Triathlon/ Duathlon

Sparkassen Kanal Triathlon

07.09.2019

Meine Saison lief nicht optimal, ich wollte Grenzen austesten und Erfahrungen sammeln und dann schenkte mir kurz vor dem Ostseeman Mr. Murphy gleich zwei fiese Infekte. Ich konnte den Ostseeman 113 zwar machen, litt aber wie ein Hund im Wettkampf. Die Regeneration brauchte danach logisch länger, aber weil mir die Saison wegrannte und ich noch Erfahrungen suchte, schob ich noch Bremen und Otterndorf nach und stellte fest: Akku komplett leer. Die Hölle von Q ließ ich deshalb auch sausen, weil ich wenigstens zu Saisonende noch einen optimalen Wettkampf machen wollte. Erholt, ausgeruht und ohne Kompromisse. So startete ich dann in meiner Geburtsstadt Rendsburg beim Sparkassen Kanal Triathlon. 

 

Der Triathlon findet jedes Jahr im Rahmen des „Schleswig-Holstein Netzcup`s“ statt, dem härtesteten Ruderrennen der Welt und ist der einzige Tag im Jahr, an dem Schwimmen im Nord-Ostsee-Kanal erlaubt ist. Meistens ist das Wetter norddeutsch nass und kalt. Die Wechselzone befindet sich direkt unter der historischen Eisenbahnhochbrücke.

Das alte Feuerschiff Cap San Diego war nicht nur kostenlos zu besichtigen, sondern diente in diesem Jahr auch als Attraktion der Schwimmstrecke vom Triathlon. Dadurch musste deutlich weiter an der Fahrrinne geschwommen werden und die Wendeboje war schwer zu erkennen.

Schwimmen:

500m neben der Cap San Diego im 18 C (warmen) Kanalwasser. Etwas unglücklich war die Startleine nach dem Start ins Wasser fallen zu lassen, da ich mich darin verhedderte. Ich merkte es erst überhaupt nicht und dachte im Rahmen der Waschmaschine zurückgehalten zu werden, aber als beim zweiten Versuch nichts ging, sah ich, dass sich das Seil gleich zweimal um meinen rechten Arm gewickelt hatte. Ich musste mich erst befreien und der Meute hinterher schwimmen. Die irrte nach 250m aber auf der Suche nach der korrekten Wendeboje umher, während ich gezielt auf die Richtige zu schwamm und dadurch verlorene Meter ausgleichen konnte. Besser wäre eine andersfarbige Boje gewesen. Das hätte auch am Start schon Diskussionen verhindert. Ich kam als 9. von 23 Frauen aus dem Wasser und war damit knapp eine Minute schneller als im Vorjahr. Für meine Verhältnisse sehr gut.

 

Rad

Der Wechsel ging enorm schnell und ich ging die ersten 12,5 km im 70.3 Tempo an. Mir war klar bis Breiholz nur gegen den Wind mit leichten Steigungen zu fahren und nahm deshalb bewusst Watt raus, um auf dem Rückweg mit dem Wind und Gefälle die Kuh fliegen zu lassen. Dadurch schonte ich meine Beine für den Lauf und kam trotzdem auf gute Geschwindigkeit. Ich überholte und schüttelte andere deutlich ab. Kurz vor dem Ziel hätte ich noch eine weitere Teilnehmerin überholen können, mir kamen aber 4 überholende Autos in die Quere. Sie fuhr vorne weg, ich musste drosseln. Dann wollte ein PKW mit Anhänger auch noch abbiegen und ich musste per Bunnyhop über den Grünstreifen ausweichen. Es folgte die Kopfsteinpflasterpassage im Hafen und jetzt löste sich auch noch mein Sattel. Stehend rollte mit der 6. Radzeit in die Wechselzone ein und war damit mehr als zufrieden.

 

Lauf:

Super gewechselt rannte ich im Halbmarathontempo los und klemmte mich hinter eine andere Teilnehmerin. 2,5 km wollte ich so anlaufen und dann beschleunigen. Der Plan ging auf. Überholt hat mich nur eine sehr schnelle Läuferin im Feld,. Da ich aber am Ende die Teilnehmerin direkt vor mir überholen konnte, machte ich den Platz wieder wett. Keine Glanzleistung mangels Tempotraining, aber ein anständiger 26 Minuten Lauf.

In einer Zeit von 1:27:26 h finishte ich das Rennen und war total happy. Nach all den verkorksten Rennen endlich ein sauberer Wettkampf, der Spass gemacht hat und im Ergebnis ein top Saisonabschluss ist. Im letzten Jahr finishte ich dort in 1:32:02 h, so dass ich mich um knapp 5 Minuten in nur einem Jahr verbessern konnte. Besonders Schwimmen und Radfahren ist besser geworden – einzig das Laufen ist weiter ausbaufähig. Das war aber klar nach den ganzen Ausfällen. Alterklassensieg, der 8. Platz gesamt und somit ein gelungener Saisonabschluss.

 

Ich hoffe jetzt einfach auf eine neue Laufsaison ohne Störungen, Verletzungen und Pech, um meine Laufleistung endlich mit in die Triathlonsaison nehmen zu können. Im Mai konnte ich 5 km in 25 Minuten laufen. Das hätte ich gerne noch gehalten und ausgebaut. Es war aber leider nicht möglich. Ich Versuchs 2020 einfach nochmal!

Triathlon Otterndorf

25.08.19 

Nach Bremen war ich kurz im Übertraining, fühlte mich kurz vor Otterndorf aber recht gut. Nach dem zerschossenen Sommer mit Wade & Infekt wollte ich unbedingt noch eine schöne OD machen und meldete kurzfristig um. Hätte ich lieber lassen sollen!

 

Es war mein erster Triathlon in Otterndorf. Grundsätzlich bin ich kein Freund der Nordsee. Zumindest nicht vom pottflachen Land mit Deichen und Wind. Und dann ist ab und zu auch noch das Wasser weg. Inseln ja, aber auch nur die mit Dünen (Sylt & Amrum) und sonst lieber Ostsee. 

 

Die Location in Otterndorf war aber wirklich schön: DLRG Station direkt am See hinterm Deich in einem Ferienpark mit skandinavischen Holzhäusern. Mit unserem VW-Bulli konnten wir auf dem Parkplatz davor gut übernachten. Duschen und Sanitäranlagen standen in sehr gutem Zustand bei der DLRG zur Verfügung. Schnell noch eine Fischfrikadelle und ab ins Bett.

Geschlafen haben wir trotzdem wenig bis gar nicht, weil „der See in Flammen“ stand. Volksfest mit Feuerwerk und Verkehrschaos. Die ganze Nacht Krach. Entsprechend gerädert, packte ich am nächsten Morgen meine Triathlonsachen zusammen.

 

Der Vorteil mit einem VW-Bulli liegt klar auf der Hand: kurze Wege. Morgens mit dem Rad schnell Startunterlagen abholen, gemütlich Frühstücken, alles packen und ab zum Check-in. Das Ganze an diesem Wochenende bei bestem Sommerwetter.

 

Die Wechselzone war recht überschaulich für die olympische Distanz und ich hatte schnell alles eingerichtet und bereitete mich für den Start vor. Gott sei Dank kein Neoverbot, also schnell noch etwas Bodyglide Sun aufgetragen und ab zum Schwimmstart.

 

Es galt 2 Runden mit Landgang zu bewältigen und der Teich war ziemlich flach. So flach, dass immer wieder große Kerle anfingen zu laufen. Sah nicht nur blöd aus, sondern störte auch alle, die Schwimmen wollten.

Insgesamt fand ich bei diesem Swim & Run überhaupt keinen Rhythmus. Trotzdem kam ich nach 28 Minuten aus dem Teich. Geht völlig in Ordnung für mich. Der Wechsel lief erstaunlich flott

 

Auf dem Rad konnte ich aufholen und bin trotzdem nicht komplett Anschlag gefahren und war nach 1:15 h wieder drin. Der Gegenwind auf der Strecke hatte es ganz schön in sich, aber die Strecke selbst war wirklich schön zu fahren. Nach dem Radfahren lag ich noch sehr gut im Rennen, aber der Lauf wurde zum absoluten Desaster.

 

Bei brütender Hitze ohne Luftzug rannte man 2 Runden durch den Ferienpark. Zwischen den Holzhäusern stand die Luft bei 34 C und es gab etwas zu wenig Wasser an der Strecke. Man rannte in der prallen Sonne direkt an der Nordsee Deich rauf und runter und irgendwann kam einfach der Hitzehammer. Zwar konnte ich die zweite Runde im Gegensatz zu anderen Mitstreiterinnen noch laufen, aber das Tempo war im Eimer. Bei mir spielte natürlich alles rein: der energielose Ostseeman ohne Regeneration nach den beiden Infekten, Bremen, das Übertraining, der Schlafmangel die Nacht zuvor und jetzt brannte auch noch der Planet von oben und es gab zu wenig Wasser. Andere Mitstreiter kämpften ähnlich gegen die Hitze. Nix ging. Völlig platt kam ich im Ziel an und schmiss mir sämtliche Schwämme über den Kopf: Call me Spongebob ;-)

War NIX – ABHAKEN – KACKTAG! 

 

Positiv: der Lichtschutzfaktor im Bodyglide Sun hält was er verspricht: kein Sonnen-brand trotz Open Back beim Triathlonanzug. Ein wirklich guter Anti-Friction Schutz: saubere Anwendung, kein Sonnenbrand und auch keine Scheuerstellen am Hals. Nicht mal beim Tragen einer Halskette. Bodyglide begleitet mich jetzt schon seit einer ganzen Sportsaison und hat sich bei Swim-Bike-Run echt bewährt.

 

Zum Triathlon Otterndorf kann ich nur sagen: Ganz tolle Veranstaltung, die wirklich gut organisiert ist. Danke für diesen tollen Tag. Ich komme gerne wieder.

GeWoBa City Triathlon

11.08.2019

Eigentlich ziemlich bescheuert exakt 7 Tage nach einer harten Mitteldistanz zu sprinten. Noch blöder, wenn man das nicht mehr trainiert, weil man sich auf Mitteldistanz spezialisiert und mit einem Handicap sowieso noch im Nachteil ist. Aber es ist viel ausgefallen wegen Infekten, die Saison neigt sich dem Ende entgegen und dann ist es auch noch das Heimrennen direkt vor der Haustür. Egal, ich wollte einfach ein bisschen Spaß unter Freunden haben und hatte ihn auch.

 

Eine tolle Athmosphäre gab es in der Überseestadt eigentlich noch nie. Zuschauer gibt es sowieso keine, weil der Ort völlig ab vom Schuss ist, aber in diesem Jahr fand ich es einfach furchtbar aufgrund der kompletten Baustelle direkt um das Eventgelände herum. Selbst ich als alte „Bremerin“ war etwas orientierungslos. Die mickrige Triathlonmesse mit immer den gleichen Ausstellern befand sich nun am Hafenufer und war völlig abgetrennt vom Zieleinlauf und auf sämtlichen Fotos waren später hässliche Bauzäune im Hintergrund zu sehen. Kein schöner Rahmen für eine Altersklassen DM!

 

Die Wechselzone für die DM befand sich einmal mehr unten am Kaiufer, wo es ständig zu Platzmangel und extremen Laufwegen kommt. Ich hasse diesen Ort und auch den Schwimmeinstieg über die drei Leitern. Kann man nicht wenigstens einen kleinen Schwimmpanton für den Triathlon installieren? Machen andere Veranstalter doch auch.

 

Beim Check-in traf ich auf Matti von den TriLizards – You made my Day:

…und viele andere liebe Gesichter auch, so dass es trotzdem noch ein schöner Tag wurde. In der Wechselzone war schon mächtig Betrieb und kaum Platz. Es war Altersklassen DM. Ich rechne mir dabei nie etwas aus, weil ich generell mit meinem Handicap schon beim Schwimmen viel zu viel Zeit verliere und ich amüsiere mich immer wieder, wie verbissen sich mancher Athlet schon vor dem Start verhält. Ich suchte dieses Mal bewusst die harte Konkurrenz, um für mich einige Fragen bzgl. meiner weiteren Triathlonkarriere und meines Trainings zu klären. Unter anderem wollte ich bewusst meine Regeneration 7 Tage nach einer MD testen und klären, ob Sprint noch in mein Repertoire passt.

