Lauf verteidigt. Soweit eigentlich alles gut, aber es ging einfach nicht. Ich stieg vom Rad und versuchte loszulaufen. Nichts ging. Die Beine waren komplett zu. In einer Art und Weise wie ich es nie kannte. Ich schleppte mich eckig bis zur 1. Verpflegungsstation, lief wieder an und merkte sofort Krampfansatz. Beide Beine aufgeblasen wie ein Ballon. Ich versuche 2 x Mal erneut anzulaufen – keine Chance. Der Rest wurde Wandertag und ich stieg genervt aus.

 

Was hier wirklich los war, konnte ich mir nicht so recht erklären, denn irgendwie ging es immer. Trainingsrückstand war dafür nicht ursächlich. Was ich in der letzten Zeit aber schon beobachtete waren schnell „aufgepumpte“ Beine im Training. Nachdem ich Uelzen abgehakt hatte, standen eigentlich ein paar kleinere Laufwettkämpfe im Kalender. Im Training merkte ich aber schon seit ein paar Wochen eine Sehnen-reizung in der linken Haxe innen, außen. Die ging zwar mit Dehnen und Rollen wieder weg, nahm aber gefühlt immer wieder zu.

 

Ich reduzierte Lauftraining und ließ Wettkämpfe sausen, denn meine Gesundheit ist mir sehr wichtig. Nie würde ich mich nur für eine gute Platzierung oder ein Wettkampfziel nachhaltig kaputt trainieren. Lieber weniger, dann bleibt an Ende einfach mehr. Körpergefühl ist sehr wichtig und diese Saison ist generell für niemanden mehr ein echtes Highlight – eher ein gemischter Wiedereinstieg und der Juli ist hier im Norden sowieso ein toter Monat. Ab Herbst möchte ich außerdem wieder strukturierter trainieren, da wäre eine Sehnenreizung fatal.

 

Es verstrich der Verdener Stadtlauf und der Salzgitter Triathlon. Während dessen fuhr ich viel Rad, intensivierte das Schwimmtraining oder war auf Dienstreise. Letzteres suchte mich in kürzester Zeit 3 x heim – Corona ist vorbei und Besprechungen werden nachgeholt. So war auch dienstlich schon der Plan voll und ließ nur wenig zu.

 

Nach einer 12 km langen SUP-Board Tour auf der Wakenitz meldete sich dann die Ferse deutlich. Man könnte sagen schlecht, ich sage super, denn ich wusste jetzt was los war: Fersensporn! Ganz klarer Fall. Schön war die Tour trotzdem:

Was folgte war die klassische Eigenbehandlung: Laufpause, Dehnen, Rollen und orthopädische Einlage. Mir macht ein Fersensporn keinen echten Stress, weil er meist nach 4-6 Wochen Behandlung fast wieder von allein verschwinden kann und deshalb kann ich bereits  jetzt schon wieder 5 km ohne Zipperlein laufen.

 

Wichtig war aber Ursachenforschung. Fette Beine und Fersensporn. Die Ursache lag 3 Monate zurück in meiner Osteopathiebehandlung mit Beckenkorrektur. Die Sehnen und Bänder in neuer Position, an diesen hängt die Beinmuskulatur, die bei hohen Belastungen zusätzlich verkürzte und am Ende bis in die Plantarfaszie wirkte. Dadurch meldete sich der bis dahin unbemerkte Fersensporn. Half nur Muskelpflege und Dehnen, zeigt aber auch, dass eine erfolgreiche Osteopathie-behandlung krass viel ausmacht und der Körper das nicht so einfach wegsteckt. Uelzen war damit auch erklärt – geht so einfach nicht.

 

Egal, die Triathlonsaison ist sowieso so gut wie zu Ende. Ich mache jetzt noch einen Sprint und das war`s, weil ich weitere Dienstreisen habe und im Oktober wieder auf Ibiza bin.

 

Danach plane ich 2023 wieder als richtige Triathlonsaison. Allerdings sind mir zukünftig auch kurze Auszeiten auf meinem SUP Board und Outdoorleben wichtig. Das Leben ist zu kurz, um immer nur das Gleiche zu machen. Die Zeiten werden nicht einfacher. Nächste Station: Heideseetriathlon im September. Ich hoffe die Strohschweine bringen mir Glück, dass alles hält.

08.05.2022

ROAR - DAS JAHR DES TIGERS

2022 ist der erste Sommer in dem Sportveranstaltungen wieder stattfinden dürfen. Zwei Jahre Wettkampf hat uns die Pandemie bisher gekostet und den einen oder anderen Sportler auch die Gesundheit. Zumindest war es bei mir so, aber ich habe auch von vielen anderen Sportlern Ähnliches gehört und gelesen. Bei mir führt dies nun zu einer völligen kurzfristigen Neuausrichtung meiner Sportwettkämpfe. Es ist das Jahr des Tigers und ich bin ein chinesischer Holz-Tiger. Aufgeben kommt für mich deshalb auch nicht in Frage. Dafür liebe ich den Sport auch viel zu sehr.