 

Es herrschte Neoprenverbot. Mir war klar, dass ich dadurch das Rennen schon abhaken konnte. Ich kann mit dem linken Arm generell höchstens 500m schnell schwimmen, 750m sind total kritisch und jetzt fehlte auch noch die Stabilisierung durch den Neo. Keine Chance diesen Zeitverlust wieder reinzuholen, zumal der Ostseeman noch in den Beinen steckte. Hört sich komisch an, aber längere Distanzen (OD und MD) schwimme ich besser, weil dort alle nicht so schnell schwimmen, ich aber mein Tempo dauerhaft halte und der deutlich geringere Zeitverlust mit dem Radfahren und Laufen besser auszugleichen ist.

 

Hat also auch nicht lange gedauert und ich war weit hinten im Feld. Beim Ausstieg verlor ich meine Badekappe und musste wieder zurücklaufen. Es folgte der Wechsel auf das Rad und der elendig lange Weg auf Stahlbeton mit den Schuhplatten. Schnell Laufen geht so nicht. Weitere Plätze weg. Außerdem hing die Startnummer noch vorn am Rad und ich musste sie im Laufen anziehen. Jetzt fragen sich einige, warum ich das Schuheanziehen auf dem Rad nicht trainiere und die Antwort ist ganz einfach: wegen meinem Handicap. Ich kann das Rad schlecht mit dem schwachen linken Arm halten und dann die Schuhe anziehen. Einfach zu sturzträchtig. Deshalb lass ich es!

Auf dem Rad konnte ich zwar ein paar Plätze aufholen, aber der extreme Wind machte es heute wirklich schwer. Die reine Radzeit war dafür mit 34 Minuten wirklich gut. Ich verkackte auch den Wechsel zum Laufen und kam nicht in die Schuhe. 

 

An den hässlichen Bauzäunen vorbei fühlte ich mich eigentlich ganz gut und schlug mein Halbmarathontempo an. Das konnte ich auch ohne Probleme sauber durchlaufen und am Ende sogar noch etwas anziehen, aber für eine top Sprintzeit reichte es natürlich nicht.

 

Auf Rang 7 meiner AK bei der DM beendete ich das Rennen in einer sehr stark besetzten Altersklasse und weiß jetzt ziemlich genau, wo meine zukünftige Reise hingeht: OD und MD! Die Leistung nach nur einer Woche Rekom war erstaunlich gut und der Trainingsstand stimmt auch. Sprint trainiere ich einfach nicht mehr, weshalb ich auf dieser Distanz im nächsten Jahr auch nicht mehr starten werde. Nichts desto trotz schwamm ich meine PB in Bremen auf 750m, konnte eine echt gute Radzeit abliefern (schneller war ich bisher nur ohne Wind mit 32 Min) und legte keine n wirklich schlechten Lauf hin, aber für eine DM reicht das natürlich nicht und die beiden Wechsel rissen mich völlig rein.

Da ich im nächsten Jahr wieder beim OM 113 starte, werde ich in Bremen auch nicht mehr starten, sondern anständig Rekom machen, um die Saison noch mit einer schönen OD abzuschließen. Ich merke auch einfach, dass ich mich auf längerer Distanz wohler fühle und das war in meinen 20 Jahren Radsport auch schon immer der Fall: Cross Country war nie meine Welt, aber Marathon und 24 Stunden Rennen. Warum sollte die Konditionierung jetzt anders sein? Abschließend klären wollte ich diese Frage nach einjähriger Trainingsumstellung aber unbedingt.

OSTSEEMAN 113

04.08.2019

Nach dem Wegfall des Ironman 70.3 Rügen, gab es die Möglichkeit im Rahmen des OSTSEEMAN Glücksburg die Mitteldistanz zu buchen. Rügen habe ich 2 x gebucht, weil mir Insel und Ostsee gefällt. Es ist einfach etwas anderes im Meer statt im See zu starten. Der Veranstalter ist mir dabei nicht so wichtig. Die Marke auch nicht. Ich werde mich weder für eine EM noch WM qualifizieren, ich suche in erster Linie Triathlon in einer schönen Umgebung - ein kleines Stück Urlaub im Alltag und in Schleswig-Holstein bin ich sogar geboren. Zwischen zwei Meeren - Piratin halt ;-)!

Allerdings fiel mir im Winter auf, dass nach Meldeschluss die Anmeldung noch 2 x geöffnet wurde. Erste Stimmen, wie: „Wird das nicht zu voll?“ waren zu vernehmen. 

 

Ich hatte mich erstmals gut vorbereitet. Hatte einen ganzen Winter sauber und ohne Unterbrechungen durchtrainiert. War nie krank. Murphys Gesetz schlug aber 4 Wochen vor dem Start mit einer 2 Wochen langen und schweren Bronchitis zu, die im Infektasthma mündete. Würde ich mit der Spastik eine Mitteldistanz durch-stehen? Die erste Woche nach dem Infekt versuchte ich wieder zurück ins Training zu finden. Spastischer Husten bei jeder Belastung. Selbst Asthmamedikamente halfen nur wenig. Als ich wieder etwas „drin“ war: Mageninfekt - super! Von Montag bis Mittwoch war ich tot müde, schlapp und es grummelte ständig im Bauch. Trotz der ganzen Plage ging ich zur Arbeit und der Arsch bezüglich meines Ostseeman Starts ging auf Grundeis. Kann es nicht einmal nach Plan laufen? 

 

Am Freitagmorgen gab es nur Tee zum Frühstück und der Magen gab erstmals Ruhe. Die Anreise nach Glücksburg verlief stressfrei und wir trafen frühzeitig am Yachtclub zum Check-In zum Camping vom Veranstalter ein. Deshalb konnten wir uns noch einen ruhigen Platz ohne Nachbarn aussuchen und hatten von dort kurze Wege zum Start-/Zielbereich und zu den Waschräumen. Für 3 Übernachtungen inkl. Strom, Wasser, Duschen, Toiletten, Spülküche und Waschmaschine mit Trockner haben wir 45 Euro pro Person bezahlt und können diese Möglichkeit nur wärmstens weiterempfehlen. Der Platzwart war super nett und verwechselte mich ernsthaft mit Daniela Ryf:

 

„Ich habe sie schon mal im TV oder den Medien gesehen!“

„Nein, das kann nicht sein.“ (Oder liest er meinen Blog?)

„Doch, oder waren sie schon mal hier?“

„Nein, ist das erste Mal.“

„Jetzt weiß ich, sie haben schon mal Hawaii gewonnen!“

 

Das ganze total überzeugt, es handelte sich nicht um einen Scherz und der Mann stand mit beiden Beinen im Leben. Es gab ein großes Gelächter mit dem Kommentar von mir:“ Schön wärs, aber dafür reicht es dann doch nicht“.

 

Nach Aufbau unseres T6-Lagers ging es zur Registration, kurz über die Expo und den Start-/ Zielbereich. Ich habe mich sehr gefreut viele bekannte Gesichter getroffen zu haben. Meinen Trainer Basti von der Bewegungsschmiede, der zum großen Bruderduell angetreten war. Sylvia von Lanakila Sports, die ich schon länger kenne, aber noch nie persönlich getroffen habe. Sie macht unglaublich schöne Triathlonbekleidung für Frauen und ihre Liebe zum Sport kommt darin stark zum Ausdruck. Wir waren sofort auf einer Längenwelle und ich denke, wir bleiben auch weiter in Kontakt. Ausserdem das komplette KiWAMi Team aus Mainz und ganz viele liebe Blogleser und bekannte Gesichter. Danach ging es direkt zur Nudelparty in der Bootshalle.

Das Wetter war super: 25 C, sonnig, wenig Wind, kein Regen, Wassertemperatur 21 C. Besser geht nicht für eine Mittel- oder Langdistanz. Kein Hitzekoller, wie in Frankfurt oder Hamburg die Wochen zuvor. Glücksburg hat mein Herz sofort erobert. Die Location war einfach genial, die Organisation mehr als herzlich, die ganze Aufmachung stark an Ironman angelehnt und es war fast wie auf Rügen! Das Ganze zu anständigen Konditionen mit fairem Athletenumgang.

 

Am Samstag nahmen wir kurz die Radstrecke in Augenschein und ich nutzte die Gelegenheit mich in der Ostsee etwas einzuschwimmen. Dabei testete ich den neuen Neoprenanzug „Swift“ von KiWAMi, den ich durchaus positiv bewerte. Bericht folgt!

Ich schwamm damit sogar schneller als das Personenschiff von Glücksburg, weil ich nicht wusste, dass es dort tatsächlich verkehrt. Ich schwamm die Seebrücke hoch, wie auch ein Triathlet zuvor, um die erste Boje zu erreichen, als plötzlich von der Seebrücke eine DLRG-Aufsicht hinter mir her rannte und wild mit den Armen gestikulierte. Als ich nach vorne schaute, sah ich das große Personenschiff direkt auf mich zukommen. „Ach, du Scheiße!“ Das DLRG Boot tauchte neben mir auf, um mich abzusichern und weil ich selbst eine DLRG-Ausbildung habe, war ich sofort so schlau Vollgas im Schutz neben dem Boot direkt aus der Fahrspur zu schwimmen, so dass die Kollision in letzter Minute verhindert werden konnte. Mein Dank geht an das Team der DLRG. Gut, dass es Euch gibt! 

 

Um 14 Uhr dann Check-In:

Abends haben wir noch gegrillt. Die Nacht war allerdings mehr als kurz, weil kreischende Teeniekinder in der Yachtschule lautstark in einen Geburtstag hinein feierten. Da muss mehr als nur Alkohol im Spiel gewesen sein;-)…..?

 

Raceday:

07:20 Uhr Start, bis 06:30 Uhr hatte die Wechselzone geöffnet, also 5:10 Uhr  Auf-stehen. Kurz das Rad kontrolliert und anschließend noch einmal kurz im Hotel aufs Klo…..Scheiße….Reißverschluss am Triathlonanzug im Eimer. Daniela Ryf verfolgte mich. Umziehen war nicht mehr möglich. Es half nichts. Ich musste so starten. 

 

Swim:

Massenstart. Der Name war an diesem Morgen Programm. Ich habe schon Wasch-maschine erlebt, aber selbst die ging auf den ersten 500m nicht. Nach 200m war das Feld auf engstem Raum so dicht, dass keiner mehr schwimmen konnte, alle sich ansahen und einige brüllten:“Hier kann man nicht schwimmen“. Erst nach der roten Boje löste sich der Haufen mit weiteren 500m Waschmaschine langsam auf. Bedingt durch den aufgerissenen Triathlonanzug war der Oberkörper bei Wasser-kontakt ganz schön kalt, Radfahren wurde später noch besser. Eigentlich habe ich gut in meinen Rhythmus gefunden, konnte nach der Wende noch Seesterne, -igel und Fische im flachen Wasser beobachten und schluckte kurz vor Ende nochmal richtig Wasser, weil Seegang von rechts einsetzte. Schön war auch als die LD in ihre zweite Runde abbog und komplett über das MD-Starterfeld schwamm *aua*. Beim ersten Bodenkontakt bekam ich einen schönen Kältekrampf in der rechten Wade, musste im Wasser dehnen und bin nach 43 Minuten zügig gewechselt …..aber die Wechselzone BRODELTE…..ja, wirklich auseinander zieht sich ein Starterfeld nicht beim Schwimmen, aber es kam noch schlimmer.

 

Rad:

Es war VOLL, die Runde hatte nur 30 km, die Langdistanz rollte schon auf ihr und teilweise waren die Strassen sehr schmal oder nur halbseitig freigegeben. Scharfe, Kurven mit schnellen Abfahrten und wenig Absicherung in diesen Bereichen. Es schepperte am laufenden Band. Entweder durch eigene Blödheit oder riskante Überholmanöver skrupelloser Starter. Ich ging null Risiko. Heißt natürlich auch, dass ich komplett rausnahm und Zeit verlor. Die Bilanz an diesem Tag 15 schwere Radunfälle, einer davon besonders schwer. Nö, das war es nicht wert. 2:53 h - kann ich schneller, war aber besser so. Es war auch anstrengend zu fahren, weil man sich ständig aufgrund der Masse konzentrieren musste. Ausserdem kalt, wenn du morgens um 8 Uhr mit freiem Oberkörper auf dem Rad sitzt *brrrr*.