Zunächst laboriere ich immer noch etwas an den Folgen meiner Osteopathie-behandlung. Becken und Rückenmuskulatur kann ich nur langsam an längere und härtere Belastungen heranführen. Einmal habe ich das ignoriert mit der Folge, dass ich zwei Wirbelblockaden hatte und mich 2 Wochen lang überhaupt nicht mehr bewegen konnte. Deshalb schwimme ich aktuell reduzierten Umfang und konzentriere mich stark auf Technik, denn erstmals kann ich den linken Arm ganz lang machen und das bringt natürlich eine hohe Effizienz. Die Muskulatur ist das natürlich nicht gewohnt und so taste ich mich langsam vor. Eine Pace von 2:00 Min auf 100 m im GA 1 ist aktuell Standart und für meine Verhältnisse wirklich schnell, denn ursprünglich lag sie mal bei 2:12 Min. 12 Sekunden auf 100 m ist viel und den Neo habe ich dabei noch gar nicht getragen. Auf Ibiza werde ich das im Open Water Training für den Wettkampf weiter optimieren.

Nun kann ich im Juni eine geplante Mitteldistanz machen. Aber in top Zeit ist das für mich nicht mehr möglich. Ein einfaches Finish mit dem Risiko meinen Körper damit zu überfordern (eine SiBO ist ja auch noch nicht so lang her) reizt mich nicht, zudem ist die Triathlonsaison dieses Jahr sehr kurz und überschaubar. Viele Veranstalter bieten nur reduziert an, manche gar nicht. Bei einer Mitteldistanz fallen stets 3-4 Wochen Recovery an, heißt bis zum August würde ich keinen weiteren Wettkampf machen können, danach bleiben mir 6 Wochen, dann ist die Saison schon wieder Geschichte. Und es bleibt auch das Risiko bei teuren Buchungen und Reisen auf dem Geld sitzen zu bleiben, weil man plötzlich Covid hat. Deshalb mache ich Wettkämpfe bis zur olympischen Distanz im nahen Umfeld. Und so wird man mich in Hannover und Bremen treffen und bei Volksläufen in meiner Region. Viele kleine Wettkämpfe bringen eine maximale Saisonausschöpfung, denn wer weiß was noch kommt. Mitnehmen, was man mitnehmen kann und vor allem den Sport genießen und Spass haben.

 

Ursprünglich war noch an eine olympische Distanz auf Ibiza gedacht, jedoch sind die Kosten für Mietrad und -auto so enorm gestiegen, dass sich der Aufwand einfach nicht lohnt. Leider wird der Ultra-Trail-Run dieses Jahr auch nicht  ausgetragen, was ich erst gestern erfuhr, so dass ich vornehmlich Trainingsurlaub machen werde. Im nächsten Jahr könnte dann auch wieder ein größeres Ziel im Plan stehen. Jetzt freue ich mich aber erstmal auf meine Insel und die ersten kleineren Wettkämpfe. 

22.04.2022

Baustelle

Eine Zeit lang war Blogpause. Oder auch meine Pause. Der Grund ist der Kampf mit meinem Körper. Es ging mir in den letzten 10 Monaten nicht gut. Während Patrick Langes Buch „How to become an Ironman“ auf den Markt kam, habe ich „Not to become one“ gelebt. 

Selbst für eine anständige Mitteldistanz reicht es jetzt wohl nicht mehr aus folgenden Gründen: 

 

1. Post-Vac-Syndrom nach Impfung mit Fehlbehandlung Hausarzt

Dazu hatte ich bereits berichtet. Nachdem ich heftig auf meine Biontech Impfung im letzten Jahr reagierte, bekam ich vom Hausarzt die falsche Behandlung und auch noch eine IMO/SiBO. Die Behandlung dauerte mehrere Monate in denen ich mich erschöpft, müde und krank fühlte, auch immer wieder mit Magen- und Darm kämpfte. Ich bekam das Ganze dank Heilpraktiker im Januar wieder in den Griff, bin aber auch noch nicht am Ende dieser Behandlung. Im März 22 folgte die 3. Impfung und ein erneutes Post-Vac-Syndrom, dass dank HP-Behandlung deutlich milder ausfiel, mich aber auch ein weiteres Mal das komplette Training kostete. Gefühlt 9 Monate krank!

 

2. Immunsystem- und Unfallschaden aus den Jahren 2005 & 13

2005 brach nach einer Schimmelexposition mein Immunsystem zusammen. Ich habe zwar viel in den Aufbau investiert, aber es nie so ganz austherapiert. 2013 hatte ich meinen schweren Radunfall und eine Chemotherapie. Nach einer Chemo soll man sich eigentlich nicht impfen lassen, aber der berufliche und gesellschaftliche Druck war hoch und eine vor 9 Jahren erhaltene Chemo erkennt kein Arzt für eine Impfausnahme an. Die Quittung bekam ich nach dem 2. Schuss und war monatelang wirklich krank. Sportliches Training ging nur zeitweise. Wer nicht richtig essen kann, weil alle Schleimhäute entzündet sind, der kann auch keine Leistung abliefern. 

 

Im Rahmen meiner IMO Therapie hatte ich akute Probleme mit meiner Fettverdauung, die trotz Medikamente nicht wirklich besser wurde. Mein HP riet mir zu einer Osteopathiebehandlung. Im Nachhinein war sie das Beste, was mir passieren konnte. Ich habe mich selbst nie mit dem Thema beschäftig. Ich dachte, das sei ähnlich wie Physiotherapie und davon hatte ich nach meinem Unfall eigentlich genug. Trotzdem versuchte ich mein Glück und hatte auch welches, denn im Januar eröffnete in der Walsroder Wassermühle Monika Schmitt ihre Praxis. Sie kommt aus einer großen Hamburger Praxis und hat viele Jahre Erfahrung.