 

Lauf:

War klar, dass sich spätestens hier meine Infekte bemerkbar machten. Mein Magen funktionierte zwar, aber irgendwie kam kaum Energie im Körper an. Bereits nach dem Radfahren fühlte ich mich total leer. Hinzu kam Spastik vom Asthma. Zwischen Energie- und Luftmangel quälte ich mich durch den Halbmarathon. Die 1. Runde war noch o.k., die 2. war schon hart und in der 3. ging nichts mehr. Gel rein, 10 Minuten Power on, dann Akku leer. Das ging ständig so und irgendwann war der Magen mit der Gelmenge überfordert. Erste Gehpassagen. Nach der 2. Runde wollte ich erst in den Sack hauen, bin dann aber doch in die 3. Runde gelaufen. Es war keine einfache Runde: Crosspassagen, bergauf- bergab mit vielen Kurven. Generell kein schneller Parcours. Der aufgerissenen Anzug nervte auch: sah blöd aus, aber oben ausziehen hätte den Verlust Nutzung der Taschen bedeutet, die ich dringend für die Gels brauchte…..noch nie habe ich so viele in einem Rennen gegessen. Die letzten 2 km lief ich dann zu meinem Erstaunen im anständigen Tempo durch und beendete den HM nach 2:17h. Das war gar nicht so schlecht, wenn man die vielen Gehpassagen abzieht. 

Die Endzeit belief sich auf 5:57 h. Unter 6 Stunden geblieben, geht für die Nummer noch in Ordnung. Fazit: Finish geglückt, Infekte wirkten noch nach, Trainingszu-stand war gut und mein größtes Problem war die Energiebereitstellung. Ich glaube einfach, dass der Mageninfekt noch nachwirkte. Nur 10 Minuten schneller (die gingen bei den Gehpausen verloren) und es wäre Platz 4 von 22 in meiner AK geworden. Schade, denn einen 2:05 h HM kann ich eigentlich laufen.

 

Fotos vom Rennen gibt es keine. Die vom Laufen sind mit dem kaputten Anzug einfach furchtbar und die beiden Radfotos sind zwar ganz schön, aber 18 Euro pro Bild ist mir dann doch zu teuer. Am Abend fand bis 22 Uhr eine echt geile Finisherparty der letzten Langdistanzler im Zielbereich und ein großes Feuerwerk über der Ostsee statt. Letzteres gibt es bei Ironman nicht.

 

Abschließend sei angemerkt, dass der Ostseeman eine unglaublich schöne Ver-anstaltung ist, die vom ganzen Ort Glücksburg getragen wird. Noch nie waren Helfer, Ordner, Anwohner und Organisatoren so entspannt und hilfsbereit. Triathlon mit Herz auf Niveau eines Ironman zu absolut fairen Konditionen. Landschaftlich nah an Rügen dran.

 

Verbesserungsbedarf:

Zu viele Starter auf der Mitteldistanz beim Schwimmen und eine völlig überfüllte Radstrecke sorgten für 15 schwere Radunfälle und keinen optimalen Rennverlauf. Nun ist es so, dass der Veranstalter Ironman es dem Ostseeman schwer macht, da er unbedingt immer eine Woche vor dem OM in Hamburg ausrichtet. Dadurch reduziert sich die Starterzahl beim OM auf der LD. Der Ostseeman 113 in Damp durfte nicht mehr ausgetragen werden und die MD jetzt nach Glücksburg zu holen, sollte die Starterzahlen aufbessern. Die Idee ist grundsätzlich gut, aber die Startgruppe MD war einfach zu groß. Entweder man führt versetzte Startgruppen ein, um das Feld zu entzerren oder man lässt die MD später starten. Letzteres hätte sogar den Vorteil, dass die LD-Starter keinen so einsamen Marathon laufen würden. Der Veranstalter hat das Problem erkannt und wird es 2020 lösen. Ich für meinen Teil werde dann auch wieder am Start stehen. Einfach ein tolles Rennen. 

Blue Challenge

08.06.2019

Did not start. Jetzt stellen sich einige die Frage wieso? Da trainiert sie, da reist sie teuer an und startet dann nicht? Die Ibiza Blue Challenge ist eigentlich kein klassischer Triathlon, sondern eine Challenge, also  Herausforderung. Blau, weil sie im offenen Meer geschwommen wird, mit 2,5 K stark schwimmlastig für eine Mitteldistanz ist und mit Climbing, Ultratrail und zwei Wechselzonen einfach extrem. Starten tun hier in der Regel nur eine Hand voll spanischer Ultratriathleten und -schwimmer. Ein Ultraschwimmer hat hier bereits 80 km zum Festland zurückgelegt und andere schwimmen Wettkämpfe über 5-30 km rund um die Nachbarinsel Formentera. Bei dieser Challenge geht es einfach nur um ein Finish außerhalb des Timeouts.

 

Ich hatte dieses Finish bereits im letzten Jahr geschafft, war gut vorbereitet und wollte es einfach besser machen, aber das ungewöhnliche Wetter bereitete mir einen Strich durch die Rechnung. Bereits die gesamte Woche vor dem Wettkampf herrschte ungewöhnlich starker Wind nie unter 30 km/h und in Böen teilweise bis zu 50 km/h. Das sorgte nicht nur für extremen Seegang, sondern auch für Probleme auf dem Rad. Ausserdem brachte er auch Quallenschwärme mit. Wer die kleinen „Medusas „ kennt, der weiß auch, dass sie im Gegensatz zur Ostseequalle über eine Woche lang übel brennen können. Open Water Schwimmrennen sind ihnen schon mehrfach zum Opfer gefallen und in den Tagen vor der Blue Challenge war es überhaupt nur in geschützten Buchten der Ostküste möglich. Der Seegang war aber selbst dort so heftig, dass man kaum von der Stelle kam. Aus diesem Grund hatte ich schon eine leichte Vorahnung was uns an den „Islas Margaritas“ auf offenem Meer, also ungeschützt offshore, erwarten würde.

Am Abend zuvor verlief das Briefing auch etwas verhalten, da selbst die Ultra-schwimmer Bedenken hatten. Es gab sogar Medusa-Badekappen und den Hinweis, es würde ein anderes Boot eingesetzt werden als im Jahr zuvor: „mas romantico“! Was Spanier darunter verstehen, war mir schon klar, wurde am nächsten Morgen aber überboten. Eine einfache Holzschaluppe ohne Fahrgast-kabine, wie man Flüchtlingsboote aus Afrika kennt, statt ein moderner Katamaran wie im Jahr zuvor. Statt 20 Minuten fuhren wir fast eine Stunde bis zu den Inseln.

 

Die erste halbe Stunde verlief noch recht ruhig, auch wenn es saukalt war, dann wurde das Meer immer unruhiger und ich sah eine große Wolkenfront über den „Margaritas“. Die Stimmung an Bord wurde immer angespannter. Die Wellen immer höher. Das gesamte Boot wurde hin und her geworfen. Die Kapitänin hatte sichtlich zu tun, es unter Kontrolle zu halten.

Als die Wellen 1-2m hoch rollten, war unser Ziel erreicht. Neopren anziehen! Ich sah Ralf an und fragte: „Willst Du dort schwimmen“? Er sagte sofort „nein“. Und nicht nur wir beide taten es, auch ein britischer (normal) Triathlet verweigerte von Bord zu gehen.

 

Es gab mehrere Gründe dafür:

- aus 2,5 km können bei solchem Seegang schnell 5 werden

- einarmig mit meinem Handicap war hier ganz klar eine Grenze erreicht

- mangelhafte Rennabsicherung unter Extrembedingungen

- Quallen

 

Ein normaler Ironman wäre hier ganz klar zum Duathlon geworden, die Blue Challenge ist eben anders. Ich wäre in den Wellen hin und her geschleudert worden, da ich mit dem linken Arm die Wasserlage kaum stabilisieren kann, auch hätte mir die Kraft gefehlt. Die Badekappen waren lila und im Wellenmeer überhaupt nicht mehr erkennbar gewesen. Das Areal der 2,5 km war riesig und wurde mit nur 2 Motorbooten und 3 Kanus überwacht. Keine Rettungsbojen zur Markierung der Schwimmer. Bei Wasserausstieg wurde man von den Wellen gegen die Felsen geschleudert. Im Notfall wäre man überhaupt nicht aufgefallen oder gefunden worden. Für mich eine absolut klare Entscheidung.

 

Und jetzt kommt die lustige Seefahrt, die ich 6 Stunden lang erlebte, bevor wir wieder zurückfuhren. „Mas romatico“ halt:

 

Zunächst gab es akute Probleme die Schwimmer ins Wasser abzusetzen. Das dauerte bereits 30 Minuten. Bei den Kanus das gleiche Problem. Der Start verschob sich erheblich. (Anmerkung: Auf den Bildern sieht man den Seegang nicht in seiner realen Dimension)

Alle auf dem Boot verbliebenen Personen kämpften zeitweise mit Seekrankheit. In der Beziehung war ich gut instruiert von meinem damaligen Guardia Civil Einsatz im Mittelmeer. Merke: seekrank wirst Du nur bei horizontalem Kippen nicht bei seitlichem Rollen. Der Schwerpunkt des Bootes ist immer in der Mitte, die Bewegung somit hier auch am geringsten. Ich bevorzugte es deshalb auf dem Motor zu sitzen. Der war ausserdem auch schön warm. Unser britischer Athlet hingegen sprach kein Wort mehr, war bleich und kämpfte mit der Übelkeit. Sobald ich vom Motor wegging, wurde mir schlecht, weshalb ich immer wieder zur Mitte tendierte, weshalb sich meine Übelkeit in Grenzen hielt.

 

Inzwischen war das 1. Kanu in den Wellen gekentert und die FETRI versuchte zu helfen:

Der Pilot des Kanus ohne Neoprenanzug und im kalten Wasser. An Bord der FETRI konnte er zunächst nicht gezogen werden. Er wäre gegen die Bordwand geschlagen. Das Kanu konnte auch nicht sofort geborgen werden, weil es voll Wasser gelaufen war. Die ganze Rettungsaktion dauerte gut 15 Minuten. Als der klappernde Kanut wieder in seinem Boot saß, versuchte er unser großes Boot zu erreichen, wobei er fast wieder gekentert wäre. Als er uns erreichte, war er so stark unterkühlt, dass er sich kaum bewegen konnte. Zu viert versuchten wir ihn und das Kanu an Bord zu heben. Dabei hingen wir über die rechte Bordwand und wurden seekrank. Ralf kotzte im hohen Bogen über die Reeling. Die Kapitänin war kreidebleich und würgte ebenfalls. Jetzt war wirklich allen schlecht.

 

Während Vincenta es nach über einer Stunde endlich schaffte nach 1,5 km die Puerta del Cielo zu durchschwimmen und in der „Puerta „ mehrere Minuten stand wie ein Eimer, weil ihr 2m hohe Wellen frontal entgegen kamen, wären wir fast gekentert. Einen kurzen Moment nicht aufgepasst, erreichte unser Seelenfänger einen so hohen Neigungswinkel, dass wir alle dachten zu kippen. Im letzten Moment steuerte unsere kotzige Kapitänin noch gegen und war selbst erschrocken.

 

Im letzten Jahr war ich die 2,5 km in 44 Minuten geschwommen und jetzt brauchte Vincenta über eine Stunde für 1,5 km – 1 km fehlte noch! Das war der Moment, in dem ich mein DNS überhaupt nicht mehr bereute.

 

Mittlerweile waren 3 Stunden vergangen und das Ultra Swim Race war auch gestartet, als ich auf die Toilette musste. Gab es überhaupt ein Klo? Die Kapitänin verwies auf eine Holztür ohne Griff unter ihrem Führerhaus. Darin war eine normale Toilettenschüssel ohne Spülung, kein Fenster – einfach eine Box. Ich also hinein, Tür zu und im selben Moment sowas von SEEKRANK !!!. Es war dunkel, es gab keinerlei Orientierung und es schaukelte unkontrolliert, es war einem SOFORT übel. Unglaublich! Man muss sich das jetzt vorstellen, wie eine Katze, die man in einen dunklen Karton steckt und kräftig schüttelt. Die absolute Hölle. Du hast jetzt die Wahl: Kotzen oder Pinkeln oder beides irgendwie, was nicht so einfach war. Ich kriegte es hin. Ich wollte nur noch raus aus dem Loch und zurück zum Motor als die Kapitänin rief: „Spülen!“ Also Eimer über Bord und der lief nicht gleich voll….über der Reeling wurde es wieder schlimmer, zurück in die Box musste ich die Kloschüssel treffen, gleichzeitig wollte ich nur noch RAUS. Ich traf, aber leider schlug in dem Moment eine Welle von unten in das Boot, schoss durch die Toilettenschüssel und ein Geysire schlug aus der Toilette heraus. Das Ganze muss ausgesehen haben, wie in einem schlechten Monty Python Film. 

 

Nach 6 Stunden Seefahrt erreichten wir endlich den Hafen von Sant Antoni.

 

Es gibt Dinge im Leben, die vergisst du nie. Auch wenn ich nicht starten konnte, werde ich diese Triathlongeschichte nie vergessen. Sie war zugleich meine schlimmste Seefahrt, die ich je hatte. Ein normales Triathlonfinish wäre hingegen richtig langweilig gewesen. An Bord war mir weder zu Lachen zumute noch hatte ich Bock etwas zu dokumentieren. Du kämpfst dann einfach nur noch mit Dir selbst, aber anschließend haben wir uns totgelacht. 

 

Es war einfach "mas romantico" ;-)!

Maschseetriathlon

25.05.2019 

Man kann sich darüber streiten, ob der September oder der Mai der bessere Termin für die Veranstaltung ist, eins steht aber außer Frage: der Maschsee war schon immer saukalt und im Mai stehen die Chancen deutlich schlechter für wärmeres Wasser als im September. 6 Tage vor dem Start wurden 10 C gemessen, einen Tag davor 21 C (+10 ?) und nach dem Rennen sollen es 17 C (-4 C) gewesen sein.

 

Der künstliche Teich hat einen kalten Zufluss. Je nach dem wann und wo gemessen wird, schwankt es erheblich. Mir war von Anfang an klar, es wird kalt wie immer. Hinzu kam ziemlich fieses Wetter mit Wind. Noch nie habe ich am Start im Neo so mit den Zähnen geklappert! An Land war der Neo trocken die perfekte Wärmebekleidung, wie man hier auf dem Pre-start Foto mit dem Team von Maxxprosion sieht. Ja Gabi, nächstes Mal den Neo nicht vergessen, nä! ;-)

War übrigens super nett Euch persönlich kennenzulernen. Mein neuer Sport-nahrungspartner und zugleich Sponsor der Streckenverpflegung am Maschsee. 

 

Zuvor hieß es noch Check-in:

Ich schreibe diesen Blog für den normalen Hobbyathleten. Hier soll sich jeder wiederfinden, der den Sport nicht so perfekt betreibt. Der arbeiten muss und wenig Zeit zum Training hat. Der Probleme mit Material oder Training hat und einfache Lösungen sucht. Keine Materialschlachten wie im Profibereich oder Tipps, die ein Hobbyathlet nicht umsetzen kann. Ich wollte immer den Spass an Bewegung vermitteln, herausstellen, dass eigene Ziele zu verfolgen viel wichtiger ist. Dass der Sport einem Selbstwert und Motivation für den Alltag geben kann und man sogar „Handicaps“ oder Erkrankungen durch ihn deutlich verbessern kann. Einfach auf den Punkt gebracht: „Wir sind Triathlon!“ – nicht die Profis – wir (be)leben den Sport. Ich freue mich besonders, wenn meine ganze Schreib- und Fotoarbeit auch genau das in der Realität bewirkt. Viele haben mich in Hannover angesprochen, kannten mich oder fragten „Hey, wir kennen Dich von Instagram, dürfen wir ein Foto mit Dir machen.“ Besonders schön, wenn es die jüngere Generation ist. Die vom Sofa zu bekommen, ist mir besonders wichtig! Danke für das tolle Swim-Bike-Run-Feedback!

 

Start war 2. Welle um 14:45 Uhr…..woooh, mir fast schon zu spät. Es klapperten die Zähne im Neo – es war saukalt. Selbst 2 Badekappen konnten den Hirnfrost nicht verhindern. 500m habe ich gebraucht, um mich an das kalte Wasser zu gewöhnen. Es war zum Abgewöhnen. Olympisch brauch ich so nicht nochmal! Der Maschsee wie immer eine undurchsichtige Brühe. Man sah unter Wasser nichts! Nicht mal die Füße vom Vordermann. Orientierung nur über Wasser möglich. Wasserschatten nur schwer zu halten. Und Waschmaschine der übelsten Art.

Kenn ich alles, habe ich schon oft erlebt, aber was nach 500m passierte, war nicht nur unsportlich, sondern höchst gefährlich. Ein männlicher Schwimmer, dem im Gewusel wohl die Sicherung durch Hirnfrost durchgebrannt war, drückte mich vorsätzlich von oben mit der Hand auf meinen Kopf unter Wasser, so als wollte er mich ertränken und hielt sekundenlang nach. Da ich in Sauerstoffschuld schwamm, was im Wettkampf ja völlig normal ist, hatte ich nicht genug Luft, der Atemreflex setzte ein, ich bekam Panik, er ließ jetzt zwar los, aber ich hatte bereits einen großen Schluck Wasser in der Lunge. 2-3 Minuten musste ich stoppen, rang nach Luft und musste husten. Nichts ging durch den Kopf außer der Gedanke vorzeitig in den Sack hauen zu wollen.

 

Ich bin selbst voll ausgebildeter Rettungsschwimmer der DLRG und nicht zimperlich im Wasser, aber diese vorsätzliche Aktion kann übel ins Auge gehen. Frauen können aufgrund der Masseunterschiede in solchen Situationen schlecht gegen-halten. Die Sauerstoffschuld durch die Wettkampfsituation kann bei vorsätzlichem Nachhalten, wie hier passiert, zum Black-out führen. Das DLRG Boot war 100m weit weg. In der Wasserschlacht wäre ein bewusstloser Schwimmer erst verzögert aufgefallen. Ist es das wert? Ich finde nicht. Und falls er das hier lesen sollte, bitte denke über die Aktion nach und wiederhole sie nicht. Kein Triathlon der Welt ist  sowas wert!

 

Ich bin dann doch weitergeschwommen, meine angepeilte Zeit aber war im Eimer: 32 Minuten im Neo ist für mich wirklich schlecht.

 

Der Wechsel lief gut. Rauf aufs Rad und Zeit wett fahren. Hannover sollte für mich ein Trainingsrennen für die Blue Challenge in 2 Wochen sein. Andernfalls hätte ich auch nie OD im Mai gebucht. Die niedersächsische Landesmeisterschaft juckt mich als Hamburger Piratin generell nicht. 5 Runden pottflach Ballern – kann ich. 20 Jahre Radsport nimmt mir keiner. In der 4 Runde dachte ich kurz einen DTU-Schiri-Anschiss zu kriegen. Windschatten war nur noch bedingt haltbar. Zu voll. Aber den Anschiss kassierten 2 Lutscherinnen hinter mir. Das hätte noch gefehlt. Und so beendete ich den Radsplit in 1:07h (10. Zeit – kann sich sehen lassen) und lag damit wieder gut im Rennen.

Allerdings kniff jetzt vom Radfahren in Aeroposition wieder der Magen. Einfach ätzend und so musste ich die ersten 2 Laufrunden drosseln, stellte die Wasseraufnahme und das Essen ein und bekam die Sache tatsächlich wieder in den Griff. Die 3. Runde lief erstmals stressfrei und in der 4. Runde konnte ich nochmal zulegen. Mit 53 Minuten hatte ich ehrlich gesagt nicht mehr gerechnet. Waren ja nur 2-3 Minuten Verlust zur Bestzeit trotz Wanstrammeln. Endzeit 2:37h und happy !!!

 

4. Platz AK. Um auf den 3. zu kommen hätte ich 49 Minuten laufen müssen oder 2-3 Minuten schneller schwimmen. Das ging jetzt zwar in die Hose, ist aber möglich. Bei der niedersächsischen Landesmeisterschaft hätte es schon für den 3. gereicht. Gesamt ist es der 31. Platz. Fazit: ich bin erstmals in der Lage durch Swim & Bike so vorzulegen, dass sich mit verbesserter Laufleistung der Schaden im Gesamt-ergebnis in Grenzen hält. Das ist echter Fortschritt! Da zahlt sich der ganze Laufwahnsinn ohne Leistungsverlust auf dem Rad endlich aus. Alles richtig gemacht!

 

Abschließend gibt es an der neuen Streckenführung des Maschseetriathlons nichts zu meckern, auch wenn die Radstrecke spätestens in der 4./5. Runde etwas zu voll wurde. Die DTU-Schiris waren unter den Umständen sehr fair. Das Wetter hätte besser sein können, aber sonst war alles top organisiert. Nur, ob ich nochmal OD im Mai mache, weiß ich nicht … VD ist kürzer kalt zu schwimmen ;-) !

Kropp Triathlon

12.05.2019

Saisonstart in meiner Heimat. Es sollte ein Test werden. Schwerpunkt lag auf dem Laufen und Wechseln, wobei Letzteres beim ersten Triathlon des Jahres meistens nicht so gut klappt. Irgendwie ist man da jedes Jahr wieder Rookie.

 

Das Wetter hätte an diesem Tag kaum besser sein können. Während es im Süden überall regnete, hatte es im Norden 15 C Sonne. Ich habe mir meinen ersten Sonnenbrand eingefangen und muss sagen, Kropp hat ein wirklich tolles Freibad mit 8 x 50 m Bahnen und sehr schön im Grünen gelegen. Ideal für so eine Veranstaltung und auch perfekt organisiert. Chapeau – das war wirklich voll durchorganisiert, da gibt es nichts zu meckern!

In der Wechselzone gab es genug Platz für alle. Ich entschied mich meinen Speedsuit KiWAMi Aquarush zum Schwimmen zu tragen. Nicht unbedingt wegen großer Zeitersparnis, dafür waren 700m einfach zu kurz, sondern um das Wechseln zu üben. Meine nächsten Rennen sind alle im Freiwasser. Den kleinen Zeitverzug beim Ausziehen nahm ich dafür in Kauf.

 

Schwimmen:

Wer ist der Schnellste? Keiner war sich einig. Immer das Gleiche vor einem Schwimmstart im Freibad. Ich halte mich da schlauer Weise immer zurück, denn die ersten 500m Vollgas zu schwimmen, ist gefährliche Sauerstoffschuld. Allerdings war der schnellste Schimmer heute bereits nach 50m am Brustschwimmen und dann out of Race, der Nächste wurde von mir überholt und dann kam lange nichts mehr. Wasserschatten hatte ich eigentlich nie. Entweder zu schnell oder zu langsam und dazwischen bin immer ich mit meinem Handicap. Ich habe einfach mein Ding durchgezogen und das sauber. 13:53 Min – 5. Schwimmzeit der Frauen und nicht überpaced. Und dann streikte der Garmin. Na sauber, jetzt half nur noch Körpergefühl.

Rad:

Der Wechsel lief eigentlich gut, aber ich komme immer schlecht aus den Beinen vom Aquarush heraus. Nass klebt das Ding einfach wie Sau. Einen Neo „scrollt“ man leichter herunter. Es war sehr windig, aber konstant nicht so fies böig wie beim Duathlon in Weyhe. Streckenkenntnis hatte ich keine. Schade eigentlich, weil ich dann deutlich schneller die Kurven genommen hätte. Ich war noch etwas Weyhe geschädigt und hatte immer Schiss, dass hinter der Kurve ein Auto steht oder Rollsplitt auf der Straße liegt. Deshalb habe ich ständig rausgenommen, aber die Radstrecke in Kropp ist bester Asphalt, wenig Verkehr und absolut saubere Straße. Der Gegenwind auf einem Teil der Strecke war quasi wie konstantes Bergfahren, was mir als ehemalige Mountainbikerin keine großen Probleme bescherte. Die zweite Runde ging ich schneller an und fuhr deutlich auf. Wenn die DTU Schiris bei Dir auftauchen, bis Du meistens ziemlich weit vorn. War ich auch: Top 5 und am Ende schnellste Radzeit aller Frauen!

 

Lauf:

Ja, der Wechsel war etwas verkorkst….ich kam in die Laufschuhe schlecht hinein. Ich bin dann einfach mein trainiertes Tempo gelaufen. Mir war klar durch das Laufen wieder Zeit zu verlieren, aber ich versuchte den Verlust möglichst gering zu halten und konnte nach 3 km auch nochmal etwas anziehen. Auf dem letzten Kilometer kam es zu einem kleinen Sprintduell mit einer weiteren Teilnehmerin, das ich zwar um 4 Sekunden verlor, aber ich schaffte es auch erstmals in einem Sprinttriathlon unter 25 Minuten zu Laufen! Das ist fast 3 Minuten schneller als je zuvor. Also hat sich mein ganzer Laufwinter doch ausgezahlt.

 

Am Ende belegte ich einen tollen 7. Platz in der Gesamtwertung bei wirklich harter Konkurrenz, schrammte nur 4 Sekunden am 6. Platz vorbei und wurde Zweite meiner Altersklasse. Anja Heil auf Rang 4 nahm mir nur beim Schwimmen Zeit ab, wo ich generell durch mein Handicap, besonders ohne Neo, im Nachteil bin. Für mich ein echter Leistungssprung mit dem ich total zufrieden bin. Besser hätte die Saison eigentlich nicht beginnen können.