 

Und wieder holte mich mein Unfallschaden und die Chemo ein. In der ersten Behandlung stellte sie eine blockierte Galle fest. Und schon funktionierte nach deutlicher Erstverschlechterung 7 Tage später meine Fettverdauung wieder. Die Chemo 2005 hatte meine Leber so stark anschwellen lassen, dass sie die Galle blockierte. Diese Blockade war immer noch existent. Aber auch mein Schlüsselbein schwang nach meinem Unfall 2013 immer noch nicht frei. 

 

In weiterer Behandlung wurde ein blockiertes, schiefes Becken mit ISG Blockade festgestellt sowie ein blockierter rechter Fuß. Damit bin ich noch Halbmarathon gelaufen und habe 70.3 gemacht. Zwar war ich ständig von Hüftschmerzen und ISG Blockaden gepeinigt, liess diese auch kurzfristig beim Physio beheben, aber eben nicht die echte Ursache. Die Folge der Osteopathie Behandlung war wieder eine Erstverschlechterung mit Trainingsausfall, aber auch eine deutliche Verbesserung. Ich laufe gerade, Becken und Körper verwindet sich nicht mehr, die Laufenergie geht gerade nach vorn und so schaffte ich auch Anfang März erstmals neue Bestzeiten im 5 km Lauf und im 2 km Schwimmen. 

Ich habe zum ersten mal das Gefühl die Beine sind beim Laufen befreit und so sind auch höhere Geschwindigkeiten nur durch automatische Technikanpassung möglich. 

 

3. Arbeitsbelastung/ -stress durch Kohortendienst Corona

Ich leite einen Arbeitsbereich der systemrelevant ist und sich monatelang, sogar fast 2 Jahre lang, im Kohortendienst befand. Das ist purerer Stress, denn im Homeoffice hatte ich keine technischen Möglichkeiten die Arbeitsabläufe zu überwachen oder adäquat zu arbeiten, war aber trotzdem ständig erreichbar und gefragt. Und in der Präsenzwoche musste ich mit der halben Mannschaft mehr das 100% Arbeitsmenge schaffen. Um den Betrieb nicht zu gefährden, hatte ich kaum Urlaub und Auszeit. Ich ließ mich auch nie krank schreiben.

 

Dies alles hat mir nach 2 Jahren total den Stecker gezogen. Eigentlich hatte ich geplant im Juni eine Mitteldistanz zu absolvieren. Aber mein Körper sagt ganz klar „nein" und mental bin ich aktuell auch völlig ausgebrannt. Radtraining war bisher aufgrund von Zeitmangel, Köperbeschwerden und schlechtem Wetter überhaupt nicht möglich. Im Schwimmen und Laufen lief es bisher eigentlich ganz gut, aber den Halbmarathon Cuxhaven habe ich sausen lassen, weil ich diese Maximal-belastung meinem Körper noch nicht antun wollte. 

Wird es sportlich dennoch weitergehen?

Definitiv ja, aber ohne „Big Goals 2022“. Ich trainiere im Moment nach Körpergefühl, heisst nur so viel wie es sich richtig und gut fühlt. Der Wettkampfkalender hier in Niedersachsen sieht generell recht beschaulich aus. Viele Veranstaltungen finden auch gar nicht statt. Ich setze Spass vor Leistung und Erholung vor Wettkampf. Wer mich aber kennt, weiß auch, dass ich für Überraschungen immer gut bin. Das Training gestalte ich schon so, dass ich durchaus noch Leistung abrufen kann. Aber den Termin- und Leistungsdruck nehme ich komplett raus. Eine olympische Distanz wäre in diesem Jahr noch schön und ein kleiner Halbmarathon. Lasst Euch überraschen, ich mich auch. Am wichtigsten ist erstmal richtiger Urlaub und eine Coronapause mit etwas Normalität.

 

Wünschen wir uns das nicht alle gerade?

05.04.2022

II Cursa Virtual Eivissa 2022 - Trofeos

Was lange währt, wird endlich gut, dank DHL. Anfang März gewann ich den 5 km Lauf und wurde Zweite beim 2 km Schwimmen der II Cursa Virtual Eivissa. Meine Pokale bzw. Trofeo`s wurden mir mit der Post zugeschickt. Nun kommt es schon mal vor, dass es per Luftpost und Co etwas länger dauert, aber in der Regel kommen Pakete aus Ibiza nach einer Woche in Deutschland an. Spitzenreiter war mal eine Postkarte an Freunde, die satte 10 Jahre brauchte, weil vermutlich ein spanischer Postbeamter in San Jose den Sack in der Ecke vergaß. In Spanien sagt man schließlich nicht umsonst „mañana“.

 

Ende März fragte ich dennoch beim Veranstalter nach, der mir versicherte, sie per Post Anfang März aufgegeben zu haben. Que pasa? Als ich schon nicht mehr damit rechnete, stand der Postbote vor der Tür mit einem geplatzten Päckchen, dass DHL neu verpackt hatte. Die Trofeo`s in Spanien sind meist schwer und massiv und eine einfache Versandtasche ist dann doch recht sportlich. Aber kurze Kontrolle, alles dabei und intakt. Tattaaaa….

Die Blue Challenge fertigt alle Preise stets per Hand aus recycelten Materialen und Abfällen. In diesem Fall Treibholz. Dabei entstehen immer sehr individuelle und einzigartige Erinnerungen. Ich finde, schöner als fertige 0815-Pokale, einfach „hecho a mano con mucho amor“ (hergestellt in Handarbeit mit viel Liebe). 

Gracias amigos, me alegro mucho.  

05.02.2022

DTU-Nominierung Wahl zum Triathlonheld*in des Monats

Ich war schon etwas überrascht als mich diese Woche die Nachricht der Deutschen Triathlonunion erreichte, als Kandidatin zur Wahl „Triathlonheld*in des Monats und somit auch zur Wahl Triathlonheld*in des Jahres 2022 nominiert worden zu sein. 

Grundsätzlich können Kandidaten benannt werden oder sich selbst aktiv der Wahl stellen. In diesem Fall nominierte mich die DTU persönlich. Herzlichen Dank dafür.

Ich bedanke mich für  jede einzelne Stimme von Euch auch wenn es am Ende nicht gericht hat. Ich habe nicht mit so viel Zuspruch gerechnet - lieben Dank dafür und Glückwunsch an die Gewinner.

29.01.22

Ready, steady, go?

Ich quäle mich zwar immer noch mit meinen Magen- und Darmproblemen (IMO & Microbiom), aber inzwischen auf einem erträglichen Maß. Seit dem 17.01.22 kann ich fast alles wieder essen, so dass die sportliche Energiekurve natürlich deutlich ansteigt. 

Eigentlich konnte ich mein Mitteldistanztraining in den letzten Wochen sehr gut durchziehen und auch beim Schwimmen noch einmal eine deutliche Verbesserung erzielen. Das Wetter ist seit November norddeutsch grau und nass, weshalb ich den Fokus komplett aufs Laufen und Athletiktraining legte. Ich stelle im 3. Jahr noch einmal eine Verbesserung meines Laufstils fest und bin auch aus dem Alter raus mir stundenlang den Hintern auf der Rolle wund zu radeln. Training soll Spass machen und Rolle macht mir einfach keinen. Lieber laufe ich im Dunkeln an der frischen Luft Intervalle, denn wer im Job den ganzen Tag FFP 2 trägt, kann so wenigstens einmal täglich kräftig durchatmen. Und aktuell kann ich im TB 2 auch eine Pace unter 5 laufen. Das gab es bei mir schon lange nicht mehr.

 

Durch das Athletik und Krafttraining ist meine Wasserlage beim Schwimmen noch besser geworden und die Arme sind endlich richtig lang. Ich schaffe es den linken Arm aus der Schulter nach vorne herauszudrehen und ihn dann lang mit Kraft auch nach hinten durchzuziehen. Das führt zu einer Reduktion von nochmal 5 Sek. auf 100m und somit zu einer Wettkampfzeit unter 27 Minuten auf der olympischen Distanz. Für mein Handicap im linken Arm eine Annäherung auf eine „fast“ normale Schwimmleistung nach über 5 Jahren Training! 

 

Den Fettstoffwechsel und die Beinmuskulatur konnte ich durch lange Wanderungen über 20 km aktivieren und merke das jetzt auch deutlich auf dem Rad und beim Laufen. Essen muss ich fast nichts mehr. Durch meine IMO hab ich meinen Zuckerkonsum generell drastisch reduziert und in der Kombination brauche ich kaum noch Kohlehydrate. Eher esse ich unterwegs jetzt andere Dinge. Wandern hat auch einen anderen tollen Aspekt: Stressreduktion - Aufbau mentaler Ruhe und Stärke, was bei anderen sportlichen Aktivitäten häufig zu kurz kommt, aber sehr wichtig ist.

Jetzt kommt das Frühjahr und die Tage werden länger. Heißt, ich werde mein Rad jetzt doch etwas öfter herausholen. Erste Trainingsfahrten haben gezeigt, dass ich kaum Verluste im Kilowattverhältnis habe. Laufen bringt fürs Radfahren tatsächlich sehr viel.

 

Noch einmal zurück zu meinem Kohlehydratstoffwechsel: 

Meine IMO konnte ich nach 3 Monaten hochdosiertem Atrantil und täglich 80 000 Einheiten Verdauungsenzymen abstellen. Seit dem 17.01.22 kann ich ohne Unter-stützung endlich wieder alles essen. Auch Fructose und Laktose macht mir keine Probleme mehr. 

 

Interessant ist, dass Anne Haug nach ihrer echten Coronainfektion auch keine Kohlehydrate mehr vertrug, zunächst Karenz essen musste und nach 3 Monaten im Wettkampf deswegen erneut Magen- und Darmprobleme bekam. Bei mir nach Impfung, bei ihr nach echter Infektion. Mein Therapeut beobachtet generell eine Zunahme der IMO-Patienten nach Impfung und wer Diabetes hat erkrankt auch häufig schwer an Corona. Irgendwas scheint das mit unserem Kohlehydrat-stoffwechsel zu machen? 

 

Eine detaillierte Analyse meines Microbioms ergab außerdem ein Leaky Gut Syndrom - durchlässige Darmschleimhaut. Wer die Tritime 01/21 gelesen hat, der findet dieses Thema 1:1 in einem großen Artikel wieder. Mein Leaky Gut stammt von meiner Chemotherapie im Jahr 2013 und das bestätigt mir auch das unter-suchende Labor: Diversität im Darm trotz erheblichem Versatz des Microbioms gut, heißt meine Ernährung war und ist gut. Allerdings sind wichtige entzündungs-hemmende Bakterien durch Antibiotika und Medikamente im Defizit und es gilt nun diese wieder zurückzuholen. 

 

Eine durchlässige Darmschleimhaut beeinträchtigt aber auch das Immunsystem erheblich, denn 80 % dessen sitzt im Darm. Eine gute, gesunde Ernährung mit vielen Polyphenolen (pflanzliche Nahrung) ist das A und O gerade jetzt bei Covid 19, denn Polyphenole sind die Hauptnahrung der guten Bakterien, die für die Immunantwort verantwortlich sind. Das Ganze verhält sich wie ein Biotop im Darm, der nur gesund ist, wenn die Artenvielfalt erhalten bleibt (Symbiose) und das Ökosystem nicht gestört wird. Wer sich also falsch ernährt, hat dort ganz schnell eine Wüste.