 

Ich freu mich auf meine erste OD beim Maschseetriathlon in 2 Wochen.

Duathlon Weyhe

05.05.2019

Zum ersten Mal auf Kurzdistanz über 10-42-5. Warum die doppelte Distanz? Weil es Richtung OD und MD gehen soll und es der beste Test dafür zu Saisonbeginn ist. Den HAJ-Marathon war ich nur wenig schneller gelaufen als im Jahr zuvor und war zunächst etwas enttäuscht, aber wenn der Trainer sagt, da kommt noch was, glauben wir ihm das einfach mal. Seit Hannover bin ich im Training viel lang und Intervalle gelaufen.

 

Das Wetter in Weyhe ist bekanntlich nie besonders gut, aber 9C, gefühlt weniger, Regenschauer und heftiger Wind mit Böen um die 40 km/h sorgte für teilweise extreme Bedingungen. Deshalb wählte ich meinen Trisuit Größe L von KiWAMi, weil hier noch möglich war Windstopper unterzuziehen. Wie sich später herausstellte die optimale Bekleidung für das Rennen.

Alles lief nach Plan bis auf das Ding mit meinem Transponder, den ich mal wieder im Rucksack vergaß. Ich weiß auch nicht, aber das Ding vergesse ich irgendwie immer. In Peine sogar im Staffelwettbewerb, so dass ich mit Maren`s altem Crossrad bereits vor dem Start ein Einzelzeitfahren hinlegen musste. Heute war es ein Sprint 3 Minuten vor Start über die Absperrung quer durch die Wechselzone und zurück direkt in den Startschuss hinein. Just in time - Schwein gehabt!

 

Der erste Laufsplitt war erstaunlich gut. Zwar nicht so schnell wie die super Läufer am Start, die 10 km in 39 Minuten hinlegen, aber nach 2 Jahren verkorkstem Laufeinstieg stoppte die Uhr erstmals auf 50 Minuten. Persönliche Bestzeit und das im Kombiwettkampf! Bei 54 Minuten lag mein ursprünglicher Rekord.

 

Der Wechsel lief nicht ganz so glatt, weil ich mit dem Visier vom Helm zu kämpfen hatte und in den ersten 10 Minuten wollten die Beine einfach nicht Radfahren. Wenn man das Koppeltraining immer anders herum trainiert…

 

Ich hatte das Gefühl gegen eine Wand aus Wind zu fahren. Den Krusenberg merkte ich nicht wirklich, nur in der Umleitung am Golfplatz bestand überhaupt erstmals die Möglichkeit sich etwas zu erholen. Danach wurde es noch einmal richtig heftig. In der ersten Runde kam eine Wetterfront mit starken Windböen auf und ich hatte akute Probleme das Rad zu kontrollieren. Ich musste teilweise so stark am Auflieger hebeln, dass ich Schulterschmerzen bekam. Eine Vollsperrung für den Straßenverkehr bestand auch nicht und immer wieder überholten Fahrzeuge mit wenig Seitenabstand. In einem Fall versetzte sich mein Rad um 1,5 m zur Seite. Ich hatte kurz den Gedanken das Rennen nach der 1. Runde zu beenden, dann zog die Wetterfront aber ab und ich fuhr auch die 2. Runde.

 

Bei Einlauf in die Wechselzone sah ich die Abstiegslinie aus Kreide etwas spät und konnte mit meinem Arm nicht so hart bremsen. Ich kam nur wenige Zentimeter mit dem Vorderrad über die Linie und erhielt eine Verwarnung vom DTU Schiri, zum Glück keine Strafminute, aber dadurch verlor ich auch wieder etwas Zeit. Das erste Mal, dass mir Radfahren keinen Spass machte – eine gefühlte Katastrophe!

 

Der 2. Wechsel zum Lauf lief gut und eigentlich lief ich auch gut, konnte nur nicht mehr viel drauflegen. Der Blick in die Ergebnisliste war für mich dann doch überraschend, denn der 1. Laufsplit war PB und auch die 6. Radzeit von insgesamt 14 war gut unter diesen Bedingungen. Der 2. Laufsplit nur minimal langsamer als der Erste. Ich konnte mein Leistungsniveau also konstant über das ganze Rennen halten.

 

In der Altersklasse reichte es für den 2. Platz und den 9. gesamt, was völlig in Ordnung geht. Ersetze Laufen durch Schwimmen und die Welt sieht wieder anders aus.

Ironman 70.3 Rügen 2018

08./09.09.2018

Ich wollte den IM Rügen schneller finishen. Einfach gedacht, aber nichts lief im gesamten Jahr nach Plan. Im Winterhalbjahr trainierte ich Grippe, das Swim & Run Camp bestritt ich mit Halsschmerzen und das Lauftraining war ein einziges Stop & Go. Ich war sogar mal kurz an dem Punkt 2018 komplett in den Sack zu hauen. Zwei Mitteldistanzen finishte ich auf der letzten Rille (Trainingsrückstand & Magen-probleme). 

 

Freitag:

Perfektes Wetter: 4 Tage Sonne auf Deutschlands größter Insel. Super schnell angereist, tolle Ferienwohnung direkt in der Nähe von Start und Ziel, folgte die Akkreditierung. Also ich als Grenzpolizist bin ja schon gründlich bei der Ausweis-kontrolle, aber die Dame bei Ironman wollte mich fast nicht rein lassen: “Wo ist denn ihr Pony?“…dabei schaute sie konzentriert auf meinen Perso. Meine Antwort:“ Ich bin vom Reiten zum Triathlon gewechselt, sonst wäre ich wohl nicht hier oder?“, stieß dann zum Glück auf ein kleines Lächeln. Ich hatte schon Angst noch zum Frisör zu müssen ;-)! 

Abends waren wir dann zum „Welcome Bankett“. Wir versuchten unsere 250 Euro Startgeld aufzuessen, aber die lange Schlange am Buffett sorgte eher für ein Verhungern.

 

Samstag:

Erst Kaffee in der Sonne, mittags dann der Versuch eines kurzen Technikschecks mit dem Bike auf der Prorarer Chaussee. Ich spreche hier wirklich von einem Versuch, denn Radfahren bei der Verkehrsdichte war schon fast lebensgefährlich. Nach ein paar gegenseitig gezeigten Vögeln zwischen Triathlet und Autofahrern, habe ich nach 10 km das Ganze abgebrochen. Radfahren auf Rügen geht echt nur im Wald. Zum Glück stellte ich aber noch fest, dass mir der Flaschenhalter am Bike gebrochen war. Also nochmal los einen Neuen kaufen.

 

Um 14 Uhr war ich eine der Ersten in der Wechselzone, weil ich bei dem top Wetter den Nachmittag doch lieber am Strand verbringen wollte als mit organisatorischen Dingen. Das Wechselzelt stand dieses Jahr am Ende der Ladestraße Bahnhof Binz- hieß noch weitere Laufwege im Rennen als ohnehin. Ich gehe mal davon aus, dass Ironman noch mehr Starter zugelassen hat als im letzten Jahr, weshalb alles noch etwas größer war.

Danach war Beach angesagt bei Traumwetter. Was für ein geiler Saisonabschluss am Meer!!! Naaa, Bike von Patrick Lange auf den Foto`s gefunden? ;-)

 

Raceday:

Mies gepennt, Schulter und Nacken verlegen mit dem komischen Kissen der Ferienwohnung, hatte ich Kopfschmerzen. Kenn ich schon, konnte ich aber heute überhaupt nicht gebrauchen. Auch stellte ich fest, dass sich am kleinen Zeh eine Blase gebildet hatte. SUUUPER, fängt gleich toll an und so wackelte ich matschig und genervt zur Wechselzone.

 

Wenig später kroch ich in meinen Neo und „rrrraaaatsch“….mmh schönes Loch im Arm. Ermüdungsriss im Neopren. Ja, nächstes Jahr ist dann doch ein Neuer fällig. Ich dachte nur: Hauptsache mir reisst jetzt nicht gleich der Arsch auf und ich ersauf in dem Ding – ganz nach dem Motto „Anything is possible“. Aufstellung zum Rolling Start. Schon komisch, wenn du mit einem Handicap, mit dem du ursprünglich keine 500m mehr schwimmen solltest, plötzlich im vorderen Startfeld stehst….ich bin schon „weit“ gekommen im Triathlon *wunder*....

Ich war kurz im Wasser zum Einschwimmen, musste jetzt aber im Neo mit 2 Badekappen länger in der Sonne ausharren. Gefühlt wie im Treibhaus!!! Dann der Startpfiff, rein ins 19 C kalte Wasser mit völlig überhitztem Körper. „Leck mich am  A****“, war das kalt. Atmung im Eimer, Schulter- und Nackenmuskulatur war sowieso schon zu und die Badekappen auf dem Kopf wurden immer kleiner. Bis zur ersten Wendeboje war nix mit sauber Schwimmen, anschließend fand ich endlich meinen Rhythmus; nur Wasserschatten fiel irgendwie spärlich aus. Letztes Jahr war richtig klasse Neolutschen angesagt. Und es nahm kein Ende. Orientierungslos in der Ostsee. Wie lang ist die Schwimmstrecke nochmal?

 

Als ich endlich über die erste Transpondermatte lief der Schock: 48 Minuten Schwimmzeit!!! Hinter mir und vor mir die gleichen Gesichter. So schlecht geht doch auf 1,9 überhaupt nicht. Kopfschmerz hin oder her?! Das ist so ein Moment, wo du realisierst, dass deine Bestzeit sich gerade atomisiert hat und genau das konnte man in vielen Gesichtern lesen.

 

Der Wechsel gelang mir tatsächlich in irre kurzer Zeit, aber nützt die mir noch? Bike geschnappt und raus auf die Prorarer Chaussee. Eine einzige Perlenkette an Radfahrern fern der Triathlonbox rollte aus Binz heraus. Kaum aus dem Wald heraus übelster Wind frontal in Richtung Bergen, wo es ohnehin schon leicht bergauf geht. Meine fixe Idee auch mal schneller Rad zu fahren, löste sich gerade in Luft auf. Die erste Runde war ein einziges Gelutsche aller Sportler, weil die DTU Schiris sich schön um die Profis kümmerten. Kein Promi zu sein, hat manchmal auch Vorteile. Hier aber ging es auch überhaupt nicht mehr anders - zu voll. Erst in der 2. Runde war Abstand wieder möglich.

 

Kurz vor der Abfahrt 1. Runde nach Binz war ich gerade dabei meinen sauber auf das Oberrohr geklebten Power Bar wieder zu lösen und zu essen. Dabei klebte das widerspenstige Ding, weich geworden von der Fahrt inzwischen überall. Mund voll, verkleisterte Hände drehte ich mich nach links herum und glotzte frontal in eine große Fernsehkamera. Kurz darauf heizte der amtierende Weltmeister Patrick Lange an mir vorbei. Ach Du Scheisse, hoffentlich war das nicht live? Nächster Gedanke: Einfach mal weniger fressen und schneller fahren! Letzteres funktionierte dann trotz zunehmend krasser Windverhältnisse doch noch ganz gut. Minus 4 Minuten zum Vorjahr. Windverhältnisse wie 2017 und es wäre sogar mehr drin gewesen!

 

Der Lauf lief gefühlt perfekt. Gleichmäßiges Tempo, gut Energie zugeführt, lief ich eigentlich wie eine Nähmaschine ohne jeglichen Einbruch. Die Blase am kleinen Zeh scheuerte dank Meltonic Creme überhaupt nicht und die lästigen Kopfschmerzen rannte ich mir nach 10 km doch noch weg. Einzig der Kohledampf der Binzer Museumsbahn sorgte in der 1. Runde für einen unschönen kleinen Asthmaanfall, den ich gerade noch so wegathmen konnte. Bronchialkrampf hätte auch das AUS bedeuten können. Die letzten Kilometer konnte ich sogar nochmal krass Tempo anziehen und kam hier sogar auf einen 4 Minuten Schnitt im Lauf.

 

100m vor dem Ziel warf Ralf mir die Vereinsflagge über die Bande. Strandräuber 70.3. Rügen mit einer echten Piratin musste jetzt einfach sein und kam auch richtig gut an sowie das anschließende Bad in der Ostsee:

5:54 h - bääääääm - gefühlt war es besser als 2017 und doch war es 6 Minuten schlechter ??? Kann das sein?? Ich habe 4 Tage inkl. Garminanalysen gebraucht, um zu verstehen, wo die Zeit geblieben ist und ob ich jetzt wirklich besser war oder nicht.

 

Das Schwimmen war satte 300m länger, weil die Bojen völlig abgetrieben waren, was Ironman später sogar bestätigte. 2017 schwamm ich 1,9 K in 37:02, jetzt schwamm ich 2154m in 37:23 Min (muss Ideallinie gewesen sein, denn die meisten Athleten hatten 2200m auf der Uhr). Krass verbessert!

 

Rad: 2:52h versus 2:48h bei deutlich stärkerem Wind. Also besser.

 

Lauf: 2:06h zu jetzt 2:09h, also 3 Minuten Unterschied. Wesentlich schneller war nicht drin mangels Training, das war von Anfang an klar. Nach Vergleich Garmin war ich trotzdem leicht besser, denn die längere Wechselzone sorgte für Plus und ansonsten war das Tempo so gut wie gleich. Besser war es dennoch, denn einen 4 Minuten Schnitt konnte ich 2017 nicht mehr zum Ende anziehen, auch habe ich mich damals deutlich mehr gequält.

 

Herausgekommen ist ein 12. Platz in meiner AK. In AK und in der Gesamtwertung der Frauen kann ich mich also sicher im vorderen Drittel platzieren. Und da ich in nur 5 Wochen die AK zwangsläufig wechsle, sieht das Ganze zukünftig noch vielversprechender aus, denn in der TW 45 wäre ich sogar 8.`te geworden. 5 Minuten schneller laufen, dann wäre sogar der 5./6.`te Platz drin.

 

"40 year of dreams", so der Spruch zum Ironmanjubiläum in diesem Jahr, passt perfekt zu meinem letzten Mitteldistanzwettkampf in der TW 40 ;-) mit dem ich dann nach 4 Tagen Zweifel doch mehr als zufrieden bin. Mitteldistanz ist mein Ding. Einfach mal dran bleiben!

 

Danke Ralf für die tollen Fotos. Finisherpix macht keine besseren, nimmt aber viel Geld dafür (18 Euro ein Bild!!! Wahnsinn).

 

Mein Dank geht an die großartige Unterstützung meines Sports durch KiWAMI Deutschland. Nicht nur der schönste, auch der beste Triathlonanzug, den ich kenne.

 

Mein besonderer Dank gilt  Dir "Coach Basti" (JES Bewegungsschmiede Hamburg) für den Trainingsplanwahnsinn, bedingt durch meine ganze Ausfälle. Du hast es oft nicht leicht mit mir, aber irgendwie kriegen wir es am Ende doch immer hin.  Du sagst immer "hinten kackt die Ente" ;-) und hier kackte sie ganz hinten auf  Rügen!

 

Zum Presseartikel Weser Kurier vom 15.09.18 hier klicken!

Sparda Münster City Tri

Der top Triathlon, leider immer schnell ausgebucht, aber dieses Mal hatte ich aufgepasst und einen der begehrten Startplätze für die olympische Distanz ergattert und ich muss sagen: Wahnsinn, was ein einfacher Triathlonverein dort organisatorisch leistet – RESPEKT!

 

Nach Ibiza und Berlin XL war ich etwas unschlüssig was geht und was nicht. Tendenz war nach Berlin zwar positiv, aber die Magenprobleme beim Laufen beeinflussten das Realergebnis deutlich. Hat sich trotz miesem Winter zum 1. echten Triathlonjahr etwas bewegt oder eiere ich auf gleichem Niveau vor mich hin? In Münster wollte ich es jetzt wissen.

 

Eine Woche vor dem Start testete ich einen neuen Laufstil: einarmig. Ihr stellt Euch jetzt die Frage, wieso läuft sie mit den Armen? Tut jeder von uns: Schwung holen bei jedem Schritt und die Laufschule sagt, dass die Arme dabei nicht über die Körpermitte schwingen sollten. Das tut mein Linker ständig, weil das Schultergelenk nach dem Unfall nichts anderes zulässt. Folge: mein ganzer Körper wird wie ein Schraubgewinde nach rechts eingedreht, die Kraft geht nicht nach vorn. Um auszugleichen muss ich mit der Hüfte rechts gegenhalten, die Folge: ISG Beschwerden und muskuläre Überlastungen. Ständiger Trainingsstopp, Physio, Athletik – alles was ein continuierliches Lauftraining ruiniert.

 

Meine letzte große Baustelle auf dem Weg zu einer anständigen Triathlonleistung: Laufen. Wenn also jede Ausgleichsmaßnahme fehlschlägt, hilft nur noch Ursache ausschalten und siehe da, es „läuft“. Erster Realtest Münster!

Schwimmen:

Im Kanal bei 24 C ohne Neo in grüner Algensosse. Man hatte extra für uns unter Wasser Rasen gemäht. Anmoderiert wurde unsere und somit die 1. Startgruppe des Tages sogar vom Ironman-Moderator himself. Coach Basti sagt: Beim Schwimmen gleich zu ballern, bringt nicht viel außer Ärger am Ende. Ausnahmsweise hörte ich an diesem Morgen wenigstens 1 x auf ihn und sortierte mich ganz hinten ein…mein Gott war der Kanal voll. Man hätte über orangene Badekappen wie Jesus übers Wasser laufen können. Startschuss und nichts ging. Ich glaub 2 Runden lang bis die lange Gerade ins Ziel kam. Was für eine Waschmaschine. Ich musste immer wieder abbrechen, ausweichen und neu ansetzen. Null Rhythmus. Dann endlich der Ausstieg. Allerdings war das Ding für mich mit 1,62m und einem kaputten Arm ein unüberwindbares Hindernis. Ich kam erst nicht raus, dann stürzte ich voll aufs Knie, weil ich mich nicht halten konnte, bis mir endlich jemand half.

 

Kurzer Blick auf den Garmin 33 Minuten – was für eine miese Zeit!Einen kurzen Moment hatte ich schon keinen Bock mehr, dachte aber wieder an Coach Basti, der zu sagen pflegt, dass der Hund immer hinten kackt. Mal schauen…

Rad:

Nicht ganz gerader Parcours, gut zu fahren, aber auch einige scharfe Kurven, Anstiege und WIND – ganz besonders HEUTE. Ich bin nicht volles Risiko gefahren, aber konstant mein Tempo und konnte gut Boden wettmachen. Am Ende stand 1:07h auf dem Garmin – wow, das ist 6 Minuten schneller als im letzten Jahr. Berlin hat nicht getäuscht. Ich fahre dieses Jahr tatsächlich schneller Rad.

 

Lauf:

Es war inzwischen Mittag und 30 C heiß. Ich lief von Anfang an nach Gefühl – jetzt war mir Basti egal. In der 1. Runde rief mir ein Streckenposten zu: „Vor dir 50m zwei Frauen, dann bist du AK Zweite“….ich dachte:“Sabbelkopp, von hinten kommen gleich noch ganz andere, wenn ich eins nicht kann, dann laufen“ und so zog ich mein Ding durch. 

 

Super waren die Duschen auf der Laufstrecke. Ich habe keine ausgelassen und irgendwie habe ich in der 2. Runde dann doch die beiden Mädels überholt und das Gefühl gehabt, ich wäre ziemlich weit vorn. Am Ende waren es 57 Minuten. Leicht schneller als im letzten Jahr und für das miese Training echt gut. Noch besser: der neue Laufstil. Keine Beschwerden mehr und die Kraft ging nach vorn. Ich hatte deshalb auch keinen Einbruch und kam ziemlich frisch im Ziel an:

Und der Hund hat tatsächlich hinten gekackt: 2. Platz AK *unbelievable in Münster* und 20. gesamt von 64 Frauen auf OD. Beste Schwimmzeit in meiner AK (war doch nicht so schlecht), super Radzeit und ein solider Lauf. Zur Siegerehrung war ich wieder nicht. Es gab aber nirgendwo Ergebnisse und ich musste noch durch das Verkehrschaos heim. Irgendwo bei Bramsche hatte ich sie dann ergoogelt und konnte es selbst kaum glauben.

 

1,5 Jahre Arbeit, um mit Handicap alle 3 Disziplinen zu optimieren. Mit dem einarmigen Lauf wird endlich kontinuierliches Lauftraining möglich. Dadurch auch langfristig bessere Laufzeiten. Alle 3 Disziplinen sind in diesem Jahr auf kontinuierlichem Niveau. Nach hinten raus beginnt nicht mehr das große Sterben, weil in einer Disziplin max. geballert werden muss, um schlechtere Disziplinen auszugleichen. Gesamt leicht schneller und zugleich eine gleichmäßige Dauerbelastung in allen 3 Disziplinen. Super Fortschritt! Wieder ein Beispiel dafür, dass dich Hartnäckigkeit, Ausdauer und Disziplin immer weiter bringen.

Auch hier kackt der Hund immer hinten!

Berlin XL 2018

Berlin XL, eine der wenigen LD-Triathlons in Deutschland ohne „Mr. IM“ zum zivilen Preis in top Organisation….man munkelt „Mr. IM“ wollte ihn sogar „übernehmen“, aber zum Glück ist daraus nix geworden. Ich wollte dort mangels regionaler Mitteldistanz einen kleinen Formtest absolvieren.

 

Am Samstag begann die Reise auf  Deutschlands Großbaustelle Nr. 1 – die Auto-bahn. Bei uns im Norden ist alles so aufgerissen, dass man lieber zuhause bleibt als irgendwo hinzufahren. Ich stelle mir gerade den IM Hamburg, die Cyclassics oder den ITU Triathlon vor. Ich meide Hamburg einfach nur noch, andernfalls kann ich mich schon in Walsrode in den Stau stellen. Wir quälten uns auch nach Berlin so durch: 10 Uhr los - 16 Uhr an. Schön ist was anderes bei nicht mal 350 km.

 

Ankunft im Hotel: „Wir sind überbucht, tut uns leid, wir hätten da ein Ersatzhotel.“ Macht ja nix, wegen dem Hotel waren wir gerade durch etliche Umleitungen im Stadtverkehr geeiert. Es war das Einzige, dass vor 5 Monaten noch halbwegs in der Nähe vom Triathlonstart ein Zimmer frei hatte. Berlin total ausgebucht – Urlaubszeit. Ersatzhotel und Startort Triathlon schnell durch den Navi gejagd, entschieden wir uns erst Startunterlagen zu holen, denn das Hotel sollte am anderen Ende der Stadt liegen. Worst case!

 

Das war schnell erledigt und wir bekamen noch den Tipp Müggelseehotel oder Hotel Grünau. Müggelseehotel war voll bis unters Dach. Nachdem wir deshalb einen hübschen Fußmarsch hinter uns hatten und die Uhr 17:30 Uhr zeigte, riefen wir im Hotel Grünau an. Zimmer frei – Gott sei Dank, denn das war nur 15 Minuten um die Ecke. Preis und alles andere egal, für eine Nacht wird’s schon reichen und nix wie hin. Man muss aber auch mal Glück haben: 4 Sterne, top Zimmer, super Küche !!! und sehr nettes Personal. Jederzeit gerne wieder, insbesondere bei dem top Preis von 83 Euro im Doppelzimmer! Erst schön gegessen und dann um 21 Uhr noch einen kurzen Aktivierungslauf. Das Hotel liegt super ruhig in einem großen Waldgebiet.

Raceday:

Ja, so sehe ich morgens ohne Kaffee aus und der Schwimmstart war auch schon korrekt be-schildert.

 

Matschig war ich ohnehin nach all dem Reisestress der letzten 2 Wochen. Das war auch alles so  nicht geplant, aber wenn plötzlich 2 Dienstreisen ausgerechnet in eine lange Rennplanung fallen, dann muss man da halt durch. Was soll`s, bisher sind das alles sowieso nur Trainingsrennen für Rügen. Anders kann man das auch nach einem versauten Infektwinter nicht mehr betrachten. Training by Racing nenn ich das!

 

Parkplatz war schnell gefunden, Check-in schnell erledigt. Um 08:15 Uhr stand zum Glück fest: Neo erlaubt. Ohne hätte ich die Wasserschlacht auch nicht überlebt! Dazu gleich mehr. Kurzes Briefing und dann ging es auch schon zum Start am See.

 

Schwimmen:

Der Einstieg ging nur über einen geharkten Unterwasserbereich, weil Biergarten-besucher gern ihren Müll in den See schmeißen: Scherben, Plastik und anderer Unrat überall im See. Ich hab es vorgezogen schnell zu schwimmen und nicht länger auf dem Müll herumzutrampeln.