 

Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten entstehen häufig durch Störungen im Microbiom und können sogar wieder gänzlich verschwinden, wenn das Gleich-gewicht wieder hergestellt ist. Meine Immunschranke im Darm war völlig aus-geschaltet, Giftstoffe aus der Nahrung und dem Stoffwechsel konnten so den Darm verlassen und in den Körper wechseln, wo sie nicht nur schädlich sind, sondern wo auch das Immunsystem mit heftigen Entzündungsreaktionen antwortet. Mir ist jetzt völlig klar, warum ich auf die Corona Impfung mit wochenlangen Magen- und Darmproblemen reagierte. Mein ohnehin entzündeter Darm entzündete sich noch mehr und Bakterien, die das normaler Weise wieder beheben, waren nicht zur Stelle. Mein Butyratwert war völlig im Keller.

 

Momentan bin ich auf dem aufsteigenden Ast. Die Behandlung wird noch mind-estens 3 Monate andauern, was aber nicht heißt, ich könnte nicht trainieren. Neben der Einnahme von Zink, Süssholzwurzelextrakt, Butyrat, Omega 3, Herecium, Vitamin A und Glutamin, trainiere ich wie gewohnt. Besonders dankbar bin ich meinem Heilpraktiker, der sich mit der Symptomatik besonders gut auskennt und mir sofort helfen konnte wieder zu essen, denn Nährstoffmangel geht mit der Situation einher und ich hatte bereits Probleme im Dunkeln richtig zu sehen. Heute weiß ich, dass ich keine Brille brauche, sondern starken Vitamin A Mangel hatte.

 

Leider hilft der Besuch beim Gastroenterologie oft nicht weiter, alle detaillierten Laboruntersuchungen habe ich selbst bezahlt. Zum Glück geht das heute alles auf Privatleistung und das war es auch wert. Ich bin jedenfalls froh mich endlich wieder besser zu fühlen und alles essen zu können.

Wettkämpfe gibt es in Niedersachsen derzeit wegen Corona nicht. Ich hoffe im März vielleicht den Deister Halbmarathon laufen zu können. Dass der Hannover Marathon im gewohnten Umfang stattfinden wird, schließe ich eher aus, weshalb ich mir die Startgebühr lieber spare. Da ich eine so hohe Wettkampfdichte weder erwarte noch bestreiten möchte, passt momentan eigentlich noch alles zu meinen Ambitionen.

 

Ich hoffe jetzt einfach auf ein schönes, warmes Frühjahr und schaue dann was geht.

27.11.21

IMO - keine Autowaschanlage - eine Diagnose

Fructoseintolleranz hatte ich zuvor noch nie. Noch mehr überrascht hat mich aller-dings das Testergebnis, denn das war offiziell negativ, obwohl ich übelst auf die Fructoselösung während des Tests reagiert habe. Außerdem fuhr ich in der Warte-zeit auf das Ergebnis freiwillig eine komplette Fructosekarenz und war plötzlich beschwerdefrei. Das zeigte mir ganz klar, dass ich eigentlich nicht wirklich krank sein konnte, aber dennoch Probleme mit dem Verstoffwechseln der Fructose hatte. 

 

Mein Gastroenterologe teilte mir mit, dass meine Enzymwerte völlig normal seien, obwohl ich ihm sagte, dass mir seit Juli Verdauungsenzyme deutliche Erleichterung verschaffen würden. „Ich hätte dann wohl trotz negativem Test eine Fruktose-malabsorption“ und fertig war er mit mir.

 

Mein Leidensdruck war inzwischen aber enorm. Ich konnte nur noch eingeschränkt essen: keine Kohlehydrate, keine Milchprodukte, kein Obst und Salat, Getränke nur ungezuckert. Und trotzdem hatte ich schlaflose Nächte, weil mein Magen und Darm rebellierte (Übelkeit, Magendruck/-geräusche, Unruhe), ich war völlig erschlagen morgens im Büro, so als hätte ich eine Gastritis und konnte auch sportlich nichts mehr leisten, obwohl Bewegung auch half. Dieser Zustand war richtig finster, auch wenn organisch nichts zu finden war.

In meiner eigenen Recherche stolperte ich über den Lactulosetest. Wichtig: unterscheide Laktose- und Lactulosetest! Erster wird bei der Unverträglichkeit auf Milchprodukte (Laktose) angewendet und war bei mir bereits negativ. Ein Lactulosetest kann im Gegensatz zum Fruktosetest positiv ausfallen, was auch die Fruktosemalabsorption bestätigt, obwohl der klassische Fruktosetest negativ ist. Der Lactulosetest wird hier in Deutschland nicht von den Krankenkassen übernommen und kostet 120 Euro. Mir war es das wert und das positive Ergebnis brachte mich schließlich auch zur richtigen Diagnose: methandominierte SiBO/ IMO (Dünndarmfehlbesiedelung) und somit auch zu einer möglichen Behandlung.

 

Und nun schloss sich auch der Kreis meiner Beschwerden. Wie wir alle wissen, befinden sich im Magen und Darm Milliarden Bakterien, die unser Mikrobiom ausmachen und somit für unsere Gesundheit enorm wichtig sind. Man sagt auch, dass 80% unseres Immunsystems im Darm sitzt, also genau dort. Dieser Bakterienhaufen zersetzt natürlich auch unsere Nahrung, lebt zum Teil selbst davon und sorgt zugleich auch für die optimale Versorgung des menschlichen Körpers. In der Regel leben diese Bakterien in Symbiose, es kann aber durch Störungen von außen zu einer Dysbiose kommen und das ist aktuell bei mir der Fall. Dass das allerdings so heftige Beschwerden auslösen kann, hätte ich nie gedacht. 

 

Aber wie konnte es dazu kommen?

Nach meinem schweren Sturz mit Schlüsselbeinbruch und Knocheninfektbe-handlung im Jahr 2013 war mir eine Störung meines Mikrobioms durchaus bekannt. Ich musste wochenlang hohe Dosen zelldurchgängiger Antibiotika einnehmen und hatte seitdem immer mehr Probleme mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Histamin. Dies glich ich mit Probiotikaeinnahme und Meidung der Lebensmittel ganz gut aus. Starke Allergikerin war ich schon immer.

 

Im Juli ließ ich mich dann mit Biontech impfen. Ich hatte lange gezögert und über-legt mich überhaupt impfen zu lassen, weil ich starke Bedenken hatte schwere Impfreaktionen hervorzurufen. Mein Bruder hatte dies bereits auf Astra Zeneca gezeigt. Die Reaktion auf die Impfung fiel bei mir auch deutlich heftiger aus als bei anderen und ich hatte über 10 Wochen damit zu kämpfen. Insbesondere mein Magen rebellierte heftig und mir war ständig übel. Als es nicht besser wurde ging ich zum Hausarzt, der mir Magenschutztabletten verordnete und die brachten das Fass endgültig zum überlaufen. 

 

Ich setzte die Tabletten wieder ab, konnte aber so gut wie nichts mehr essen. Was war passiert? Pantoprazol reduziert die Magensäure, die eigentlich dafür zuständig ist, Bakterien des Dickdarms nicht in den Dünndarm wandern zu lassen. Aufgrund meiner bereits vorhandenen Dysbiose, passierte nun aber genau das. Diese Bakterien ernähren sich von Kohlehydraten und verstoffwechseln diese zu Methan. Deshalb wurde mir nach dem Essen stets übel und ich hatte extrem Magendruck. Ausserdem blockieren sie aber auch die Verdauungsenzyme der Bauchspeichel-drüse, so dass völlig unverdaute Nahrung im Dickdarm ankommt, der jetzt völlig überfordert ist. Nährstoffe nimmt der Körper so kaum noch auf. 

 

Und das erklärte jetzt auch, warum mein Gastroenterologe meinte, meine Enzyme seien völlig normal, während ich ihm mitteilte, ich müsste welche schlucken, dann hätte ich Erleichterung. Die Elastase war ja da, arbeitete nur unter diesen Bedingungen nicht mehr und musste von außen zugeführt werden. 

 

Die 10 Wochen gefühlte „Gastritis“ nach meiner Impfung war also eigentlich eine Histaminose (Überreaktion der Mastzellen auf die Impfung) und Pantoprazol die falsche Behandlung. Immerhin gab mein Gastroenterologe nun klein bei, kann mir aber nicht helfen, da die SiBO eine noch nicht anerkannte Erkrankung in Deutschland ist und eine Behandlung von der Krankenkasse nicht übernommen wird. Ganz anders in den USA und anderen EU-Ländern. Er selbst kenne sich mit einer Behandlung auch nicht aus. Schon traurig, wenn in Deutschland Antibiotika und Protonenpumpenhemmer wie Lutschpastillen verordnet werden und 80% aller Reizdarmpatienten davon eigentlich eine SiBO haben, aber nicht korrekt behandelt werden. 

 

Ich bin aktuell bereits auf dem Weg der Besserung, da ich einen kompetenten Behandler gefunden habe. Dank Verdauungsenzymen geht sogar wieder Fructose in kleinen Mengen. Kohlehydrate esse ich wenig, ich schlafe wieder durch und der Energielevel ist deutlich besser. Insofern habe ich mich stabilisiert. Allerdings dauert die Behandlung meist sehr lange. 

 

Zunächst muss ich eine antibiotische Phase fahren, um die Methanbakterien zu töten. Im Anschluss folgt eine exakte Analyse welche Bakterien wie in meinem Mikrobiom vorhanden sind, um sie dann wieder durch gezielte Zufuhr und Ernährung ins Gleichgewicht zu bringen. Und das kann schon mal 1-2 Jahre dauern. Mit einem Fachmann kann man es aber tatsächlich schaffen, die SiBO auch wieder loszuwerden. Momentan schlucke ich diese Tageration an Tabletten, um halbwegs beschwerdefrei Essen zu können:

Neben Magen- und Darmproblemen treten auch Kopfschmerzen, Nasenneben-höhlen Entzündung, Asthma und zugeschwollene Augen auf. Im Grunde ist die gesamte Schleimhaut im Körper betroffen und nach den 10 Wochen Impfblues hatte ich auch das Gefühl, dass diese komplett angegriffen war.  

 

Mein Ziel ist es im nächsten Jahr trotzdem wieder Triathlon zu machen. Meine Mitteldistanzpläne stehen. Es ist nicht das erste Mal , dass es für mich nicht ganz einfach wird.

SiBO auch gut erklärt von Gabi im Podcast von „Erfolg durch Ernährung", wer mag hört einfach mal rein:

 

Zum Podcast hier klicken!

09.10.2021

Der Podcast mit mir und Dr. Gabriela Hoppe!