Kurz darauf war der Teich brechend voll und ich in der 3. Startreihe. Punkt 09:00 Uhr gings los. Um es kurz auf den Punkt zu bringen, ich habe noch nie in einem Triathlon 1,9 km lang so auf die Fresse gekriegt.

 

Eine riesige Waschmaschine: Schläge von allen Seiten, teilweise wurde man zwischen den Schwimmern eingeklemmt, Schwimmer bekamen Panik und man schluckte literweise Wasser. Nach 700m kam die 1. Wendeboje und ich dachte, jetzt müsste es doch langsam mal besser werden – Fehlanzeige – es ging genauso weiter bis zum Ausstieg. Kein Schwimmrhythmus zu finden. Mein Garmin versagte nach 1500m in der Wasser-schlacht. Gefühlt waren das 3,8 km. Noch nie war ich so froh aus dem Teich zu kriechen. Die Zeit war mies, aber war sie bei allen Schwimmern. Ich lag trotzdem noch passabel im Rennen.

 

Rad:

Die Radstrecke war mit 129 hm pottflach, aber auch krass windig. 26 km geradeaus, dann 2 Runden im Kreis und wieder 26 km zurück. Geiles Ding zum Ballern. Das hat mal richtig Spass gemacht. Zwar keine Vollsperrung, aber wenig Verkehr, lediglich zur Zieleinfahrt wurde es zäher als auch noch die Sprint XL Starter auf der Strecke waren. Unterschätzen sollte man die Nummer trotzdem nicht, denn 93 km ständig in Aeroposition zu treten, hauen auch ganz schön rein. Nach 2:52 war ich wieder drin. Gleiche Zeit wie Rügen, aber 3 km mehr. Radzeit o.k. und nicht überzogen. Der Wechsel ging extrem flott, aber ich merkte, dass mein Magen mir das abgeknickte Hocken auf dem Rad etwas übel nahm und ich hatte leichte Kopfschmerzen von der Schulterüberlastung beider Splits.

Lauf

Ich wollte mich an Basti`s Vorgaben halten und tat es auch. Die 1. Runde lief ich in dem Tempo stellte aber auch fest, dass mehr irgendwie nicht drin war. 2 Runden Kopfschmerzen, die Mittagssonne brannte. Essen und Trinken…mein Magen machte nach 2 Runden endgültig zu. Du hast jetzt die Wahl: Entweder mit Essen und Trinken aufhören und Chollaps oder Krämpfe riskieren oder am Rande der Kotzigkeit finishen. Ich entschied mich für Letzteres. Konditionell null Probleme, aber einen Blähbauch wie ein Kugelfisch quälte ich mich durch die Hitze und stellte fest, dass nicht nur ich Probleme hatte. Mehrfach rollte der Sanitäter und immer wieder traf ich auf Teilnehmer, die nur noch gingen. Ich ging eigentlich nur in der Verpflegung, dazwischen versuchte ich zu laufen. Die letzten 2 km in der brütenden Hitze auf dem Radweg wurden dann zur echten Tortour. Finish nach 5:54h.

 

Fazit:

Schwimmen und Radfahren o.k. – leicht verbessert. Gelaufen wäre ich einen 2 h HM, wenn der Magen nicht gestreikt hätte. Damit hätte ich die Leistung von Rügen im letzten Jahr leicht verbessert und mindestens bestätigt. 2 Monate verbleiben, um am Lauf weiter zu arbeiten. Insofern wirft mich der Infektwinter nicht völlig aus der Bahn.

 

Platziert habe ich mich auf Rang 8 in meiner extrem stark besetzten Altersklasse. Generell haben eine Menge hochklassiger Triathleten mit Ziel Ironman Hamburg den Berlin XL als Formtest genutzt. Im Vergleich zum Berlin XL kann man deshalb schon sagen, dass ein Ironman fast eine Breitensportveranstaltung ist, wenn man die Zielzeiten vergleicht.

 

In meiner AK lief der 7. Platz einen HM in 1:50h, die Starterinnen davor um die 1:30h - 1:40h. Im 2. Triathlonjahr unmöglich so schnell zu laufen, wenn man nicht aus dem Laufsport kommt. Nach dem Rad lag ich auf Rang 5 meiner AK, was sich in dem starken Starterfeld durchaus sehen lassen konnte. Den AK- und Gesamtsieg holte sich die Duathlon Weltmeisterin Anja Leuendorff. Die 2 folgenden Damen waren ähnlich stark. Insofern verbuche ich diesen Formtest für mich als positiv.

 

Tolle Veranstaltung, die keine Wünsche übrig ließ und die Finishermedallie kann mit einer von Ironman auch fast mithalten (gold):

 

Und hier noch ein paar Bilder:

Ironman 70.3 Rügen

10.09.2017 

Im letzten Jahr habe ich eine Mitteldistanz 6 Woche vor Ibiza als Testlauf gesucht und da zu dem Zeitpunkt eigentlich schon Saisonende ist, stolperte ich über den Ironman 70.3 Rügen. Ich muss dazu sagen, dass ich an der Ostsee groß geworden bin, das Meer liebe und ich Triathlon mit der ganz großen Weite verbinde. Das Meer als Kulisse eines Ironman ist einfach unbeschreiblich schön und nicht umsonst wurde der IM Rügen im letzten Jahr auch zum Schönsten 70.3 weltweit gekürt. Als Piratin passte der "Strandräuber" natürlich auch perfekt zu mir, also nichts wie los eine halbe "Ironwoman" zu werden!

 

Das Problem zu dieser Jahreszeit ist natürlich das Wetter. Im letzten Jahr war es top, jetzt wackelte es gewaltig. Wir reisten am Freitagnachmittag an und es schüttete aus Eimern. Gut war, dass wir uns gleich nach Ankunft registrierten, denn am Samstag hätten wir dazu sehr lange gebraucht - was für eine Schlange!

 

Damit war der Freitag eigentlich auch schon durch. Am Samstagmorgen stürmte und regnete es weiter wie Sau. Im Hotel sagte man uns, dass die Wetterstation Hiddensee sehr genau sei und für Sonntag wenig Wind und absolute Trockenheit vorausgesagt hatte. Wir waren eher skeptisch bei dem Weltuntergang. Die Wettkampfbesprechung am Kurhaus erfolgte im Regen:

Anschließend packten wir die Wechselbeutel. Anders als in normalen Triathlons musste man sein Equipment bereits am Vortag abgeben. Für das Radfahren und Laufen gab es extra Beutel, die an Ständern aufgehängt wurden. Umziehen musste man sich dann in einem Wechselzelt. Die Frage war: "Wie wird das Wetter? Was ziehe ich an?". Wichtig zunächst alles wetterfest zu verpacken damit die Klamotten nicht schon vor dem Wettkampf nass wurden. Die Beutelständer am Bahnhof Binz waren schließlich nicht überdacht. Selbst wenn es am Renntag nicht regnen sollte, waren die Temperaturen nicht besonders hoch. Wer den kalten Ostseewind kennt, packt sich doch lieber ein Radtrikot in den Sack. Da ich generell nur Triathlon-bekleidung ohne Arm habe, habe ich gleich ein Kurzarm- und ein Langarmtrikot in den Sack gesteckt. Wahl folgt im schnellen Wechsel. Ich entschied mich außerdem die Schwimmbekleidung komplett auszuziehen. Die Ostsee hatte gerade einmal 17,2 C. Das war kälter als der Maschsee und nur 1 C vom Duathlon entfernt. Nach 1,9 km im kalten Wasser dann mit den nassen Sachen auf`s Rad im kalten Wind, kann eine hübsche Erkältung provozieren und genau die kann ich 5 Wochen vor dem Hauptwettkampf überhaupt nicht gebrauchen.

 

Die Säcke waren also voll und schwer und wir gaben sie auch erst gegen Abend ab. Auch das war schlau: die Sachen wurden weniger nass. Kurz nach dem Check Inn ging am Bahnhof noch einmal krass der Himmel auf!

Sonntag morgen - Raceday - die Sonne schien !!! Unglaublich. Punkt auf die Minute bestes Wetter als sollte es an meinem ersten IM so sein. Unser Hotel lag schlau: kurzer Weg zur Wechselzone und zum Start. Wir gingen nochmal zur Wechselzone, um Sachen aus den Beuteln zu holen, die über Nacht nicht nass werden sollten. Anschließend ging es zum Start. Neo an, Pre-Race Beutel abgegeben und ab in den Startblock.

 

Rolling Start dauert. Ich war so scheiße nervös. Zum einen 2 Tage Vorgeplänkel machen nervös, zum anderen meine 1. Mitteldistanz und keine Ahnung, ob Arm- und Schulter das wirklich aushalten. Noch nie gemacht. Dann traf ich eine "Frankfurter Polin" im Startblock. Endlich ein lockeres und lachendes Gesicht. Wir haben uns gleich super verstanden. "Ich schwimm immer Brust. Ironman Hamburg 2:10h - egal!" Sie riet mir weiter vorn zu starten. Die Einteilung würde nie stimmen.

Recht hatte sie und ich war ihr im Nachhinein echt dankbar dafür. Wir unterhielten uns über Spucke in Schwimmbrillen und Pinkeln im Neo bis die Männer sich umdrehten und wir sagten: "Ja, wir reden wenigstens offen darüber",was für Gelächter im ganzen Block sorgte.

 

Den Start hätte ich vor lauter Spass fast verpasst. Irgendwann stand ich vorn und musste rennen. Die Ostsee war arschkalt. Ich war aber froh nicht vorher schon im Wasser gewesen zu sein und nass im Wind ewig im Startblock gestanden zu haben. Der Kälteschock war kurz und mein "One" isoliert verdammt gut. Aus der Erfahrung Allerschwimmen und Maschsee hatte ich mir 2 Badekappen aufgesetzt damit mir nicht das Hirn einfriert. Die Profis starteten mit Neoprenbadekappen.

 

Ich kam gut weg, hatte null Waschmaschine. Guter Rhythmus und viel Wasser-schatten. Im Wasser waren ganze Quallenschwärme und auf halber Strecke guckte ich plötzlich in zwei "blaue Augen" - die größte Qualle des ganzen Schwarms landete natürlich direkt in meinem Gesicht. Man hätte die Dinger auch als Paddels benutzen können. Nach exakt 36 Minuten und 2034m kam ich aus dem Wasser. Persönlicher Schwimmrekord. Unglaublich!

 

Was dann folgte war ein elendig langer Wechsel. Es waren ca. 1,5 km durch Binz zum Bahnhof zu laufen und nochmal 400m ewiger Wechselweg in der Wechselzone. Den Neo oben schon runter war kalt, ihn anzulassen und damit zu laufen war beim Luftholen aber auch irgendwie hinderlich, also runter damit *brrrrr* - die Badekappen hab ich bewusst bis zum Wechselzelt aufgelassen.

Ich hatte Glück mit meinen Sachen. Das Rad stand direkt mittig hinter dem Wechselzelt, die Beutel 403 links unten. Ich fand auf Anhieb alles wieder. Der Klamottenwechsel dauerte ziemlich lange. Die meisten zogen sich trocken um, aber wenn alles am Körper noch klebt, kommt man nur schlecht in die trockenen Sachen hinein. Der anschließende 400m Sprint mit Radschuhen war der Hass. Die Profis hatten es leichter - ganz kurzer Wechselweg.

 

Ich war froh endlich auf dem Rad zu sitzen. Gleich nach Ausfahrt Wechselzone wollte ein St. Pauli Kollege schon Verpflegung aufnehmen und wäre fast in die Helfer und wenig später in mich gestürzt. Wieso braucht man da schon eine Flasche? Es ging pottflach an der Prora vorbei. Super für die erste Verpflegung nach dem Schwimmen. Und dann kamen ein paar Hügel. Für mich als Mountainbikerin kaum spürbar, aber Triathleten scheinen damit richtig Probleme zu haben. Die standen wie die Eimer am Anstieg und ich zog locker vorbei.

Mein Problem des Testlaufs war es jetzt Radleistung so zu steuern, dass ich im Halbmarathon nicht abkacke. Also Tempo suchen. Nicht einfach. Ich wollte nicht völlig überpacen, aber so niedrig gedrosselt Rad zu fahren, war für mich völlig neu. Im Rennen Landschaft angucken hatte ich noch nie. Die X-Terra war ich mit HF Durchschnitt 165 geballert und bin dann trotzdem noch gut gelaufen. Aber das waren auch nur 9 km. Andererseits fährt man auch mit HF 165 MTB-Marathons 6 h durch oder 24h Rennen und jetzt nur 150 HF max? Schwierig. Ich beendete den Radsplit nach 2:52h. Klar kann ich das schneller, aber hätte sich das aufs Laufen ausgewirkt? Weiß keiner!?