Seit kurzem weiß ich, dass ich Fructose nicht mehr vertrage. Das geht vielen Ausdauer-sportlern so und das stellt auch jeden vor eine ganz besondere Herausforderung.

 

Fructose steckt in so vielen Lebensmitteln und natürlich auch in den meisten Sport-Elektrolytgetränken sowie in Energybars und -gels.

 

In diesem Interview klärt Gabi als Ernährungswissenschaftlerin über die Fructose-intolleranz auf, gibt Tipps zur Ernährung und zu spezieller Sportnahrung und ich erzähle Euch, wie ich überhaupt festgestellt habe, dass ich Fructose schlecht vertrage und wie lange ich schon Beschwerden hatte. 

 

Hier gehts direkt zum Podcast, einfach das Bild anklicken:

24.09.2021

FRUCTOSEINTOLLERANZ

Seit Herbst 2020 rumorte es immer öfter in meiner Verdauung. Anfangs nur etwas, dann immer mehr und die 2-malige Gastritis nach meiner Coronaimpfung sorgte für richtig heftige Probleme. Ich hatte nach jedem Essen Völlegefühl und heftigen Magendruck, musste Aufstoßen, litt unter Sodbrennen, Verstopfung und Luft im Bauch, die mich auch nachts nicht mehr schlafen ließ. Generell war intensives Training kaum noch möglich und ich fühlte mich immer antriebsloser, müde und erschöpft. Einen Grund dafür konnte ich nicht finden. Egal ob ich leichte oder schwere Sachen aß, den Kaffee weg ließ oder einen Tee- und Zwiebacktag ein-legte, es hörte einfach nicht auf. Der Impfblues war nach 10 Wochen raus, aber der Magen machte einfach weiter.

Ich ging zu meinem Hausarzt, der eine Gastritis diagnostizierte und mir Pantoprazol verordnete. Letzteres machte am Ende alles nur noch schlimmer. Die Minderung der Produktion von Magensäure sorgte für völligen Verdauungsstillstand. Der berühmte Kaisernatrontest: 1 Tl auf 200ml Wasser auf ex in den leeren Magen, sagte eigentlich alles: nicht einmal aufgestoßen nach 10 Minuten. Normal passiert das schon nach der 1. Minute. Also setzte ich das Zeug wieder ab.

 

Mittler Weile ging mir der Arsch etwas auf Grundeis, denn ich dachte wirklich, dass ich eine schlimme Magen- und Darmerkrankung hätte. Man geht da ja nicht gerne hin, aber wenn der Leidensdruck hoch genug ist, dann schon. Es folgte der Gastro-enterologe. 

 

Und dann sitzt du da und denkst, bitte keine große Hafenrundfahrt….und klagst ihm dein Leid. Die Reaktion war aber eine völlig andere und schien ihm völlig klar, während ich ihn etwas blöde anschaute: „Hört sich nach einer klassischen Intoleranz an, ich tippe auf Fructose!“ Sollte das jetzt wirklich so „einfach“ sein? Dazu vermutlich ein Magen-Reizdarmsyndrom vom dauerhaften Fehlernährungs-stress. Ich merkte an, dass ich Histamin nicht vertragen würde und auch keine Milchprodukte und er sagte nur, dass das damit einher ginge. Klassisch auch die Gastritis zuvor.

 

Es folgte ein Fructose- und Lactoseintolleranztest und ich sollte mind. 3 Monate lang Iberogast gegen meinen zickigen Magen einnehmen. 

An ein Triathlonrennen oder einen Laufwettkampf war jetzt sowieso nicht mehr zu denken, ich war körperlich und auch von seiner Diagnose ziemlich platt. Auch schloss er nicht aus, dass die Schleimhautreizung durch die Impfung ursächlich für Schäden im Dünndarm sei, durch die Fructose plötzlich deutlich schlechter vertragen würde. Grundsätzlich hat jeder 3. Deutsche eine Fructosemalabsorption und die ist eigentlich keine „echte „ Erkrankung, denn jeder hat auch einen Punkt an dem er Fructose nicht mehr verstoffwechseln kann, selbst wenn er nicht intollerant ist. Bei mir liegt dieser Wert momentan  einfach deutlich unter 25 g.

 

Der daheim durchgeführte Fructoseintolleranztest ließ mich dann zu dem Schluß kommen, dass da etwas dran sein musste. Anmerkung, so ein Test dauert 3 Stunden, man muss ihn komplett nüchtern machen, dann auf ex 25g aufgelöste Fructose trinken und alle 30-60 Min in eine Messampulle pusten, die exakt dokumentiert in ein Labor geschickt wird. 

Ich trank die fiese Zuckerlösung und das Erste was sofort passierte, war ein lautes Aufstoßen, dass mir damals beim Kaisernatrontest nicht gelang und von da an war Party im Bauch. Selbst ohne amtliches Testergebnis zu diesem Zeitpunkt eigentlich ein klarer Fall.

 

Was jetzt? 

Zunächst eine Fructosekarenzphase von mind. 2 Wochen Dauer. Dann vorsichtig Fructose in kleinen Mengen wieder in den Speiseplan integrieren und die individuelle Toleranzgrenze ausloten. Ein normaler Mensch kann 25 g Fructose ohne Stress verstoffwechseln, bei mir liegt die Grenze deutlich tiefer. Ein kompletter Fructoseverzicht hingegen ist nicht sinnvoll, da der Dünndarm sonst das Verstoff-wechseln komplett verlernt. Und dann ist da noch der Reizmagen und -darm, der vermutlich etwas länger benötigt, um sich wieder zu beruhigen. 

 

Gesagt, getan - Fructosekarenzphase. Doch wo ist überall Fructose drin? Zunächst gilt es generell Haushaltszucker zu vermeiden, was recht einfach ist, wenn man wie ich generell schon wenig davon isst. Aber es ist ja nicht nur ungesunder Zucker, sondern auch der gesunde in Obst und Gemüse, Schalenfrüchten und Nüssen gemeint. Im ersten Augenblick heißt Karenzphase eigentlich 14 Tage völlig un-gesund zu essen. Im Porree, in Mandeln, in Karotten, Erbsen und Möhren, Tomaten - fast überall ist Fructose enthalten. Weizen ist in dieser Phase auch unverträglich, geht nur Dinkel oder Hafer. Getränke nur ungesüsst: Kaffee, Wasser und Tee, wobei Kaffe auf Reizmagen auch nicht so toll ist.

Das ist selbst für mich eine Ernährungsherausforderung und fordert ordentlich Disziplin. Besonders schwierig im stressigen Berufsalltag; in meinen Home Office Wochen deutlich einfacher. Und doch rumpelte es ab und zu wieder im Bauch: „Scheiße, Mandeln sind auch nicht so gut oder Karotten im Essen - Fuck!“ Und ab und zu etwas Heißhunger auf Obst und frische Sachen. Immer nur Gurke, grüner Salat und Avocado ist halt nicht so lecker und abwechslungsreich.

 

Es wurde besser. Meine akuten Koliken und Blähungen verschwanden, zurück bleibt der Reizmagen, der vermutlich noch 2-3 Monate Iberogast und angepasste Ernährung braucht.

 

Über Energy Gels und Riegel im Sportwettkampf muss ich mir jetzt eingehend Gedanken machen. Allerdings ist mir jetzt auch klar, warum ich im 70.3 Halb-marathon häufig mit dem Magen kämpfte, was mich natürlich um Leistung brachte.

 

Ich hoffe die heftige aktuelle Reaktion deutlich mindern zu können. Zudem gibt es auch noch die Möglichkeit Fructaid vor dem Essen einzunehmen, wenn man dann doch mal richtig Essen gehen möchte. Ausprobiert habe ich das aber noch nicht.

 

Auf der einen Seite bin ich froh endlich zu wissen, was los ist und dass es nichts „Schlimmes“ ist, auf der anderen Seite muss ich mir jetzt natürlich Gedanken machen, wie ich zukünftig damit auch sportlich umgehe. Meinen Weg mit Fructose-intolleranz zum 113 Triathlon könnt Ihr hier gerne weiter mitverfolgen. 

 

Einen guten Tipp für andere Betroffene gebe ich hier gerne schon mal weiter: 

Mit der kostenlosen App „Frag Ingrid“ könnt Ihr jedes Lebensmittel einfach auf den Fructosegehalt prüfen, auch zeigt die App alle verträglichen Lebensmittel an und differenziert nochmal zwischen Karenzphase und Dauerernährung. Ein echtes Hilfs-mittel auch für andere Intolleranzen.

 

Da ich im Juni 22 eine Mitteldistanz plane, werde ich Mitte Oktober/ November wieder versuchen das Training aufzunehmen. Bis dahin bleibt mir Zeit meine Ernährung anzupassen und den Magen zu beruhigen. Intensives Training findet momentan natürlich nicht statt. In der Karenzphase fehlt dazu einfach die Energie. 

18.03.2021

TEAM OF LEGENDS - ARTIVA SPORTS

Wenn man sich ohne echte Wettkampfziele und Treffen mit anderen Sportlern dieser Tage versucht zu motivieren, fällt es einem schon ein wenig schwer. Wenn aber dann eine so tolle Nachricht ins Haus flattert Markenbotschafter für www.artiva-sports.com und zugleich Teammitglied im Artiva Athletix Team sein zu dürfen, dann weiß man wieder wofür man den Sport eigentlich macht.

 

Mein erster Markenkontakt entstand als Hannover Marathonbotschafter 2019, denn Artiva stellt die tolle HAJ-Marathon-bekleidung her und kreierte auch das beste bzw. schönste Laufshirt 2017 bundesweit. Und auch die offizielle Teambekleidung des Artiva Athletix Teams kann sich wirklich sehen lassen:

Den einzigen deutschen Hersteller individueller Laufbekleidung als Marken-botschafter zu vertreten, hat für mich zudem den Charakter „Support your local Dealer“ auch zu leben. Und so freue ich mich sehr über die Zusage. Laufen ist momentan meine Schwerpunktaktivität, da Schwimmen überhaupt nicht möglich ist und das Radfahren zu dieser Jahreszeit auch enorm wetterabhängig ist. Bisher war es eher kalt und nass und da geht Laufen einfach besser. 

 

Das Team Artiva Athletix wurde 2017 gegründet mit dem Zweck Amateur-laufsportler zu unterstützen und ihnen eine gemeinsame sportliche Heimat zu geben. Alle Teammitglieder sind zugleich Markenbotschafter. Aktuell sind es 200. 

Da ich auch zukünftig noch Triathlon machen werde, bin ich natürlich auch weiterhin Markenbotschafterin für KiWAMi Deutschland und Triathlonone. Nur laufen werde ich im Artiva Athletix Team, das übrigens im Juni zum Team Athletics United umbenannt wird und sich zu einer der größten Laufgemeinschaften Deutschlands entwickeln soll.

 

Ich hoffe auf eine tolle Laufgemeinschaft, gegenseitige Motivation und zukünftige Treffen und Events nach Ende dieser Pandemie. 

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