 

Der 2. Wechsel ging jetzt deutlich schneller, weil ich nur Radtrikot auszog und Lauf-schuhe an. Im Übrigen war meine Bekleidungswahl für den Radsplit perfekt: weder zu warm noch zu kalt.

 

Ich hab mich auf das Laufen richtig gefreut. "Jetzt sind es nur noch 21 km. Arm- und Schulter haben gehalten." Letzteres war die große Frage: Überlaste ich mit fast 40 Minuten Schwimmen und 3h Auflieger den linken Arm oder wird er halten? Ich lief von Anfang an schnell los. Die Beine waren gut, da ging einfach richtig was! Ich klatschte Kinderhände ab und machte Fotografenspäße.

Nach km 10 sah ich auf meinen Garmin: 58 Minuten. Ich wusste, dass ich das noch einmal locker verdoppeln kann. Den Berg lief ich beide Male hoch, wo andere längst gingen.

 

WOW, sollte ich es doch schaffen die Zeit vom Brückenlauf zu produzieren? Und das mit der Vorbelastung - geil! Gefühlsmäßig begann ein "Auf" und "Ab". Was sind 21 km nach 4 Jahren Kampf und 10 Monaten Triathlontraining. 10 Monate nach einem 2. Schlüsselbeinbruch bring ich das Ding in unter 6h problemlos rein. Dahinter steckt so viel Disziplin und Arbeit. Ob die Reha nach dem 2. Bruch, die Schwimmtechnik und -kraft, die Probleme beim Laufen, Wettkampfdichte von Sprint bis hin zur X-Terra und sogar 6 Wochen vor Rügen noch eine komplette Ernährungsumstellung, die mich am Ende 2 kg leichter machte. Mehr ging nicht, mehr hätte man kaum perfektionieren können. Jetzt wurde das alles belohnt!

 

Mir schossen Bilder eines Implantatversagens, einer Chemotherapie und einer steifen Schulter durch den Kopf, gleichzeitig sah ich die Leute an der Strecke anfeuern. Ich rannte lachend und zugleich heulend durch Binz. "Das Ding bringt ich jetzt rein und dann fahr ich nach Ibiza und feiere dort meinen Triathlongeburtstag!"

 

Nach 5:48:26 war ich im Ziel. Nicht völlig im Eimer. Testlauf bestanden. Perfektes Debüt:

Unter anderen Bedingungen hätte ich noch deutlich Zeit sparen können, vor allem im Wechsel, aber das hatte ich nicht fokussiert. Ich wollte nur Swim-Bike-Run optimal steuern und ein Gefühl dafür bekommen. Testen, ob ich mich richtig versorge. Kein Krampf, kein Hungerast. Absolut nichts falsch gemacht. 

 

Es wurde der 11. Platz AK von 30 in einer stark besetzten Altersklasse. Im Jahr 2016 hätte das für den 5. Platz gereicht. Am 10. rauschte ich nur 15 Sek. vorbei.

 

Für mich steht fest, dass das nicht meine letzte MD neben Ibiza ist. 2018 werde ich in Rügen auf jeden Fall wieder starten. Ein Ironman am Meer hat einfach eine ganz besondere Atmosphäre. Danke Rügen für diesen geilen Tag!

 

Und hier zu den Bildern:

O-See Challenge/ X-Terra

19.08.2017

Bei der Vogtland Challenge hatte ich mich gefragt, welches Schwein mich geritten hatte, jetzt befand ich mich im berühmten 3-Länder Eck (PL-D-CZ), also am Arsch der Welt und hätte nie gedacht, hier nach über 17 Jahren noch einmal an der deutschen Grenze zu stehen. Dafür gab es zu Bundesgrenzschutzzeiten noch „Buschzulage"! Wir Bundespolizisten nannten diese Erschwerniszulage damals so, weil die Einsatzorte echtes "Buschland" waren und jetzt fuhr ich da freiwillig hin, um an der O-See Challenge, dem letzten X-Terra-Germany-Lauf in Zittau, zugleich Deutsche Meisterschaft im Crosstriathlon, teilzunehmen. Wo ich früher beruflich Asiaten im Wald jagte, jagten sich jetzt ein paar Triathlonfreaks durch den Dreck und sahen aus wie Schweine, denn es hatte die ganze Nacht vor dem Start geschifft. So ändern sich die Zeiten!

 

"Sauber" Finishen war meine Devise. Zur DM meldete ich nur als Nebenprodukt, weil der Veranstalter meinte, das könnte man doch gleich mit angeben. Was ich nicht wusste war, dass ich dadurch mit meiner Startnummer 59 direkt in der Wechselzone neben den Profis stand:

…und in der kleinen Startgruppe Frauen Age Group DM starten musste. Na suuuper, ich einzige Handicap-Sportlerin mitten in dem leistungsstarken Feld. Mein Hirn schaltete gleich auf: "Mach einfach Dein Ding" um, und "bloß nicht zu schnell starten, egal wie weit du hinten rausfällst". Ein wenig ging mir die Presse auf den Keks, die dauernd, um meinen Wechselplatz schlich. Wenn man direkt neben Osborne & Co parkt….ich rede hier nicht von spanischem Brandy, den ich zum Mut ansaufen hätte gebrauchen können, sondern vom späteren Sieger der Profis. Immerhin zwei Teamkollegen vom Team Kiwami zumindest vor dem Start noch auf gleicher Höhe :P...

 

Was mir in der Wechselzone schon auffiel, war die Anzahl schwerer Fullys. Strecke vorher abradeln unmöglich. Scheiß Gefühl nicht zu wissen, was einen erwartet, außer dass Freunde schon gewarnt hatten: "bergab besser schieben, sehr grobschlächtig". Da stand ich mit meinem nervösen 26 Zoll mit 60`er Vorbau - definitiv nicht zu empfehlen für die kranke Nummer!

 

Es ging zum Schwimmstart. Vor uns die Profis, dann der DM Age Group Block der Frauen…..keine 40. Ich hatte noch nie so ein scheiß Gefühl vor dem Start. Neo verboten, Swimsuit durfte ich auch nicht tragen: "Hallo, wieso denn 3 Männer im Pro Block mit Aquarush und ich musste meinen ausziehen?" Wenigstens gab es passend zum Anzug die perfekt farblich abgestimmte Badekappe und ich finde die Fotos sind richtig schick geworden:

Vorher einschwimmen war auch nicht, Startschuss und ab in den Teich. Zum Glück war der O-See 23 C warm, so dass der berühmte Kälteschock mit Atemproblemen ausblieb. Dafür kämpfte ich mit der Richtung. Total bescheuerte, schiefe Schwimmlinie zu den Bojen. Hatte ich so noch in keinem Triathlon. Durch meine Armschwäche und den "technischen Defekt" meines linken Schultergelenks tendiere ich im Schwimmen immer stark nach links. Ist wie in einem Ruderboot, wenn der linke Paddel weniger kraftvoll arbeitet. Jetzt hatte ich mir im Training  gerade schwimmen lange antrainiert und hatte jetzt diese völlig schiefe Schwimmlinie. Deshalb kam ich insgesamt 4 x vom Kurs ab und verlor Zeit und Meter. Lief schon mal besser, aber trotzdem ließ ich die Hälfte der Damen mit 30 Minuten Schwimmzeit hinter mir. 

 

Der Wechsel lief eigentlich ganz gut. Für X-Terra sollte man sich nur MTB-Schuhe mit einfachen Klettverschlüssen zulegen, sonst fummelt man zu lange am Schuh herum. Die ersten 10 km Rad liefen recht gut, dann kam das was ich hasse: Laufen & Schieben. Deshalb hatte ich auch keinen Bock mehr auf Cyclocrossrennen. Der steilste Anstieg nur zu laufen. Problem war der Schlamm vom Regen mit Lehm auf rutschigen Felsen. Wenn du die Schulter kaputt hast und links nicht schwer und lange Tragen kannst, wird das zur Tortur. Und so kam es, dass ich meinen linken Arm überlastete. Die Muskulatur fing an zu zittern, kein Gefühl mehr in der linken Hand. Dann kamen die Abfahrten:

Was hier noch toll aussieht, wurde immer heftiger….oder "grobschlächtiger" - mein letzter Schlüsselbeinbruch war noch nicht mal 1 Jahr her und es ging auf Enduro-Pfaden bergab über Felsgeröll und Matsch. Ich entschied die Abfahrten zu laufen. Ein einziger Schlag auf das Vorderrad und mir würde der überlastete Arm weg knicken. Das ist die Nummer hier nicht wert! Rügen und Ibiza sind wichtiger. Dafür hab ich mich ein Jahr lang vorbereitet. Außerdem habe ich genau deshalb MTB-Rennen an den Nagel gehängt. Als einzige Handicap Starterin muss ich da nicht runter fahren….und ich habe ein paar üble Stürze gesehen.

Also verlor ich massiv Zeit.

 

Nach 2:55h kam ich in der Wechselzone an, stellte aber auch fest, dass ich trotz Laufeinlagen noch nicht die Letzte war. Blöder Weise hatte mir mein Wechselnachbar sein schweres Fully auf meine Sachen geschmissen und ich hatte plötzlich 2 Fahrräder, die ich nirgendwo parken konnte, weil kein Platz mehr war. DTU-Schiri guckt streng…..was tun? Räder an die Seite legen - Anschiß? Oder gibt’s dafür auch gelbe Karten? Keine Ahnung….nach einigem hin und her, schaffte ich es ein Rad aufzuhängen, das andere zog ich in den Gang, so dass der Weg noch frei war. Meine Sachen alle durcheinander. Der ganze SCHEISS-WECHSEL kostete mit satte 2:15 Min….na DANKE!!! Normal wär ich nach 1 Minute weg gewesen.

 

Es folgte der Lauf. Ich nahm mir vor wenigstens die Laufleistung sauber abzurufen. Nicht umsonst hatte ich in den letzten 4 Wochen viel trainiert. Ich konnte sofort schnell loslaufen und super das Tempo halten. Es ging gleich zu Beginn wieder bergauf. Anders als in Zeulenroda lief ich leichtfüßig die Anstiege hoch und gab Gas. Ich überholte nach 2 km etliche Starter vor mir, die auf dem Rad überzockt hatten und jetzt einbrachen. Ich hatte nicht im Ansatz Probleme. Nach km 3 hatte ich Anja Kiesel plötzlich vor mir. Ich blieb dran, hörte am Berg, wie sie sich quälte und dachte, komm zieh vorbei. Sie versuchte zwar noch wieder aufzuschließen, hat es aber bis ins Ziel nicht mehr geschafft. Meine Brooks Pure Grid waren in dem Schlamm ein Traum. Selbst bergab auf Schmierseife top Grip! Geiler Schuh! Einzig meine Schulter schmerzte den gesamten Lauf brutal - es half nur Zähne zusammenbeißen.

 

Nach 4:28h war ich im  Ziel:

Nicht völlig im Arsch, zufrieden mit meiner Leistung und der Entscheidung kein Risiko zu fahren. Es war der 29. Platz O-See Challenge gesamt und der 6. Platz in der AK.

 

In meiner Altersklasse bin ich 3. der Deutschen Crosstriathlonmeisterschaft ge-worden und in der X-Terra Germany Tour konnte ich mir den 2. Platz AK der Gesamtwertung sichern und die Top Ten gesamt.

 

Danke an die DTU Frankfurt für das nachträgliche Zusenden meiner DM Bronze-medaille. Ich wusste nicht, dass die Age Grouper ausgezeichnet werden und war deshalb nicht zur Siegerehrung.

 

Fazit:

War eine tolle Orientierung, lohnt aber nicht der weiten Anreise. Zudem ist die Radstrecke zu hart für meine körperliche Einschränkung. Normale Crossduathlons ja, solche Enduro-Nummern kommen für mich aber nicht in Frage. Deshalb habe ich den MTB Sport eigentlich auch an den Nagel gehängt. Da das Ganze auch noch trainingsspeziell ist, konzentriere ich mich lieber erst einmal auf Straßentriathlon. Da gibt es für mich im nächsten Jahr auch noch eine Menge zu tun. 

 

War ein schönes Training und eine tolle Abwechslung, aber ich freue mich jetzt richtig auf meinen ersten 70.3 Start auf Rügen.

 

Hier klicken zum Video X-Terra Europe - O-See Challenge

Kurz links im Bild am Schwimmstart zu sehen!

 

Hier zur Presse:

Kreiszeitung Verden 24.08.2017

Weser Kurier 26.08.2017

 

 

Und hier zu den Bildern:

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